Teleskopvergleich

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DommeHH

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Hallo liebe Sternenfreunde,

ich nutze seit über ein Jahr ein Skywatcher 10“ f5 Teleskop mit diversen ES 82er und APM 100er Okularen.
Mein Nachthimmel ist leider nicht immer optimal, oft ist die visuelle Beobachtung ernüchternd. Mit der Zeit lernt man aber das „Beobachten“.
Da aufgrund von Corona ein größeres Zusammenkommen mit weiteren Beobachter und das testen diverser Teleskope somit nicht möglich ist, würde mich eure Meinung hier zu einem Teleskopvergleich interessieren.

Ich würde gerne wissen ob unter meinen Voraussetzungen noch mehr möglich ist. Aktuell beobachte ich visuell, kann mir aber auch vorstellen in Zukunft mich mit dem Thema Fotografie mehr auseinanderzusetzen.

Wie groß ist der Unterschied zwischen einem 10“ Teleskop und 12“/14“/16“.
Was macht der Unterschied zu einem ACF SC Teleskop von z.B. Meade? Besonders was Brennweite angeht ist das ja schon ein Unterschied. Ich beobachte hauptsächlich DeepSky Objekte aber auch Planeten.

Gerne möchte ich in Zukunft mir ein weiteres Teleskop zulegen. Dies soll gerne deutlich hochwertiger sein als mein aktuelles Skywatcher Teleskop. Preise bis 6000€ sind akzeptabel.

Was sind da eure Erfahrungen? Was würdet Ihr empfehlen?

Ich freue mich auf eure Antworten.

CS
Dominik
 
Hallo Dominik,

Deine Frage ist sehr breit aufgestellt. Im Grunde scheinst Du wissen zu wollen, welches Teleskop bis 6000€ für visuelle Beobachtung empfehlenswert ist. Durch die Frage nach dem Nutzen größerer Öffnungen im Vergleich zu 10'' scheinst Du in diese Richtung zu denken.

Ich bin derzeit nicht visuell unterwegs, sondern versuche mich an der Astrofotografie, aber meine Gedanken kann ich trotzdem mit Dir teilen.

1. 10'' ist schon ganz ordentlich. Vor allem ist das Gerät schon ein Brummer und damit nicht mal eben aufgebaut oder bewegt. Ein entsprechend hohes Gewicht fordert auch von der Montierung Tribut (wenn's in Richtung Fotografie gehen soll ist das wichtig im Hinterkopf zu haben). Noch größere Geräte sind logischerweise noch unhandlicher. Das macht natürlich nix, wenn Du das Gerät ortsfest installieren willst. Andererseits gibt es Menschen, die mit einer EQ8 und 12'' Newton noch "mobil" unterwegs sind.
--> Ich würde aus Gründen der Handhabbarkeit zu einem kleineren Gerät raten.

2. Für die visuelle Beobachtung spielt die Brennweite keine so große Rolle, weil man die Vergrößerung letztlich mit dem Okular einstellt. Die maximal sinnvolle Vergrößerung (typischerweise "doppelte Öffnung") scheinst Du an Deinem Standort ja ohnehin jetzt schon nicht ausreizen zu können. Für Deep-Sky will man auch gar nicht so hohe Vergrößerungen, sondern eher ein weites Feld. Planeten (oder Doppelsterne) wollen das Gegenteil, wobei ja zumeist die Bedingungen (Seeing) begrenzend sind. Für die Astrofotografie ist die Brennweite dagegen der Hauptfaktor, der das Bildfeld festlegt (im Primärfokus; bei Projektion ist das anders). Weitere Faktoren, die das Bildfeld beeinflussen, sind die Chipgröße der Kamera und evtl. Brennweitenverkürzer (typischerweise im Bereich 0,7 - 0,8) oder Brennweitenverlängerer (Barlow-Linse). Hier haben vor allem Deep-Sky und Planetenfotografie diametrale Ansprüche: Die meisten Deep-Sky Objekte sind großflächig, weshalb kürzere Brennweiten erwünscht sind (Bereich grob bis 1000 mm), für Planeten sind hohe Brennweiten erwünscht (mehrere 1000mm). Auch die Aufnahmetechnik unterscheidet sich ziemlich, worauf ich jetzt aber nicht eingehen möchte.
--> Überlege Dir möglichst genau, was Du mit dem neuen Teleskop anfangen willst. Für Fotografie rate ich Dir definitiv zu einem Refraktor im Bereich bis etwa 600mm Brennweite (zum Einstieg).

