Test Fujinon 10x50 FMTR-SX

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holger_merlitz

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Hallo,
Ich melde mich hier mal zu Wort, weil ich gerade eine gute Gelegenheit
hatte, das Fujinon zu testen. Mir scheint, dass es fuer die Astronomie
von besonderer Relevanz ist. Fujinon und Docter haben mir netterweise
ihre Fernglaeser fuer den Test zur Verfuegung gestellt. Den Testreport
(in Englisch) findet Ihr auf meiner Web-Page:
http://de.geocities.com/holger_merlitz/fujinon10x50.html

Fuer Fragen, Anregungen, Kritik und Ergaenzungen stehe ich gern zur
Verfuegung. Falls ich mal nicht sofort antworte, bitte ich um Geduld,
da ich nicht immer Gelegenheit habe, ins Internet zu gehen.

Viele Gruesse,
Holger Merlitz
 
Hallo Holger,

ich habe den Bericht mit Interesse gelesen und finde ihn wirklich klasse! Da bleiben kaum Fragen offen und mit Deiner Bewertung der Jenaer Gläser stimme ich nahezu überein. Das Fujinon kenne ich noch nicht, daher finde ich es prima, daß es endlich mal einen fundierten Bericht gibt. Zwei kleine Anmerkungen hätte ich.
The Nobilem is only splash-proof but it will survive any rain fall without trouble.
Damit wäre ich etwas vorsichtiger. Ein Bekannter hat mal sein Docter-Optik Nobilem 8x56 mit Wasser zu reinigen versucht und das war danach ein klassischer Fall für den Service <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Einen Vorteil hatte die Geschichte, man hat seinem Nobilem neben der Trocknung des Innenlebens gleich eine nagelneue Gummierung verpasst. Das war allerdings ein etwas älteres Docter Glas mit der alten Zeiss Armierung. Ob das bei den neuen Nobilems passieren kann, weiß ich nicht. Ich würde aber bei Regen immer den Okularschutz drauf setzen.
The Jenoptem, finally, has got a flawless and reliable construction, a precise machining of the moving parts and has been proving to work properly over the decades.
Das klingt mir etwas zu optimistisch. Die alten Zeiss Jena Gläser sind mechanisch ausgereift und hervorragend verarbeitet, aber es gab in der Vergangenheit immer mal Probleme mit der ungenügenden Abdichtung. Bei den Modellen mit Mitteltrieb kann bei älteren und oft gebrauchten Gläsern Staub im innern die Freude am Beobachten trüben. Da die Gläser auch keine Stulpendichtung haben, sind sie eben nicht so gut abgedichtet. Das ist auch der Grund, warum manches auf ebay ersteigerte Glas erstmal eine Reinigung gebrauchen könnte.

Das Ranking der drei Ferngläser klingt für mich plausibel. Die Unterschiede in der optischen Leistung zwischen Jenoptem und Nobilem sind wirklich nicht so groß, als daß man eindeutig das teurere wählen müsste. Neben dem günstigen Gebrauchtpreis spricht für ein Dekarem/Jenoptem eben auch das deutlich geringere Gewicht und das bessere Handling. Das alte Zeiss Glas ist kompakter und einfach griffiger, weshalb ich es auch nach über 20 Jahren für Astro immer noch bevorzuge.

Müßte ich zwischen den Gläsern wählen, so würde ich mich nur aus zwei Gründen für das Fujinon entscheiden:

- Eignung für Brillenträger
- Randschärfe für astronomische Beobachtungen.

Ansonsten würde ich schon wegen des Mitteltriebs die beiden anderen Kandidaten favorisieren. Tagbeobachtungen mit Einzelokulareinstellung sind nicht mein Ding. Da verzichte ich lieber auf etwas Randschärfe und Kontrast, kann dafür aber ohne Probleme auf kurze und weite Distanzen beobachten. Und meist nutzt man ein gutes Fernglas eben doch nicht nur für Astro. Kauft man sich das Fujinon als reines Astroglas, dann dürfte es allerdings eine erstklassige Wahl sein.

