Test: Nikon Sportstar EX/ Vixen Atrek 10x25

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Gelöschte Mitglieder 487

Hallo zusammen,
ein paar Threads weiter unten habe ich ja nach beiden Gläsern und deren qualitativen Eigenschaften gefragt - nun habe ich selber beide bei mir liegen und einem ersten Vergleichstest unterzogen.
Für alle nochmal kurz die wichtigsten Daten:

Vixen Atrek

Augenabstand: 18 mm
Sehfeld: 5,5 Grad
Gewicht: 360 g
Preise meines Anbieters:
115 Euro

Nikon Sportstar EX

Augenabstand: 10 mm
Sehfeld: 6,5 Grad
Gewicht: 280 g
Preis: 86 Euro

Beides Dachkantgläser mit Innenfokussierung und Drehaugenmuscheln.

Als erstes schaut man sich die Gläser natürlich äußerlich an - das Äußere:
Das Nikon machte auf den ersten Blick einen weitaus hochwertigeren Eindruck, als Bilder im Netz vermuten ließen. Mein anfänglich befürchteter "Plastiklook" wurde schnell revidiert - ein wirklich stabiles hochwertiges Gerät lag da in meinen Händen. Blick auf die Vergütung: Objektiv schön grün-violett, deutet schon mal auf hochwertige Optik hin, Okulare der erste Schreck. Wo ist die Vergütung hin? Man erkennt eine Vergütung, aber ich kann nicht sagen, ob das nicht vielleicht eher die Prismen sind...Jedenfalls weit schlechter vergütet als die Objektive zeigt sich ein seicht schimmerndes Violett. Erstaunlich und schade gleichermaßen, das einzige aber dafür dicke Minus letztlich doch fürs Äußere. Gummiearmierung, Design, Verarbeitung ansonsten top. Das Vixen ist äußerlich vom Anblick her makellos. Vergütung hüben wie drüben prima, noch etwas dunkler als beim Nikon. Die Verarbeitung der Gummiearmierung, besser dessen Haftung am Gehäuse läßt jedoch etwas zu wünschen übrig. Zwar nur punktuell leicht locker und andrückbar, aber bei wiederholtem Kraftaufwand bei Betätigen der Knickbrücke darf man auf längere Sicht ein Ablösen Befürchten.
Wenn wir das Äußere um eine weitere Sinnesebene bereichern wollen: das Vixen riecht nach Wasserball, das Nikon ist geruchsneutral.
Die Mechanik:
Fokussiertrieb bei beiden grundsätzlich feinfühlig. Allerdings zeigt der des Nikon etwas Spiel in eine Drehrichtung, es braucht ein paar Grad Drehung, bis das Rad den Trieb greift. Dennoch ziemlich angenehm zu handhaben.
Vixens Fokussiertrieb ist zwar sehr groß dimensioniert, ist aber deshalb nicht feinfühliger. Mechanisch gesehen einwandfrei, ist man jedoch recht fix über den Schärfepunkt hinausgeschossen, beim Nikon ist dem nicht so. Beide müßten eigentlich dieselbe Schärfentiefe haben (?), keine Ahnung woran das liegt. Muß wohl eine Übersetzungsfrage sein.
Die Ergonomie: beide liegen hervorragend in der Hand, sind griffig und das Fokussierrad ist leicht zu bedienen. Das Vixen ist etwas größer, insb. beim Transport punktet das Nikon durch seine Faltbarkeit enorm - dies sieht man schon am Lieferumfang: Die Nikon-Tasche hat eine Gürtelschlaufe, das Vixen eine richtige Tasche, worin man auch ein Porro-8x30 vermuten könnte. Allerdings ist selbige
tasche auch großzügig gestalten und weit robuster als die von Nikon. Zu den Gläsern zurück. Der große Augenabstand des Vixen ist schon bemerkenswert, aber mit Brille beobachten geht bei mir trotzdem nicht. Bei meinem 10x50 (Porro)mit 19 mm Augenabstand gehts weitaus besser. Muß am Zusammenhang Okulargröße und Abstand beider Augen liegen.
