Teleskopsteuerung - veraltete Technik

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Thiel

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Hallo zusammen,

irgendwie beschäftigt mich momentan folgendes Thema: die halbe Welt steigt gerade auf Smartphones um und mittlerweile lassen sich diese als Fernbedienung für Fernseher, Konsolen usw. verwenden. Da ergibt sich doch zwangsläufig die Frage, ob die Teleskop/Montierungs Hersteller nicht den aktuellen Techniktrend verschlafen. Denn nach meinem Empfinden sind doch die aktuellen Steuerungsmöglichkeiten für die Montis, egal ob Nexstar Autostar und wie sie alle heißen, doch wirklich nicht mehr Zeitgemäß. Das sind Geräte mit Anzeigen von einer Zeile und die Menüführung erinnert mich an MS-DOS Zeiten.

Ist es nicht langsam an der Zeit, daß auf Steuerung via Smartphone+Bluetooth umgestellt wird. Ich stelle mir so etwas sehr elegant vor: Verbindung zwischen Smartphone und Monti ohne Kabel (und ohne PC / WLAN). Dazu ein GoTo mit der aktuellen Himmelsansicht über eine App wie Mobile Oberservator. Sind meine Vorstellungen hier zu abwegig oder sind wir hier noch in der prä iFön Ära gefangen?

CS,
Petetr
 
Hallo Peter,

ich kenne ja die Beleuchtung von diesen Steuerboxen nicht, ich weiss aber, dass ich halb blind auf dem Feld stehe, wenn ich auf mein Smartphonedisplay schau, selbst wenn es auf dunkelster Stufe steht. Da ist meine ganze Dunkeladaption beim Teufel. Man müßte dann evtl. eine Folie oder ähnliches auf das Display kleben, denn sonst bringt es für den visuellen Nutzer mehr Schaden als Nutzen.

Wenn ich die Daten zu den Goto-Montierungen lese, dann bin ich immer wieder fasziniert, dass da nur serielle Anschlüsse dran sind. Sowas hatte ich mal an meinem ersten PC, das war 1995. Ich empfinde da USB schon als Fortschritt.

Ne coole Sache wäre es in jedem Fall, aber das helle Display ist für mich der größte Nachteil an der Idee.

Viele Grüße
Markus
 
Hi Markus,

sicher, das kommt aber ganz auf die Programmierung der App an. Bei SkEye gibt es beispielsweise einen Nightmode, der sehr dunkel/rötlich ist, da blendet mein Autostar mehr.
 
Hallo Peter,

ich habe mir vor einem Jahr für mein Apfelprodukt das App "Starmap pro" zugelegt.

Leider bringt das am Abend gar nichts, denn selbst bei der Einstellung "Nachtsicht" und die Beleuchtung auf "0" ist es noch viel zu hell und die ganze Dunkeladaption geht bei mir verloren.

Hat man das Problem nicht auch mit dem Starbook von Vixen (wäre doch in etwa die Lösung , die Du gerne hättest), meine dies hier in einem Thread schon mal gelesen zu haben.
 
Hallo Peter,

ich hab auch zwei Astro-Programme auf meinem Android laufen, zum einen das unvermeidliche Google SkyMap und dann noch Astro Tools. Die sind jeweils auch im Nachtmodus ziemlich hell. Man Muss dann aber auch die Displayabschaltung deaktivieren, weil beim Freischalten wieder der extrem helle Entsperrdialog kommt, bevor ich wieder in der App im Nachtmodus lande. Da wäre dann eine dunkle/rote Displayfolie von Vorteil, so wie die durchsichtigen, die es zu Schutzzwecken schon gibt. Ich lass mir das dann schon mal patentieren...

Für die Astrofotografen hätte ich noch eine tolle Idee: Steuerung per SMS. Dann muss man sein Gerödel nur noch kurz nebst Smartphone aufbauen und von der Couch aus smst man nur noch die anzufahrenden Objekte ;)

Viele Grüße
Markus
 
Moin Peter!

