Teleskopanschaffung

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Hallo Poldy,

prinzipiell sind Newton-Teleskope dieser Größenklasse absolut empfehlenswerte Geräte: Gute Allround-Eigenschaften, bereits ein hohes Lichtsammelvermögen, justagestabil und, vor allem für Einsteiger wichtig, okularunkritisch. Das heißt, bereits mit einfach konstruierten und damit preiswerten Okularen bekommt man ein sehr gutes und scharfes Bild bis zum Gesichtsfeldrand.

Es ist quasi ein Allrounder mit Tendenz zu mittleren bis starken Vergrößerungen, also mond- und planetenfreundlich.

Bei den verlinkten Geräten ist die Montierung allerdings zu schwach: Das Bild wird beim fokussieren und sonst bei schwachem Wind sichtbar zittern, was die Fokussierung und Beobachtung erheblich erschwert.

Ich würde dir raten, ein vergleichbares Teleskop als Dobson anschaffen, so wie hier:

http://www.teleskop-express.de/shop...kyliner-150P---Parabol-Dobson-150-1200mm.html

Es kostet nur einen Bruchteil des Preises der verlinkten Geräte (als Neuware!), ist stabiler montiert und wesentlich einfacher zu bedienen.

Die Nachteile dieses optischen Designs sind vor allem ein kleineres, maximales Gesichtsfeld (der Ausschnitt des Himmels, den man bei schwächster Vergrößerung durch das Okular sieht) und dass größtmögliche Bildhelligkeiten bei schwächster Vergrößerung (= Okular mit der längsten Brennweite) mit dem Öffnungsverhältnis (Brennweite dividiert durch Öffnung) nicht erreicht werden. Hier wäre ein 8" f/6 Dobson geeigneter.

Jetzt wäre noch wichtig, etwas zu deinen Randbedingungen zu erfahren:

Was ist dein Budget, wo möchtest du beobachten (Balkon, Garten, Feld...) und was sind deine bevorzugten Beobachtungsziele? hast du schonmal mit einem Teleskop oder Fernglas beobachtet?

VG Christian
 
Vielen Dank für die schnellen Antworten.

Zu den Randinfos:
Ich möchte hauptsächlich Planeten beobachten. Mein Budget ist durch die gezeigten Geräte dargestellt - ca. 850 €.
Eine GoTo-Steuerung hätte ich gerne dabei. Beobachtungsort: eher Garten.
Bisher habe ich nur mit einem selbstgebastelten Teleskop beobachtet :-P (Astromedia) - daher auch der Wunsch nach mehr.
Bei dem ebay-Angebot handelt es sich ja offensichtlich um Eigenbau - da stellt sich mir die Frage, ob dies den Preis wert ist?!
 
Hallo Poldy,

ob der Eigenbau den Preis wert ist, kann man nur vom Foto her natürlich nicht beurteilen. Dafür müsste man das gerät inspizieren und testen.

Für Planeten ist die Auslegung der anvisierten Newtons ideal. Go-To halte ich bei deiner Zielsetzung für rausgeschmissenes Geld. Die Planeten sind hell genug, um sie manuell in Sekunden einstellen zu können.

VG Christian
 
Hi,
mein Kollege bietet gerade das Vorgnänger-Modell ohne Hexafoc von Bresser an. *klick*
Dafür mit Motorfokus.
 
Na ich werde ja nicht NUR Planeten anschauen wollen, evtl. auch mal die DSLR anschließen - daher wäre GoTo ne feine Sache.
Kann man denn eine andere Montierung nehmen; sich das quasi selber zusammenstellen?
 
Hallo Poldy,

schon klar, aber wenn Planeten der Schwerpunkt sein sollen, ist der Newton nahezu ideal.

Mit Fotografie würde ich noch etwas warten: das ist eine völlig andere Welt.

Dafür ist die Montierung definitiv zu schwach. Eine EQ-6 ist da Minimum. Bei der Brennweite des Teleskops kommst du ohne Autoguider und Nachführeinrichtung (Leitrohr oder Off-Axis-Guider) nicht aus. Da werden insgesamt schnell 3000 Euro aufwärts fällig.