3. Bei visueller Nutzung kann ich mir vorstellen, dass sich eine größere Öffnung noch Vorteile bringen kann. Andererseits ist das übliche Dilemma die Qualität der Oberfläche, die ja letztlich bestimmt, wieviel mit einem bestimmten Gerät möglich ist. Ich würde denken, dass der Skywatcher Newton noch Luft nach oben lässt. Soll heißen, dass Du vielleicht mit einem 10'' Gerät mit sehr guter Qualität sehr gut fahren könntest. Wie sich da die SC's einordnen, möchte ich nicht ansprechen, da ich selbst keine Erfahrung damit gemacht habe.
--> Lieber mehr Geld für Qualität ausgeben, als nur auf die Quantität zu achten.

Ganz konkrete Empfehlungen kann ich nicht aussprechen, dafür ist mein Erfahrungsschatz zu gering. Zudem müsstest Du wohl deine Frage noch etwas präzisieren, speziell was den angedachten Anwendungsbereich angeht. In mehreren Iterationsrunden wird sich dann schon etwas herauskristallisieren.

VG
Marcel
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dominik,

wichtige als die Öffnung ist die Qualität des Nachthimmels. Ich habe einen 8“er (ein Celestron C8) und einen 16“ Dobson. Unter einem exzellenten Himmel zeigt das C8 mehr als der 16“er unter meinem versifften Vorstadthimmel. Der Vorteil größerer Öffnung ist, dass man bei gleicher Vergrößerung eine größere Austrittspupille hat als mit dem kleineren Teleskop. Man sieht also schwächere Strukturen bei flächigen Objekten. Und bei gleicher AP hat man eine deutlich höhere Vergrößerung, erkennt also mehr Details.
Aber das nützt Dir gar nichts, wenn die schwachen Details im aufgehellten Stadthimmel absaufen.

In einem Jahr hast Du höchstens ein Bruchteil der Objekte gesehen, die Dir der 10“er zeigen kann. Hast Du ihn schon mal unter guten Bedingungen ausprobiert? Ich weiß ja nicht wo Du herkommst, aber bist Du mit dem Teleskop schon mal irgendwo hin gefahren, wo es richtig dunkel ist? Eifel, McPom, Alpen, etc.?
Ich befürchte Du versprichst Dir von einem größeren Teleskop etwas, was es Dir nicht liefern wird.

Bis dann:
Marcus
 
Hi Dominik,

kleine Idee:

Benutze das freie Eye&Teleskop Programm, um an einem schwierigeren Objekt wie zB M90 die Sichtbarkeit mit unterschiedlichen Öffnungen durchzuspielen.
Du kannst in E&T auch sehr gut ausprobieren wie die Änderung der Qualität des Himmels die Sichtbarkeit verändert.
E&T stellt die Sichtbarkeit des Objekts in einer simulierten Okularansicht dar. Ausserdem berechnet es die Höhe des Kontrastunterschieds (CAT Wert) des Objekts zum Himmelshintergrund mit dem eingestellten Teleskop.

Bei AF bestimmt die Brennweite des Teleskops und die Chipgrösse welche Objekte gut fotografierbar sind.
Auch das kannst du sehr gut mit dem Programm Stellarium ausprobieren.
Die Brennweite muss bei den üblichen DSOs eher unter 1000mm sein

Gruß
Peter
 
Ich vermute auch, ein anderes Teleskop wird Deine Schwierigkeiten nicht mindern, sondern eher neue hinzufügen. Aber das Hobby soll einen ja fordern.

Zum Thema Fotografie kann ich nichts beitragen. Aber falls Du visuell was neues probieren willst, probier Doch mal einen Binoansatz. Gerade bei mittleren Vergrößerungen finde ich das beidäugige Sehen immer wieder sehr beeindruckend. Deine ES-82er sollten auch gut ins Bino passen, außer die langen Brennweiten.

Falls das Geld dringend weg muss, bietet sich natürlich auch ein ordentliches Großfernglas oder ein Doppelrefraktor an...