> Sind meine Vorstellungen hier zu abwegig oder sind wir hier noch in der prä iFön Ära gefangen?

Alles schön und gut, aber wenig praxisgerecht. Der Punkt mit der zu hellen Display-Anzeige wurde schon genannt, dazu kommt noch: Was machste bei -20 Grad, wenn Dir Dein Spielzeug langsam, aber sicher einfriert? ;)

Gute Steuerungen besitzen eine (wenn auch veraltete) serielle Schnittstelle, und dafür gibt es mittlerweile Lösungen, die weitere Steuerung per Bluetooth zu realisieren (bspw. bei astroleuchten.de - wenn ich mich recht erinnere).

> Dann muss man sein Gerödel nur noch kurz nebst Smartphone aufbauen und von der Couch aus smst man nur noch die anzufahrenden Objekte

Jaja, das sind mir die Richtigen hier... ;) Fehlt nur noch die iGuck-App zum Beobachten, dann kann man gleich ins Bett gehen. iWegräum macht den Rest.
 
Hallo Micha,

stimmt, die Kälte hab ich ganz vergessen. Bei meinem letzten "Außendienst" hab ich nochmal einen Blick aufs Telefon geworfen und es hat merklich verzögert reagiert. Das waren aber nur -6 Grad und das Gerät war in der Jackentasche (außen). Dann müßte es körpernäher getragen werden, damit es auf Temperatur bleibt.

Viele Grüße
Markus

P.S.: Wegen der Entwicklung der iGuck-App komm ich nochmal auf dich zu :D

 
Hi Zusammen,

rote Folie ist das einzige was hilft - bei schrägem Einblick wird das Schwarz immer grau genug um zu stören, da nützt Rot gar nichts und die roten Pixel sind auch nicht unbedingt in einem Rot das die Adaption erhält.
Ich nutzt z.B. PlanetDroid daher nur zur spontanen Vorbereitung auf die Beobachtung (Dämmerungszeiten, Mondaufgang, Positionen von Körpern im Sonnensystem). Zum Steuern von Teleskopen sind eigentlich nur Display mit einer echt roten (Hintergrund-)Beleuchtung gut.

Clear Skies
Sven
 
Hi,
Irgendwie hab ich mir utner der Ausgangsfrage etwas ganz anderes vorgestellt, deswegen werde ich auch eher das beantworten. Ich weiß gar nicht warum hier alle plötzlich mit ihren Smartphones und irgendwelchen Apps ankommen, das Thema waren doch die Teleskopsteuerung und darunter verstehe ich die Handgeräte, die meist draussen mit Kabeln an den Motoren der Montierungen hängen.

Und um die Frage zu beantworten: Ja, das ist alles Technik von vorvor-gestern. Da könnte man, wenn man wollte, viel schönere Dinge machen, nur offenbar will das keine Firma. Es gibt aber einige Hobbyprojekte, die zeigen was geht. Touchscreen und derlei Schickschnack braucht es ja gar nicht, es gitb Displays die sind auchbei Minusgeraden noch brauchbar und Tasten zu drücken ist nicht das Problem. Aber eine Steuerung mit USB und zu deren Programmierung man nicht auf Batch-Files und sowas zurückgreifen muss wäre toll. Wenn ich es könnte, würde ich es selber versuchen, leider hab ich nur Ahnung von Software und nicht von Hardware.

