Jott_Jott
Neues Mitglied
Hallo zusammen!
Ich reposte mal (mit ein paar Ergänzungen) einen Artikel von mir aus dsa, einen Testbericht über das Synta-FH vom Wolfi Ransburger:
Nachdem ich mit meinem 10''er Dobson in eine lichtumflutete Reihenhaussiedlung gezogen war, herrschte erstmal eine ganze Zeit astronomische Funkstille: Der Lichteimer war hier völlig fehl am Platze. Der Himmel war grau, Deep-Sky konnte man völlig vergessen, und am Planeten oder Mond war das hochgeöffnete (f/4,5) Dobson bestenfalls "suboptimal".
Nun denn, ich habe mein geliebtes Lichteimerchen schweren Herzens in den dunklen Spessart verkauft schnüff ...
... und die Verkaufserlöse prompt beim Wolfi Ransburg (www.teleskop-service.de) wieder auf den Kopf gehauen
Ein Refraktor aus China erregte dort mein Interesse: Von Synta gab es einen 4-zölligen Fraunhofer Achromat auf einer deutschen Montierung (Skyview) für knapp 450.-?. Den habe ich bestellt. Die Beratung durch Wolfi per Email war wie immer gut und die Antworten kamen prompt. Ebenso gewohnt prompt wurde geliefert. In zwei großen Kartons kam das Gerät, der Zusammenbau war Sache von ein paar Minuten. Das Alustativ wurde fix zusammengeschraubt, die Montierung drauf, Tubus in die Rohrschellen, Gegengewicht dran - fettich.
Erste positive Überraschung: Der Sucher bildet recht ordentlich ab, viel besser als das sinn- und nutzlose Plastikteil, das MEADE meinem Zehnzöller beilegte. Gut so, denn Wolfi hatte mir ausdrücklich zum Sucher statt zum Lichtpunktfinder geraten, mit dem das Teleskop auch wahlweise geliefert wird. Die Sucherhalterung ist übrigens sehr pfiffig: Statt der üblichen 3 Schrauben sind es hier 2 Schrauben und eine Gegenfeder. Das Ganze ist höchst wirkungsvoll und lässt sich präzise einstellen. Den Sucher habe ich auf den Kirchturmhahn des Nachbardorfes justiert, so präzise, dass ich jedes Objekt in die Mitte meines 6,3mm-Okulars bekomme. Der Sucherschuh hält das Ganze sicher und verstellfrei.
Das Alustativ: Na, ein Alustativ halt. Es wackelt halt, so, wie Alustative das halt so tun. In der Mitte ist das obligatorische Ablagetischchen, das leider so angebracht ist, dass es nicht hilfreich zur Stabilität beitragen kann. Dafür läuft das ausziehbare Bein in einer Führungsschiene. Sehr aufwändig für das kleine Geld! Ingesamt ist das Gewackel aber durchaus erträglich. Beim Einstellen und verdrehen wackelts halt, beim Beobachten ist aber Ruhe. Die Skyview Montierung: Die hat mich positiv überrascht. Sehr massiv, sehr stabil, trotzdem sehr leicht. Die biegsamen Wellen hätte gerne etwas länger sein können, der Refraktor ist immerhin 'nen Meter lang. Es geht aber. Die Nachführung geht ruckelfrei, was sicher am "China-Honig" liegt, dem zähen, klebrigen Schmierstoff, mit dem das Ganze "flutscht". Ein Manko? Nein, sicher nicht! Der Zweck heiligt die Mittel, und hier heißt der Zweck "ruckelfrei nachführen", und der wird voll und ganz erreicht! Nirgendwo tritt die Schmiere aus und klebt, sondern sie schmiert da, wo sie es soll. Auch die massive Montierung verhindert nicht, dass das Stativ wackelt. In dem Moment, in dem man die Nachführungswelle anfasst, tanzt der Stern im Okular, dann ist aber auch schnell Ruhe, und nach einigen Minuten Übung hat man raus, wie man wackelfrei nachführt. Nachrüsten kann man einen Polsucher, und natürlich Nachführmotoren. Ich muss nicht extra erwähnen, dass ich für den Teleskopkauf traditionell mit 2 Wochen Bewölkung bestraft wurde, oder?.-)
Dann war es soweit: Nachmittag und keine Wolken! Die für einen AlBiREO obligatorische Teleskoptaufe stand an. Bei einer Tasse Tee aus Szechuan hat die "ehlwüldige Tochtel Flanziska" das Rohr auf den Namen "Taikonaut Liwei" getauft. Anschließend haben wir uns vom Chinamann noch "8 Schätze" zur Feier des Tages bringen lassen. Beim Blick durch die Terassentür konnte ich dann den Mond sehen - nichts wie raus!