Ideal wäre aus meiner Sicht ein Nobilem mit echten Brillenträgerokularen oder ein Fujinon mit Mitteltrieb. Beides gibt es leider nicht und so bleibe ich vorerst beim alten Dekarem und gucke weiter ohne Brille. Ich hatte schon die leise Hoffnung, daß Docter-Optik mit dem neuen 10x42 B/CF einen echten Treffer landet, der noch einigermaßen bezahlbar ist. Leider hat man an der falschen Stelle gespart. Der AP Abstand ist mal wieder etwas arg knapp bemessen und mit Brille kann ich das volle Sehfeld nicht übersehen. Wenn ich das Fernglas auf die Brille aufsetze und mir die Brille ins Gesicht schiebe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />, dann geht's so einigermaßen. Von komfortabel kann allerdings keine Rede sein. Wirklich schade, denn die Optik machte einen sehr guten Eindruck <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> ...
This may not be an issue with japanese noses
Der war gut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Hallo Frank!

Danke fuer die Kommentare! Ich bin ueberrascht zu hoeren, dass man das
Docter 8x56 nicht mit Wasser reinigen kann. Dies ist halt der Teil des
Tests, den ich mich nicht traue durchzufuehren :-) Umso wichtiger ist
es daher, Erfahrungen von Benutzern zu hoeren, sonst ist man allein auf
die Angaben der Hersteller angewiesen. Es ist wohl wirklich nicht leicht,
Eigenschaften wie Spritzwasser-Bestaendigkeit in einer Grosserie
reproduzierbar zu wiederholen, was im Prototypen noch kein Problem war.

In der Tat scheint das Fujinon fuer die Astronomie optimiert zu sein.
Allerdings ist das Problem der Einzelokulareinstellung nicht sooo schlimm:
Die Verstellung ist beim Fujinon relativ schwergaengig, d.h. einmal korrekt
auf 'unendlich' eingestellt, bleibt es auch da und kann am naechsten Tag so
wieder verwendet werden. Wenn man also nicht gerade Schmetterlinge beobachten
will, muss man, glaube ich, gar nicht viel herumstellen. Ein Problem gibt es
natuerlich dann, wenn mehrere Leute das Glas benutzen wollen...

Gruss,
Holger
 
Hallo Holger,

vielen Dank noch einmal für den interessanten Artikel.
Noch eine Frage zur Einzelokulareinstellung. Ich hätte da die Befürchtung, dass die Tiefenschärfe bei 10x Vergrößerung zu gering ist. Packt es das Auge beim Blick durch das Fujinon wirklich, z. B. von unendlich auf sagen wir 30 m scharfzustellen? Ich dachte immer, die Grenze für diese Möglichkeit läge bei 7x, maximal 8x Vergrößerung.

Gruß

Steve
 
Hallo,

ich weiß nicht, warum sich die Leute die Einzelokulareinstellung so problematisch vorstellen.
Ich habe ein Fujinon 7x50 FMTR-SX.
Wenn ich das auf Unendlich einstelle, ist alles ab ca. 15m scharf, oder noch näher.
Das 10x50 dürfte da auch nicht so viel problematischer sein...
Für kürzere Entfernungen brauche ich das Fernglas eh nicht.
Also für mich ist das Fujinon sehr wohl auch für Tagbeobachtungen geeignet.

Grüße
Franco
 
> Ich bin ueberrascht zu hoeren, dass man das Docter 8x56 nicht mit Wasser reinigen kann.

Hallo Holger,

ob man das auf alle Ferngläser diesen Typs beziehen kann, weiß ich nicht. Ich kenne den konkreten Fall und ich weiß noch, daß mich mein Fotohändler diesbezüglich mal gewarnt hat. Er sagte sinngemäß: die Ferngläser sind spritzwassergeschützt, aber man sollte sie nicht unter fliessendem Wasser reinigen. Ich denke, etwas Regen wird den Ferngläsern nicht schaden. Nur würde ich mich nicht dafür verbürgen, daß man in einem Gewitter oder bei Starkregen immer trockenen Fernglases nach hause kommt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Daher meine Anmerkung.

