TeleVue Panoptic 19mm - Ausreißer? - Alternative?

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Ronald_Stenzel

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Da ich in letzter Zeit wieder wieder öfters auch visuell unterwegs bin, ist mir aufgefallen, das mein 19er Panoptic ab f/6 wirklich bescheiden abbildet!
Es wird zwar beworben mit der Einsetzbarkeit an lichtstarken Instrumenten, aber in meinem Fall werden an einem 130/780-Apo nur noch die inneren ≈60% wirklich scharf abgebildet. Auch die geometrische Verzerrung zum Bildrand ist erheblich - der Mond entwickelt sich zu einem unscharfen, sehr deutlichen Oval.
Ist das 19er ein Ausreißer in der Panoptic-Serie? Was wäre eine - mglst. ebenso kompakte - Alternative in diesem Brennweiten/sGF-Bereich?

viele Grüße - Ronald
 
Hast du schon einmal versucht, einen Flattener einzusetzen?
Micht, dass du nun gleich das Okular verurteilst, nur weil es dir die Aberrationen des Teleskops zeigt.
Eine Alternative wäre ansonsten noch das Delite 18,2mm, hat zwar weniger Feld, aber deutlich mehr Augenabstand und weniger starke Verzeichnung (3% vs 6%)

LG
Olli
 
Hallo Olli,

mir ist das mit dem 19er extrem aufgefallen, da meine Anschlussbrennweiten (12,5 Morpheus und 24 ES85°) ziemlich randscharf abbilden, das ES erst weiter am Rand eine erkennbare Verzeichnung zeigt (trotz der 85°) und das Morpheus eigentlich gar keine Verzeichnung hat.
Mein 35mm Panoptic hat zwar auch eine erkennbare Verzeichnung, bildet aber ebenfalls nahezu randscharf ab.
Ich bin nun auch noch über diesen alten Thread gestolpert, welcher meine Beobachtung in gewisser Weise bestätigt - es scheint wohl ein Tribut an die Kompaktheit des 19er Panoptic bei den gebotenen Eckdaten zu sein...
Meine momentane Frage ist, nutzt jemand das 17,5mm Morpheus an ähnlichem Refraktor und bietet es ähnliche Abbildungsqualität wie das 12,5er - von welchem ich wirklich sehr angetan bin, besonders ob des Preises :) - nur das massive Nachfokkusieren ggü "normalen" Okularen nervt etwas.

viele Grüße - Ronald

PS.: mit Flattener habe ich noch nicht probiert, aber jener macht das Thema Kompaktheit obsolet ;)
 
Hallo Ronald

Das hört sich so an als ob bei Deinem 19er Panoptic eine Linse verkehrt herum montiert worden ist. Das währe ein äußerst seltener Fall. Das Teil aber selbst einmal öffnen und alles abchecken ist keine gute Idee, denn die Panoptics sind dafür bekannt das wenn man die Steckhülse abschraubt einem der gesamte Linsenstapel auf einmal entgegen gekullert kommt und dann ist guter Rat teuer wie denn nun die ganzen Linsen in welcher Reihenfolge und Richtung wieder zusammen gehören.
Meine Panoptics bilden bis zum Rand hin bei F20 - F4,5 bis zum Rand hin ordentlich ab. Ich habe da keine Probleme.
Es währe gut wenn Du dich in dem Falle mal mit Deinem Lieferanten in Verbindung setzt denn es scheint mir hier ein Garantiefall vor zu liegen. Wenn dem so ist dürfte Televue das auf Grarantie korrigieren so fern da noch nicht an dem Okular herum gefingert wurde.

Gruß Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Dass eine einzelne Linse verkehrt rum montiert wurde ist mir bei Okularen durchaus schon das ein oder andere mal begegnet, aber noch nie bei TeleVue.
Aber unwahrscheinlich ist nicht unmöglich, ab 60% Feld und auffällige Verzeichnung spricht schon sehr für einen Fehler, denn eigentlich ist das 35er Pano das mit der stärksten Verzeichnung mit 7,4%.

Ich nutzte das 17,5er Morpheus lange Zeit sehr gerne, an F/7,5 ist es perfekt, aber das Nagler 17T4 ist einfach nochmal ein Stück geiler.

LG
Olli
 
Hm, als visueller Televue Benutzer soviel: nach oben hin habe ich (nur) Delos 10mm, Nagler 22mm, Panoptic 35mm.
Am Refraktor 110/660, also auch f6, klare Verzeichnung am Rande, beim Nagler 22mm schon etwas, und dann erst recht deutlich am Panoptic 35mm. Beim Delos 10mm kann ich hingegen nichts feststellen.

Führe das auf das f6 alleine zurück, je kleiner die Vergrösserung, desto mehr Verzeichnung.

Dass das 35mm Panoptic bessere Randschärfe haben soll als das 19mm bezweifle ich doch eher.

