Test Canon 14x32 IS Fernglas

coltrane

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Auf Ebay gibt es gerade ein paar Restposten zum Schnäppchenpreis 699€.
Da habe ich mal zugeschlagen, das Ergebnis ist wie folgt:

Das Glas ist sehr angenehm zu greifen/halten und mit gut 800g ziemlich leicht.
Die Frontlinsen haben sogar 35mm Durchmesser, die Austrittspupille habe ich mit dem Meterstab zu 2,5mm gemessen.
Tagsüber ist das Bild kaum dunkler als mein 10x50 Fujinon, bald nach Dämmerungsbeginn wirds aber schnell düster.

Der Stabilisator funktioniert hervorragend, liefert ein nahezu wackelfreies Bild mit meist sehr guter Schärfe.
Eine deutliche Verbesserung zum Canon 15x50 das sich während der Stabilisierung immer mehr oder weniger stark dejustiert.
Es gibt 2 Modi die gleich gut funktionieren. Der einzige Unterschied beim Powered IS ist dass er das Objekt stärker festnagelt und auf kleine Schwenks nur zögerlich oder garnicht reagiert. Ich verwende deshalb lieber den normalen Modus, mit dem kann man problemlos schwenken. Die beiden Knöpfe, vor allem bei letzterem, sind leider sehr klein und manchmal schwer zu treffen.

Der Fokussierer läuft sehr leichtgängig, zügig und ohne Spiel.
Was wichtig ist, denn die Schärfentiefe ist durch die hohe Vergrößerung gering so dass man oft neu fokussieren muß.

Gesichtsfeld ist weder Tunnelblick noch Weitwinkel, sondern irgendwo dazwischen. Etwas weniger als bei einem Celestron X-Cel Okular, ich schätze so plusminus 57 Grad. Ich finde es nicht zu klein sondern von angenehmer Größe.

Die Kollimation ist sensationell gut, ich habe noch nie ein Fernglas gehabt wo die beiden Hälften dermaßen deckungsgleich waren. Kein Höhenversatz, keine Doppelbilder und die Justage der Linsen erscheint mir einwandfrei.

Die Bildqualität ist der nächste Schlager. Ich habe schon viele Ferngläser gesehen, auch teure, aber in dieser Art korrigiert wie das hier war noch keins. Das komplette Feld ist völlig flach wie ein Brett! Keine Feldkrümmung, kein Globuseffekt, keine Verzeichnung also weder gestreckt noch gestaucht und die Vergrößerung ist überall die gleiche. Lediglich zum Rand hin auf den äußeren 5-10 Grad macht sich sich mehr und mehr Koma breit, was aber unauffällig ist solange man nicht speziell darauf schaut.

Das einzige was negativ auffällt und das ist wohl der Preis für die vielen Korrekturlinsen, ist ein nicht zu übersehender Farbfehler. Schwarze Buchstaben auf weißem Grund sind doch merklich violett, auch gelbe Ränder habe ich schon gesehen. Wer empfindlich auf Farbfehler reagiert, für den wird dieses Glas eher nichts sein. Mich stört es wenig, da der Rest einfach mehr als stimmt.

Ein weiterer Kritikpunkt sind wie üblich bei Canon Ferngläsern die Augenmuscheln. Hochgestellt sind sie zu lang, runtergeklappt ist der Einblick jedoch sehr angenehm und unkompliziert ohne Blackouts. Mit Brille geht das volle Feld, ich muß mich aber schon etwas stärker dagegen pressen. Der ein oder andere Millimeter mehr Eye Relief wäre wünschenswert. Die Muscheln sind übrigens verklebt und lassen sich nicht abziehen.

Insgesamt finde ich das Fernglas außerordentlich sympathisch, es ist einfach toll so viel Leisung in so einem handlichen Instrument zu haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Coltrane,
danke für Deinen Bericht! Zu den neueren IS Modellen hörte man bislang nur wenig. Was aber zumindest bei den Listenpreisen wenig verwundert.
Kannst Du das Glas mal für die Sternenbeobachtung testen? Der Power Modus könnte hier vielleicht nützlich werden.
Mir ist beim 12x36 IS III aufgefallen, daß das System zwar normales Muskelzittern ausgleichen kann, jedoch Schwächen aufweist, wenn sich mehrere zitternde Muskelgruppen überlagern. So z.B. bei längeren steilen Beobachtungen am Zenit.

Viele Grüße
Johannes
 
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