Hallo Brian,
suche unbedingt mal eine Beobachtergruppe auf, die Dir ihre mobilen Teleskope zeigt und Dich auch mal durchschauen lässt. Dann wird Dir klar, wohin die Reise geht. Vielleicht packt Dich der Unterschied so stark, dass Du sogar so ein klobiges Ding in Kauf nimmst, nur um eben sehen zu können, was man damit sehen kann!
Zum SC und Deepsky: Ein SC hat f/10. Normalerweise kann man nicht mehr als 55mm Okularbrennweite einsetzen, womit man nicht die Minimalvergrößerung erreicht und daher nicht die maximal mögliche Bildhelligkeit. Mit einem Teleskop mit kürzerer Brennweite (und 2" Okular-Anschluß) lässt sich ein größerer Himmelsausschnitt überblicken. Ein Gerät mit schnellerem=größeren Öffnungsverhältnis (f/4 ist größer als f/10) erlaubt dann auch mehr Bildhelligkeit. Aus diesem Grunde greift man für visuelle Zwecke gerne zu Teleskopen mit f/6, und das ist warscheinlich der Grund, weshalb man Dir bisher nicht zu einem SC geraten hat.
Gründe die für das SC sprechen sind aber die relativ gleichbleibende Einblickposition und natürlich die kompakten Abmessungen. Es ist auch ziemlich "Okularverträglich" und man kann wegen der Hauptspiegelfokussierung beispielsweise einen Bino-Ansatz ganz problemlos verwenden, während man bei vielen anderen Teleskopen sogenannte Glaswegkorrektoren verwenden muss.
Übrigens, der Brennweitenreduzierer auf f/6,3 bringt Dir visuell kein zusätzliches Gesichtsfeld. Der ist hauptsächlich fotografisch interessant.
Wenn Dein Budget sich nun plötzlich erweitert hat, dann ist es in meinen Augen noch wichtiger, dass Du anderen Sternfreunden über die Schulter schaust. Vielleicht gerade bei der Astrofotografie. Du siehst dann viel genauer, worauf es ankommt.
Es wird Dir nämlich nichts bringen, wenn Du ein SC auf einer Goto-Montierung anschaffst, die warscheinlich fotografisch nicht stabil genug ist, um die 2m Brennweite sauber (und bei leichtem Wind) nachzuführen. Das wäre dann eine unnötige Fehlinvestition. Immer bedenken: Die kleinste Montierung, auf der ein Teleskop noch verkauft wird, ist auch immer die Montierung, die eigentlich visuell schon an der Grenze des machbaren ist. Das ist einfach eine Art Naturgesetz des Marktes.
Äh, achso... nochwas... Wenn man sich schon vom Händler beraten lässt, dann lässt man sich unbedingt auch vom Händler des Konkurrenzprodukts eine "Gegenberatung" angedeien. Das wird warscheinlich lustige Blüten treiben - nein, am besten verschafft man sich ein paar Erfahrungen, mit denen man sich selbst beraten kann, und dann trifft man eine eigene Entscheidung.
Für Zweieinhalbtausend Euro würde ich jedenfalls ganz andere Pakete ins Auge fassen. Eine Losmandy Gm-8 mit einem schnellen 8" f/4 oder f/5 Newton kombiniert, eine EQ-6 Skyscan mit einem ähnlichen Newton oder auch einem noch größeren? Es gibt sehr viele Möglichkeiten und bevor man sich nicht mal angeschaut hat, was so ein Astrofotograf des Nachts auf der Wiese treibt, sollte man sich auf keinen Fall auf irgendeine Montierung festlegen. Astrofotografie steht und fällt mit der Montierung und vielleicht würdest Du schon mehr erreichen, wenn Du Dein vorhandenes Teleskop auf eine große Losmandy G-11 (oder eine alternativ gute Montierung) setzt, die richtig gut fototauglich ist.
Auch wenn Du so einen 80mm APO auf eine G-11 setzt, lacht Dich keiner aus. Man weiß dann halt, dass Du auch bei Windstärke 6 noch lächelnd fotografieren kannst!
Clear Skies
Sven