Teleskopgymnastik

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Anette_Aslan

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Liebe Sternfreunde,
....ich weis ja nicht, wehm es noch so geht oder mal gegangen ist, aber ich muss mein Erlebnis hier loswerden, weil ich ja sonst niemanden kenne, der hier noch mitfühlen könnte:

Gestsern Abend, dem 26.6. gegen 22h verspricht der Himmel glasklar zu werden, letzte Cumuli verziehen sich und Jupiter grüßt schon zaghaft aus 190 Grad. Mit diesen Beobachtungen stellt sich bei mir eine Vorfreude ein, denn es ist ja Neumondnacht! Ich schlepp schonmal meine beiden Röhren (4"/f5 und 4"/f10) auf´s Krähenneschtle am Westgiebel des Hauses. Trotz all der Freude überschleicht mich langsam eine Müdigkeit, als hätt mir jemand Gift verabreicht. Ich mach mich über die ekelhafte Cola der Kinder her, bin ja kein Kaffee-fan. Nun hab ich mir ein Gegengift verabreicht. Schau mir den Jupiter mit beiden Röhrles an, mit zunehmender Dunkelheit verspricht sich da mehr...
Der Ursa Major, Arkturus, Gemma und auch Spica werden langsam sichtbar....ich muss noch schnell ein super-power-snap (Sekundenschläfchen) für 5 min halten, leg mich in die HOrizontale, tret mal kurz weg um gegen 23h wieder topfit auf´m Balkon zu stehen. Der Juppi eine Freude...doch heute will ich mich an Deep Sky ranwagen. Da steht gerade auch schön der M13 kurz vorm Giebel fast im Zenit, der macht sich in beiden Teleskopen nur als Nebelfleck sichtbar!!!!! Keine Randauflösungen, egal bei welcher Vergrößerung....ich bin enttäuscht! M3 nehm ich mir vor....man kann´s vergessen.....dann wie schon geahnt M51..keine Spur bei all den Zenitgeschichten wende und drehe ich mich, mein Teleskop stößt ständig ans STativbein, ich muss alles hin und her verrücken und verstellen. Dann sag ich mir: nein, du bist ganz brav, schleppst alles runter auf die mittlerweile leicht betaute Wiese hinter der Garage, vorsichtig leise, wegen der hochempfindlichen NAchbarin (warum hört sich Nachts jedes Geräusch denn so laaaauuut an?) Weg vom WEstgiebel seh ich wunderbar den Cygnus und die Lyra, Herkules, Drachen und den Adler....ich versuche den Nordamerikanebel mit dem 32 rein zu bekommen....nichts...auch nicht mit meinem Bresser Nachtglas von 1Kg (9X60) zoome ich vergelblich um den Schwan herum....dann versuch ichs mit dem Ringnebel in der Leier.....der Hintergrund macht sich im Astrofilter schön schwarz, die STerne kommen klar hervor, alles wirkt sehr räumlich, wirlich schön, aber kein Ringnebel!!!! Der Doppelstern in der Lyra lässt sich schön trennen, das Einzige was heute klappt!
Dann hol ich mir ne Isomatte und ein Kissen, es geht auf 01h zu, leg mich flach auf die Wiese, ein paar Ameisen erleben ein Erdbeben von 12,5 und beissen mich....Katzenpisse macht sich riechbar in diesen unteren Dimensionen. Ich verstelle mein Stativ so, dass es über meinem Gesicht steht, nehme den Zenitspiegel raus und versuchs mal so...das Blickfeld ist anders, auch die Schärfe ist nicht so überzeugend, fast kippt mir die Röhre ins Gesicht!!!!!!!!!Ich habe eh kaum Bewegungsfreiheit und stochere in der Leier herum! Neeee, ich krieche und robbe unterm Teleskop vor, nehm mir mein Nachtglas, klemms ins Fotostativ und stülpe mir dies auf die Brust im Liegen....na ja, da kommt langsam Spaß auf! Man könnte drunter einschlafen, wenn nicht diese Ameisen mit ihrer Schicksalskatastrophe zu tun hätten.....nee Leute, es geht auf 02h zu, ich will von mir nicht sagen lassen, ich hätte alles unversucht gelassen.....aber ich ahne langsam, dass ein Himmel von 4,6 mag und am Rande von Stuttgart schlicht weg zu vergessen ist.....ach ja, gegen 24h sah ich durch die Leier wieder so ein Pünktchen sausen, es raste aber nicht wie sonst zügig durchs All, sondern machte unregelmässige Bewegungen in Richtung Adler....ein solches aber viel helleres schwirrte auch durch Ursa Major in nordwestliche Richtung.....ich könnt ne ganze Sahnetorte ganz allein verdrücken....vor lauter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" /> mit müüüden Grüßen würd ich mich auf ein paar Trostworte freuen.....salü von Anette
 