Die Bildbearbeitung lernt man auch nicht von heute auf morgen. Erfahrungsgemäß dauert es mindestens ein halbes Jahr Einarbeitungszeit, bis die ersten wirklich guten Fotos durch ein Teleskop entstehen.

Bei Planeten wird in aller Regel gefilmt, da kommt man ohne das ganze Nachführ-Geraffel aus. Eine Webcam und Laptop reichen da. Die Bildbearbeitung ist jedoch genauso anspruchsvoll.

Den Einstieg in die Deep Sky-Fotografie würde ich deshalb mit kleinen und mittleren Brennweiten bis etwa 200mm vornehmen. Da genügen kleine Montierungen, und ggf. benötigt man keine Nachführkontrolle bei Belichtungszeiten von wenigen Minuten. Das gilt besonders bei kurzen Brennweiten, bei denen viele Objekte sogar besser darstellbar sind als mit Teleskopen, da das Gesichtsfeld größer ist. Viele Galaxienfotos hier im Forum sind mit Teleobjektiven gemacht.

VG Christian
 
Ja. Wie gesagt, ich halte eine Dobson-Montierung für ideal. Bei dem starken Hebel des Tubus' bräuchte man sehr schwere und teure parallaktische Montierungen.

VG Christian
 
Hallo Poldy,

Christian hat die wesentlichen Punkt ja schon geschrieben.
Falls es das Papp-Spiegelteleskop ist, mit dem du erste Erfahrungen gemacht hast, dann wäre ein Dobson vermutlich ideal, denn das Papp-Teleskop ist ebenfalls ein Dobson!

Wenn du im Garten beobachtest und du das Teleskop nicht unbedingt mehrere Treppen rauf oder runter schleppen musst, dann würe ich nach einem Volltubus ausschau halten. Ein Flextube ist zwar etwas schneller ausgekühlt, dafür musst du jedes Mal neu kollimieren (justieren). Bei einem Volltubus darfst du die Kollimation zwar nicht außer acht lassen, musst aber nicht zwangsläufig jedes Mal ran, was gerade zu Anfang schwer nervig sein kann. Nach ein paar Kollimationen stellt sich zwar mit Sicherheit Routine ein, so dass du nur noch wenige Minuten brauchst, aber beim Flextube musst du halt immer ran, beim Volltubus eventuell.


Falls du eine Volkssternwarte, Astroverein, Stammtisch usw. in der Nähe hast, lass´ dich dort mal blicken und schau dir die verschiedenen Teleskope an. Ein 10"-Dobson z.B. ist schon ein ganz schöner Brocken und wird als Volltubus auch nicht leichter!
Am 19.3. ist bundesweiter Tag der Astronomie und hier: http://www.vds-astro.de/index.php?id=208 kannst du dir Veranstaltungen in deiner Nähe heraussuchen um mal einen Überblick zu bekommen, fernab von Forengeschreibsel! Denn in den meisten Fällen kannst du bei solchen Veranstaltungen auch durch die verschiedensten Teleskope selbst mal beobachten.
 
Hallo Poldy,

als der Bresser Messier 150/1200 Newton angekündigt wurde, hieß es, man wollte das Gerät mit einem Kugelspiegel ausrüsten. Mit den Eckdaten 150/1200 ist ein solcher Spiegel dann aber so gerade eben brauchbar, wenn es keine Produktionsfehler gibt. Wenn sich das nicht geändert hat, würde ich für die Planetenbeobachtung ein Gerät anschaffen mit einem richtigen Parabolspiegel. Allerdings kann es auch dabei Ausrutscher geben. Außerdem würde ich tatsächlich für visuelle Zwecke ein solches Gerät als Dobson beschaffen und ich persönlich würde einen Volltubus (also so ein komplettes Rohr und keine Stangenkonstruktion) wählen und für die Planetenbeobachtung würde ich mir vornehmen, selbst einen Lüfter an das Gerät anzubauen oder - falls vorhanden - den so umzubauen, dass er funktioniert.