Viele Grüße
Sebastian
 
Hallo Dominik,

was hält dich denn davon ab mit dem 10 Zöller in dunkle Gefilde zu entfliehen? Für ferne Galaxien hilft eigentlich sonst nichts. Für 6000 EUR kann man sich auch ein gebrauchtes Auto und Sprit für ein Jahr leisten, wenn man es drauf anlegt. Wenn man nur in klaren Nächten damit fährt, reicht es wahrscheinlich sogar für 20 Jahre Sprit... ;)

Für selbstleuchtende Gasnebel kann ein O-III oder ein guter UHC Filter enorm helfen. Da braucht es dann unter Umständen sogar ein kleineres Gerät, je nach Größe des Objektes.

Bei einer Öffnungssteigerung ist die allgemeine Empfehlung, die halbe Öffnung nochmal draufzupacken für einen sichtbaren Unterschied, das gibt dann eine knappe Magnitude mehr Grenzgröße.

Ich würde aber auch empfehlen, den vorhandenen Eimer erstmal leer zu gucken.

VG
Klaus
 
Hallo,

vielen Dank für die vielen tollen Antworten und Ideen. Wie ich so raushöre, ist nicht mein Teleskop das Problem, sondern eher (wie auch schon vermutet) der Nachthimmel. Ich wohne in der Nähe von Hamburg und so richtig dunkel ist der leider nicht. Ich muss mal demnächst weiter rausfahren.

Ich hatte nur die Vorstellung, dass es ja schon irgendwie ein Unterschied sein müsste wenn ich durch ein 6000€ Teleskop gucke, als durch ein 600€ Teleskop. Ich bin vom Typ her einer, der lieber einmal richtig kauft und sehr viel wert auf Qualität legt. Mir ist aber auch bewusst dass die diversen Teleskope auch zum Teil diverse einsatzstärken haben.

Wenn ich das richtig verstehe wäre für mein Bedürfnis dann eher kein Refraktor oder auch kein Cassegrain Teleskop zu wählen, sondern weiterhin ein „einfaches“ Spiegelteleskop wie die Newtonteleskope und dann aber mit ordentlich Öffnung (größer 16“) ?!?

CS
Dominik
 
Hallo Dominik

kommt drauf an. Ich würde erstmal in einen guten Filter investieren. Manche, die nicht so gerne rausfahren, versuchen es mit elektronisch assistierter Astronomie (EAA), das ist so eine Art Vorstufe zur Fotografie mit zumeist einfachen Mitteln, bei der man sich den Nachthimmel am Laptop anschaut. Da erkennt man schon mehr als mit bloßem Auge. Dafür braucht es dann eine Nachführung und da ist dann ein handlicher Refraktor oder SC nicht verkehrt.

Wenn es ein großer, tansportabler Dobson der gehobenen Kategorie sein soll, sind wohl die Modelle von Taurus, Spacewalk und Noctutec empfehlenswert. Aber auch die funktionieren besser bei dunklem Himmel. An das Drumherum mit dem Rausfahren und in der Pampas den Allerwertesten abfrieren kann man sich auch mit einem 10 Zoll Dobson schonmal gewöhnen, dann weiß man, ob man das wirklich möchte.

Im Übrigen ist das Hamburger Umland nicht so schlecht von der Dunkelheit her. Schau mal in die Light pollution map App. Du brauchst halt einen Platz, wo es dunkel und zudem nicht fast jede Nacht diesig ist.

VG Klaus
 
Hallo Dominik,

das "einfache" am Newton ist eigentlich die Stärke des Newtons: es gibt viel Öffnung für einen überschaubaren Preis weil weniger optische Flächen bearbeitet werden müssen. Die Unterschiede in der Praxis sind folgende: der Newton-Tubus ist etwa so lang wie die Brennweite während SCs bei höherer Brennweite deutlich kompakter sind. Das heißt man kann beim Newton ein größeres Feld erreichen als mit dem SC wo die Vergrößerungen bei ähnlichen Okularbrennweiten höher liegen. Ansonsten leisten bei passenden Okularen beide das gleiche. Es gilt also das besser passende Teleskop für sich zu finden ein pauschales besser oder schlechter ist schwer zu definieren.

Als Denkanstoß - vielleicht macht es am meisten Sinn die Summe aufzuteilen: das reicht auch für einen 80mm oder 4" Apo + eine Montierung zum Knipsen und einen 12...16" Dobson. Ansonsten gilt wie schon andere schrieben: guter Himmel ersetzt sehr viel Öffnung.