Hallo Anette,

wenn es auch nur ein kleiner Trost ist: dein Schreibstil ist herrlich! Trotz des traurigen Hintergrunds mußte ich schmunzeln und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen; <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
(bei der Katzenpisse war es dann gänzlich vorbei) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Und das kennt doch jeder! Somit ist die das Mitgefühl der meisten wohl gewiss. Da kann man nur sagen: dran bleiben!!! Kopf nicht hängen lassen!!! Es kommen auch wieder bessere Tage und Orte!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Lg Tina
 
Hallo Anette,

da muss ich erstmal Tina beipflichten:

wenn es auch nur ein kleiner Trost ist: dein Schreibstil ist herrlich!
Respekt(!), dass du fast drei Stunden am Teleskop durchgehalten hast. Manch anderer hätte sich vielleicht nicht so lang mit den "widrigen" Umständen rumgeplagt. Es soll ja Leute geben, die bei 4,6mag nicht mal vor die Tür gehen würden. Dass der Tubus wegen der parallaktischen Montierung immer gegen - egal welches - Stativbein rumst, kenne ich natürlich auch. Seitdem ich glücklicher Besitzer eines Dobsons bin, gibt's das Problem nicht mehr.

M51 soll zwar bei den weißen Nächten zur Sommersonnenwende gehen, aber richtig Spaß macht's bei dunklem Himmel. Besser dürfte da schon M13 geeignet sein. Dranbleiben heißt das Wichtigste. So wirst du dir erstmal der Größenverhätnisse bewusst. Auch bei höchster Vergrößerung wird man im Vierzöller keinen formatfüllenden Planetarischen Nebel geboten bekommen.

Für richtiges Deep-Sky-Feeling würde ich mir mal ein dunkles Fleckchen suchen. Hier im Forum gibt's bestimmt noch andere Hobbyastronomen aus dem Raum Stuttgart, die dir sicher weiterhelfen können.

Hm, und was meint du mit unregelmäßige Bewegungen bei dem wanderenden Lichtpünktchen? Bewegte es sich nach rechts und links, oder wie?

Gruß - Nico
 
Hallo Anette,

Hast du dir schon mal überlegt, Kolumnen für ein größeres Publikum zu schreiben? Ich glaube, du hättest das Talent dazu!

Davon abgesehen kann ich mir die 'Teleskopgymnastik' bildlich vorstellen; ich bin auch schon in den unmöglichsten Positionen halb unterm Fernrohr herumgekrochen. Wie heißt es dann in manchen Büchern? 'Die bequeme Haltung ist ein wichtiger Faktor für gutes Beobachten' oder so. Da scheint auch was dran zu sein...

Am Ringnebel solltest du dich nochmal versuchen! Ich schwenke immer von Beta Lyr aus Richtung Gamma Lyr, nach ungefähr einem Drittel der Strecke sind dann drei Sterne fast gleicher Helligkeit (um die 9mag) zu sehen, doch einer von ihnen stellt sich bei genauerer Betrachtung als 'flächig' heraus. Bei höherer Vergrößerung erkennt man die ovale Form (so sah es zumindestens in meinem 60mm-Röhrchen aus).

Viel Erfolg und weiterhin solches Durchhaltevermögen!