Grundsätzlicher Ratschlag: Versuchen, ob ein Händler die Zusage "beugungsbegrenzte Optik" auf der Rechnung macht, das Gerät dann mit anderen Sternfreunden ausprobieren, indem man Anschluss zu einer erfahrenen Beobachtergruppe sucht. 2 Jahre Gewährleistung Zeit sicherzustellen, dass die Optik OK ist, denn dann hat man ein schönes Gerät, mit dem man lange Jahre Spaß haben kann.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Poldy,

meine Suche nach einem Dobson ist in einem 8-Zöller von SkyWatcher geendet. Mit diesem Gerät bin ich auch sehr zufrieden. Den gäbe es auch noch "größer". Preislich ist der dicke in deinem Bugdet mit rd. EUR 400,00. Hier ein Link zu dem genannten Modell: http://www.teleskop-spezialisten.de...wton-mit-Pyrex-Spiegel-und-Zubehoer::358.html

Da hättest Du noch rd. EUR 200,00 über für Zubehör. Ich persönlich habe den Standardsucher gegen einen Telrad-Finder getauscht. Erst damit konnte ich meine ersten richtigen Erfolge feiern. Der Standardsucher "versauert" mittlerweile im Keller.

Wenn Du Detailfragen hättest, versuche ich diese gerne zu beantworten. :)
 
Hallo Poldy,

das in meiner ersten Antwort verlinkte Teleskop kostet 299 Euro:

http://www.teleskop-express.de/shop...kyliner-150P---Parabol-Dobson-150-1200mm.html

Für Planeten sind dann für 300 Euro noch hervorragende Okulare im Budget. Das darf man nie aus den Augen verlieren: Erst sehr gute Okulare können die Leistung des Teleskops voll ausreizen.

Ich empfehle die Baader Orthoskopischen Okulare:
http://baader-planetarium.de/sektion/s23/s23.htm
Mit Orthos habe ich meine bisher besten Planetenbeobachtungen gemacht.

Als Brennweiten empfehle ich die 18 und 6 Millimeter. Für die sog. förderliche Vergrößerung von 150-fach, über der keine weiteren Details aufgelöst werden, brauchst du ein 8mm-Okular, beispielsweise dieses hier:

http://www.teleskop-express.de/shop...--1-25--Okular--58---voll-multiverguetet.html

Die Planetarys haben einen sehr guten Ruf, und 150-fache Vergrößerung ist auch bezüglich des Seeings (Luftunruhe, die das Bild flimmern lässt) oft gut nutzbar.

Für Planeten gilt eine Vergrößerung vom 1,5-fachen des Spiegeldurchmessers als sehr guter Kompromiss zwischen Abbildungsgröße, Schärfe und Kontrast. Hierfür ist das 6mm-Ortho (siehe Link oben) bestens geeignet. Bei schwächeren Vergrößerungen können Planetendetails mitunter überstrahlt werden. Hier hilft ein Graufilter.

Mit dieser Grundausrüstung liegst du voll im Budget und kannst erstklassige Beobachtungen vornehmen.

VG Christian
 
Ich weiß nicht so recht ... Irgendwie sieht diese Dobsonmontierung billig aus im Gegensatz zu der parallaktischen Montierung meines Eingangsvorschlags. Zudem stehe ich auf die Spielerei mit dem Motor ;-). Ich hätte schon gerne eine motorgesteuerte Nachführung.
Bin ich jetzt beratungsresistent? :-P
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Poldy,

neee, biste nicht. Mit der Kombi geht visuell einiges.

ABER: Du mußt Dir drüber im Klaren sein, daß vor dem Beobachtungsspaß dank el. Nachführung ne ordentliche Einnordung fällig ist. Also noch ein Polsucherfernrohr fürs Einnorden dazukaufen!

UND: Du mußt Dir drüber im Klaren sein, daß mit dem Teleskop + Barlow zwar Planetenvideos gehen, aber Deepsky-Fotografie nicht.

Zumindest nicht mit dem Trumm von Teleskop. Denn das kommt dann schon mal ins Schwingen, wenn bei der großen Fläche und dem langen Hebel der Wind angreift. Außerdem verlangen so lange Brennweiten zwingend nach nem Autoguider. Deepsky-Fotos mit Teleobjektiven oder ca. 400 mm Brennweite (ein kleiner, farbreiner APO) geht dagegen mit der EXOS recht gut. Auch ohne Autoguider.