Dennoch erweist sich der Augenabstand als sehr angenehm, bei den 10mm des Nikon sitzt das Glas direkt am Auge. Da ich persönlich nicht gern mit Wimpern über die Okulare streife bleib ich lieber etwas weiter weg und so releativiert sich schnell das größere Sehfeld. Ebenso bei Kälte und entsprechender Beschlaggefahr muß man ja etwas weiter wegbleiben...
Die Optik: Getestet habe ich im freien Gelände bei bewölktem Himmel, die Sonne schien nur extrem diffus hindurch, Schatten gabs keine. Ich habe hier ledglich einen praxisnahen Test vollzogen, nix mit Backsteine und Kanten :/ Das Ergebnis ist ohnehin auffällig genug, alsdaß derartiges vonnöten gewesen wäre:
Der Blick durchs Nikon zeigte ein qualitätvolles Bild, welches leicht fokussiert werden konnte. Der Kontrast und die Bildhelligkeit waren doch überraschend gut in Anbetracht der lichtschwachen Wetterlage. Mir präsentierte sich ein für meine Begriffe natürliches Bild - so hell wie mit freiem Auge, trotz der vergleichsweise hohen Vergrößerung. Die Schärfe auf der Achse ist gut, fällt zum Rand hin aber rapide ab. Kurzer Schwenk zum Vixen. Erster Eindruck - kommt die Sonne raus?...Griff zum Nikon..."Sonne" weg. Wieder zum Vixen: Wieder ein helles klares Bild - man hält es nicht für möglich bei diesem Wetter. Die Farben wirken intensiver, das Bild generell ist deutlich brillianter. Schärfe: praktisch übers gesamte Feld scharf, mit nur leichten Einbußen zum äußersten Rand. Das hat nichts mehr mit dem beschnittenen Sehfeld zu tun! Hinzukommt ein großflächiger Reflex im Nikon, der sich besonders abzeichnete, als ich Bäume mit hellem Himmel im Hintergrund beobachtete. Dieser kreisrunde konzentrische Reflex nimmt etwa die Hälfte des Sehfelds ein (außerhalb der Bildmitte) und macht deutlich, woher der Kontrastunterschied kommt...Aber: auch das Vixen hat Reflexprobleme, allerdings anderer Art: nicht das direkte Sehfeld ist betroffen, sondern das schwarze drumherum: ringsherum zeigt sich bei Betrachtung von hellen Objekten ein regenbogenfarbener Lichtkranz, der das eigentliche Sehfeld umtanzt. SEHR gewöhnungsbedürftig! Das Sehfeld selbst scheint mir nicht betroffen. Geschwärzt sind beide Gläser gleichermaßen, na sagen wir mal "gegraut". Allerdings ist mir im Vixen ein Film von der Gleitsubstanz der Innenfokussierung aufgefallen, daher wohl die Regenbogenfarben - wie ein Ölfilm?! An dieser Stelle Frage an die Kenner der Innenfokussierung: Ist das normal?
Ein Fazit ziehen ist nicht so ganz einfach. Was die Optik allein betrifft, hat das Vixen allerdings eindeutig die Nase vorn. Gruselig ist dieser Ölfilm und unschön die leichten Mängel der Armierung. Für das Geld sind aber beide Gläser wirklich gut.
Eine Anmerkung abseits des Tests: ich hatte überraschend wenig Probleme, die Gläser ruhig zu halten. Ja, es hat mehr gewackelt als mein 10x50. Aber wirklich nur geringfügig, ziemlich überraschend. Mein 10x50 wiegt auch nur 900g.

Beste Grüße,
Norman




 
Danke für den Test!

Gruß,
Hans-Peter
 
Hallo Hans-Peter!

Nicht schlecht, nach ein paar Jahren bedankt sich mal einer - Wenigstens einer, der die Mühe zu schätzen weiß - Danke dafür!

Beste Grüße,
Norman
 
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