Claudia
 
Hi Anette,
köstliche Beschreibung, aber leider nicht die Erlebnisse.
Irgendwie kann ich mir so recht nicht erklären, warum das nicht so richtig funzt bei Dir. Ringnebel und M13 da muß mit 4" was gehen auch unter 4,6mag.
Ich weiß du bist nicht mobil, aber ich hoffe, das sich jemand findet, der Dir mal unter die Arme greift ( und nicht kitzelt ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ).
CS
 
Hallo Anette,
selten so gelacht - in diesem Forum! Und (fast) jeder von uns wird das schon mal mitgemacht haben. Schau Dir meine "Signatur" an, ich weiß wovon ich spreche...

M13 im 4 Zöller aufzulösen - puh! - das dürfte eine schwierige Übung sein. Und der Ringnebel im Bino sieht halt aus wie ein Stern; sein Durchmesser ist winzig ! Den Nordamerikanebel habe ich meiner Lebtag noch nicht "gesehen", weder im 20x77er Bino noch im 8 Zöller (jeweils ohne Nebelfilter). Ähnliche Frustanwandlungen haben mich seinerzeit (70er Jahre) zu den Planeten und vor allem zur Sonnenbeobachtung getrieben, denn da gibts immer was zu kieken, es ist hell und warm, und man kriegt seinen Schönheitsschlaf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gruß vom Walter
 
Liebe Astrogemeinde,
habt allerliebsten Dank für Eure wahrlich tröstenden Worte, das tut einfach gut und ermuntert mich, nicht aufzugeben. Dass ich Talent zum Schreiben habe, haben mir schon einige gesagt, hier komm ich scheinbar auch gut an, das freut mich auch, aber ich bin ja so bescheiden....wenn ich mal gestorben bin, kann einer meine Anekdötchen, Gedichtchen, Texte, Gedanken und Reise-Geschichtchen sammeln...wenn dann einer überhaupt Luscht hat, diesen chaotischen Zettelkram überhaupt zusammen zu suchen! Deshalb will ich ja vorher auch lieber gestorben sein...weil ich mach das nicht....

Zum Abschluss noch eine Zugabe:
letzte Woche war ich in Wien und schlendere früh morgens über die Türkenschanze, jenen historischen Ort, wo die Türken verzweifelt ihre allerletzte Stellung gehalten haben. Ein schöner Park mit beschaulichen Denkmälern....da lese ich auf einem Strassenschild "Sternwartenstrasse" und mein Herz beginnt zu klopfen....ich folge dieser Strasse durch uralte Baumalleen, links und rechts stehen riesige Gründerzeitvillen, fast alle unbewohnt und geisterhaft schön, so reich kann keiner mehr sein, die Zeit aufzubringen in so etwas zu wohnen geschweige denn ohne Personal zu pflegen und zu geniessen. Eine alte Mauer umschließt einen Park und schliesslich erreiche ich ein altes schmiedeeisernes Tor über welchem: "Sternwarte" geschrieben steht. Eine Auffahrt schlängelt sich durch den Wald, ich fühle mich wie Alice im Wunderland.....und da sehe ich schon durch die Bäume hindurch das alte Observatorium, fehlte nur noch, dass Herr Newton mit seiner Barockperücke mir entgegenkäme. Durch einen majestätischen Säuleneingang gelang ich in eine imposante Vorhalle, marmorne Treppen führten nach oben, keine Menschenseele weit und breit...überall stehen alte Instrumente herum, Poster, Plakatwände, Pinwände voller Programmankündigen...auf den Türen derer es unendlich viele gibt stehen Namen von Professoren für angewandte Astrophysik, Spektralanalytik, russische Mathematiker, Leihbibliothek, Vortragssäle...mir schwindelt....ich lese auf einer Informationstafel etwas über das Herzstück der Sternwartre, dem Refraktor, der 18hundert und nochwas aus England kam. Ein 64" und 10m langer Refraktor, der seinerzeit der größte der Welt war und heute noch immer auf Platz 9 steht. Ich scheine in dieser Riesenanlage ganz allein zu sein.....etwas unheimlich...die Bibliothek steht offen, Geräte stehen herum.....sind alle gestorben und ich kann nach Herzenslust meinen alten Kindheitstraum ausleben und in einem echten Observatoruim orgiastisch alles anfummeln und ausprobieren? Ich hab mal als Kind geträumt, die Verkäuferin vom Kosmos-Naturladen würde mich beim Ladenschliessen vergessen und ich mache in diesem absoluten Kindertraumladen was ich will, übers ganze Wochenende, pack die Refraktoren ein, alles was dazu gehört, die Edelsteine, die Mikroskope und Lupen, die Bücher und die Schmetterlingssammlung......die Bücher über Bücher....Astroposter.....ich glaub, wenn ich das in dieser Sternwarte getan hätte, wär´s niemanden aufgefallen.....verwundert verlasse ich diesen Ort, gehe durch das schmiedeeiserne Tor und drehe mich nochmals zum Schild um: "Zutritt strengstens verboten"
Grüß Euch Anette
 