Viele Grüße Felix
 
Generell erscheint es für mich nicht sinnvoll, Dein Problem durch mehr Öffnung lösen zu wollen. Allerdings auch nicht einfach durch Geld.

Natürlich bekommt man für mehr Geld auch mehr Qualität, wie immer und überall. Nur führt mehr Qualität hier nicht automatisch zu mehr Sehen und Erkennen. Qualität kann in diesem Hobby eher in anderen Bereichen spürbar werden, z.B.
  • Mechanische Qualität der Komponenten: Alles funktioniert besser, lässt sich leichter bedienen, macht einem das Beobachten angenehmer.
  • Bildästhetik des Anblicks ist auch eine Qualität, die schwer greifbar und gerade für Einsteiger kaum quantifizierbar ist. Aber auch hier kann man sehr viel Geld für schöne Resultate einsetzen. Das ist aber erst sinnvoll, wenn man schon recht sicher ist, worauf es einem bei der Beobachtung ankommt.
  • Auch für Spezialfälle und -themen kann man sehr viel Geld loswerden, ich denke da an Sonnenbeobachtung in H-alpha oder an die oben schon genannten Doppelteleskope für beidäugiges Sehen.
Aber was einem als EInsteiger am meisten helfen würde, ist nicht Qualität oder Öffnung, sondern "Know How". Wie hole ich das Optimum aus meinem Gerät und Standort raus? Ein 10-Zöller kann schon sehr von Maßnahmen zur Vermeidung von Tubusseeing profitieren. Manchmal hilft eine leichte Standortverlagerung von einer Ecke des Gartens in eine andere um Seeingeffekte von Haus oder Umgebung zu mindern. Ebenso können Filter helfen oder vielleicht ein Beobachtungstuch. Manchmal sorgt ein guter Beobachtungsstuhl für den Aha-Effekt. Und eine sinnvolle Okularauswahl kann nicht nur helfen, sondern auch schnell mal in den Kilo-€-Bereich gehen.

Daher kommt so oft die Empfehlung des persönlichen Kontakts zu anderen Sternfreunden. Das ist derzeit etwas eingeschränkt, aber Erfahrungswissen ist in diesem Hobby halt sehr schwer ersetzbar. Sonst bleibt nur der Weg, die Leute hier im Forum auszuquetschen und viel selbst auszuprobieren.

Viel Erfolg!
Sebastian
 
Hallo Dominik,

ich nutze seit über ein Jahr ein Skywatcher 10“ f5 Teleskop
Ich bin auch immer wieder gerne am Nachthimmel mit einem 8" f/6 Dobson von Sky-Watcher unterwegs und unser Himmel in Stadtrandlage Hannover ist sicher auch alles andere als gut. Hatte auch schon mal Deine Überlegung angestellt, einfach mehr Öffnung gen Himmel zu werfen, aber, wie all die Kollegen hier schon vor mir im Thread, ist mir dann klar geworden, dass mehr Öffnung nicht gegen das vorhandene Streulicht und die Lichtglocke der Stadt nützt...wohl eher im Gegenteil.
Meine nächsten Schritte waren daher erstmal:
1. eine ordentliche Justage des Gerätes von Grund auf, also mit Position des Fangspiegels zum Okularauszug (war bei meinem Gerät nicht gut!), Fangspiegel zum Hauptspiegel und Hauptspiegel :cool:
Dabei erstmal gelernt, dass man auch einen Okularauszug justieren kann, aber es gibt tolle Anleitungen zu dem Justage Thema, so dass man da auch als Einsteiger mit zurecht kommt.
2. Habe mir eine Taukappe besorgt, allerdings weniger wegen dem Tau, sondern als Streulichtblende gegen Straßenlampen und die Flutlichter der Nachbarn
--> die beiden Schritt haben für mich schon eine deutliche Verbesserung gebracht.

Ich werde daher erstmal weitere Tuningmaßnahmen ergreifen, wie Tubus mit Velour auskleiden, Fangspiegelkanten und Auszugsrohr des OAZ schwärzen, Lüfter am Spiegel anbringen...also all das, was man hier Forum und im Netz ausführlich nachlesen kann. Vorteil: ganz nebenbei lernt man sein Teleskop damit auch ganz gut kennen.