Ich würde an Deiner Stelle nachfragen, ob der Spiegel ein beugungsbegrenzter Parabolspiegel ist, ob ne Bohrung für ein Polsucherfernrohr vorhanden ist und ob die Goto-Steuerung einen ST-4 Eingang für Autoguiding hat. Kriegst jedesmal ein "Ja" als Antwort, kannst kaufen. :)

 
Hallo Poldy,

nein, jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Wünsche.

Die Dobson-Montierung IST auch billig, aber nur im Sinne von Preiswert. Dobson-Montierungen zählen zu den stabilsten und schwingungsresistentesten Montierungen überhaupt. Da spreche ich aus Erfahrung.

Bedenke aber: Soll das dargestellte Newton-System parallaktisch visuell stabil montiert sein, wird eine EQ-6 fällig. Allein diese kostet ~1250 Euro! Die EQ-5 ist mit dem angestrebten Newton auch visuell definitiv an der Grenze, wenn man genau fokussieren möchte. Ich habe selbst eine Meade-Monti, die mit der EQ-5 vergleichbar ist, und selbst der kurzbauende 8" ACF ist da schon grenzwertig montiert. dann kommt noch der Hebel des Newton dazu...

Möglicherweise reicht auch schon die HEQ-5. Sie ist laut TS mit 12 Kilo belastbar, kostet aber ~1150 Euro.

Überlege dir, ob dir die "Motoren-Spielerei" diese nicht unerhebliche Investition wert ist.

VG Christian
 
"Außerdem verlangen so lange Brennweiten zwingend nach nem Autoguider"--> Ist das nicht das GoTo?

"Ich würde an Deiner Stelle nachfragen, ob der Spiegel ein beugungsbegrenzter Parabolspiegel ist, ob ne Bohrung für ein Polsucherfernrohr vorhanden ist und ob die Goto-Steuerung einen ST-4 Eingang für Autoguiding hat. Kriegst jedesmal ein "Ja" als Antwort, kannst kaufen."
--> Bezieht sich das auf das Bresser?

Zur Montierung: Wieso bietet Bresser denn das Set an, wenn es so instabil ist? Ist vielleicht ne doofe Frage, aber für mich als Laie ist das schon seltsam.
 
Hallo Poldy,

Zitat von Poldy1981:
..."Außerdem verlangen so lange Brennweiten zwingend nach nem Autoguider"--> Ist das nicht das GoTo?...

nein, GoTo richtet das Teleskop automatisch exakt auf das gewünschte Objekt aus, eine gute Einnordung und Eichung an Eichsternen vorausgesetzt.

Der Autoguider führt das eingestellte Objekt automatisch pixelgenau nach. Also das, was man beim Dobson durch schubsen bewerkstelligt, nur eben wesentlich präziser. Das ist aber nur für die Fotografie notwendig.

APO steht für Apochromat. Das ist ein Refraktorobjektiv, bei dem im Gegensatz zum Achromat drei Farben (genauer: Wellenlängen) in einem Brennpunkt vereint werden. Dadurch wird der Farbfehler extrem stark verringert, im Idealfall unter die Wahrnehmungsgrenze gedrückt. Beim Achromat werden nur zwei Wellenlängen exakt fokussiert.

VG Christian

 
Hi Poldy,

Zitat von Poldy1981:

ja

Zur Montierung: Wieso bietet Bresser denn das Set an, wenn es so instabil ist? Ist vielleicht ne doofe Frage, aber für mich als Laie ist das schon seltsam.

weil so mancher Einsteiger nicht genügend Kohle für "was gscheites" ausgeben mag. Da denkt sich dann jeder Händler, "lieber kleiner Umsatz als garkeiner". Der Händler muß ja net mit dem Krampf beobachten. Und einer, ders net besser weiß, ist eventuell ja auch zufrieden damit. :D

Außerdem ist das mit den Schwingungen bei visuellem Gebrauch auch subjektiv. Wird von Benutzer zu Benutzer unterschiedlich toleriert. ;)

Als ich zum ersten Mal durch "was gscheites" geguckt hab beim Fokussieren, hab ich daraufhin am nächsten Tag sofort im Internet recherchiert, meinen alten, gammeligen, schwergängigen Okularauszug abgebaut, auseinandergenommen, gesäubert, neu geschmiert, ordentlich justiert und hatte anschließend das Gefühl, ich hab ein neues Teleskop. :)

Auch meine erste vorhandene Montierung hab ich nach Recherche optimiert, seither läuft sie viel besser.

