Hallo Holger,
ich habe den Bericht mit Interesse gelesen und finde ihn wirklich klasse! Da bleiben kaum Fragen offen und mit Deiner Bewertung der Jenaer Gläser stimme ich nahezu überein. Das Fujinon kenne ich noch nicht, daher finde ich es prima, daß es endlich mal einen fundierten Bericht gibt. Zwei kleine Anmerkungen hätte ich.
The Nobilem is only splash-proof but it will survive any rain fall without trouble.
Damit wäre ich etwas vorsichtiger. Ein Bekannter hat mal sein Docter-Optik Nobilem 8x56 mit Wasser zu reinigen versucht und das war danach ein klassischer Fall für den Service <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Einen Vorteil hatte die Geschichte, man hat seinem Nobilem neben der Trocknung des Innenlebens gleich eine nagelneue Gummierung verpasst. Das war allerdings ein etwas älteres Docter Glas mit der alten Zeiss Armierung. Ob das bei den neuen Nobilems passieren kann, weiß ich nicht. Ich würde aber bei Regen immer den Okularschutz drauf setzen.
The Jenoptem, finally, has got a flawless and reliable construction, a precise machining of the moving parts and has been proving to work properly over the decades.
Das klingt mir etwas zu optimistisch. Die alten Zeiss Jena Gläser sind mechanisch ausgereift und hervorragend verarbeitet, aber es gab in der Vergangenheit immer mal Probleme mit der ungenügenden Abdichtung. Bei den Modellen mit Mitteltrieb kann bei älteren und oft gebrauchten Gläsern Staub im innern die Freude am Beobachten trüben. Da die Gläser auch keine Stulpendichtung haben, sind sie eben nicht so gut abgedichtet. Das ist auch der Grund, warum manches auf ebay ersteigerte Glas erstmal eine Reinigung gebrauchen könnte.
Das Ranking der drei Ferngläser klingt für mich plausibel. Die Unterschiede in der optischen Leistung zwischen Jenoptem und Nobilem sind wirklich nicht so groß, als daß man eindeutig das teurere wählen müsste. Neben dem günstigen Gebrauchtpreis spricht für ein Dekarem/Jenoptem eben auch das deutlich geringere Gewicht und das bessere Handling. Das alte Zeiss Glas ist kompakter und einfach griffiger, weshalb ich es auch nach über 20 Jahren für Astro immer noch bevorzuge.
Müßte ich zwischen den Gläsern wählen, so würde ich mich nur aus zwei Gründen für das Fujinon entscheiden:
- Eignung für Brillenträger
- Randschärfe für astronomische Beobachtungen.
Ansonsten würde ich schon wegen des Mitteltriebs die beiden anderen Kandidaten favorisieren. Tagbeobachtungen mit Einzelokulareinstellung sind nicht mein Ding. Da verzichte ich lieber auf etwas Randschärfe und Kontrast, kann dafür aber ohne Probleme auf kurze und weite Distanzen beobachten. Und meist nutzt man ein gutes Fernglas eben doch nicht nur für Astro. Kauft man sich das Fujinon als reines Astroglas, dann dürfte es allerdings eine erstklassige Wahl sein.
Ideal wäre aus meiner Sicht ein Nobilem mit echten Brillenträgerokularen oder ein Fujinon mit Mitteltrieb. Beides gibt es leider nicht und so bleibe ich vorerst beim alten Dekarem und gucke weiter ohne Brille. Ich hatte schon die leise Hoffnung, daß Docter-Optik mit dem neuen 10x42 B/CF einen echten Treffer landet, der noch einigermaßen bezahlbar ist. Leider hat man an der falschen Stelle gespart. Der AP Abstand ist mal wieder etwas arg knapp bemessen und mit Brille kann ich das volle Sehfeld nicht übersehen. Wenn ich das Fernglas auf die Brille aufsetze und mir die Brille ins Gesicht schiebe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />, dann geht's so einigermaßen. Von komfortabel kann allerdings keine Rede sein. Wirklich schade, denn die Optik machte einen sehr guten Eindruck <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> ...
This may not be an issue with japanese noses
Der war gut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...
Frank.