Aktuell beobachte ich visuell, kann mir aber auch vorstellen in Zukunft mich mit dem Thema Fotografie mehr auseinanderzusetzen.
Das Thema Astrofotografie überlasse ich meiner Frau. Warum? Weil der für mich spannende Teil an dem Ganzen... Teleskope, Montierung, Guiding etc. echt spannend ist, aber das eigentliche Rezept für tolle Bilder meiner Meinung nach die anschliessende stunden(tage-)lange Bearbeitung des Rohmaterials mit diversen Tools und Programmen vor dem Rechner ist. Ich schau mir all die Bilder wirklich gerne an, auch hier im Forum, echter Wahnsinn...aber auf die "Produktion" habe ich persönlich dann keine Lust, sitze schon genug vor Bildschirmen :cool:...aber dessen muss man sich beim Thema Astrofotografie bewusst sein.

Dann doch vielleicht lieber mal einen Ausflug in das Thema EAA :unsure:

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Hallo Dominik,

hier die Empfehlung eines "EAA Süchtigen" (Preise sind aktuelle Straßenpreise, Verfügbarkeit ggf. Problem):

- Skywatcher Star Discovery Alt/Az GOTO Montierung mit Newton 150/750 als Paket zu 500 EUR (insb. auch w/Öffnung visuell)
- CMOS Camera Typ IMX290 (z.B. SVBONY SV305) zu 150 EUR

Später (oder gleich) noch einen 80/560 Refraktor mit Duplett ED Glas der FLP51 + Lanthan Klasse zu 400 bis 500 EUR dazu als Spezialist für EAA (auch mit DSLR).

Und Du wirst Deine Lichtverschmutzungsprobleme vergessen können. Dazu kommt beim genannten Refraktor noch die schnelle Austemperierung von Zimmertemperatur auf z.B. 0°C gestern Abend bei mir, von unter eine halben Stunde.

Vergleiche das mal mit Deinem visuellen Eindruck am 10-Zöller.

Gerne mehr über PN.

Gruß,
Peter
 

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Hi Domme

ein guter Himmel ist nicht zu ersetzen- So lautet ein alter Spruch - einer der Dich offenbar betrifft.
Mit 10 " hast Du viele Möglichkeiten, aber gegen Seeing und Lichtsmog kommst Du nicht an.
Ich möchte es an Beispielen zeigen.
Vor vielen Jahren habe ich unter Halbmond und in einem Dorf mit Beleuchtung mit meinem ehr guten 12 Zöller den Eskimonebel nicht sehen können. Selbst im daneben stehenden 18 Zöller, war zwar sichtbar, aber als Eskimo nicht wirklich zu identifizieren.
Eine deutliche Sichtbarkeit und eindeutig den Eskimo erkennen, konnte ich dagegen mit den gleichen Okularen an meinem Deepskyplatz mit um 6 mag und einem einfach 6" Chinanewton.
Vielleicht verdeutlicht Dir mein Erlebnis, was Du gewinnen könntest.

Mit mehr Öffnung geht schon mehr, als jetzt, aber ob das das Allheilmittel ist...?
Genau daher kommt der oft von ins Spiel gebrachte Hinweis auf den Transport und die eigene Überprüfung des Transportwillens.
So gesehen ist das richtige Teleskop, das mit der größtmöglichen Öffnung die Du regelmäßig transportieren wirst.

Für mich, der ich auch Großfeld sehr mag, ist daher mein "ideales Universalteleskop" ein 16" f/4 Gitterrohrdobson.
Die wiegen nicht so viel, sind kompakt und in jedem Auto zu transportieren und haben optisch, so sie gescheit gebaut sind, kaum 20% Obstruktion, im maximum über 1,5 Grad Feld und können bei entsprechendem Seeing mit 500fach und ggf mehr vergrößern.