> Allerdings ist das Problem der Einzelokulareinstellung nicht sooo schlimm

Für astronomische Beobachtungen sicher nicht. Wenn ich aber mit Dekarem oder Nobilem auf Wanderschaft bin, dann muß ich den Mitteltrieb schon sehr oft bemühen, um beim Wechsel zwischen Nahbereich und Ferne zu fokussieren. Meine Augen schaffen es definitiv nicht, mit einem auf die Ferne fokussierten 10x50 auch bei 15 oder 30m Entfernung scharf zu sehen. Ein 7x50 ist da deutlich einfacher zu handhaben. Zudem ist das sicher auch eine Frage des Alters. In jungen Jahren fällt es wohl leichter, unterschiedliche Beobachtungsdistanzen durch Akkommodation der Augen auszugleichen. Wird man älter, so läßt diese Fähigkeit nach. Da ich nun keine 20 mehr bin, hätte ich wohl meine Probleme mit einem 10x50 und Einzelokulareinstellung.

Frank.
 
Hallo,
ich habe so einig Ferngläser vorwiegend von Zeiss Jena und möchte deshalb auch mal meinen Senf zu Einzelokulareinstellung schreiben. Es gibt Ferngläser bei denen die Optik speziell für den Einsatz mit Einzelokulareinstellung entwickelt wurde. Dazu zählt z.B. das EDF7x40. Bei diesem Glas ist ab etwa 15 Meter wirklich kein scharfstellen nötig!
Anders sieht es aber schon beim Binoctar 7x50 aus. Hier ist es für mich das ständige schärfe Suchen schon sehr nervig! Das Dekaris 10x50 und das Pentekar 15x50 werden in dieser Reihenfolge immer schlimmer. Das Pentekar ist meiner Meinung nach für Tagesbeobachtung völlig unbrauchbar!
Alle 3 Zeiss Jena Modelle mit Mitteltrieb sind hervorragend und sehr gut am Tage wie auch in der Nacht zu benutzen!
Das der fehlende Mitteltrieb für Astrozwecke kein Problem ist ist wohl unstrittig!
Aber wer benutz sein Fernglas nur bei Nacht?
Ich kann also jedem nur empfehlen sich gut zu Überlegen ob er wirklich auf den Mitteltrieb verzichten will. Ich will es nach zahlreichen Erfahrungen höchstens bei meinem EDF!
Gruss
Sebo
 
Hallo!
Toller Testbericht! Vielen Dank!
Dein Test bestätigt meine hohe Meinung von diesem Glas, das ich auf dem letzten ATT mal in Augenschein genommen habe! Mein Fujinon 7x50 FMT-SX hab´ ich vor ein paar Jahren verkauft, da es genau die Nachteile hat, die jetzt das neue 10x50 nicht mehr hat: nur 50 Grad scheinbares Feld, zu große AP von 7 mm.
Gruß
Matthias
 
Hallo Matthias,

vielen Dank! Ich habe dieselben Probleme mit den 7x50ern: Das Sichtfeld ist
einfach zu klein! Mit 50 Grad guckt man schon in die Roehre! Ich hatte uebrigens
mal bei Docter angefragt, ob die nicht mal ein Weitwinkel 7x50 bauen wollen.
Schliesslich gibt es sowas zur Zeit auf dem Markt nicht. Aber die winken ab: Es
gaebe keinen Markt fuer so ein Instrument, das dann relativ schwer und teuer
ausfallen wuerde. Schade...

Gruss,
Holger
 
Re: 7x50 mit WW-Okularen

als 7x50 gibt es das leider wirklich nicht, aber für die WW-Fans hat Zeiss die Bonbons:

klein, handlich: Dialyt 7x42 mit ca. 60° oder
groß, ultralichtstark: Victory 8x56 mit ca. 60° Okularen (das einzige mir bekannte mit Pupille 7 und mehr als 52°)

Wermutstropfen: ein bißchen teurer als Docter sind die leider (beide so um 1000€ bestes Angebot)

Gruß
 
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