TEMP-est Lüftung für C11

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Dane Vetter

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Hallo zusammen,

ich bin seit einiger Zeit etwas hin und her gerissen, ob ich mir eine TEMP-est Lüftung für mein C11 EdgeHD zulegen soll. Beim stöbern im Netz komme ich auf verschiedene Meinungen, wobei keine einzige wirklich schlecht darüber berichtet. Einige sind davon überzeugt, und scheinen sehr zufrieden damit zu sein. Andere meinen, das die Isolierung vom Tubus hier mehr bringt als eine Lüftung. Andere haben Bedenken das die Vibrationen hier negativ rein spielen könnten, wiederum andere machen sie Gedanken ob dadurch nicht noch Feuchtigkeit oder Staub in den Tubus geblasen wird.

Arbeitet hier jemand mit so einer TEMP-est Lüftung, und kann etwas aus Erfahrung berichten?

Ich finde den Preis etwas arg überzogen, und will mir die Anschaffung einfach gut überlegen. Über praktische Erfahrungswerte würde ich mich sehr freuen.

Danke!
 
Hallo Dane,

auch hier wirst du verschiedene Meinungen zu lesen bekommen, warum auch sollte das hier anders sein, als bei deinen bisherigen Recherchen?
Ich habe mich vor einiger Zeit auch mal für exakt dieses Belüftungssystem für mein C11 EHD interessiert. Vor der Investition wollte ich aber erst mal ausprobieren, ob diese Art der Belüftung überhaupt was bringt und habe mir das Ganze mal provisorisch mit Laptop-Lüftern nachgebaut und an das C11 gepfriemelt.
Mein Fazit danach: ich bleibe bei der Isolierung
Grund: es dauert auch mit dieser aktiven Belüftung lange, bis das Tubusseeing auf ein erträgliches Maß reduziert ist. Mit der Isolierung hingegen kann ich sofort mit der Beobachtung loslegen. Für mich(!) ist das von Vorteil, weil ich meistens nur in der ersten Nachthälfte und dabei oft spontan beobachte. Da ist es wichtig, dass das Teleskop sofort einsatzbereit ist und dafür ist die Isolierung für mich die einzige sinnvolle Möglichkeit.
Wenn man die Zeit hat, auf die thermische Anpassung zu warten und dann die ganze Nacht durchbeobachtet, mag das anders aussehen.

VGz
Günter
 
Hallo Günter,

ich erwarte hier keine anderen Meinungen, aber weitere um hier ein besseres Gesamtbild zu bekommen. Ich suche noch eine Art von Sammelpunkt, wo sich mehrere Meinungen treffen.

Darf ich fragen wie du das mit der Isolierung gelöst hast? Was für ein Material hast du da wie Dick aufgebracht, damit es sinnvoll ist?

Danke!
 
Hallo Dane,

ich habe zur Isolierung "Heizkörpertapete" (z. B. diese hier) benutzt. Aber aufpassen, in den Baumärkten bekommt man überwiegend die selbstklebende Version, diese würde ich nicht verwenden! Eine Lage rund um den Tubus und noch eine lose Lage zum Auflegen auf die Oberseite des Tubus, die Oberseite ist dann also doppelt isoliert, weil hier die meiste Wärme abgestrahlt wird. Zusätzlich habe ich bei der Schmidtplattenfassung eine Heizung in die Isolierung integriert. Die "EHD-Lüftungslöcher" habe ich natürlich auch zugemacht, die würden sonst dem Prinzip der Isolierung entgegenarbeiten.
Die Taukappe besteht auch aus Heizkörpertapete, die innen mit schwarzer Veloursfolie beklebt ist. Zur Stabilisierung der Form der Taukappe habe ich einen rund gebogenen Spanndraht für Maschendrahtzäune eingearbeitet.
Allgemein hört oder liest man oft, der Tubus sollte Umgebungstemperatur erreichen. Ich halte das bei großen, geschlossenen Tuben (wie z. B. SCT) jedoch für nicht zielführend, es kommt viel mehr auf die Minimierung der Temperaturunterschiede im(!) Tubus an, wie warm der Tubus im Vergleich zur Umgebung ist, ist dabei belanglos.
Insgesamt bringt dieses Prinzip des "hot Tube" bei mir und meiner Beobachtungsituation bessere Ergebnisse als die aktive Belüftung.
Ich würde es an deiner Stelle jedenfalls erst mal mit der Isolierung versuchen, denn das kommt deutlich billiger als diese Tempest-Lüfter. Wenn dich die Ergebnisse nicht zufrieden stellen, kannst du immer noch die Lüfter in Erwägung ziehen.

VG
Günter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günter,

danke für deine ausführliche Erklärung, und auch den Link. Ich würde das vielleicht in der Tat mal ausprobieren wollen. Selbstklebend wäre mir da auch wirklich etwas zu heikel, wenn ich nicht weiss dass sich die Isolation wieder einfach entfernen lässt. Ich habe halt das Problem, das ich unten und oben eine Prismenschiene (Für Zubehör) drauf habe. Ein umwickeln mit Heizkörpertapete wird hier vermutlich nicht möglich sein. Ich müsste hierzu zwei Halbschalen aus der Heizkörpertapete zuschneiden, und diese links und rechts irgendwie befestigen müssen. oder wenn ich es noch irgendwie durch die unterste Prismenschiene bekomme, ein Stück welches dann oben irgendwie befestigt wird. Mit 6mm sollte das ja eigentlich gehen?

