Teleskopmarken und Qualitätsunterschiede

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Hallo Sascha,

Auf der Herstellerseite steht etwas von einem "Superachromaten" mit 4 Linsen.

hast du mal einen Link dazu?
Falls das was du schreibst stimmt wäre es ein Etikettenschwindel
seitens des Herstellers. Der Begriff "Superachromat" wird schon
seit langer Zeit für ein Linsenteleskop verwendet welches besser
als ein Apochromat farbkorrigiert ist.

Ein zu kurz geratener FH mit Bildfeldebnung erfüllt diese Bedingung
in keinster Weise.

CS,Karsten
 
Hi Karsten,

der Link: http://www.meade.de/produkte/marken/bresser/bresserproduct.html?tx_meadeproducts_pi1%5Bcmd%5D=pdis&tx_meadeproducts_pi1%5Bartid%5D=4852760&cHash=32a86f0a0f5b9f385cdd2fc47619b82b

Da steht:
Durch die spezielle Konstruktion als vierlinsiger Superachromat wird - trotz des für einen Refraktor sehr schnellen Öffnungsverhältnisses von f/5 - ein geringer Farbfehler und eine bessere fotografische Korrektur als bei vergleichbaren zweilinsigen Geräten erreicht.

wat et nich all gibt...un für 150mm Öffnung ganz schön billich :D


Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix,

aua, das tut weh. Wenn das tatsächlich ein Superachromat wäre,
dann würde ich gleich 3 davon haben wollen, und zwar sofort.
2 für ein Echt-Bino und 1 für monokulare Beobachtungen.
Zum Begriff Superachromat siehe zum Beispiel dort:

http://en.wikipedia.org/wiki/Superachromat

Oder eine ganze Menge Litertur, denn es war eine Zeit lang Sport
möglichst gut farbkorrigierte Linsenteleskope zu entwerfen,
koste es was es wolle.

Ich persönlich glaube aber kaum daß das verlinkte Teleskop besser
farbkorrigiert ist als ein Apochromat, denn ich habe schon mal durchgesehen.
Das sah für mich aus wie ein zu kurzer Achromat nun einmal abbildet:
Ordentlich Bunt.

Gruß, Karsten
 
Hallo Karsten,

und das schöne daran: kaum einer merkts...man könnte jetzt noch sprachliche Klimmzüge machen und aus dem Superachromat einen super Achromat machen, hilft dem Blausaum aber auch nicht darüber hinweg daß der Gelbsaum schöner leuchtet. Wenn wenigstens das Wetter besser wäre.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Karsten,

Zitat von KaStern:
Tach,

selten so einen Blödsinn gelesen...

Ach was...

Generft, Karsten

Ok, mein Beitrag war vorhin aus Zeitmangel ein Schnellschuss, den ich jetzt präzisieren möchte. Als Grundlage nehme ich die Grafik von Bino-Tom ganz unten auf der folgenden Seite:

http://www.binoviewer.at/teleskoptuning/lidltuning2.htm

Unter sehr guten Bedingungen (gute Durchsicht, perfektes Seeing) ist der Sterntest im Bereich der zweiten Abbildung von oben. Betrachte ich die simulierten Saturnbilder neben den Beugungsbildern, so kann ich mit meinen Augen zwischen den beiden oberen Bildern keinen Unterschied erkennen, wenn ich sie aus einem üblichen Abstand vom Monitor betrachte. Unter dieser Prämisse haben für mich beide Saturnbilder die gleiche Schärfe, nämlich so, als wäre kein Bildfehler vorhanden.

Mein Augenarzt stellte in meinen Augen einen leichten Astigmatismus fest. Kann es sein, dass ich dadurch leichte Restunschärfen am fokussierten Stern nicht als solche erkenne, die aber andere Beobachter mit guten Augen ohne Asti wahrnehmen?

