Teleskop richtig ausrichten

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Saavik

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Hi liebe freunde,
ich habe mir als einsteiger das "TS-Optics Newton Spiegelteleskop Starscope1149 - 114/900mm EQ3" gekauft und habe es soweit aufgebaut. ich habe gelesen das man mit dem polsucher zu beginn den polarstern fixiren soll, der ja im norden ist, um von dort aus mit den achsenskalen andere sterne anpeilen zu können. ich habe mir ein stellarium programm gezogen was ich sehr hilfreich finde, aber das zeigt mir z.b. an das saturn im südlichen himmelsbereich ist. aber um saturn zu sehen müsste ich ja mein stativ quasi um 180° drehen was ja wiederum meinen fixierpunkt im norden zum ausrichten verwirft.

mein problem ist das ich mit den achsenskalen und der genauen himmelsausrichtung nicht klar komme. zurzeit stelle ich mein teleskop einfach in die richtung auf, wo sich der planet befindet aber das ist ja auch nicht das gelbe vom ei....hat jemand vll ein paar hilfreiche tips? (Praktisch wäre mir lieber :-) )
 
Hallo "Saavik",

verwende unbedingt die Umschalttasten (Shift-Tasten), Deine Dauerkleinschrift stört.

wenn da auch etwas von "Polsucher" steht, laut
http://www.teleskop-express.de/shop...-Newton-Teleskop-mit-Montierung---Stativ.html
hat die Montierung keinen, weil sie nämlich eine Variante der Astro-3 ist. Für Saturn braucht man aber ohnehin keine Teilkreise (Deine "Achsenskalen"), den findet man locker mit dem mitgelieferten Sucher.

Generelle Vorgehensweise mit dieser Montierung: Alles komplett aufbauen, Tubus grob austarieren, Polhöhenskala der Montierung auf die geografische Breite Deines Beobachtungsortes einstellen und Stundenachse (Polachse, Rektaszensionsachse) so stellen, daß ihr oberes Ende Richtung Polarstern zeigt. Das geht gut, wenn man einmal über das Achsgehäuse hinweg und einmal danebenher blickt. Danach Höhen- und Azimutachse (wenn möglich) fester klemmen und noch einmal über und neben Stundenachse peilen, um Fehler zu verringern. Anschließend Höhe und Azimut festklemmen. Diese beiden Klemmungen brauchen in dieser Nacht nur noch gelöst zu werden, wenn Du die Justierung verbessern möchtest!

Das Teleskop wird ausgerichtet, indem man die Klemmungen für Deklination und Rektaszension/Stundenwinkel löst, den Tubus in die entsprechende Richtung schwenkt, die Klemmungen wieder festzieht und mit den biegsamen Wellen den Tubus feinausrichtet.

Teleskop gut austarieren (mit langbrennweitigem Okular im Auszug), dann mit dem Okular markanten Punkt am Horizont oder polnahen Stern mittig einstellen. Danach Sucher so einstellen, daß Fadenkreuzmitte auch auf den Punkt zeigt. Nun kann man das Teleskop mit Hilfe des Suchers (oder der Teilkreise, ist aber nicht sonderlich genau) auf ein Objekt ausrichten. Bei Objekten fast genau in Südrichtung muß man, um nicht mit dem Tubus gegen das Stativ zu knallen, unter Umständen umschlagen, also den Tubus auf die andere Seite bringen.

Viel Spaß wünscht

fquadrat
 
Hi Saavik,

in Ergänzung zu f-quadrat möchte ich noch weiter vereinfachen und sagen: für den Anfang reicht ein wirklich grobes Ausrichten der Polachse. Ich habe das so gemacht, dass ich mir die nördliche Breite beschafft habe, in dem mein Wohnort liegt. Bei mir hier im Norden liegt das so bei 53°. Diese Wert beschaffst du dir (z.B. aus Google-Earth) und stellst diese an der Polachsenskala deiner Montierung einmal ein. Dies ist also schonmal die Höhe des Polarsterns. Du brauchst jetzt die Montierung nur noch so hinstellen, das der Polarstern mit der Lage der Polachse übereinstimmt.

