Teleskopvergrößerung überprüfen

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chrisus

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Hallo Sternengucker,
ich habe meinem Sohn zu Weihnachten ein Teleskop Meade DS-2070 (Refraktor 70/700) geschenkt. Nun haben wir es gestern bei klarer Nacht mal ausprobiert und sind ein wenig von der erzielbaren Vergrößerung enttäuscht. Diese soll mit dem 9mm Okular 78x betragen.

Der gestrige Vollmond war dabei noch komplett im Blickfeld des Okulars zu sehen.
Kann man daraus etwas über die aktuelle Vergrößerung ableiten. Oder gibt es da andere Methoden?
Da wir bzgl. Astrononie doch noch ziemliche Anfänger sind, sind wir halt etwas verunsichert, ob wir da das richtige gekauft haben.

Welches Zubehör zur Erhöhung der Teleskop-Vergrößerung wäre denn noch sinnvoll?

Gruß
Chrisus
 
Hi Chrisus,

die Vergrößerung errechnet sich aus Brennweite Teleskop geteilt durch Brennweite Okular. Dabei gibt es nur recht geringe Toleranzen. Das 9mm sollte also bei 700/9=78x liegen.
Der Vollmond hat ja etwa 0,5° Durchmesser. 78x Vergrössert ergeben sich etwa 39° "scheinbarer Durchmesser" für den Mond. Ein Plössl-Okular mit 50° scheinbarem Gesichtsfeld zeigt also den Mond noch ganz. Auch einige Kellner-Okulare haben dieses Gesichtsfeld. Ortho-Okulare, oder Huygens Okulare haben aber nur 30° scheinbares Gesichtsfeld und der Mond passt dann schon nicht mehr hinein.

78x ist sicher nicht die Vergrößerungsgrenze für dieses Teleskop. Man kann den Mond sicher auch bis 120x Vergrößern, das wäre etwa mit einem 6mm Okular der Fall. Das wäre also ein passendes Zubehörteil, z.B. ein 6mm Plössl-Okular. Das muß nicht von Meade sein und es könnte ja ein gebrauchtes sein, welches ich so für 20 Euro schätze. Bei Ebay gibt's manchmal für den Preis auch neue Plössls, aber Ebay ist für Einsteiger kein guter Tipp, weil man immer auch etwas die Qualität im Auge haben sollte, und das ist bei Ebay sehr schwer.

Clear Skies
Sven
 
Moin Chrisius!

Wie Sven schon angedeutet hat, sagt es wenig aus, ob man den Mond noch
bei der und der Vergrößerung noch voll überblicken kann. Das ist eher
ein Hinweis auf das (scheinbare) Gesichtsfeld, was einem das Okular
bietet.

Eine Faustregel sagt, daß die max. Vergrößerung nicht höher als das
Doppelte der Objektivöffnung in mm sein sollte. In dem Fall dieses
Refraktors wären das 70 mm x 2, also 140fach. Das würde bei 700 mm
Brennweite einem 5 mm-Okular entsprechen. Die erzielbare Vergrößerung
hängt also mit vom Obj.-Durchmesser ab, dazu kommen noch die Einflüsse
wie Qualität der Optik (bei den einfachen FH-Refris vorwiegend der Farb-
fehler) und die Luftunruhe (das sogen. Seeing). Sowas kann dazu führen,
daß man die max. sinnvolle Vergrößerung nicht ausreizen kann. Wenn das
Okular selbst nix taugt, kann man solche Vergrößerungen gleich vergessen.
Andererseits gibt es auch Nächte, die mehr als die o.g. Max-Vergrößerung
zulassen.
Dann kommt es aber mit auf das zu beobachtende Objekt an. Doppelsterne
z.B. erlauben mehr als die genannten 140fach bei dieser Teleskopgröße.
Außerdem hat jede Optik ihre Auflösungsgrenze, die auch durch noch so
hohe Vergrößerung nicht überschritten werden kann (beim 70er Refri
sind das etwa 1,7 Bogensekunden (")).

Mein Tip wäre zunächst auch die Anschaffung einer 2fach Barlow-Linse, sie
verdoppelt die schon vorhandenen Vergrößerungen. Da bei den Komplett-
Teleskopen meist nur "mäßige" Okulare beigelegt sind, kommt man irgend-
wann nicht um die Anschaffung besserer Okus herum. Sehr kurzbrennweitige
Okulare besitzen einen knappen Einblick (ausgenommen sehr teure Okulare),
da wäre die Barlow wirklich sinnvoll, da der ursprüngliche Einblick des
längerbrennweitigen Okulars erhalten bleibt.
 
Hi Chrisus,
noch zu erwähnen wäre, das Vergrößerung sich auf den Sehwinkel bezieht.
Viele Einsteiger erwarten hier etwas ganz anderes.
Ansonsten kann ich den Informationen meiner Vorredner nur zustimmen.
CS

Hallo Antares,
kannst du das bitte einmal genauer erklären, darunter kann ich mir leider nichts vorstelen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Grüße,
Christian
 
Hi,
ich versuchs mal.
Vergrößerung heißt Vergrößerung der Winkelausdehnung des Beobachtungsobjektes. Sprich ein Objekt mit z.B. 6 Bogensekunden Ausdehnung erscheint bei 10facher Vergrößerung so, als hätte es 60 Bogensekunden = 1 Bogenminute Ausdehnung.
Da wir bei astronomischen Beobachtungen letzlich nur ein wenige mm großes Bild durchs Okular betrachten wirken die Bilder klein.
Anders sieht es aus, wenn wir beispielsweise mit einer Lupe irgendetwas vergrößern. Dort wirkt 10fach Vergrößerung schon gigantisch. Ebenso wirkt die Vergrößerung bei Ferngläsern, wenn man nahe gelegene Objekte betrachtet subjektiv viel stärker. Die Betonung liegt auf "wirkt".
Den Unterschied machen nach meinem Dafürhalten die hohe Ausgangsausdehnung bei diesen Betrachtungen. So hat das gegenüber liegende Haus ggf. 10 Grad Winkelausdehnung, was bei 10facher Vergrößerung dann 100 Grad sind.
Insofern wird Vergrößerung scheinbar subjektiv unterschiedlich empfunden, auch wenn es immer das Gleiche Prinzip ist - Erhöhung der Winkelausdehnung.

Ich hoffe es nachvollziehbar, was ich meine.
CS
 
Ja stimmt, jetzt weiss ich wie du es gemeint hast. Ich hab mir da vorher einfach keine Gedanken drüber gemacht, was aber auch kein großes Problem war <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Grüße und vielen Dank für deine Erklärung,
Christian
 
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