So etwas würde in der Preisregion die Du anfangs genannt hattest auch neu und nicht aus Fernost zu realisieren sein.
CS
 
...
Für mich, der ich auch Großfeld sehr mag, ist daher mein "ideales Universalteleskop" ein 16" f/4 Gitterrohrdobson.
Die wiegen nicht so viel, sind kompakt und in jedem Auto zu transportieren und haben optisch, so sie gescheit gebaut sind, kaum 20% Obstruktion, im maximum über 1,5 Grad Feld und können bei entsprechendem Seeing mit 500fach und ggf mehr vergrößern.
...
Nach meinen ersten Erfahrungen mit dem Taurus 20 Zöller, die ich in keinster Weise missen möchte und auch weiter ausbauen werde, halte ich auch einen 16", vielleicht auch 18", für eine sehr empfehlenswerte Grösse wenn es etwas ernsthafter sein soll.

Alles gut transportabel, keine Leiter ( ;) ), keine "riesige" EQ-Plattform nötig, ....

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

Meine EAA Versuche am Orionnebel im von Laternen umsäumten Garten sehen ähnlich aus. Ehrlich gesagt ist mir das zu wenig, um auf die visuelle Beobachtung unter einigermaßen gutem Himmel zu verzichten. Man kann das nicht direkt vergleichen, aber mit den dann sichtbaren feinen Sternen und filigranen Strukturen im 12 Zoller kann das für meine Begriffe nicht mithalten. Die Schwingen konnte ich bei exzellenter Transparenz auch schon in einem günstigen Fernglas unter Stadthimmel deutlich erkennen, das ist aber zugegebenermaßen nicht die Regel.

Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass es auch für EAA etwas bessere Bedingungen (oder mir zu teure Technik) braucht, damit mir das was bringt.

Das nur zur Einordnung, was visuell noch möglich ist.

VG Klaus
 
Ich hatte ja oben den Vergleich der visuell erreichbaren Grenzgöße mit EAA integrierten Aufnahmen angesprochen. War selbst neugierig, was man an Öffnung brauchen würde um die schwachen Sterne auf meiner M42 Aufnahme zu sehen. Deshalb großen Dank an @Antares für diese Übersicht:


@klawipo, Du hast Recht, was die absolute Qualität von EAA Ergebnissen angeht. Aber erfahrungsgemäß ist man unter unseren Bedingungen mit EAA und kleinem Gerät relativ besser aufgestellt als wenn man nach durchfrorener Nacht enttäuscht sein Großteleskop wieder in die Garage wuchtet. Denn im OP ging es ja um die Frage: "Ist mehr Öffnung bei den vorgegebenen Bedingungen besser?"

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,

ich wollte nur nicht, dass Dominik meint, der Matschklumpen, den er wahrscheinlich bisher bei M42 gesehen hat, wäre unter guten Bedingungen nicht auch rein visuell eine Augenweide. Aber gut, wird er dann ja mit etwas Wetterglück vielleicht ja in Bälde noch selbst sehen.

VG Klaus
 
Hallo,

ich werde mich mal in Zukunft mehr außerhalb der städteregion mit meinem Teleskop ausprobieren und schauen was es neues zu entdecken gibt. Zubehör wie einen OIII Filter habe ich auch (von Astronomik).

Ich hoffe auch, dass wenn Corona sich etwas legt, ich mal an Events teilnehmen kann um andere Teleskope auszuprobieren.

Was ich aber für mich mitgenommen habe, ist dass wenn ein „besseres“ Teleskop, dann so um die 16“ und dann gibt es Unternehmen die nicht „Made in China“ machen sondern da auch mehr auf Qualität und Praktikabilität achten, richtig? Welche Hersteller wären hier sehr gut? Taurus etc.?

Mir persönlich haben ja immer die SC bzw ACF-SC Teleskope sehr gefallen, aber nur rein vom optischen und von den Kennzahlen. Aber ich habe nie durch so ein Teleskop geschaut.

Ich danke euch für eure Unterstützung.

CS
Dominik
 
Hallo Dominik,

Ich schrub es schon, Taurus, Noctutec, Spacewalk wären übliche Verdächtige. Für rein visuelle Beobachtung sind die SCs gleicher Größe (14, 16 Zoll) unflexibler, weil sie mit ihren f/10 eine recht lange Brennweite und dadurch nur kleine Gesichtsfelder haben, sowie eine Austrittspupille ab 6mm nur schwer erreichbar ist. Die andere Richtung, die maximal mögliche Vergrößerung, erreicht man bei allen gängigen Teleskopen zur Himmelsbeobachtung relativ mühelos und meistens eher, als einem lieb ist. Transportabler als ein Gitterrohr-Dobson sind sie in diesr Größe auch nicht, unter anderem, weil die Montierung dann schon ordentlich aufträgt. Aber auch der Tubus ist da schon ein ganz schöner Trumm.

