Hallo Ralf und herzlich Willkommen im Forum,
das abgebildete Teleskop schaut schon richtig herum in den (allerdings horizontnahen) Himmel. Es ist ja ein Spiegelteleskop nach Newton - vielleicht schaust Du Dir mal auf unserer Portalseite links in den Links Wissenswertes für Einsteiger und zu Bauformen von Teleskopen an.
Bei der Wahl eines geeigneten Teleskops ist einiges zu beachten, um möglichst wirtschaftlich sein Budget anzulegen. Um überhaupt einen Eindruck zu erhalten, ist es sehr anzuraten, erstmal Kontakt zu Sternfreunden in der Nähe aufzubauen und mit diesen unterm Firmament im Gespräch deren Geräte auszuprobieren. Kontaktaufbau könnte über unser Treffpunktforum, über unsere Mailfreundschaften (Portalseite astronomie.de) oder über unser Astronomie-Vereinsverzeichnis (GAD - Link links oben auf der Astronomie.de-Portalseite, nicht die Forenstartseite) gelingen. Eigene Erfahrungen sind kaum zu ersetzen.
Das von Dir verlinkte Teleskop ist meines Erachtens sehr schwächlich montiert. Es wird viel Gewackel geben, beim Scharfstellen, bei Windstößen und auch beim Nachfahren in den Achsen zur Ausrichtung. Hier würde ich - WENN es denn dieses Gerät werden sollte (erst probieren!!) - auf eine stabilere Montierung setzen. Hilfreich ist die Tabelle auf den Seiten von den Deep-Sky-Brothers: unter "Einsteiger" -> "Rund um Montierungen" und dann im Text unterstrichen anklicken "Tabelle". Bei Deinem Budget-Rahmen ist eine Lidl-Monti (auch etwa Cosmostar, Astro-3) ein gerade machbares Minimum.
Um eine Marktübersicht zu erhalten, mal die Homepages unserer Händler (graue Namen im Biete-Forum) absurfen. Auch Gebrauchtgeräte von Sternfreunden sind hier eventuell zu finden. Ein Angebot habe ich grad mal angeschaut:
hier.
Ich würde aber mal alle Händlerseiten durchgehen. Vor allem aber Kontakte zu Sternfreunden in der Nähe aufbauen.
Zu einem Teleskop brauchst Du Okulare. Sollte es ein 114/900 werden, würde ich persönlich auf jeden Fall ein 32er Okular (in Deiner Preislage m. E.) Taiwan Super-Plössl andenken, ein eventuell beiliegendes 20er oder 25er würde ich da wandeln. Das 32er bringt Dir nämlich eine Art Übersichtsvergrößerung (gering) mit hoher Austrittspupille (Lichtstrom am Okular - wichtig für schwache Flächenobjekte) und dem größtmöglichem Feld für dieses Gerät. Darauf aufbauend würde ich - wie gesagt, WENN es denn nach ausprobieren auf dieses Gerät hinauslaufen sollte - die weitere Okularpalette ausrichten. Das kann durchaus bedeuten, auch eventuell andere Beiliege-Okulare zu wandeln. Unverbindliche Möglichkeiten wären da - nochmals diskutieren, wenn Du Deine Wahl besonnen getroffen hast - für den Anfang ein Okular für Mittlere und eines für höhere Vergrößerungen, oder auch eins der mittlerweile verfügbaren ziemlich niederpreisigen Zooms (z. B. 8-24 mm).
Um Dich besonnen zu entscheiden, solltest Du 1. Kontakte aufbauen, und Geräte probieren, Objektklassen und Bedingungen kennenlernen 2. Wissen anlesen (Einsteigerseiten, Literatur), 3. Markt beobachten und sondieren.
Bereits für das doppelte Budget bekämest Du - nur mal so zum Nachdenken - einen 200/1200-Dobson. Ist natürlich klar mehr Budget. Aber die Möglichkeiten sind VIELFACH höher, die ein solches Gerät bietet. Ich habe in letzter Zeit mehrfach die erheblichen Vorteile eines solchen Gerätes für visuelle Beobachtung und budgetbegrenzte Investoren dargestellt - einfach mal auf meinen Namen klicken, dann unten sich meine Beiträge mal ansehen in einer Übersicht und dann im Einsteigerbereich mal rumlesen (einmal vorblättern). Als ganz kurze Zusammenfassung: 8" heißt hohe Auflösung, hohe Vergrößerungsfähigkeit, riesiger Arbeitsbereich (große Felder gehen auch weitwinklig), Zwei-Zoll-Okular-Auszug, Geld geht in die Optik. Damit geht visuell im Budget alles. Vor Jahren war sowas in einem ganz ganz anderen Preisbereich. Ich habe selbst ein solches Gerät und nach allen Erfahrungen auch an Geräten von Kollegen muß ich sagen, die Preis-Leistung in dieser Kostenregion ist unübertroffen. Es mag mit Okularen das dreifache Deiner "Hausnummer" kosten, leistet aber das zigfache. Nur so zum Nachdenken - am wichtigsten, ist das alles mal live zu erleben. Deshalb Kontakte suchen!
E-Bay halte ich für Einsteiger eine schwierige Quelle. Das ebay-Gerät scheint mir untermontiert zu sein.
Allgemein hätte ich noch zu sagen, daß für Galaxien als schwache Flächenquellen vor allem Öffnung und AP zählen, nicht so unbedingt die Stärken eines 114/900.
Des weiteren ist leider mit Planeten erstmal nicht so viel los. Jupi steht sehr tief im horizontnahen Dunst und vor allem sehr luftunruhigen Schichten da unten. Saturns Ringöffnung wird immer geringer, Mars bleibt klein, Venus ist m. E. nicht wirklich visuell besonders spannend bis auf die Sichelform, und die Exoten Merkur und Uranus sind sehr schwierige Objekte, wo selbst bei unseren "Profis" alles stimmen muß, was selten genug der Fall ist.
Dennoch gibt es auch für einen 114/900 reichlich Objekte, die freudvoll zu beobachten sind.
Weiter sind folgende Faktoren bei einer Auswahl immer hilfreich:
1. Himmelsqualität (Großstadt, Land, Gebirgshimmel)
2. Luftruhebedingungen (Balkon, eher über Dächer, Straßen, Industrie oder Wald, Wiese, Wasserflächen?)
3. Transportabilität (max. Einzelgewicht, max. Länge)
4. Objektklassen
5. Gesamtbudget (okularseitige Ausstattung bedenken), evtl. Nachsparen wieviel in welchem Zeitraum (Aufstockung)
Pakete von mehreren Teilen geben in der Regel Preisnachlässe, auf Messen/Teleskoptreffs/bei Aktionen von Anbietern ebenfalls. Warten kann also lohnen.
Ich hoffe, ich habe den ein oder anderen hilfreichen Gedanken beisteuern können,
klare Himmel, Top-Bedingungen und einen schönen Einstieg wünscht Dir
Matthias.
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