Ohne Durchschauen/Händling bei nem bereits optimierten Geraffel wäre mir das alles nie und nimmer aufgefallen und ich hätte mich weiterhin mit 70% Leistung zufrieden gegeben. :) :D
 
Moin zusammen,

mein zweites Teleskop war ein 150/750er Newton auf LXD-75. Die LXD-75 ist vergleichbar mit der EXOS-2, die im Prinzip eine überarbeitete LXD-75 ist. Ob sich das mechanisch auswirkt, vermag ich nicht zu beurteilen, allerdings vermute ich mal, das meine von Meade justierte Montierung (Achsspiel beseitigen, usw.) einer EXOS-2 nicht wirklich nachstehen würde...

Worauf ich hinaus will, der 150er Newton mit lediglich 750mm Brennweite war schon grenzwertig. Vor allem weil der Okularauszug keinen Feintrieb hatte, war ein feinfühliges fokusieren nicht nur aufgrund des Wackelns der Montierung schwierig. All das wird bei einem 150er Newton mit 1200mm noch deutlich schlimmer!
Natürlich kannst du damit beobachten und wie so häufig gilt auch hier, you get what you pay for! Das fokusieren dauert halt länger, du musst ein wenig mehr Vorsicht walten lassen, wenn du dich mit dem Auge dem Okular näherst und stellst dann, nachdem sich das System ausgeschwungen hat, fest, dass du noch mal nachfokusieren musst...
Und wenn du das ganze System dann mit einer Barlow zur Planetenvideografie auf 2m und mehr Brennweite bringst, wage ich zu behaupten, dass ein ordentliches Fokusieren absolut keinen Spass macht, denn zum Wackeln der Montierung/des Teleskops kommt das Seeingwabbern.

Dafür hast du mit der EXOS-2 einen eklantanten Vorteil ggü. einem Dobson, du kannst direkt eine Kamera mit einem leichten Tele auf die Montierung packen (also das Teleskop weglassen) und damit vortrefflich in die Deepsky-Fotografie einsteigen und so auch dort erste Erfahrungen sammeln.
 
Betreff Beugungsbegrenztheit beim Messier 150L/1200

Da ich mich fürs gleiche Teleskop interessiere, hab ich per mal angefragt direkt bei Bresser und folgende Antwort bekommen.


Guten Morgen Herr xxxxxxxxxx,

wir garantieren für alle Teleskopoptiken Beugungsbegrenztheit ( Strehl > 0,8).

Parabolspiegel werden für gewöhnlich bei schnellen Systemen verbaut und sind in der Produktion aufwändiger. Deswegen finden Sie beispielsweise in unserer Serie BRESSER Messier unter den Newtons neben langbrennweitigen auch eine kurzbrennweitige Entsprechung (z.B. NT130/150/L und S , Long / Short). Die Primärspiegel der S-Versionen haben eine parabolische Geometrie.



Viele Grüße
xxxxxxx
 
Hi,

das heißt also jetzt im Umkehrschluß, daß die "L-Versionen" alle Kugelspiegel haben? :erschreck:

Bäh, Finger weg! Da gibts was besseres.

Dann nimm nen Newton von nem anderen Händler (andere Marke), der wirklich nen Parabolspiegel drinne hat...
 
Hi,

normalerweise erspare ich mir Bestätigungsposts.
In diesem Fall nicht.
Nur unter allerbesten Voraussetzungen kann ein 150/1200er Kugelspiegel gerade so an der Beugungsbegrenze schnuppern.
Jeder kleinste Fehler macht ihn schlechter und dann kommen die ganzen anderen Komponeten des Teleskops (Justage, Fangspiegel, Mechanik pp) noch hinzu. All das macht es nie besser, sondern immer (mal mehr mal weniger) schlechter.