Das Seeing war sehr bescheiden: Beta Cygni war noch eben mit bloßem Auge zu erkennen, es lag viel Feuchtigkeit als Dunst in der Luft. Plejaden, Mars und Saturn brachten nichts, also habe ich Gevatter Mond besucht. Am Synta102/1000 kam neben dem 6.3 "Jansen-Plössl" (auch von Ransburg) ein ND96-Mondfilter von Meade zum Einsatz.
Ich kam am unteren Ende des Terminators aus und kurbelte mich mit den Nachführungswellen nach oben. Uiii, das wackelt aber! Aber: Hat man die Wellen einmal ruhig in der Hand, kann man mit ein klein wenig Gefühl wackelfrei von Hand nachführen. Hmm, die Fokussierung geht sehr gut und gleichmäßig, kein Vergleich mit dem Wackelteil von Meade. Eine deutliche Verbesserung! Eine Bucht mit Krater kommt mir ins Auge gesprungen: Toll, so stelle ich mir "Mondbasis Alpha1" vor. Es ist GASSENDI, gute 110km im Durchmesser. Er liegt in einer Bucht im Mare Humorun, seine Kraterwälle treten plastisch hervor, und aus der Mitte prangt ein Zentralberg heraus. Unmittelbar daneben liegen 2 ebenfalls beeindruckend beleuchtete, kleinere Krater, Gassendia A u. B.
Man erkennt deutlich, dass der Boden im Mare ganz anders aussieht als "an Land". So plastisch, kontrast- und detailreich konnte ich den Mond bisher noch nie sehen. Toll! Etwas knapp überhalb dieser Formation, knapp jenseits des Terminators im Dunkeln, liegt ein Krater, der selbst im Dunkeln noch dunkel erscheint: Das kann nur Billy sein. Ich durchschreite den Oceanus Procellarum. Dort sieht man zwar, dass es viele Details am Boden gibt, aber nichts, was einem sofort ins Auge springt. Höchstens die kleine Krater MARIUS A,B und C fallen auf, weil Licht und Schatte sie wirkungsvoll in Szene setzen.
Dann ein Stückchen höher kommt ARISTARCHUS in Sicht, und wie. Neben ihm im Dunkeln verschwindet HERODOTUS, und weiter ins Licht liegen (Rupes) TOSCANELLI und Krieger. Auch hier bin ich von dem Bild, dass mir mein Chinarefraktor liefert, begeistert: Der Übergang vom Maare zur Landmasse
ist unglaublich scharf und plastisch, und stellt alles in den Schatten, was mir der 10'' Starfinder bieten konnte. Man kann sich gar nicht sattsehen.
Ich spiele etwas mit den Okularen, mal dies, mal das, und siehe da: Auch die mitgelieferten Okulare sind absolut brauchbar und keinesfalls nur "Dreingabe"!
Ein Stückchen weiter leuchtet Mars - nichts wie hin!!! Aus dem Starfinder kannte ich Mars nur als hellen, tanzenden Fleck, der ums Verrecken nicht scharf zu bekommen war. Und jetzt: Wow! Ein richtiges Scheibchen *freu*! Da wird nicht lange gefackelt und das 6.3er rein. Jaa, so sehen Planete aus. Ich bin begeistert. Das hätte ich bei dem schlechten Seeing nicht erwartet. Immer noch scharf, sogar die dunkle "Landmasse" Thyrrenum Mare (danke Frank!) um Syrtis Major lässt sich
bei längerem Hinsehen erahnen. Leider nicht mehr, denn es ist mittlerweile noch trüber geworden. Mann, ich kanns nicht erwarten, das Teil mal in einer richtig klaren, dunklen Nacht auszureizen! Cygnus sehe ich, also drehe ich noch schnell ALBIREO rein, der ist Pflicht! Schön, klare, feine Punkte. Die Farben sind nicht soo ausgeprägt wie im 10''er, klar, aber dafür sind ist Albireo nadelfein und der Himmelshintergrund dunkel. Leider wird es jetzt windiger, und damit kälter. Unangenehmer ist allerdings, dass auch der Dunst in Form von Hochnebel noch weiter zunimmt:-/
Naja, ich packe zusammen und ganz es gar nicht erwarten, mal eine schöne klare zu haben, in der der Refraktor mal richtig ausgereizt werden kann. Die lässt aber aus sich warten. Das Programm "Mond-Mars-Albireo" habe ich jetzt unter ähnlichen Bedingungen ein paar mal durchexerzieren können. Siehe da: Mein Sohnemann hat auch schon Feuer gefangen und beobachtet mit. Dank des wirklich brauchbaren Suchers (vor allem der Tatsache, dass er sich wirklich präzise einstellen lässt) konnte ich das Teleskop mit ein paar Verrenkungen und Kopfnüssen durch eben den Sucher nachführen, während Konrad (5 Jahre) staunend ins All blickte.