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Karsten und alle,

tja, man lernt nie aus. Ich dachte immer, das Ding mit der genialen Linsenoptik wäre ein SuperAPOchromat oder auch Polychromat.
Wir wollten sicher nicht den Eindruck erwecken, daß die kurzen Petzval-Achromaten (der 127S und 152S sind vierlinser) eine bessere Farbkorrektur als ein APO aufweisen, das ist natürlich Unsinn.
Zum Farbfehler: Der ist natürlich sehr hoch. Einem klassischen Zweilinser mit gleicher Brennweite sind die Geräte aber überlegen. Grund: Es gibt 3! Farbfehler.
1) Farblängsfehler: Ist bei den Geräten genauso wie bei Zweilinsern
2) Farbquerfehler: Dito
3) Sphärochromasie: Da haben wir eine bessere Korrektur als bei einem Zweilinser. Und das ist bei so kurzen Achromaten der bestimmende Fehler. Die werden nur bei einer Farbe überhaupt beugungsbegrenzt, der Rest bleibt unscharf, egal wie man fokussiert.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Günther (und alle),

dort textet Zeiss ...

"Carl Zeiss ist der erste und wohl auch einzige Objektivhersteller, dem es je gelungen ist, Objektive in der Superachromat-Klasse zu verwirklichen."

... aber auch etwas gewagt (das findet sich in der englischen Version nicht :) ) - bei Fotoobjektiven hatten sie bisher damit im Handelsbereich (nicht: Militär) sicher recht, aber seit Besitzer von Fourthirds-Kameras mit CCTV-Linsen experimentieren, werden z.B. die schon länger erhältlichen winzigen Pentax-"Superachromaten" dort, teils mit IR-Korrektur bis 1000nm, vielleicht interessanter ;) ... :

"Licht mit kürzeren Wellenlängen wird i. d. R. von Glas stärker gebrochen als längere Wellenlängen. Sichtbares Licht wird also stärker gebrochen als IR-Licht. Bei einem nicht IR-korrigierten Objektiv (Achromat, Apochromat) liegt der Brennpunkt von IR-Licht etwas hinter dem Brennpunkt des sichtbaren Lichtes. Wird eine Szene zeitweise von Tageslicht und in der Dunkelheit von IR-Licht beleuchtet, kann es dadurch zu Unschärfen kommen. Durch Verwendung von speziellen Gläsern, bzw. durch ein besonderes Design unserer Tag/Nacht-Objektive und unseres Zoomobjektives C10ZAME-5PI (Superachromat) wird die Fokusverschiebung so korrigiert, dass die Schärfe sowohl bei Tageslicht als auch bei IR-Beleuchtung erhalten bleibt. ...
Diese Objektivserie ist für IR-empfindliche Farb-Kameras (Tag/Nacht-Kameras) konstruiert worden. Am Tage ist eine unverfälschte Wiedergabe der Farben möglich. Durch besondere optische Korrekturen entsteht, nach Umschaltung auf IR-Beleuchtung, ein Bild ohne Unschärfen oder Geisterbilder, die sonst durch eine Fokusverschiebung entstünden. Diese Objektive sind auch empfehlenswert für s/w-Kameras, die dadurch besonders IR-reflektierende Flächen (wie z.B. Bäume und Wiesen) nicht mehr schneeweiß, sondern kontrastreicher in realitätsnahen Grauwerten abbilden."
(Objektivlexikon Pentax Europe)


Etwas mehr zu echten :) Superachromaten jedenfalls dort:
"Achromat, Apochromat, Superachromat - Worin unterscheiden sie sich?" von Dr. Hannfried Zügge, Mathematisch-Optische Entwicklung, Carl Zeiss (Camera Lens News Nr. 12/2000).

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Tassilo,

vielen Dank für die Klarstellung. So wie du sehe ich das auch:

Zum Farbfehler: Der ist natürlich sehr hoch. Einem klassischen Zweilinser mit gleicher Brennweite sind die Geräte aber überlegen. Grund: Es gibt 3! Farbfehler.
1) Farblängsfehler: Ist bei den Geräten genauso wie bei Zweilinsern
2) Farbquerfehler: Dito
3) Sphärochromasie: Da haben wir eine bessere Korrektur als bei einem Zweilinser.

Den Zweck für den das Teleskop gedacht ist erfüllt es.
Aber es ist halt kein "Superachromat", dieser Begriff ist schon anders belegt.