Hallo Anette,

das Anstoßen des Teleskopes läßt sich mit einem Verlängerungs-
flansch zwischen Stativ und Montierung vermeiden (Kurzsäulenflansch).
Für gängige Montierungen (Vixen etc.) gibt es so etwas kommerziell,
wenn auch recht teuer. Aber man hat dann keine Probleme mehr und
das Okular steht auch etwas höher.

Was für eine Montierung/Stativ benutzt Du?


Gruß Coyote
 
Hallo Antares,

apropos unter die Arme greifen Es soll einige Stuttgarter Großstadtflüchtlinge geben, die in Richtung Ostalb(Aalen) flüchten. Es sind zwar ca. 70km Anreise, aber hier gibts einige gute Beobachtungsplätze die z.B auch von den OAAS Spechtlern genutzt werden. Tauchenweiler bei Essingen gehört dazu. Stockduster und 360 Grad Rundumsicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />.

In dieser Reiserichtung liegt auch die VSU-RTF Sternwarte, siehe Verzeichnis der Volkssternwarten in Deutschland, irgendwo auf der A.de Startseite.

Mfg Alex (VSU-RTF)
 
Hi Alex,
glaub ich gerne, nur wenn Annette nicht mobil ist - ich meine es zumindest mal von Ihr gelesen zu haben -, dann sind auch 70 Km reichlich.
Es wäre halt interessant zu wissen und zu sehen, ob wirklich nur so wenig zu sehen ist, wie sie bechreibt oder woran es hängt.
Ich weiß einfach nicht, warum Sie mit 4" nicht mehr packt. Mein alter 114/900 zeigte klar am M13 oder Ringnebel. Mit 4" Refris habe ich auch schon mehr gesehen, der 80iger Willi macht M13 bei 100fach mit deutlicher Randaufösung und zig hundert Einzelsternen. Selbst im 20x90 FG ist M13 körnig im Randbereich und M57 ist klar erkennbar, wenn man weiß wie er aussieht.
Im 10x50 FG sehe ich M13 als Milchfleck und schon der LIDL hatte einige Einzelsterne offenbart.
So lustig sie das schreibt, so deprimierend finde ich die ereichten Ergebnisse. Erinnert mich an meine ahnungslose Zeit mit dem Tchibotorpedo, der irgendwann dem Frust folgend in die Kiste kam - Astro wurde abgehakt.
CS
 
Liebe Anette, Freundin der Nacht,

deine Teleskopgymnastik habe ich mit Vergnügen gelesen.
Also, eine Isomatte werde ich auch mal ausprobieren.......

