Telrad?

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Muetze1808

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Hallo zusammen

Ich habe mir ein Newton-Teleskop gekauf, welches standardmässig einen 9x50-Sucher dabei hatte. Jetzt habe ich teilweise etwas Probleme, die Objekte aufzufinden. Ich richte mein Teleskop grob in die Richtung und versuche dann via "Hin- und Herfahren" und ggf. einer detaillierten Sternenkarte das Objekt im Sucher zu finden, was aber teilweise ewig dauert.

Das Problem ist ja ein bisschen, dass der Sucher schon einen nur sehr begrenzten Teil des Himmels zeigt, d.h. man erkennt keinerlei Sternbilder, etc. mehr. Daher hab ich mich eben gefragt, ob es sowas gibt, wie einen Sucher für den Sucher sozusagen, der z.B. überhaupt nicht vergrössert.

Dabei bin ich nun auf diesen Telrad Projektionssucher gestossen und nach der Beschreibung klingt das für mich als das, was ich in etwa suche. Bevor ich ihn mir aber bestelle, wollte ich doch noch mal nachfragen, löst so ein Projektionssucher mein Problem von oben? Oder was wäre eine Alternative?

Danke schon mal für Eure Hilfe!

Gruss
Michael
 
Servus Michael.

Der Telrad ist auf jedem Fall eine sinnvolle
Erweiterung für das aufsuchen der Objekte.

Durch den Telrad sieht man den Himmel im ganzen, und nicht nur
einen kleinen Ausschnitt wie im optischen Sucher.

Ein optischer Sucher ist eine gute Ergänzung zum Telrad,
wenn es um sehr schwache Objekte geht, aber als alleiniger
Sucher kann ich das nicht empfehlen.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Michael,

jup, Telrad wird genau das von dir beschriebene Problem lösen!

Es gibt auch noch den Rigel Quickfinder, welcher etwas kleiner ist, der Einblick etwas höher. Der Rigel hat jedoch einen Ring in der Anzeige weniger, was u.U. zu Problemen beim Starhopping führen kann, da viele Sternenkarten alle Ringe des Telrads nutzen.
Zudem muss der Rigel entfernt werden, um die Batterie zu wechseln, hat einen kleineren Einblick, hat - soweit ich weiß - keine Option, ihn höher zu setzen. Dafür ist er günstiger und kommt mit eingebautem Pulser.

Der Telrad hat einen größeren Einblick, ist an sich "klobiger" (was ich nicht so schlimm finde), und man kann mit Hilfe von Zwischenadaptern die Höhe einstellen, was gerade bei einem Newton sehr angenehm sein kann, wenn man nicht mit der Backe/dem Kinn am Tubus kleben möchte ;)

Auch für den Telrad kann man sich einen Pulser zulegen (oder selbst bauen). Vorteil vom Pulser ist, daß man einfacher auf sehr lichtschwache Objekte ausrichten kann. Der Pulser blendet die Telrad-Kreise für eine frei definierbare Zeit aus und wieder ein. Dies hilft bei Objekten, welche nicht mehr sichtbar sind, wenn das Auge den Telrad-Kreis sieht. Braucht man aber wie ich finde für den Anfang gar nicht.

Ich hab die Kauf meines Telrads bis heute keine Sekunde bereut, er ist bei mir immer im Einsatz!

gruß

Ulrik
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael,

deswegen heißt der 9x50 auch "Sucher" und der Telrad "Finder".
Im Ernst, im Ursprungsland wird das Gerät als Finder bezeichnet. Auch einige deutsche Astrohändler verwenden den Terminus "Finder".
Aber bleiben wir ruhig beim Begriff "Sucher".

Ein Telrad ist für meine Begriffe unabdingbar für erfolgreiches Beobachten.
Am Dobson benutze ich auch den Telrad. Dazu habe ich auch eine Taukappe, die meistens Taubeschlag von der Projektionsscheibe abhält.
Ansonsten benutze ich für meine kleineren Teleskope Peilsucher nach dem Projektionsprinzip. Beispielsweise einen Baader Sky-Surfer III und einen aus Metall von TS, bei welchem sich das Projektionsbild umschalten lässt.

Einen optischen Sucher benutze ich fast nie. Durch die Übertragung von Winkelbeziehungen und Entfernungsverhältnissen aus der Himmelskarte an den Himmel habe ich fast jedesmal das gesuchte Objekt im Gesichtsfeld.

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo zusammen

Vielen Dank für Eure Hilfe. Dann werd ich mir so ein Teil mal zulegen und hoffen, dass sich das Aufsuchen erleichtern wird.

Gruss
Michael
 
Hallo Michael,

ein Telrad ist wirklich toll. Ich kann die noch das Buch: Deep Sky Reiseatlas empfehlen. Da das Buch robust ist und feuchtigkeit ab kann, ist es ideal geeignet neben dem Teleskop zu liegen. Mit beiden wirst du erfolgreich Beobachten und auch genügend Objekte zur Auswahl haben.