Es gibt da ja zum Beispiel diese sehr hochpreisige und schon seit Jahren nicht mehr zeitgemäße Steuerung. Da glaube ich manchaml, dass die Zuliefererfirma vor 20 jahren festgestellt hat, der 40 Jahre alte KRam taugt nichts mehr, wir verscheuern den ganzen ISO-Container für 10 Mark. Und dann hat der Produzent besagter Steuerung den Container gekauft, die Innereien jeder Steuerung waren damals praktisch nichts wert, heute sind sie nichts mehr wert, aber man verkauft es weiter brav für 800€. Aus dem einfachen Grund, dass es so etwas wie Preisverfall und Preisleistung im Bereich Astronomie nicht gibt. Und es wird ja offenbar auch noch gekauft und brav allen weiter empfohlen. Den hohen Preis rechtfertigt man dann mit der speziellen Software und schaut man dann in deren Changelog, dann hat sich da seit 1998 nichts getan.

Ich glaube, wenn es den Druck geben würde, dann wäre eine aktuelle Steuerung mit Farbdisplay, USB-Port und der Möglichkeit eine Guidingcam anzuschließen technisch kein Problem. Nur will sie niemand entwickeln, wo sich doch der alte Kram noch so gut verkauft. Die Investition ist vermutlich seit den 90igern schon wieder drin und seitdem verdient man nur noch.

Viele Grüße,
Felix
 
Hallo zusammen,

fast alle Features, die hier gewünscht werden, sind bereits in der Losmandy Gemini 2 realisiert: Parametrisierbar, USB + Ethernet Schnittstelle, Touch-Farbdisplay, normale Tasten auf der Rückseite, Web-Server frontend, selbst ein USB-Anschluss für Endgeräte ist vorhanden. Z.Zt. gibt es noch keine Applikationen, aber man kann später vielleicht wirklich eine CCD oder Guidercam direkt anschliessen - oder den Port nur als 5V Ausgang für einen USB-Wlan Hub mißbrauchen. Ich steuere und guide z.B. mit einem Mini USB Accesspoint, der hinter der Steuerung befestigt ist, über WLAN.
Auch ist der Preis mit ca. 1500 Euro inkl. Motoren und Getriebe (per Bezug über US) nicht zu abgehoben.

Viele Grüße
Matthias
 
Hi Felix

Es gibt da ja zum Beispiel diese sehr hochpreisige und schon seit Jahren nicht mehr zeitgemäße Steuerung.

Stimmt schon, aber in den ca. 20 Jahren (so lange habe ich diese Steuerung ungefähr) sind viele Teleskope und Montierungen gekommen und gegangen, aber die Steuerung blieb. Warum?? Nun, sie funktioniert und funktioniert..... und warum sollte ich das dann ändern???
Ich wüsste derzeit wirklich nicht, was ich noch für Spielereien dazu brauchen würde.

Und sind wir mal ehrlich: es wurden viele Steuerungen "billiger und natürlich besser" angekündigt, aber bei dem billiger blieb es nicht und das besser kann ich nicht beurteilen.

Aber wie Matthias schreibt, gibt es schon solches z.B. in der Gemini 2, aber diese Steuerung hat eben auch ihren Preis.

lg
tom
 
Zitat von Engl_Thomas:
Warum?? Nun, sie funktioniert und funktioniert..... und warum sollte ich das dann ändern???

Hallo Tom,

sorry aber dieses Argument zieht ja wohl mal überhaupt nicht. Wenn man das immer so umsetzen würde, würden wir alle noch im VW Käfer rumfahren. Der läuft und läuft und läuft. Warum also dran was ändern ... :neinnein:
 
Hallo,

klar ist das ein Argument! Ich z.B. habe "die andere Uralt-Steuerung" seit Jahren in Betrieb. Und mehr als dass die Steuerung unter allen Umständen einwandfrei funktioniert, verlange ich nicht von ihr.
Da kann mir der ganze aktuelle modische Schnickschnack in Farbe gestohlen bleiben.
O.K., wer's braucht, soll es sich anschaffen. Da habe ich gar nichts dagegen (so lange ich nicht geblendet werde...).