Und ja, Panoptics lassen sich ordentlich "auseinandernehmen", ohne dass einem etwas "entgegenkullert":

Gruss
 
Führe das auf das f6 alleine zurück, je kleiner die Vergrösserung, desto mehr Verzeichnung.
Nein, die Verzeichnung hat nichts mit dem Öffnungsverhältnis des Teleskops zu tun. Das ist allein bedingt durch die Okularkonstruktion.
Wie viel reales Feld ein Okular aufnimmt, liegt allein an dessen Feldblende, und dieses Feld wird vom Okular immer auf das gleiche Scheinbare Gesichtsfeld projiziert, völlig egal welches Teleskop davor hängt.
Wenn die Verzeichnung sich ändern würde, müsste sich ja auch das scheinbare Gesichtsfeld ändern, da die Feldblende und die Brennweite des Okulars ja gleich bleibt.
Bei geringeren Vergrößerungen und größeren Gesichtsfeldern fällt die Verzeichnung nur deshalb mehr auf, weil man mehr von den "verbogenen Geraden" sieht (wenn man grad zB ein Gebäude im Bild hat).
Das Öffnungsverhältnis des Teleskops bestimmt beim gegebenen Okular allein über den Durchmesser der Austrittspupille.

LG
Olli
 
Hallo Leute
kann es sein, daß hier unter "Verzeichnung" zwei verschiedene Sachen gemeint werden?
In der Optik wird unter "Verzeichnung" ein von irgend einem Soll abweichender Bildmaßstab gemeint.
Das hat dann die Folge, daß gerade Linien im Bild krumm werden, der Mond oval erscheint und Quadrate fallweise kissenförmig oder tonnenförmig aussehen.
Der Threadstarteer meint aber nur die Bildschärfe am Rand.
Es kommt leider öfter vor, daß Begriffe unterschiedlich verwendent werden und dadurch man nicht verstanden wird.
Wenn beim Televue Pan Optic die Bildschärfe bei F 6 derart einbricht ist vielleicht tatsächlich was falsch zusammengesetzt. Ist das Okular neu erworben?
Felix
 
Hier findet man den Linsenaufbau vom Panoptic, falls man die Anordnung überprüfen möchte.

LG
Olli
 
Hallo Leute
kann es sein, daß hier unter "Verzeichnung" zwei verschiedene Sachen gemeint werden?
Nun, was ich mit Verzeichnung meine ist, dass in der Mitte die Sterne noch punktförmig sind, auf den Rand zu bis dahin dann leichte Spikes, radial aus der Mitte her. Aber meine Augen sind auch nicht mehr 100%, hat vielleicht auch ein Einfluss. Also ja, Verzerrung ist wohl das bessere Wort.

Gruss
 
Das nennt man Off-Axis Astigmatismus, also Randunschärfe, das hat mit Verzeichnung gar nichts zu tun.

LG
Olli
 
Hallo Ronald,
die Panoptics werden bis f/5 mit punktförmigen Sternen beworben.
Wie es mit Verzeichnung aussieht kann ich nichts zu sagen.
Vielleicht ist wirklich die Linsenanordnung verkehrt?
Falls du eine Alternative suchst, nimm was mit Smyth Element, bzw. Barlow in der Steckhülse.
Das Smyth Element korrigiert z.T. den Okularastigmatismus und somit bilden diese Okulare oft auch besser im Feld ab.
Moderne WW-Okulare haben fast alle ein Smyth Element verbaut.
LG
 
Televue kontrolliert alle Okulare vor Auslieferung, ein Fertigungsfehler ist also auszuschließen. Desweiteren haben die Panoptics ein skaliertes Design, sind also gleich aufgebaut und sollten daher über alle Brennweiten hinweg ähnlich abbilden.
Möglich dass sie mit einem 3-linsigen APO nicht gut harmonieren, an einem normalen Achromaten funktionieren sie jedenfalls gut. Am Newton hingegen können sie nicht mit den Naglern mithalten, unter f/6 sind sie nicht erste Wahl.

Wegen dem Morpheus 17,5 wurde noch gefragt, die Unterschiede zum 12,5 sind:
Etwa 4-5° weniger Feld, leichte Feldkrümmung, leichte Kissenverzeichnung, etwas längerer Augenabstand.
Hat mir in allen Belangen gleich oder besser gefallen wie das entsprechende Delos.
 
Meine momentane Frage ist, nutzt jemand das 17,5mm Morpheus an ähnlichem Refraktor und bietet es ähnliche Abbildungsqualität wie das 12,5er - von welchem ich wirklich sehr angetan bin, besonders ob des Preises :) - nur das massive Nachfokkusieren ggü "normalen" Okularen nervt etwas.
Hallo Ronald,

ich nutze das Morpheus 17,5mm am 127/f7,5-Apo und am C11 EHD.
Ich bin an beiden Instrumenten sehr zufrieden bezügl. Schärfe, Verzeichnung und Einblickverhalten.
In meinem "Okularfuhrpark" befinden sich ansonsten fast ausschließlich Pentax XL/XW und diverse TV-Baureihen und das Morpheus spielt mindestens in der gleichen Liga wie meine besten XL/XW oder TV.
Das P/L-Verhältnis ist phänomenal.