Dennoch, klar, gibt es auch Leute, die mit so einem System glücklich werden.

VG Klaus
 
Ich habe mir mal die Taurus und die Spacewalk Teleskope angeschaut. Echt nette Dinger. Habt ihr denn da einen bestimmten Favoriten? Also eher Taurus oder Spacewalk? Wie sind da eure Erfahrungen? Oder ist das egal welchen Hersteller man wählt?
 
Ich denke, es sind wenige Leute die beide Geräte gut kennen, so auch ich.

Früher war meiner Meinung nach der Preis das Hauptargument für einen Taurusdobson. So zahlte ich 2018 noch 1400€ weniger als es heute der Fall wäre.

Jetzt sollte man sich die Unterschiede im Detail genau ansehen. So ist ein Taurus der Spiegel dicker, was die Auskühlung verlangsamt. Außerdem ist der Einblick höher.
Auf der anderen Seite bietet Taurus mit dem optionalen Zubehör mehr perfekt abgestimmte Extras, die Hauptspiegel sind etwas größer, die Reflexivität ist etwas höher, der Fangspiegel wohl etwas schlechter, das Öffnungsverhältnis etwas entspannter, die Fangspiegelverstellung werkzeuglos durchführbar und noch einige Kleinigkeiten mehr.
Außerdem gefällt mir persönlich das Design des Taurus besser, aber das sollte wie die meisten Parameter eher nebensächlich sein.

Spacewalk ist allerdings "made in Germany", was meiner Meinung nach auch ein Argument ist.

Gruß Horst
 
Hallo Dominik,

ich glaube beide haben ausgereifte Systeme. Ich würde vor allem auf einen dünnen (vor allem wegen der schnelleren Temperaturanpassung) und guten Hauptspiegel und einen sehr planen Sekundärspiegel achten. Taurus verbaut soweit ich es verstanden habe Spiegel unterschiedlicher Herkunft.

VG Klaus
 
Taurus verbaut Supremax und Floatglasspiegel in einer Qualität von 1/8 PV bzw. 1/40rms (Strehl >0.95) mit einer 96% Verspiegelung (Bzeichnung bei hiesigen Shops als PP= professionel Pyrex oder professionell Float "PF" ) oder aus BK7 mit 1/4 PV (min.beugungsbegrenzt) bezeichnet als SP =Standard pyrex) an. Allesamt selbst gefertigt. Es kann aber auch (oder konnte) stattdessen mit Orion UK Spiegeln unterschiedlicher Qualitätsstufen bestellt werden.

Wichtiger als die Spiegeldicke (hier kann bei Taurus mit optionalen Lüftern das Auskühlen deutlich beschleuhigt werden), sehe ich die Einblickhöhe an. Unter ca. 1,80 Körpergröße braucht man am Taurus 16" einen kleinen Tritt, bei m Spacewalk liegt der Einblick ca. 10cm tiefer...

Gruß Horst
 
Die Naurisdobsons gefallen mir auch, können aber wohl nicht mehr bestellt werden?! Ich bin meinem 16“er von Taurus sehr zufrieden, finde jedoch, dass die Preise doch ziemlich stark angezogen wurden.

Gruß Stefan
 
Hi Dominik.

Ich würde gerne einen Punkt (von Sebastian) nochmal aufgreifen, den andere Sternfreunde hier schon angeführt haben. Falls Du ein Mensch bist - das klappt nicht für alle gut - der gut binokular beobachten kann, würde ich dies ernsthaft in Betracht ziehen, wenn es um Beobachtungsgenuss geht. Wir sind mit zwei Augen gebaut worden und unser Hirn fügt eine Wahrnehmungsleistung hinzu, wenn wir beidäugig schauen, die einiges an Öffnung wettmachen kann und im Hinblick auf Räumlichkeit und Wahrnehmungsdetails nicht zu unterschätzen ist.

Meine Erfahrung reichen vom eigenen 14 Zoll SCT, 10 Zoll Newton, 8 Zoll Maksutov bis zu diversen Apos (im Laufe des Hobbies ist Vieles gekommen und gegangen). Habe auch durch 18 Zöller bei Freunden geschaut. Ich habe auch noch einen 10 Zoll Dobson f6.3 (was schon ein großes Teil ist). Seit ich mir vor Jahren den 100er Apo-Bino von APM gekauft habe, bin ich angefixt und will eigentlich meist nur noch binokular schauen.