Nach dem zweiten oder dritten Aufstellen kann man fast schon anhand der Lage der Montierung bzw. der Stativbeine erkennen, dass es passt. Diese Ausrichtung bleibt immer bestehen; die Objekte verfolgst du ausschließlich mit den beiden verbleibenden Achsen deiner Montierung (die mit den Drehwellen oder Drehknöpfen).

Richtig einnorden mit Polsucher braucht man erst, wenn man Fotografieren möchte oder es halt sehr genau haben muss. Für den täglichen Gebrauch reicht das überschlägige Einnorden allemal...

CS

Logi
 
Danke für die Antworten. Ok soweit habe ich das jetzt verstanden. Das heisst wenn ich mir den Saturn ansehen möchte, der im Süden steht, muss ich ja mein Teleskop drehen. Dadurch zeigt aber die Polachse nicht mehr nach Norden ist das dann problematisch?

z.B.: Mars steht jetzt gerade bei Stundenwinkel\DE 0h50min und 18 Grad 47" 29'

das Teleskop kann ich ja nicht soweit ausrichten wenn die Stundenachse nach Norden zeigt oder?
 
Hallo Saavik,

du bist wohl grad total auf dem falschen Dampfer. Du drehst nicht das ganze Teleskop/Stativ/Montierung. Du löst die Feststellschrauben an der Montierung und drehst das Teleskop (in der nun gelockerten Monti) grob Richtung Saturn. Die Polachse bleibt auch auf den Pol ausgerichtet. Dann wieder sichern und feineinstellen mit den Wellen. Ich hab auch keinen Blick Richtung Pol, ein grobes Einnorden reicht völlig zum visuellen Beobachten.

Hier ist es nochmal genauer erklärt, schau dir das gut an: http://www.deepsky-brothers.de/Parallaktische Montierung.htm

Viel Erfolg noch!
Markus

P.S.: Am Anfang stand ich auch erst mal ziemlich überfordert da, aber die Anleitung oben hat mir sehr geholfen.
 
Hi,

die Polachse bleibt in Richtung Norden. Nur das Teleskop drehen, nicht das ganze Stativ. Die Montierung hat dazu 2 Achsen, deren klemmen du lösen musst.
 
Danke, ich glaub so langsam hab ich den Dreh raus, hoffentlich wird es heute mal Sternenklar bei uns, bloss der der Mond ist zu hell
 
Ich richte meines immer mit Kompass nach N aus. Habe vorher mal die Koordinaten mit GPS ausgespäht für den Breitengrad, danach mit Stellarium die Koordinaten vom Mond oder anderem Objekt für die Achsen ausgespäht und danach die Achsen kallibriert. Geht jetzt nach ner weile wie von selbst mit dem einnorden usw.
 
Hallo Rico,

verunsicher den Saavik nicht. Für den Anfang reicht mal der Breitengrad aus Wikipedia (so präzise kannst es an der Monti eh nicht einstellen) und die ungefähre Einnordung (zur Not orientiere ich mich an einer der allgegenwärtigen Satschüsseln, die praktisch immer nach Süden ausgerichtet sind). Wenn er dann mit dem Anfahren der Objekte zurecht kommt, kann er sich ans Feintuning machen, das Einnorden perfektionieren und mit den Teilkreisen arbeiten.

Viele Grüße
Markus
 
Eine Frage habe ich noch, wenn ich den Polsucher Richtung Norden stelle, müssen dann die Deklinations- und Rektaszensionskala auf 0 stehen?
 
Hallo Saavik,

du könntest ja mal deinen Beobachtungsort preisgeben, dann könnte man dir vielleicht auch praktische Hilfe geben. Ich habe unter anderem eine N-EQ3. Aber die Ausrichtung des Polsuchers nach Norden hat nichts mit den Skalen für Deklination und Stundenwinkel zu tun. Diese kannst du beim Beobachten nutzen (muss man aber nicht). Die Ausrichtung des Polsuchers geschieht mit den beiden schwarzen Schrauben (Himmelsrichtung Norden) und den beiden silbernen Schrauben die in den Polblock gehen (Polhöhe).

Aber es wäre super für dich das dir einfach mal in der Praxis anzuschauen :super:

CS
MaRKus
 
Hi, ja praktische hilfe wäre schon das beste, aber leider kennen ich keinen der dieses Hobby teilt. Mein Standort ist in der Nähe von Worms Rheinland-Pfalz
 
Hallo Saavik,
schade, Worms ist leider nicht ganz so meine Ecke ;)

Stell doch einfach mal einen Thread im Unterforum Treffpunkt ein, es gibt bestimmt einen erfahrenen Kollegen in deiner Gegend der dir die ersten Schritte mal zeigen kann.