Ein Auto ist da schon ein klein wenig etwas anderes. Da geht es in der Weiterentwicklung um mehr Sicherheit und um sparsameren Umgang mit den nicht unbegrenzt verfügbaren Resourcen. Und natürlich auch um mehr Komfort.
Aber braucht man den ganzen Komfort wirklich? Ist schon angenehm, gebe ich ja auch zu. Aber wirklich brauchen?

Und bei einer Teleskopsteuerung, die genau das tut, was sie soll, kann ich den Nutzen einer Neuentwicklung nicht erkennen!

Viele Grüße

Thomas
 
Ok dann eben ein anderes Beispiel: warum schnurlos Telephone? Die Schnurgebundenen funktionieren auch und es kann einem auch nicht der Akku aus gehen. Sind also viel besser.

Tut mir echt leid, aber wenn die Menschheit die Einstellung hätte "das Alte geht doch warum was Neues?" na dann gute Nacht.

Ich verabschiede mich aus diesem Thread.

CS,
Peter
 
Hallo,
Ich will kein Touchscreen mit 32-Bit Farbtiefe und da muss auch kein WLAN drin verbaut sein. Da muss kein komplettes Planetariumsprogramm drin laufen und für den Fall der Fälle noch ein Bewölkungsensor, Temperaturmesser und was weiß ich noch.

Aber ich fände einen USB-Port ganz nett, damit man auf die lästigen Adapter verzichten kann. Der Koffer ist voller Adapter für dieses oder jenes, da könnte man mal was einsparen. Wer sich die selber lötet ist ja auch fein raus, wer das nicht kann zahlt aber alleine für die diversen Kabel schon ein halbes Vermögen.

Zweites Aber: Ich will selber Software-Updates via USB durchführen. Erstens ist es eine Zumutung, dass die Software trotz mancher Fehler seit 10 Jahren kein Update erfährt. Anderswo darf ichs elber nicht updaten und muss das Gerät einschicken. Das muss heutzutage auch nicht mehr sein, den MGEN kann ja auch jeder aktualisieren (und zwar dann, wenn das Wetter schlecht ist).

Ich bin mit meiner MTS3 SLP ja auch soweit zufrieden. Nur find ich es umständlich, wenn man da mal was an den Einstellungen ändern muss. Weil entweder manprogrammiert vom Laptop aus oder hat ein Display oder guidet. Jedes mal umstöpseln, im dunkeln dran rumfummeln und dann diese Kabelqualität, wo man jedes mal Angst haben muss, dass man gleich nur noch blanke Drähte in der Hand hat (der serielle Ausgang via Pfostenstecker der MTS ist an Wackeligkeit und minderer Qualität nicht zu überbieten).

Neuentwicklung könnte auch zeitgemäßere Komponenten bedeuten und damit eventuell weniger Stromverbrauch. Ist bei einer Steuerung jetzt vermutlich nicht so wild, weil sich die Motortreiber sicherlich nicht großartig verändert haben. Aber vielelicht andere Innereien wie Objektkatalog auf SD-Karte oder ähnliches.
 
Zitat von Sven_Wienstein:
rote Folie ist das einzige was hilft - bei schrägem Einblick wird das Schwarz immer grau genug um zu stören, da nützt Rot gar nichts und die roten Pixel sind auch nicht unbedingt in einem Rot das die Adaption erhält.
Das ist nicht mehr der Fall bei Displays, die nicht hintergrundbeleuchtet sind. OLEDs etwa. Stellt so ein OLED schwarz dar, kann man nicht sagen, ob das Gerät eingeschaltet ist oder nicht (wirklich nicht!). Ich konnte auch keine Verzögerungen in der Darstellung erkennen bei Minusgraden. Bei unter -20 Grad Celsius mag aber auch dieser Displaytyp nicht betrieben werden.

Ich versteh aber ehrlich gesagt nicht, wozu man eine iMontierung brauchen könnte. Finde aber auch keine Anwendung für Smartphones oder Tabletcomputer und bin daher evtl. nicht repräsentativ.
 