Habe mir dann irgendwann den Wunsch erfüllt und mir aus zwei 130er ED-Apo Refraktoren einen Doppelrefraktor gebaut (siehe Profilbild). Klar sind das nur 5,x Zoll. Aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir aber sagen, dass an vielen Objekten der visuelle Eindruck ein purer Genuss ist und einen 12 Zoll Dobson (eines Freundes) am selben Objekt durchaus in den Schatten stellen kann. Und dies bei einem guten dunklen Landhimmel. Wir brauchen hier nichts über Auflösungsvermügen 12 Zoll vs. 5,1 Zoll diskutieren. Auch ist klar, dass der Dobson schwächere Objekte zeigen kann. Die Physik ist mir klar. Aber gepaart mit ein paar guten 82 Grad oder mehr Okularen tauchst Du derart in den Sternenhimmel ein, dass dich dieser Anblick aus den Socken hauen wird. Ausgedehnte Objekte siehst du hell und detailreich am Himmel schweben, was monokular einfach so nicht wahrgenommen werden kann.

Mit Deinem Budget ist ein Doppelrefraktor mit guten Tuben ggf. grenzwertig teuer, aber Du bekommst z.B. einen 120er Bino SD von APM (ca. 4300 Euro) vielleicht noch mit 2 guten Okularpaaren. Wenn das Ding optimiert ist, kann man hoch genug vergrößern, dass auch am Planeten was geht. Gern mehr wenn Dich das interessiert, und nein, ich werde nicht von ML bezahlt :)

Die Alternative ist vielleicht ein sehr guter Refraktor mit einem Binoansatz. Mit einem hochwertigen 5 Zoll Apo kannst Du viel öfter sinnvoll beobachten, als mit 10 Zoll. Und das Bild ist ästhetisch einfach schön. Geschmacksache. Ich bin Refraktor- und Binofan...

Gute Entscheidungen!

VG und CS
Daniel
 
Hallo Dominik,

du hast ja jetzt noch einigen Input bekommen. Wie geht's jetzt weiter mit Deiner Meinungsfindung. Vielleicht können wir ja noch de ein oder anderen Denkanstoss liefern. Aber dazu brauchen wir eine Reaktion deinerseits....

Gruß Horst
 
Hallo,

Ihr habt mir schon sehr gut geholfen, danke dafür.

Ich werde nun folgendes machen:

1. Mit meinem 10“er mal in dunkle Gebiete fahren (oberhalb Hamburg/Itzehoe ist es laut Karte gut und im Frühling/Sommer mal ins Havelland, da es dort wohl nahezu perfekt sein soll). Da dann mal Erfahrungen mit dem Teleskop unter diesen Bedingungen sammeln.

2. Hoffen, dass Corona mal langsam verschwindet und an Astronomtreffen teilnehmen, um mal andere Teleskope zu testen, sowie sich auszutauschen. Ist jemand von euch denn öfter mal im sog. „Sternenpark“ Nähe Havelland anzutreffen?

3. Das richtige Teleskop wäre sicherlich dann ein weiterer Dobson in 16“ (würde noch zur Körpergröße gut passen). Und dann muss ich nur schauen ob Taurus oder Spacewalk. Das wäre dann aber Zukunftsmusik.

Das ist doch ein vernünftiger Plan oder?

Als kleine Ergänzung noch eine Frage:
Wenn ich mich dann für ein Gitterrohrdobson entscheiden würde, wie lagert Ihr diese Teleskope? Ich meins bisher normal stehen, aufgebaut, mit der Schutzkappe drauf. Könnte ich das 16“ Dobson auch einfach so stehen lassen? Staubt das nicht ein? Gibts es dafür extra Schutz?

CS
Dominik
 
Hallo Dominik,

hier gibt es Koffer zu annehmbaren Preisen, evtl. paßt einer zu Deinen Teleskopen:


Werde mir kommenden Monat einen für meinen SW MN-190 besorgen und ihn mit den Styroporformteilen aus der Pappschachtel ausstaffieren.

Gruß, Gerd
 
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