CS
MaRKus

 
Nunja Worms...ich wohne auf der anderen Rheinseite in der Nähe von Wiesbaden. Wir haben dort im Vordertaunus auch ne eigene Sternwarte. Wenn du bereit bist ein wenig länger zu fahren, dann bist du ein gern gesehener gast ;)

Grüße
Martin
 
schau mal auf www.aar-ev.de

Dort kannst du dich einw enig informieren. Über den teilweise sehr alten Sachstand der Homepage muss ich mich entschuldigen, da auch wir uns zurziet in einer art "Reformation" befinden, jedoch sind gleichgesinnte immer gern gesehene Gäste. Das nächste Treffen sit für den 8. Juli geplant (Freitag ab 20 Uhr). Ich kann dich auch, wenn du magst, einw enig auf dem laufenden halten ob es nun stattfindet oder nicht. Wenn das Wetter nicht mitspielt, was ja durchaus vorkommt, wird gefachsimpelt :D.
Stöber mal ein wenig über die Seite und bei Fragen kannst dich gerne an mich wenden.

Grüße
Martin
 
Da bin ich wieder :-)

Jetzt bin ich am verzweifeln. Endlich haben wir nach 1 1/2 Wochen mal eine Wolkenfreie Nacht und mein Problem ist das ich jetzt Saturn in meinem Sucher mittig habe, durch das Okular 10mm/25mm(hab beide probiert) schaue und absolut nichts sehe! Habe die Spiegel wie in der Anleitung genau so eingestellt wie es da stand aber ich seh trotzdem nix. Kann mir jemand sagen was ich wieder falsch mache?
 
Servus.

Natürlich muss der Sucher parallel zum Teleskop ausgerichtet sein.

Am Taghimmel einen Strommasten, Kirchturmspitze oder ähnliches suchen, das Teleskop mittig darauf ausrichten und dann eben den Sucher mit seinen Justierschrauben so einstellen, das eben (z.B.) die Kirchturmspitze im Sucher und im Okular mittig sind.

In der Nacht kann es dann sein, das du dann etwas nachjustieren musst.

Gruß
*entfernt*

 
Wenn Du wirklich nichts siehst, solltest Du die Schutzkappe vom Teleskop entfernen. ;)

Wenn Du zwar ein leicht aufgehelltes Bild hast, dieses sich aber als gleichmäßige Fläche zeigt, wäre es sinnvoll, das Bild scharfzustellen. Das geht auch mit dem Horizont, sofern der weit von Dir entfernt ist, also nicht den Dachfirst des Nachbarhauses wählen, eher ein paar Bäume in ein paar Kilometern Entfernung. Danach kann man irgendeinen Stern einstellen und solange am Fokussierer drehen, bis der Stern möglichst klein und brillant erscheint. Von außen nach innen drehen ist übrigens besser.

Wenn Du Sterne siehst, aber nicht das, was in der Suchermitte erscheint, solltest Du vielleicht auch noch den Sucher richtig einstellen. Hier kann ebenfalls der Horizont verwendet werden, wenn er weit genug entfernt ist und ein paar markante Objekte bereithält, z.B. ein Windrad oder Sendemast. Teleskop mit dem 25-mm-Okular bestücken, scharfstellen und auf eine markantes, nicht verwechselbares Objekt richten. Am Horizont geht das einfach, weil der nur eine Linie ist, die man der Länge nach abfahren kann, bis man auf das Objekt trifft. Dann einen besonderen Punkt dieses Objektes einstellen, z.B. den Rotorkopf oder eine Hindernisbefeuerung. Anschließend den Sucher mit Hilfe der entsprechenden Schrauben ebenfalls auf diesen Punkt einstellen. Schon ist der Sucher justiert, weshalb Du das, was in seiner Mitte zu sehen ist, auch im Teleskopokular finden solltest.

Sollte sich der Sucher nach jedem Anstupsen wieder verstellen, mußt Du ihm dies abgewöhnen, aber das ist ein anderes Kapitel.

Grüße

fquadrat
 
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