Hi Peter

sorry aber dieses Argument zieht ja wohl mal überhaupt nicht. Wenn man das immer so umsetzen würde, würden wir alle noch im VW Käfer rumfahren. Der läuft und läuft und läuft

Zum Käfer: natürlich würde der heute auch noch laufen, aber mit der Zeit hat sich das Sicherheitsdenken bei Autos drastisch verändert, also, will ich mehr Sicherheit, muss ich mir eine neue Generation (Auto) zulegen und da gehts ja letztlich um mein Leben und das meiner Angehörigen.

Bei der Steuerung gilt bei mir nur, dass sie sicher funktionieren soll, so gesehen relativieren sich für mich die angesprochenen Teuros.
Aber vielleicht ist diese Einstellung auch mit Schuld, dass es wenig solche Firmen gibt, die Steuerungen herstellen.


lg
tom
 
Darf ich mal ganz simpel die Frage stellen was man denn an einer Steuerung denn ständig updaten/upgraden/ändern und was weiss denn ich noch alles muss?
Eine Steuerung sollte das tun wofür sie gebaut ist. Und dass manche Steuerungen als ALT beschimpft werden liegt doch eher daran das sie immernoch ihre Arbeit vollrichtet. Eine modernes "Steuerungshandy" wird wohl kaum 20 Jahre auf den Buckel bekommen. Und übrigends sollte man bei den Handys auch mal auf den regulären Preis schauen (ohne Vertrag). Dann relativiert sich das ganze ganz schnell.

Gruss Hans-Peter
 
Hallo,

Darf ich mal ganz simpel die Frage stellen was man denn an einer Steuerung denn ständig updaten/upgraden/ändern und was weiss denn ich noch alles muss?

Weiß ich auch nicht.
Meine angeblich so veraltete Steuerung mußte ich auch noch nie updaten. Funktioniert seit über 10 Jahren und hört überhaupt nicht auf zu funktionieren :biggrin:.
Läßt sich auch mit einem dicken Fausthandschuh blind mit einer Hand bedienen. Sowas nennt man wohl "return of investment".

Gruß
Andreas
 
Hallo Andreas,

Das kann ich toppen. Meine Sinus II tut mittlerweile seit fast 20 Jahren ihren Dienst an meiner SP-DX. Und das ohne ein einziges Update.
Letzteres wäre übrigens sogar möglich gewesen, Sigurd Boxdörfer hatte mir mal ein Angebot gemacht, sie mit einem höheren Output zu versehen damit ich auch moderne Escap-Motoren antreiben kann.

Die Steuerung lässt sich bei -20°C problemlos mit dicken Handschuhen bedienen, versaut mir nicht die Dunkeladaption, treibt die Motoren zuverlässig an und hat sogar eine ST4-Schnittstelle, über die mit entsprechenden Motoren und PC sogar einfaches GOTO möglich wäre.

Ein Teleskop über das überteuerte Designtelefon aus Cupertino zu steuern wäre sicherlich ein nettes Spielzeug. Aber bei Nacht spiele ich lieber mit dem Teleskop selbst und lasse die Steuerung einfach nur das machen, wozu ich sie wirklich brauche:
Um meine Motoren anzutreiben! :biggrin:

Bis dann:
Marcus
 
Moin,

ich denke die Frage, ob man mit einer klassischen Steuerung auskommt oder eine neue, heutiger Technologie benötigt, ist letztlich allein eine Frage dessen, was man damit machen möchte.

An meiner kleinen Tak-Montierung werkelt (noch bzw. mangels gescheiter Anpassung an eine andere Steuerung wieder) eine US-amerikanische (?) Phyxis-Steuerung, von der ich weder ein Handbuch habe noch dass ich sie mit dem PC steuern könnte, sie hat ein einfaches Goto mit ein paar hundert Objekten und wie sie richtig funktioniert bzw. welche Funktionen sie alle hat weiss ich mangels Unterlagen nicht.