Außerdem musst du deine Nachbarn dringend erziehen ;-)

Kennst du den Schmerz, wenn man sich nachts im Garten auf einen Stuhl - die drehbare Sternkarte unter sich - setzt, die Beine so anzieht, damit man die Arme auf die Knie legen kann, weil das Fernglas zu schwer wird und man bei dieser Aktion mit der Sternkarte vom Stuhl rutscht?
Der Schrei dazu unstreicht die Wucht der Landung.
Frag mal meine Nachbarn ;-)

Und ist dir auch schon mal passiert, dass während du die Montierung mit der einen Hand gehalten und mit der anderen Hand gelöst hast, der ganze Aufbau schlagartig gerutscht und die haltende Hand unerwartet getroffen hat?
Mit den Wunden kannst du sogar noch nach einer Woche Non- Astronomers beeindrucken.

Uiii, ich habe viele Wunden.
Manche auch, weil ich nachts über einen Liegestuhl gestolpert bin.
Bist du jemals barfuss auf eine Nacktschnecke getreten?

Die Steigerung von "Teleskopgymnastik" ist "Blutspechteln".
Du schaffst es!!!!!

In diesem Sinne

SaB*ne
 
Moin Spechtelgenossen,
...erstmal zu Antares...Du machst mir Mut! Ich werd nich aufgeben....
Frau Spechtlerin....bei all dem (hochamüsanten)Leid hast Du aber bestimmt mehr visuellen Erfolg gehabt...kann ich mir denken....der Schleim der Nacktschnecken hat mich schon des öfteren darüber nachdenken lassen, ob dieses zähe, durchaus interessante Zeugs nicht in der Medinzin als "Schutzpflaster" Verwendung finden könnte? Ansonsten sind diese Viecher dem Charakter nach allesamt überzeugte Alkoholiker...den sie schmeissen sich mit rasender Geschwindigkeit (Schnecke u. Tempo)! in die Bierfallen um seeligst im Suff zu sterben. Wenn das mit meinen DeepSky Erfahrungen so weitergeht, werd ich den Schleimgenossinen mal hinterherkriechen....heute morgen meinte mein Sohn am Frühstückstisch: Mama, du siehst aus wie ein bleivergifteter Vorkoster! Weil ich gestern nämlich nochmals was da draussen versucht habe, so bis 24h....ich denk jetzt nur noch an eine "Flansch" zum Verlängern, ich hoffe die gibt es für eine A-Z3!!! DAnke für den Tipp.....die Mondsichel war gestern gigantisch groß, tief im Nordwesten, davor ein paar Baumäste....eine entsettze Frau auf dem Balkon, an welchem ich scharf vorbeischauen mußte....wie macht ihr das mit den Nachbarn? Einer hab ich schon erklärt, dass sie sich nicht erschrecken solle, wenn ich da so mit meinen Röhrles durch die Gegend schaue, ich spanne nie und nimmer nicht....weil ich das auch nicht ertragen könnte, wenn ich wüßte, dass mir einer mit seinen Blicken so nahe rückt....
Grüß Euch Anette
 
Hallo Annette,
kann ich ganz gut nachvollziehen: Ich bin kurz nach meinem Wiedereinstieg auch mit dem Vierzöller hinters Mietshaus und hatte auch keinen besseren Himmel - eher nochirgendwelche ekelhaften Neonröhren der Nachbarn dazu. Trotzdem: So etwas wie M13 müsste nun wirklich gehen. Falls also dein Equipment in Ordnung ist:
-Bleib dran! Übung macht wirklich viel aus. Und zwar sowohl beim Aufsuchen als auch beim Sehen selbst.
-Probier's mal ausgeschlafen. Wenn ich mich heute völlig verpennt hinters Haus wage - und da ist der Himmel viel besser als früher in Kiel - dann hat das oft wenig Wert. Da gelingt manchmal kaum das Fokussieren. Nicht weil der Oku-Auszug nicht mitmacht, sondern weil das Auge einfach nicht recht will. Beobachten kann schon Leistungsspor für die Augen sein. Passt doch zu - was war das, Sabine - "Blutspechteln"? Aua, klingt wirklich hart. Wenn einem das Gegengewicht auf den Fuß plösselt z.B.?
Grüße von Hartwig
 
