Test Belichtungszeit Jupiter

Hi,
zugegebenermassen kann man bei den ganzen Effekten, die im Gesamtprozess wirken, schonmal den Überblick verlieren. Und die Unschärfe steckt halt leider überall drin. Ein Pixel auf dem Chip, immer mit dem gleichen Lichtsignal bestrahlt, gibt trotzdem jedesmal einen leicht unterschiedlichen Wert aus, der "Punkt in der Mitte" wird durch die Optik aufgeweitet zu e. kleinen Scheibe, die durchs Bild wandert wg. d Rotation und der Nachführungenauigkeit, und zudem vom Seeing ständig verzerrt und hin und hergeschoben wird. Dann kommen die Postprocessing-Algorithmen mit ihren Manipulationen, usw, usw.
VG -CptB
 
Hi,
meine Vermutung ist halt, Seeing ist schlimmer als Rotation, wenn Lucky Imaging das Seeing ausgleichen kann, dann erst recht doch auch die Rotation.( In gewissen Grenzen)
CS Mike
 
Nun ja, aber wenn man sich die Möglichkeit hat einen der Effekte sicher zu eliminieren, warum sollte man es dann nicht tun? Im Gegensatz zu Seeing und Rauschen ist die Rotation ziemlich exakt berechenbar. Der Effekt mag bei schlechtem Bedingungen kaum zum Tragen kommen. Aber bei gutem Seeing bekommt man einen Vorteil für einen, wie ich finde, vertretbaren Aufwand.

Viele Grüße
Michael
 
Zum Thema Seeing & Rotation (aus meiner Sicht:)
Man kann sich ja mal den Prozess in allen Schritten durchdenken. Nehmen wir z.B. einen Punkt auf Jupiter, z.B. einen kleinen weissen Outbreak. Der wird durch die öffnungsbedingte Beugung schonmal aufgeweitet zu einem Scheibchen. Das wird dann durch Seeing verzerrt und verschoben. Jetzt muss beim Stacken der Alingment-Algorithmus diesen verschobenen und in alle Formen verzerrten Punkt in jeden Frames eindeutig identifizieren um ihn vor dem Aufaddieren wieder "gerade zu rücken". Und das ja nicht nur für diesen Punkt, sondern für's gesamte Bild, wobei die Korrekturen dann wg. d zufälligen Wirkung des Seeings über die Fläche verteilt an jedem Punkt anders ausgeführt werden müssen. Es liegt dabei für mich nahe, dass dies i.a. nicht immer gut und pixelgenau funktionieren kann, auch wenn man noch so viele Alignpoints setzt.
D.h. theoretisch kann Alignment die Rotation korrigieren (ob Features jetzt durchs Seeing od durch Rotation in den Frames verschoben auftauchen ist dem Algorithmus egal), aber sie kann eben wie das Seeing auch duch die o.g. Beschrängungen des Alignments nicht ausreichend genau korrigiert werden.
Nun kommt der 2. Schritt: Neben dem Alingment wirkt das Stacking zu einem grossen Teil auch über die einfache statistische Mittelung. Ein Punkt(Feature, etc) wird in vielen Frames verzerrt und verschoben ausaddiert, am Ende führt diese zufällige Verteilung zu einem höheren, aber auch etwas breiteren Peak. Erkennbar sind reine Stacks ja immer deutlich unschärfer als z.B. Einzelframes. Der Knackpunkt ist jetzt: die zufälligen Effekte d Seeings mitteln sich aus, d.h. Position und prinzipielle Form bleibt gleich, nur eben aufgeweitet. Mit Schärfung lassen sich die aufgeweiteten Peaks dann wieder komprimieren, eben schärfen.
Kommt jetzt allerdings die Rotation hinzu, wenn sie nicht vollständig gut durch Alignment korrigiert wurde, mittelt sie sich statistisch nicht aus, d.h. die Addition der Frames führt zu einer Verformung der Features, sie werden in die Länge gezogen.
D.h., lange Rede kurzer Sinn: Seeing wird im Verfahren durch 2 Massnahmen korrigiert-soweit wie möglich halt-, und zwar Alignment & statistische Mittelung, Rotation nur durch eine , dem Alignment.
OK,OK, ist alles eine ziemlich Erbsenzählerei. :):(
VG CptB
 
Hallo Holger
Ich finde schon das es ein Unterschied ist ob du von 60000 Bilder 40 % nimmst oder von 20000 Bilder 40% nimmst x 3 .
Es könnte ja sein das die ersten zwei Aufnahmen von 20000 Bilder nicht eine so hohe Qualität haben .
Dann würdest du ja auch ein paar schlechtere addieren weil ja die Auswahl an Bilder nicht so groß ist.

Gruß Frank
 
Hallo Frank,

das lässt sich so allgemein nicht sagen wie viel Prozent, es hängt davon ab, welches Objekt
( Größe, Kontrast), welche Bedingungen
( Seeing, Nachführung)
Erst gestern wollte ich eine Europa Aufnahme schon löschen, weil nichts Brauchbares zu erkennen war, trotz guter Bedingungen. Dann habe ich nochmal von vorne mit Stacken etc. angefangen mit komplett anderen Parametern (sehr viele Frames statt, wie üblich wenige), mich lange an den Reglern herumgespielt und dann zeigte sich doch noch Detail, welches mit alten Bildern vom gleichen Zentralmeridian gut übereinstimmt.
CS Mike
 
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