Aber sie führt bei guter Aufstellung der Montierung zwecks Beobachtung ausreichend genau nach und einen Autoguider-Port hat sie auch. Das langt erstmal, auch für kurze Belichtungen.

Sich vom Teleskop wegbewegen und die Steuerung wirklich allein lassen geht nicht - dafür war sie bei der Montierung dabei und die Sache insgesamt sehr billig, was beim Kauf entscheidend war.

Auf die Dauer wird das die Lösung nicht sein, langsam wird mir draussen zu kalt und ich hätte gern mehr und automatischere Funktionen - was sicher über Lang oder Kurz zu einem Neukauf führen wird. Und das wird dann sicher eine Steuerung nach aktuellem Stand der Technik, die dann von mir aus gerne wieder in Ehren alt werden darf.
Denn ich denke nicht, dass sich meine Ansprüche von Jahr zu Jahr ständig erweitern, es wird mir mit der neuen Steuerung gehen wie mit der alten, ich werde froh sein die Funktionen zu beherrschen die ich brauche - den Rest weitgehend ignorieren und das ganze vor sich hin werkeln lassen. So lange mich nichts dazu zwingt gilt dann "never change a running system!".

Nachdem ich mit meinem mobilen Fernsprecher, genannt Handy, genau das tue für das die Technik mal entstanden ist, telefonieren, und sonst nichts, brauche ich auch keine "Bildschirm-Wisch-Teleskopsteuerung" darauf oder sonstwelche Programme - dafür habe ich mein Schlepptop, auf dem ich mit meinen Wurstfingern ausreichend motorisch veranlagt bin, um meinen Wünschen Geltung zu verschaffen. Und wetterfest ist es auch.

Insofern halte ich viel von der "Steuerung neu" vs. "Steuerung alt" - Diskussion für eher akademisch denn pragmatisch, denn letztlich ist es wie mit allem, was man als Instrument einsetzt, es muss zum Bediener passen, der Bediener passt sich seinem *entfernt* an - eine Art Symbiose.

Man kann also mit leichtem Kopfschütteln darüber schmunzeln, was man "haben muss" oder nicht - letztlich alles eine Frage der persönlichen Erwartungshaltung, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Also schlagt Euch nicht die Köpfe ein, es lohnt nicht.

LG Jörg
 
Zuletzt bearbeitet:
Ihr merkt es gar nicht, oder? Außer Hans-Peter schreiben alle weiter Antworten auf den Beginn des Threads und erzählen weiter vom "Steuerungshandy" und der "iMontierung" und dem "Designtelefon aus Cupertino".

Was muss ich an meiner MTS ändern? Ich muss zum Beispiel jedes mal mit gedrückter RA-Taste die Steuerung neueinschalten, damit sie die Schntitstelle nach außen benutzt. Warum kann ich nicht einfach einstecken?

Warum gibt es keinen vernüfntigen ASCOM-Treiber für das Teil? Ich kann entweder mit der Steuerung guiden oder ich kann in CdC Goto machen, aber beides gleichzeitig bzw. nacheinander ohne Neustart der Montierung (und oft genug des Rechners) geht das nicht. Weil der ganze tolle Kram wie Dome Control etc. nicht funktioniert, ich bin heilfroh das die Steuerung überhaupt mit dem Rechner kommuniziert.

Und genau aus dem Grund wäre mal weniger anfällige Technik ganz nett, denn auch ich will beobachten und nicht Rechner Neustarten weil die Steuerung heute mal meinte sie nimmt Com3 und nächste Woche dann wieder Com4 und dann friert wiedermal alles ein.