Gruß
Matthias
 
Bin auch schonsehr gespannt auf den Telrad... Meiner kommt am Die. :-)
Ich werde ihn sicherlich zu Beginn gegen den 9x50 antreten lassen. Mal schauen wer das Rennen macht!!!
 
Hallo Michi,

ich wage mal die Behauptung, das es der Telrad machen wird! Ich überlege auch schon die ganze Zeit, ob ich den 8x50-Sucher einfach verscherbeln soll. Der Telrad (bzw. generell gute Leuchtpunktsucher) ist einfach genial! Seit ich den Telrad habe, benutze ich meinen optischen Sucher so gut wie nicht mehr. Jedesmal dieses umständliche Umdenken ist einfach nicht meins.

Allerdings bin ich noch bei den eher leichten Spechtelobjekten. Bei den Schwierigeren habe ich mir sagen lassen, dass man dann doch gerne mal auf den optischen Sucher zurückgreift. Deswegen behalte ich den 8x50er erst noch mal, sonst wäre er schon längst weg :)

CS

Carlo
 
Der 9x50 Sucher wird auf jeden Fall aus Nostalgiegründen behalten. Als ich meinen 10"er gekauft, der endlich nächste Woche bei mir steht, hat mir der Händler sogar angeboten, den Sucher in Zahlung zunehmen.
Das habe ich natürlich nicht gemacht :-). Ich werde ihn auf jeden Fall behalten. Denn: Wenn man das gewünschte Objekt nach einer gefühlten stundenlangen Suche endlich im Sucher im Ansatz sieht, überkommt einem die Vorfreude, endlich ins Okular schauen zu können. Ein beispielloses Gefühl, auch wenn es nur 2 Sekunden dauert. :-) Da kann ein elektronischer Sucher doch nicht mithalten.
Also wird sich der Telrad voraussichtlich mit dem 9x50er abwechseln müssen...

Vielleicht denke ich aus Bequemlichkeitsgründen nach ein paar langen Beobachtungsnächten anders darüber. Mal schauen :-)
 
Der Vorteil eines optischen Suchers liegt vor allem darin, dass ihm nicht der Saft ausgehen kann. Das ist ein Grund, warum ich vermutlich auch immer einen in meinem Portfolio haben werde, selbst wenn ich ihn ansonsten nie wieder nutzen würde. ;)
 
Ein weiterer Vorteil ist, daß man mit ihm schwächere Sterne wahrnehmen kann. Auf einem Feld ist das unter Umständen noch von geringer Bedeutung, aber in der Stadt kann das sehr nützlich sein. Wer mal probiert hat, einen 90/1250er Mak in der Stadt mittels Peilsucher auf einen schwachen Doppelstern in einer sternarmen Himmelsgegend auszurichten, weiß, was ich meine.
 
Hallo,

sooooo, heute war First Light mit meinem genialen 10er Flextube (zum Glück habe ich keinen 8er gekauft :-) ). Daher habe ich den 9x50 Sucher und den Telread gleich ausgetestet.
Nun eine Frage zur Justage des Suchers:
Justiert wurde der optische Sucher und meist auch Finder an Deneb in den frühen Abendstunden. Zum Schluss war der Stern in Cygnus direkt in der Mitte des Fadenkreuzes und auch in der Mitte im Gesichtsfeld bei Sicht ins Okualr. So ist es ja auch wünschenswert.
ABER: Ich benutze beide Augen um das gewünschte Objekt aufzufinden. Wenn Deneb in der Mitte des Fadenkreuzes im Sucher zu sehen ist, ist er trotzdem nicht synchron mit dem Nachthimmel. Er befindet sich ein wenig links oben. Mein Teleskop ist laut Filmdose und Justagelaser perfekt jutiert. Nun wirklich meine Frage:

Ist es überhaupt möglich, dass sich ein Stern im 9x50 Sucher und am Nachthimmel überlappt und somit nur "ein Stern" zu sehen ist? (ich weiß, hört sich auf den ersten Blick wahnsinnig kompliziert an, aber die Praktiker/ Experten unter Euch wissen sicherlich war ich meine- hoffentlich :-) )
 
Hallo Michi,

Normalerweise benutzt man nur beim Telrad beide Augen. Eines schaut durch, das andere dran vorbei. Beim Sucher benutzt man nur ein Auge, weil er ja eine deutlich höhere Vergrößerung hat und wesentlich mehr Sterne zeigt. Dass Du die beiden Bilder nicht zur Deckung bekommst, ist völlig normal und auch logisch.
Wenn Deneb im Teleskop und im Sucher mittig stehen ist der Sucher gut eingestellt und fertig. :)