Moin Mit 4" unter relativ hellem Himmel,wirds schwierig.Vor allem bei Objekten wie M51.Ausgedehnte Galaxie mit geringer Flächenhelligkeit,da sieht man oft nur ein blassen Kern.Hier unterm Kieler Himmel sieht man selbst mit größerer Optik nicht vielmehr.M13 ist da aber ein dankbareres Objekt,da sollte es bei 4" und etwas höherer Vergrößerung in Einzelsterne im Randbereich aufgelöst sein.So richtig geht bei Deep Sky aber erst ab 8" die Post ab. Grüße von Manfred
 
Ach Anette,

es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, selten das zu finden, was man sucht.
Statt dessen findet man zufällig ganz andere Dinge.
Heraus zu bekommen, was man sich da grad eingefangen hat, ist mindestens so spannend.
Das gilt am Himmel wie auf der Erde.
Seitdem ich das Spiel kenne, wähle ich gern den Karkoschka.

Kommen wir auf die Erde zurück: Auf der Erde gibt es Nachbarn. Nachbarn sind durchweg komische Menschen, weil sie sich nicht vorstellen können, dass es viele Galaxien gibt. Ich habe mir nächtelang den Mund fuselig gelabert. Sie haben es schließlich verstanden und glauben mir. Seitdem halten sie mich aber für verrückt und es macht ihnen nichts aus, wenn ich nachts durch den Garten laufe und unabsichtlich Nacktschnecken zertrete.
Sie nehmen nicht einmal mehr wahr, wenn ich den Kreischer nicht unterdücken kann.
Allerdings habe ich nur vier Nachbarn; zu jeder Himmelsrichtung einen......
Trotzdem bin ich auf Verständnis und Unverständnis getroffen.
Also kann ich dir nur raten, dein Ding durchzuziehen. Und falls eines nachts die Bullerei sich meldet, weil ein Nachbar unruhig reagiert, musst ihnen nur ein M zeigen.

In diesem Sinne


Sab*ne
 
Grüß Euch Astrofreunde,
....es gibt ja so Bewölkungsgrade die beimSternenfreund wie ein emotionales Barometer wirken wie vollkommen bedeckt, wolkig oder teils heiter teils bewölkt, leicht bewölkt und klar.....in welche Kategorie rutscht man, wenn der Himmel klar wie nie ist und die Familie einen total in Anspruch nimmt, so dass man vor lauter Entzug schon fast Blut hustet?

Sollte man denen dann auch so ein "M" zeigen (was isn das?) wie der Bullerei?
Falls Antares hier auch rein schaut: ich hab zum erstenmal im Leben ganz bewußt den Kopf des Skorpions gesehen...er lugte durch zwei Häuserlücken hindurch...ich dachte schon...das kann unmöglich Mars sein, dieser rötliche Stern! Dann brav meine STernkarte geholt und freudig festgestellt, dass ich da "Antares" sehe....und kam auf die Idee, dass wohl manche Leute hier sich die Alphasterne ihres Sternzeichens als Namen wählen, kann das sein Antares? Eine tolle Idee, jetzt muss ich nur noch ein passendes Sternbild zu "Anette" finden.....
 
Hallo,

und erstmal mein Beileid natürlich... da merke ich doch mal wieder, wie gut ich es habe, dass ich den Dobson von Nico (blue-scape) mitnutzen darf.
Mit "ein 'M' zeigen" meinte Sabine bestimmt eines der schönen Messierobjekte - wer eines dieser 110 (Zufall: apropos Polizei <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ) Schmuckstücke betrachten durfte, der wird dich danach sicher in Ruhe weiterspechteln lassen.

Und wo Du nun schon Vermutungen anstellst über Antares' Sternzeichen... dann rate doch mal, welches meines ist. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />

Gruß
gem
 
Uiiiii, Gem,

110 %ig!!!!!!!!!!!