*sarkasmus* Übrigens konnte man auch jahrelang mit nem Fadenkreuzokular nachführen. Da finde ich soltle man Auto-Guider wieder abschaffen, die verhindern doch, dass man sich seinen Fotos wirklich erarbeitet. Wozu braucht man überhaupt einen elektrischen Motor an der Montierung, handbetrieb ging ja früher auch und funktioniert solange man eine Hand hat. *sarkasmus ende*
 
Hallo,

ohne dass ich mich groß mit den Steuerungen auskenne, bekomme ich das kalte Grausen, wenn ich lese, dass an einem schweineteueren Teil ein RS232-Anschluss verbaut ist. Willkommen in den 90ern! Naja, fast, da ging es ja schon mit USB los und mit Win95/Win98 musste ich ja (zumeist) nicht mehr groß an Interrupts oder DMA-Channels rumfingern. Wenn ich dann lese, was Felix scheibt, dann erinnere ich mich mich Schrecken daran, wie man früher versucht hat, den Joystick und das Modem über die serielle Schnittstelle gleichzeitig zum Laufen zu bringen. Und jetzt mal ehrlich, wer bitte, hat an seinem Rechner noch eine serielle Schnittstelle? Ich muss immer mit irgendwelchen Adaptern rumpfuschen, um mich auf den längst überkommenen Stand der Technik downzugraden.

@Hans-Peter: Dein Handypreisvergleich hinkt etwas, weil viele so ein Ding bereits haben, selbst wenn die noch nicht mal ein Teleskop von der Ferne gesehen haben. Außerdem bekämst du brauchbare Android-Geräte (halt eben nicht die coolen mit dem Apfel) schon ab 100 €. Vor dem Hintergrund könnte es sogar eine Kostenersparnis bedeuten, weil die Handsteuerbox entfallen würde.

@Jörg: Hätte ich die Wahl, draußen auf dem Feld entweder ein Laptop aufzubauen oder mein Smartphone zu benutzen, dann würde ich mich eindeutig für das Telefon entscheiden.

Viele Grüße
Markus
 
Servus Gemeinde,

Danke, Markus, du sprichst aus, was ich beim Lesen gedacht hab! In Zeiten von Keyless-Go für Fahrzeuge und 3D nintendo Spielekonsolen für Schulkinder sind RS232 Jackets vielleicht eine robuste, gesichert aber nicht die fortschrittlichste Lösung. Für die Anwender in abgelegener Bergwelt oder der Antarktis ist das möglicherweise noch sinnvoll … kann ich nicht beurteilen.

Aber: bereits auf der CeBit 1994 haben wir auf unserem Messestand USB vorgestellt und über seine Möglichkeiten gesprochen. Computerentwicklungstechnisch entspricht das i.e. der Entfernung zur Andromeda. Selbst, wenn man lange von stromfressenden Displays Abstand nehmen wollte, spätestens die aktuellen Tablet-PC weisen doch einen eindeutigen Weg. Eine Schnittstellenverbindung über Bluetooth ist mehr als denkbar, die hat sogar meine Macmaus hier neben mir. Der Vergleich mit dem Käfer und diese Fortschrittsangst sind mir unverständlich, spätestens jetzt, wo sogar das analoge Satelliten-TV in den Ruhestand geschickt wird, ist die Frage nach ”One giant leap for mankind“ berechtigt. Kleine Schritte, meist auf der Stelle, hat es genug gegeben.

Beim Rest der Ausrüstung werden doch auch alle Register gezogen.

My 50 Cent. Olaf
 
Hi Zusammen,

tja, diese Einstellung zum RS232 ist teils unser Tellerrand. Ich habe beruflich derzeit mit der PC-Anbindung von Körperfettanalysewaagen zu tun. Stellt sich heraus, dass in China (wo der Elektronikkram halt her kommt) die serielle Schnittstelle viel geläufiger ist, als USB. Daher machen die halt noch so viel neues mit dem Ding.
Nur für die Massenmärkte der "Industrienationen" wird halt auf USB gesetzt - bzw. da sind die Auftraggeber natürlich auch gezwungen, entsprechend zu entwickeln.

Clear Skies
Sven
 
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