Bis dann:
Marcus
 
Also ich finde, besonders bei schwierigeren Objekten, z.B. lichtschwachen Galaxien oder PNs ist sowohl ein Sucher wie Telrad, Rigel oder ein einfacher Leuchtpunktsucher sinnvoll als auch ein optischer Winkelsucher mit aufrechtem und seitenrichtigem Bild (Winkelsucher wegen weniger Verrenkungen gegen den Zenit hin):
Mit dem Leuchtsucher das gewünschte Sternenfeld anpeilen, dann zum optischen Sucher überwechseln, um das Feld detaillierter zu sehen, dann zu einem Weitfeldokular im Teleskop wechseln, sich dabei an schwächeren Sternen der Sucherabblidlung orientieren und dann zu einem stärker vergrößernden Okular überwechseln.

Gruß Mano
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo.

Ich sehe es so wie Mano.

Ein Telrad ist gut bei Objekten die nahe von hellen Leitsternen
stehen, oder die man im Aufsuchokular leicht erkennt.

Bei sehr schwachen Objekten, oder solchen, die keine hellen
Sterne zum aufsuchen in der Nähe haben, ist ein großer optischer
Sucher mit großen Feld wieder sehr vom Vorteil.

Ich benutze beides zum Aufsuchen, einen Telrad und einen 80mm
optischen Sucher (*), dazu noch gedruckte Aufsuchkarten.

Viele Grüße
*entfernt*

(*)= Suchen und finden auf www.corcaroli.de
 
Moin Mano!

> Mit dem Leuchtsucher das gewünschte Sternenfeld anpeilen, dann zum optischen Sucher überwechseln, um das Feld detaillierter zu sehen,

Tja, das ist alles eine Sache der persönlichen Gewohnheit. Ich habe an allen meinen Teleskopen 6x30-Sucher. Das reciht mir völlig, um mich zurechtzufinden. Auf die Idee haben mich zwei Kollegen gebracht, die jeder einen 18"-Dobson besitzen. Bei denen ist auch nichts anderes installiert. Gepeilt wird über den Suchertubus, das Zielgebiet im Sucher begutachtet und das eigentlich Aufsuchen geschieht über die Hauptoptik und Starhopping nach Karte. So spart man sich das Gewicht der doch recht massiven opt. Großsucher.
 
Hi Micha,

der 6x30 an meinen beiden Sechszöllern reicht auch mir. Die beiden Reiseteleskope (80-mm-Farbwerfer sowie 90-mm-Mak) haben einen Rotpunktsucher, weil der zum Auffinden der jeweils üblichen Objekte ausreicht und mir noch kein preisgünstiger 5x-20 oder 5x25 mit wenig Gewicht und Vixenanschluß über den Weg gelaufen ist.

Anmerkung: Es gibt unterschiedliche 6x30-Sucher. Bei mir ist einer mit Federdruck, zwei Schrauben sowie Gummiring im Einsatz. Der läßt sich leicht justieren und war bei einem Teleskop dabei. Ist ein guter "finder".

Grüße

fquadrat
 
Eigentlich läuft die Suche in nahezu allen Fällen in drei Stufen ab.

Grobsuche (Kimme & Korn):
Ein Telrad, Starpointer etc. arbeitet nach diesem Prinzip - halt beleuchtet. Wenn man am Scope eine ähnliche Anordnung (Kimme & Korn) findet, erfüllt es auch seinen Zweck. Dies kann z.B. eine optischer Sucher sein (aber nicht jeder optische Sucher eignet sich ohne Umbau/Anpassung dazu.

Feinsuche:
Die Grobsuche ist viel zu grob, um (abgesehen von den leichten Objekten) ein Objekt schnell aussuchen zu können. Hier kommt ein optischer Sucher ins Spiel. Dieser ist mit seiner sehr geringen Vergrößerung auch noch recht grob - weswegen auch das Sucherkreuz zur exakten mittigen Ausrichtung nötig ist.
Diese Feinsuche ist allerdings auch mit einem Widfield-Okular am Scope möglich.

Detailsuche:
Schließendlich muss man mit dem ausgesuchten Okular das Objekt der Begierde noch im Detail suchen und finden.

Es führen also viele Wege nach Rom, bzw. zum Ziel ;)

Ich verwende den optischen Sucher nur in verzweifelten Fällen - in den meisten Fällen reicht die Feinsuche mit einem Widefield-Okular aus. Die nachfolgende Detailsuche fällt auch meist kürzer aus, da ich schon näher am Ziel bin.

Aber das sollte jeder selbst ausprobieren (und nicht nur einmal). Spätestens, wenn man öfter zwischen Okular und Sucher oder Telrad wechselt, um das Objekt zu suchen, sollte man seine Strategie überdenken / anpassen.

Viele Grüße
Dieter
 
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