Da gibt es, wie Fee schon richtig bemerkte, Besseres.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Poldy,

gestern habe ich die Gelegenheit gehabt, mit einem 150/1200er Newton als Dobson zu beobachten.

Ich kann dir nur raten: Sollte es auf dieses Teleskop hinauslaufen, lass die Finger von einer parallaktischen Montierung, wenn es nur auf visuell und ggf. Fokalfotografie des Mondes hinaus laufen soll: Der Tubus ist zwar kein Gigant, aber doch spürbar größer, als er auf Abbildungen erscheint. Eine EQ-5 dürfte damit hoffnungslos überfordert sein.

Wenn es unbedingt parallaktisch sein soll, würde ich entweder einen schnelleren Newton oder ein anderes, kompaktes optisches System wählen.

Zur Optik: Sofern sinnvoll konstruiert, d.h. parabolischer Spiegel (offenbar keine Selbstverständlichkeit), geringe Obstruktion durch den Fangspiegel und dünne Fangspiegelstreben, stellt bei gegebener Öffnung ein Newton so ziemlich das Optimum an Bildqualität dar. Der gesterige Sechszöller hat alle mir bisher bekannten Teleskope dieser Öffnungsklasse übertroffen.

Welcher Suchertyp (klassisches Sucherfernrohr, Leuchtpunktsucher oder Telrad) verwendet werden soll, kann nur jeder selbst durch Probieren entscheiden. Ich persönlich favorisiere den Leuchtpunktsucher.

Noch etwas:

Nach meiner gestrigen Erfahrung muss ich meine bisherige skeptische Haltung gegenüber Newtons revidieren. Ein wirklich sinnvoll konzipiertes Newton-Teleskop ist in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und die optisch-mechanische Qualität ein erstklassiges und überaus flexibles, da anpassungsfähiges System. Das habe ich nun gelernt.

In entsprechender Position angebracht, ist der Einblick in den Telrad bequemer als bei den Newtons, die ich bisher kennen lernte.

VG Christian
 
Hi1

Zitat von copernicus:
gestern habe ich die Gelegenheit gehabt, mit einem 150/1200er Newton als Dobson zu beobachten.

Ich kann dir nur raten: Sollte es auf dieses Teleskop hinauslaufen, lass die Finger von einer parallaktischen Montierung, wenn es nur auf visuell und ggf. Fokalfotografie des Mondes hinaus laufen soll: Der Tubus ist zwar kein Gigant, aber doch spürbar größer, als er auf Abbildungen erscheint. Eine EQ-5 dürfte damit hoffnungslos überfordert sein.
Zum Glück kann ich Letzteres nicht bestätigen. Was ziemlich sicher zu schwach ist, ist eine NEQ3/EQ3-2, weshalb ich mich damals für die EQ5 entschieden habe.

Natürlich geht es noch stabiler, aber überfordert ist die Montierung mit dem Teleskop nicht.

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat,

das hängt natürlich von den individuellen Ansprüchen an die Stabilität ab. Ich empfinde z.B. mein 8" ACF auf einer LXD-75, deren Stabilität laut Tabellen mit der EQ-5 vergleichbar sein soll, als absolut grenzwertig bis hart an der Grenze zur Untermontierung.

Der Sechszöller hat zwar eine kleinere Öffnung, aber dafür einen längeren Tubus und wesentlich größeren Hebel.

Beispielsweise empfinde ich einen Skywatcher 5" Mak auf einer NEQ-3 als für mich persönlich schon zu wackelig, nur um einen Maßstab für meine Ansprüche an die Stabilität bzw. Schwingungsfreiheit auch bei visueller Beobachtung zu geben.

Daher meine persönliche Einschätzung, dass die EQ-5 mit dem Newton überfordert sein dürfte. Der Dobson ist da eine Größenordnung stabiler.

VG Christian
 
Na ja, ist fast immer das gleiche Problem beim Einstieg, das sich in diversen Threads widerspiegelt:

Alles, was parallaktisch stabiler als eine NEQ-5 / EXOS-2 ist, kostet neu mindestens 1000,-, eher deutlich mehr; auch, weil die Hersteller einen dabei quasi zu GoTo zwingen.
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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