Das verschließen der Lüftungslöcher klingt logisch, damit hätte man dann wohl ein richtig abgeriegeltes System. Ich frage mich, weshalb das hier Celestron oder allgemein bei den geschlossenen SCTs nicht von Grund auf so umgesetzt wird. Eine Isolierung in den Tubus integrieren, und diesen versiegeln ist wohl keine Hexerei.

Ja, in der tat kommt das deutlich billiger als rund 300€ für ein Lüftungssystem zu investieren, also wenn es das TEMP-est werden würde. Nicht das ich knausrig wirken möchte, aber die Lüftung ist ja auch nicht die perfekte *********.

Einen Heizring hatte ich gestern erst eingebaut, ich habe den originalen von Celestron zugelegt, mal sehen wie es mit laufen wird. Es scheinen da wohl noch ein paar Probleme umherzugehen, von denen ich hoffentlich verschont bleibe.

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Hallo Dane,

bei meinem C11EHD ist der Abstand zwischen Prismenschienen und Tubus groß genug, um die Heizkörpertapete dazwischen zu bringen.
Die Heizung habe ich mir aus 14 parallel geschalteten 330Ohm-Widerständen selbst gebaut, allerdings habe ich noch keine ausgefeilte Steuerung dazu, im Moment geht nur An-Aus.

VG
Günter
 
Moin,

Günter hat es auf den Punkt gebracht, wenn man rasch beobachten will, weil man nicht die ganze Nacht nutzen kann ist die Isolierungslösung schon von der Logik her das naheliegendstel. Wenn man die ganze Nacht, gerade im Winter, nutzen will, wird man um den thermischen Ausgleich nicht herum kommen, es sei den man temperiert auch den Tubus, was denke ich heute mit einer kleinen Steuerung möglich wäre. Dann kann man aber auch schon am späteren Abend die Lüfter laufen lassen, z.B. wenn man eh erst das Fotosetup aufbauen muss, das ist was anderes als visuell beobachten wollen und dann erstmal ewig "stand by" zu stehen.

CS
Jörg
 
Hi zusammen,

bei mir geht es weniger um das schnelle beobachten. Aber es ist auch nicht so das ich 2 Stunden aufbaue. Ich bin im normfallfall in einer halben Stunde startklar. Meine Teleskope bringe ich aber mindestens eine Stunde vorher schon raus zum temperieren.

Wenn man mit der Isolierung arbeitet, temperiert sich das Teleskop ja mit der Zeit auch, nur eben viel langsamer, und ohne extremen Differenzen zwischen Tubus und Innenluft, und dementsprechender Einwirkung auf das Bild. Oder habe ich das falsch verstanden?
 
Moin,

klar, irgendwann ist der Ausgleich immer erreicht, Du vermeidest halt starke Temperaturunterschiede und damit Schlierenbildung.

CS
Jörg
 
Hi Jörg,

wie ist das mit diesem "nachlaufen"? Ich habe irgendwo mal gelesen, das hier auch das Problem entstehen kann, dass das Teleskop immer nachläuft. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es darum das es halt immer einen Temperaturunterschied gibt. Also Aussentemperatur fällt, und das Teleskop hinkt durch die langsame Anpassung hinterher, und es gibt somit immer einen Temperaturunterschied. Ich schätze das wird durch die Isolierung auch etwas abgemildert?

Danke!
 
Hallo Dane,

ja, es geht um die Vermeidung zu großer Temperaturdifferenzen im Tubus.
Da spielt zum einen der massive Hauptspiegel eine Rolle, der ohne Isolierung der restlichen Innentemperatur massiv hinterher hinkt und zum anderen das Blendrohr, das man (speziell beim EHD, weil geschlossen) auch nur schwer gekühlt bekommt.
Außerdem nimmt die Tubusunterseite vom Boden Wärmeenergie auf und die Oberseite strahlt ungehindert in den Weltraum ab und dieser Vorgang hält während der ganzen Beobachtungsnacht an. Diese ständig vorhandene Temperaturdifferenz gilt es auch zu minimieren, deshalb habe ich für die Tubusoberseite eben die schon erwähnte doppelte Isolierung vorgesehen.
Alles auf möglichst gleicher Temperatur halten und das Thema Tubusseeing ist erledigt.
Aber ich möchte noch mal betonen, das ist für mich(!) und meine Art(!) zu beobachten seit 30 Jahren Erfahrung mit diversen SCTs die beste Lösung.
Mit genügend Zeit und Geduld kann das ganz anders aussehen.

Edit: Text etwas angepasst, da die Diskussion inzwischen weiter fortgeschritten ist

VG
Günter
 
Hallo Günter,

danke für deine Erfahrung. Genügend Zeit und Geduld ist so ein Thema, das habe ich eigentlich nicht. Also jedenfalls möchte ich so schnell wie möglich loslegen. Teleskop auf die Montierung und los gehts, wäre mir am liebsten. Besonders zur kälteren Jahreszeit, wo die Dunkelheit schon viel früher beginnt, habe ich eigentlich gar keine Zeit. Ich komme von der Arbeit nach Hause, und könnte eigentlich schon direkt loslegen. Deswegen suche ich da schon diverse Lösungsansätze, um das ganze zu vereinfachen bzw. zu vermindern.

Wenn hierzu eine günstige Heiztapete einen Vorteil bringt, wieso nicht. Ich wäre auch bereit, die 300€ für solche Lüfter auszugeben, wenn es sich wirklich lohnt. Aber wenn es dadurch nicht viel schneller geht, ist das halt auch so eine Sache.
 
Moin,

ich denke jeder muss für seine Einsatzbedingungen da den besten Weg finden. Man wird so oder so zu einem Ergebnis kommen, den "heiligen Gral" gibt's da nicht zu finden.

CS
Jörg
 
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