Und zu deinem Sternzeichen fällt mir eine Geschichte ein:
Castor und Pollux sind Zwillinge.......
Sie galten als unzertrennlich.
Allerdings waren sie sehr verschieden.
Pollux war unsterblich; Castor nicht.
Als Castor starb, bat Pollux seinen Vater (Zeus, wer sonst?) seine Unsterblichkeit mit seinem Bruder teilen zu dürfen.
Das kann man jetzt noch sehen :-)

In diesem Sinne

Sab*ne
 
Hi Anette,
Du hast richtig kombiniert. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Aber es gibt noch andere Gründe, für den Namen ( nein ich bin kein Hersteller, Händler) . Die Region ist klasse, das Sternbild ist herrlich und Antares leuchtet eben so schön rot. Mir gefällts.
Zum Glück bin ich lange genug dabei, das ich den Namen noch wählen konnte.
CS
 
Moin Astronominnen und -nomen,
Hallo Anette,

also, nachdem ich das Zwerchfell erfolgreich beruhigt hab und wieder Luft krieg - echt toller BB, die Idee mit der Kolumne ist gut - *Anette hinter Ohr kraul* und *intensiv-tröst* - laß Dich nicht entmutigen, Deine wirklich tollen Berichte würden uns alle fehlen!

*Stück Torte und Tasse frischen heißen Kaffée rüberreich!*.

CS

J.
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin Spechtelgenossen,
...erstmal zu Antares...Du machst mir Mut! Ich werd nich aufgeben....
Frau Spechtlerin....bei all dem (hochamüsanten)Leid hast Du aber bestimmt mehr visuellen Erfolg gehabt...kann ich mir denken....der Schleim der Nacktschnecken hat mich schon des öfteren darüber nachdenken lassen, ob dieses zähe, durchaus interessante Zeugs nicht in der Medinzin als "Schutzpflaster" Verwendung finden könnte? Ansonsten sind diese Viecher dem Charakter nach allesamt überzeugte Alkoholiker...den sie schmeissen sich mit rasender Geschwindigkeit (Schnecke u. Tempo)! in die Bierfallen um seeligst im Suff zu sterben. Wenn das mit meinen DeepSky Erfahrungen so weitergeht, werd ich den Schleimgenossinen mal hinterherkriechen....heute morgen meinte mein Sohn am Frühstückstisch: Mama, du siehst aus wie ein bleivergifteter Vorkoster! Weil ich gestern nämlich nochmals was da draussen versucht habe, so bis 24h....ich denk jetzt nur noch an eine "Flansch" zum Verlängern, ich hoffe die gibt es für eine A-Z3!!! DAnke für den Tipp.....die Mondsichel war gestern gigantisch groß, tief im Nordwesten, davor ein paar Baumäste....eine entsettze Frau auf dem Balkon, an welchem ich scharf vorbeischauen mußte....wie macht ihr das mit den Nachbarn? Einer hab ich schon erklärt, dass sie sich nicht erschrecken solle, wenn ich da so mit meinen Röhrles durch die Gegend schaue, ich spanne nie und nimmer nicht....weil ich das auch nicht ertragen könnte, wenn ich wüßte, dass mir einer mit seinen Blicken so nahe rückt....
Grüß Euch Anette

Moolited Anette,
gibt so Tage, das lässt mans einfach. ich habe so einen am itv gehabt, brauchte am 7er refraktor erst knappe 5 minuten, um M57 einzustellen, dann gurkte ich eine ewigkeit richtung m 13. danach noch länger auf ngc 4565.und als ich die endlich hatte, wollte ich ein anderes okular nehmen: was passierte: Die fixierschraube meines tv-zenitspiegels hatte sich derart festgefressen, dass ich sie am nächsten tag - trotz vorsichtigen drehversuchens mit der zange abgebrochen hatte ...

manchmal sollte mans einfach lassen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
dann gibts aber die anderen tage ... einfach wunderbar.

was m 13 betrifft: den hatte ich schon im 80er apo gut aufgelöst; bei ca 6er himmel gute ca. 100 sterne.
da sollten 100mm doch wenigstens dasselbe zeigen!