MfG,Karsten
 
Hallo Sascha,
ich wollte dich nicht madig machen. Ich selbst habe auch einen zu kurzen Achromaten mit Farbfehler und viel Freude daran. Zum Einstieg gibt es vielleicht universellere Geräte, aber "schlecht" ist deins auf keinen Fall. Zum Einsatzgebiet ist hier ja einiges gesagt worden und du kannst ja trotzdem mal ausprobieren, wie hoch du an Mond und Planten vergrößern kannst (ich gucke z. B. mit meinem 152mm f8 Refraktor auch mal mit 200x am Planeten und habe auch schon - allein und heimlich - 333x am Mond getestet, wo anderen die Augen tränen). Vielleicht kannst du dich (später) nach Filtern erkundigen, die dein Teleskop weiter aufwerten (Semiapo, Kontrast- Booster, Fringe- Killer)? Viel Freude und Spaß damit,
Viele Grüße und CS
Martin
 
Hallo Sascha und Martin,

klar könnte man versuchen dem Refraktor mit diversen Filtern den Farbfehler auszutreiben aber: das Licht das die Filter eleminieren geht verloren und fehlt dem Bild als Information. Die Abbildung einer farbreinen Optik läßt sich so nicht erzielen. Wenn man dann überlegt was diese Filter zusammen kosten (man könnte ja auch noch in einen Minus-Violett Filter und verschiedene andere Farbfilter investieren) wäre es eigentlich sinnvoller ein zweites Teleskop anzuschaffen, z.B. einen 150/1200 Dobson. Kostet das gleiche, bietet mehr Öffnung und ist völlig farbrein. Man sollte nicht vergessen das diese kurzbrennweitigen Refraktoren ursprünglich als sogenannte "Kometensucher" konstruiert wurden, da ging es darum ein möglichst großes Feld am Himmel mit relativ niedriger Vergrößerung zu beobachten und das können diese zu-kurz-FH's richtig gut. Der 150/1200 würde durch die höhere Brennweite hohe Vergrößerungen mit vergleichsweise langbrennweitigen Okularen ermöglichen was das Einblickverhalten verbessert, gerade bei bezahlbaren Okus die an einem recht langsamen Teleskop durchaus gut abbilden können.

Unterm Strich hat man dann zwei Geräte die sich hervorragend ergänzen und jedes funktioniert auf seinem Gebiet wirklich gut. Das absolute Universalteleskop gibt es nicht, entweder man nimmt immer in einem Bereich Abstriche in Kauf oder man schafft sich zwei (oder drei :/ ) "Spezialisten" an die das wozu sie konstruiert wurden wirklich gut können. Ob es ein 150/1200 oder ein 200/1200 Newton oder was auch immer wird ist dabei egal, man sollte dann halt Wert auf eine farbreine Abbildung bei hoher Vergrößerung legen, die Öffnung entscheidet über die mögliche Auflösung = sichtbare Details.

Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix,
ich bin völlig deiner Meinung.
Diese Sache mit den Filtern/dem Filter war auch nur ein vorsichtiger Tipp, ich selbst beobachte mit dem Fringe- Killer und finde den am z. B. Mond ganz angenehm und nützlich. Der wäre - glaube ich - je nach Durchmesser neu für 50 oder 80 € zu haben.
Grüße und CS Martin
 
Hallo Martin,

bei der Anschaffung nur eines Filters geht die Rechnung auf, ich wollte nur vermeiden daß der Eindruck entsteht man könne sich die Farbreinheit eines Apos mit Filtern erkaufen. War also kein Widerspruch zu deinem Tipp sondern eine Ergänzung ;)


Viele Grüße Felix
 
Hallo an alle,

da habe ich ja was losgetreten. :D
Nun meldet sich sogar ein Mitarbeiter von Meade zu Wort. (Respekt dafür übrigens)

Zitat von KaStern:
Hi,

Als totaller Anfänger den hellsten greifbaren Stern genommen und extrem vergrößert. Mit ziemlicher Sicherheit habe ich kein Koma oder Astigmatismus gesehen

und das konntest du als "totaller Anfänger" schon beurteilen?

Erstaunt, Karsten

Ich denke, dass bei jedem, der sich nur ein wenig für seine Optik interessiert die seltsamen Beugungsmuster im Gedächniss geblieben wären. Besonders bei "Asti" und Koma.