VG
Günter
 
vielen Dank für die Rückmeldungen! - bezüglich Verwirrung wegen dem Thema Verzeichnung, ich meinte schon die geometrische Verzeichnung: "der Mond entwickelt sich zu einem unscharfen, sehr deutlichen Oval"
Ich habe nun vergangene Nacht, bei suboptimalen Bedingungen, nochmal bewusst meine vorhandenen Okulare in Sachen Einblick und Abbildung (mglst. unabhängig der Einflüsse durch die Vergrößerung) verglichen:
3mm DeLite, 5mm Hyperion, 9mm NaglerT6, 12,5mm Morpheus, 19mm Panoptic, 24mm ES82° und 35mm Panoptic.
In Sachen Verzeichnung ist das 19mm Panoptic ( @CHnuschti: wie auch das 35er!) wirklich auffällig, sobald der (extrem tiefstehende) Mond in das äußere Viertel des Bildfeldes kommt, zieht er sich unschön in die Länge! Das Thema Randunschärfe ist erkennbar, wenn man am Bildfeldrand bewusst beobachtet, aber tatsächlich doch besser als beim 5mm Hyperion.
Zwei wirklich Vorteile des 19er wurden mir aber bewusst:
• der Einblick ist einfach nur "erholsam" - es ist das entspannteste Okular in meiner vorhandenen Reihe. Das ES und das Hyperion sind die anstrengendsten Okulare. Das DeLite hat trotz AP von 0,5mm einen angenehmen Einblick, ließ aber keine Schlüsse zur Abbildungsqualität zu, da dass Seeing mehr als unterirdisch war (ε1 Lyr und ε2 Lyr konnten nur blickweise deutlich getrennt beobachtet werden).
• das 19er ist extremst kompakt und leicht! Wenn ich das ES, oder das 35erPano im Zenitspiegel habe, muss ich immer vorher nochmal checken, ob alle Verschraubungen am OAZ fest sind, da sich die Trümmer bei seitlichem Einblick gerne mal an der Schwerkraft orientieren und eine viertel Umdrehung nach unten machen - und man dann kurz vorm Herzkasper steht...
Okulargrößen.jpg

Conclusio: ich werde mich hüten am 19er zu schrauben, es hat halt seine speziellen Vorteile, welche durchaus sehr wichtig sein können. Aber ich werde dennoch mich mal betreffs Morpheus umschauen - auch wenn mir bei Baader die Lösung betreffs Thema Augenmuschel GAR NICHT gefällt (warum gibt's nichts verstellbares oder zumindest umstülpbares??)
Das alternative 17mm Nagler deucht mir (wie mein 19Pano) doch mittlerweile etwas antiquiert betreffs Vergütung/Transmission und das alternative modernere 17mm ES92° ist auch wieder so ein Trümmer...

viele Grüße - Ronald
 
So antiquiert ist das nicht, nur weil es nicht mehr hergestellt wurde.
Die Vergütungen von TeleVue waren auch vor 10 Jahren hervorragend.
Aber ja, es ist ziemlich groß und schwer, hat aber auch ein enormes Gesichtsfeld welches sich dennoch easy komplett überblicken lässt, DAS ist Spacewalk feeling. Ein echtes Raumschifffenster.
Das mit der geometrischen Verzeichnung ist in dieser Dimension tatsächlich eine spezielle Eigenart der Panoptics.
Meine beiden Nagler T4 machen das erst auf den letzten grad Gesichtsfeld, bleiben aber absolut scharf.

LG
Olli
 
also ich erkenne an meine APM 120 SD FPL-53 660mm F/5.5 mit dem 24er Panoptik an Rand auf die letzten 20% auch eine leichte Verzerrung.
 
Hallo,

neben dem 17,5er Morpheus, dass ich sehr gut finde, wäre evtl. ein APM Ultraflat in 18mm eine mögliche Alternative. Bei f5 Bino haben beide m.E. eine gute Randschärfe und bei f3,7 mit Komakorrektor funktionieren sowohl die UF als Auch die Morpheus ganz gut. Panoptik habe ich Noir noch das 41er am f8 APO im Einsatz, hatte aber früher auch Panoptik 35 und 24mm. Im direkten Vergleich APM UF24 gegen Panoptik 24 hatten die APM nur den Nachteil größer und schwerer zu sein.
Ich nutze die Morpheus in 6,5/9/17,5 und die APM UF in 24/30 am 4“ f10 Binoteleskop. Bei f10 gibts ohnehin keine Probleme bezüglich Randschärfe.

cs Alex
 
Was mir beim APM UFF24 aufgefallen ist, war eine deutliche Randvignettierung, die vor allem im Dämmerlicht sehr auffällt. Das hat weder das Pano 24 noch das Hyperion 24.
Das UFF30 ist an sich ein tolles Okular. Schönes großes Feld, nicht zu schwer oder zu fett, hervorragende Schärfe und sehr guter Einblick.
Was mir daran nicht gefiel, ist die Tatsache, dass von unten reingeschaut eine der Linsenflächen ein regelrechter Spiegel ist. Da geht auf jeden Fall ordentlich Transmission flöten.
Das ist wohl der Tradeoff wenn man Nagler-Performance zu einem Viertel des Preises möchte.
Trotzdem ein geiles Okular.

LG
Olli
 
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