grüsse hannes
 
Zum Abschluss noch eine Zugabe:
letzte Woche war ich in Wien und schlendere früh morgens über die Türkenschanze, jenen historischen Ort, wo die Türken verzweifelt ihre allerletzte Stellung gehalten haben. Ein schöner Park mit beschaulichen Denkmälern....da lese ich auf einem Strassenschild "Sternwartenstrasse" und mein Herz beginnt zu klopfen....ich folge dieser Strasse durch uralte Baumalleen, links und rechts stehen riesige Gründerzeitvillen, fast alle unbewohnt und geisterhaft schön, so reich kann keiner mehr sein, die Zeit aufzubringen in so etwas zu wohnen geschweige denn ohne Personal zu pflegen und zu geniessen. Eine alte Mauer umschließt einen Park und schliesslich erreiche ich ein altes schmiedeeisernes Tor über welchem: "Sternwarte" geschrieben steht. Eine Auffahrt schlängelt sich durch den Wald, ich fühle mich wie Alice im Wunderland.....und da sehe ich schon durch die Bäume hindurch das alte Observatorium, fehlte nur noch, dass Herr Newton mit seiner Barockperücke mir entgegenkäme. Durch einen majestätischen Säuleneingang gelang ich in eine imposante Vorhalle, marmorne Treppen führten nach oben, keine Menschenseele weit und breit...überall stehen alte Instrumente herum, Poster, Plakatwände, Pinwände voller Programmankündigen...auf den Türen derer es unendlich viele gibt stehen Namen von Professoren für angewandte Astrophysik, Spektralanalytik, russische Mathematiker, Leihbibliothek, Vortragssäle...mir schwindelt....ich lese auf einer Informationstafel etwas über das Herzstück der Sternwartre, dem Refraktor, der 18hundert und nochwas aus England kam. Ein 64" und 10m langer Refraktor, der seinerzeit der größte der Welt war und heute noch immer auf Platz 9 steht. Ich scheine in dieser Riesenanlage ganz allein zu sein.....etwas unheimlich...die Bibliothek steht offen, Geräte stehen herum.....sind alle gestorben und ich kann nach Herzenslust meinen alten Kindheitstraum ausleben und in einem echten Observatoruim orgiastisch alles anfummeln und ausprobieren? Ich hab mal als Kind geträumt, die Verkäuferin vom Kosmos-Naturladen würde mich beim Ladenschliessen vergessen und ich mache in diesem absoluten Kindertraumladen was ich will, übers ganze Wochenende, pack die Refraktoren ein, alles was dazu gehört, die Edelsteine, die Mikroskope und Lupen, die Bücher und die Schmetterlingssammlung......die Bücher über Bücher....Astroposter.....ich glaub, wenn ich das in dieser Sternwarte getan hätte, wär´s niemanden aufgefallen.....verwundert verlasse ich diesen Ort, gehe durch das schmiedeeiserne Tor und drehe mich nochmals zum Schild um: "Zutritt strengstens verboten"
Hallo Anette,

muss ein wirklich tolles Erlebnis gewesen sein, noch dazu hast du es so wunderbar erzählt. Gefällt mir sehr gut! Als Titel vielleicht: "Biggest Irish Glass"

Beauftragt mit dem Refraktor wurde eine Firma aus Dublin, ein Vater-Sohn-Unternehmen, Thomas und Howard Grubb. Nachdem 1878 Thomas verstarb, führte sein Sohn die Geschäfte weiter; noch im selben Jahr begann er mit dem Bau des Wiener Refraktors. Im selben Jahr wurde auch der Bau des neuen Sternwartengebäudes vollendet und der über 10 Meter lange Refraktor konnte installiert werden. Die Einrichtung mit allen nötigen Instrumenten dauerte Jahre und so fand die feierliche Eröffnung der Universitätssternwarte erst am 05. Juni 1883 statt, in Anwesenheit von Kaisers Franz Joseph I.

Im Jahre 1887, in dem der 27-Zöller (68cm Öffnung, 10,5m Brennweite) seinen Rang als größtes Teleskop verlor, wurde Howard Grubb geadelt. So war also für insgesamt 9 Jahre dieses das größte Teleskop.

Gruß - Nico
 
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