Ich werde wie gesagt bei Gelegenheit den Test wiederholen.

CS und Gruss
Sascha
 
Hallo,

Zitat von copernicus:
So ein Sterntest ist auch immer unter der Berücksichtigung durchzuführen, ab welcher Stärke sich ein Abbildungsfehler am Himmel in der Praxis bemerkbar macht. Mein 70/900mm-FH zeigt im Sterntest einen leichten Asti und sphärische Abberration, aber bei Stern- und Mondbeobachtungen sind die Sterne wie im Lehrbuch. Die Fehler sind also zu schwach, um sie in der Praxis zu bemerken.

auch wenn es ein wenig OT geht, muss ich meinen Post von neulich noch einmal aufgreifen, da sich bei mir diesbezüglich eine interessante Beobachtung ergeben hat.

Die oben zitierte, zugegebenermaßen widersprüchlich klingende Beschreibung :mauer: geschah mit einem sehr billigen 10mm-Plössl-Okular, das ich bisher an jedem meiner Teleskope einsetzte. Neue Testbeobachtungen mit einem 9mm-Ortho zeigten mit besagtem FH an einem terrestrischen Testobjekt ein absolut klares, scharfes und kontrastreiches Bild (einen Sterntest konnte ich mangels gutem Wetter noch nicht durchführen). Im direkten Vergleich Plössl/Ortho bei vergleichbarer Brennweite war ich geradezu erschrocken, wie flau und etwas verwaschen das Bild im Plössl war. Es erschien, nur im Plössl, im direkten Vergleich etwa so, wie ich es anhand von Beispielbildern bei schwacher sphärischer Aberration und Asti erwarten würde.

Meine Frage hierzu wäre: Kann man sich sphärische Aberration mit einem fehlerhaft konstruierten Plössl-Okular einfangen? Da ich das Okular wie gesagt an jedem Teleskop einsetzte, kannte ich das Bild nicht anders und konnte den Fehler deshalb bisher nicht diagnostizieren.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christian,

klar, es gibt besonders bei billigen Okularen durchaus eine Serienstreuung. Mir ist schonmal eines begegnet, welches einen ganzen Bildsektor unscharf abbildete - durch Rotation in der Klemmung klar dem Okular zuzuordnen und das ganze bei f/11...

Man sollte vor allem Unterscheiden: Nicht Plössl an sich sind schlecht, sondern es sind in den letzten Jahren ganz billige Umsetzungen aufgetaucht, die dann eben auch zu wünschen übrig lassen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Christian,

Meine Frage hierzu wäre: Kann man sich sphärische Aberration mit einem fehlerhaft konstruierten Plössl-Okular einfangen? Da ich das Okular wie gesagt an jedem Teleskop einsetzte, kannte ich das Bild nicht anders und konnte den Fehler deshalb bisher nicht diagnostizieren.

ja, Okulare können die verschiedensten Fehler einführen.
Ich hatte mal ein 10mm Plössl welches Astigmatismus einführte.
Und zwar deutlichen Asti. Das Taiwan-"Plösl" wurde vom Händler
problemlos ausgetauscht.

"Ülössl" in Anführungszeichen, weil es kein Plössl ist wie Herr
Plössl es seinerzeit konstruiert hatte. Das Taiwan-"Plössl" ist
anders als das Original aus zwei gleichen Achromaten aufgebaut.

Dies, und die teilweise mäßige Fertigungs-Qualität haben zum
heutzutage schlechten Image des Plössl Okulares geführt.
Die ebenfalls vierlinsigen Orthos nach Abbe waren dagegen bis
vor kurzem nur in mittlerer bis hoher Qualität verfügbar.
Das sieht man dann im direkten Vergleich.

Der Preis sagt nicht alles, aber man kann sich vorstellen, daß
ein 99 Euro (80 Dollar) Ortho gegenüber einem 39 Euro (30 Dollar)
"Plössl" eine bessere Fertigungsqualität haben könnte...

CS,Karsten
 
Hallo Sven und Karsten,

vielen Dank für die aufklärenden Antworten.

CS und VG Christian
 
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