Teleskop schwingt

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Christian_Weis

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Hallo Selbstbauer,

ich habe folgendes Problem:

Mein 18"f/5 Selbstbau (das ist der Kasten auf dem Bild links unter meinem Namen) schwingt.
Das macht sich dergestalt bemerkbar, dass ich beim Einstellen eines Objektes etwas weiter fahren muss, da der Tubus wieder etwas zurückgeht (nicht viel, aber trotzdem stört es mich). Außerdem ruckelt es noch etwas beim Nachführen, was ich am ehesten als Slip-stick-effect bezeichnen würde. Bei Vergrößerungen über 500fach ist das schon nervig.
Durch eine leichte Modifikation der Stangen bilden diese jetzt eine absolut starre Verbindung zwischen Spiegelzelle und Hut, daran kann's also eigentlich nicht liegen.
Würde es helfen, wenn ich die Teflons für die Höhenräder etwas näher zusammenschieben würde?
Ich habe die bisher auf die in der Literatur angegebenen 70° Distanz angebracht.
Welche anderen Fehlerquellen würdet ihr aus Euren Erfahrungen heraus in Betracht ziehen.

Vielen Dank!
 
Hallo Christian,

ich denke deine Strebenkonstruktion, leidet jetzt unter einer geringen aber bei den hohen Vergrößerungen merklichen Torsion, d.h. wenn du oben am Hut drehst um das Teleskop zu bewegen kommt der unter Teil nicht mit, läßt du los, dann bist du schon zu weit.
Teste es mal aus ob, wenn du oben zwischen den Stangen etwa 10-15cm unterhalb der Stangenbefestigung, diese untereinander mit geeigneten Holzstückchen verspanntst, so das in etwa eine starre Verbindung besteht, besser wird. ist das dann der Fall, dann sind Stangen oder die Stangehalter am Hut zu schwach. Das selbe kann aber auch an der Spiegelbox zu schach sein. In jedem Fall kann man dann eine Verstärkung volgendemaßen vornehmen: Jeweils zwei Rohrschellen,( z.B. Die zum einklemmen von Kupfer oder Elektrorohr verwendet werden ), mit einem Rundstab aus Kunststoff oder Alu auf dem beitseitig Gewinde geschnitten ist mit Kontermuttern fest Verbinden. Mit Diesen werden Dann alle Stangen untereinander fixiert. Oder ein geeignet großer Sperrholzring der die Rohrschellen trägt. Der Ring hat den Vorteil, daß man Ihn von unten nach oben einschieben kann bis er klemmt und man Ihn dort leicht mit z.B. Klettband sicher halten sowie leicht wieder demontieren kann.

Gruß Günter
 
Chistian,

in jedem Fall muß überprüft werden, ob das Drehen der Spiegelbox leichter gemacht werden kann. Denn man kann die Rohre noch so starr bauen igendwann kommt der punkt wo Torsion zum tragen komm, wenn der untere Teleskopteil wegen zu hohen Reibkräften nicht nachkommt. Ich sehe gerade auf Deiner Seite den fertigen Dobson und mir scheint das eine Versteifung sogar tiefer ansetzen sollte um Wirkung zu zeigen.

Gruß Günter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Günter,

besten Dank für deine Ratschläge.
Die Rockerbox geht tatsächlich etwas schwerfällig, ich werde zunächst versuchen, diese etwas leichtgängiger zu machen. Falls das dann nichts bringt, werde ich mir die Versteifungen anfertigen. Ein Vereinskollege von mir (20" f/5) hat das so in etwa gebaut. Seit Teleskop lässt sich quasi mit dem kleinen Finger der linken Hand nachführen.
 
Hallo Christian,

ein tolles Teleskop hast Du Dir da gebaut und die Probleme bekommst Du auch in den Griff. Im Grunde hast Du ja schon gewußt wo es dran liegt, man ist halt etwas sicherer wenn man sich mit jemandem Austauschen kann der`s dann genau so sieht. Ich selbst hab mich an so große Projekte aus Zeitmangel nicht herangewagt, denn ob ich das vielleicht ein Jahr lang durchgehalten hätte bin ich mir nicht sicher. Einige kleine Verbesserungen an Teleskopen und Zubehöhr hab ich schon für mich hergestellt und werde noch einiges davon hier im Forum zeigen.
Wenn du was für die Sonne brauchst, schau mal meine Mail von Gestern, in diesem Forum nach "Variabler Foliensonnenfilter für große Newton`s ".

Gruß Günter
 
Hallo,
Den Nachruckeffekt kann man auch so erklären:
Es gibt eine Kraftbrücke, die geht vom Boden über die Rockerbox, die Spiegelbox, die Stangen, die Obere Tubuseinheit, die Hand, den Arm, den Körper,den Fuß, die Leiter wieder in den Boden.
Hier adieren sich alle Bereiche, die elastisch sind, also zum Beispiel die wackelige Leiter etc., wie die Windungen einer Feder. Die nimmt Energie beim Bewegungsprozess auf und gibt sie dann am Schluss wieder ab.
Ich drücke also und es passiert gar nichts. dann plötzlich, wenn ich einen bestimmten Druck erreicht habe, rutscht das Teleskop ein Stück vor. (Michael Koch hat das mal im Interstellarum erschöpfend diskutiert)
Es ist also notwendig eine stabile Leiter zu benutzen, um so mehr wenn das Teleskop schwer geht.
Solch eine Stelle kan natürlich auch irgedwo im Teleskop liegen, z.B. wenn die Stangen alle parallel zueinander geführt werden, dann können sie sich beim Nachführen verbiegen und biegen sich wieder zurück.
Je kleiner die Reibung zwischen Boden und Rockerbox ist, desto weniger tritt natürlich dieser Effekt in Erscheinung.
Da hilft unter Umständen etwas Autowachs, oder auch eine Unterstützung der Rockerbox direkt durch Unterlegscheiben um die Achse, damit nicht alle Kraft auf den Gleitlagern wirkt.
Grüße Martin
 
Hallo Martin,

auch dir Dank für die Ratschläge. Meine Leiter ist wirklich gemeingefährlich. Insbesondere auf der obersten Stufe (dreistufige Trittleiter) ist es doch recht wackelig. Vermutlich ist die Leiter für solche Belastungen wie mich nicht ausgelegt.
Demnächst werde ich eine Haushaltsleiter verwenden, das hatte ich sowieso schon geplant. Gut zu wissen, dass das auch noch etwas hilft.
Ein Vereinskollege hat mir empfohlen, zwischen Grundplatte und Rockerboxboden eine Druckfeder (z.B. von einem Bettgestell) drunterzulegen, die auch noch etwas Kraft aufnimmt. Nur leider habe ich da keine passende Feder gefunden. Das mit der Unterlegscheibe ist eine sehr gute Idee. Ich werde es mal probieren.
Die Mutter habe ich inzwischen gelöst, sie drückt nun die beiden Platten gar nicht mehr zusammen (davor etwa eine halbe Umdrehung festgezogen, bei M 10er Mutter)
 
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