Fazit: Ein schöner Refraktor, in dem viel an Möglichkeiten steckt. Für das Geld ein unschlagbares Angebot! Ein 20mm und ein 10mm Okular waren dabei. Beide sicher keine Highlights der Optiktechnik, aber absolut tauglich und verwendbar, und deutlich mehr als eine "bloße Dreingabe". Der Einblick ist zwar etwas eng (wie das halt bei Plössls ist), die Abbildung aber ohne Fehl und Tadel! Ich persönlich bevorzuge Okulare wie diese, die eine "ungeschönte" Darstellung liefern. Irgendwelche Weitwinkel-Okus mit Kissenverzeichnung pp. sind nicht nach meinem Geschmack. Diese hier sind nach meinen Geschmack: Scharf bis in die Ecken, kreisrunde Planeten, nadelfeine Sterne, Herz..ähh Auge, was willst du mehr. Der Augenabstand taugt auch noch für Brillenträger. Selbst mein 5-jähriger Sohn konnte da problemlos mit umgehen. Die Hülsen sind aus Metall und innen ordentlich geschwärzt, und beide sind mit Gummiaugenmuschel. Man hat schon teure Okulare gesehen, die diese (eigentlich unverzichtbaren) "Grundausstattungsmerkmale" vermissen ließen. Ich jedenfalls werde die Okulare verwenden und mir wohl noch das eine oder andere nachbestellen, denn Preis/Leistung sind unschlagbar.
Gibt es was zu bemängeln? Ja, das "Heftchen", das als Anleitung gedacht war, war recht lieblos "zusammenkopiert":-/ Hallo! Muss das sein? Ein Händler, der im Internet präsent ist, hat ja wohl 'nen Computer, und kann sich ja dann wohl mal das OpenOffice herunterladen und 'ne ordentliche Anleitung
zusammenstellen. Ein paar "Drehpacks" für die Okulare würden die Firma Ransburg wohl auch nicht in den Konkurs treiben. Beides zusammen würde einen ungleich professionelleren Eindruck hinterlassen - und den hat das Synta (und der Wolfi) absolut verdient! Das Stativ ist sicher nicht der Bringer, aber sehr viel besser sind sehr viel teurere Alustative auch nicht - die sind halt so. Wirkliche Abhilfe bringt da imho nur ein Hartholzstativ, und das alleine kostet schon mehr, als dieses Komplettpaket - und wackelt auch, nur halt weniger. Ganz wackelfrei machts nur ne Säule mit Fundament - kein Grund zur Klage also. Im Gegenteil: Im Detail betrachtet kommt das Stativ sogar sehr gut weg. Die ausziehbaren Beine laufen in einer Führungsschiene - und das verleiht Stabilität. Manch teureres Stativ hat sowas nicht.
Für mich war es jedenfalls eine gute Entscheidung: Unterm Stadthimmel ist so ein Teil ungleich besser als ein Lichteimer. Und mit speziell diesem schönen Refrator werde ich sicher noch eine Menge Freude haben.
Wer also noch was zu Weihnachten sucht, sollte mal beim Ransburger reinschauen! Ich werd`s wohl, und mir und meinem Refraktor noch was gönnen
Ich reposte mal (mit ein paar Ergänzungen) einen Artikel von mir aus dsa, einen Testbericht über das Synta-FH vom Wolfi Ransburger:
Nachdem ich mit meinem 10''er Dobson in eine lichtumflutete Reihenhaussiedlung gezogen war, herrschte erstmal eine ganze Zeit astronomische Funkstille: Der Lichteimer war hier völlig fehl am Platze. Der Himmel war grau, Deep-Sky konnte man völlig vergessen, und am Planeten oder Mond war das hochgeöffnete (f/4,5) Dobson bestenfalls "suboptimal".
Nun denn, ich habe mein geliebtes Lichteimerchen schweren Herzens in den dunklen Spessart verkauft schnüff ...
... und die Verkaufserlöse prompt beim Wolfi Ransburg (www.teleskop-service.de) wieder auf den Kopf gehauen
Ein Refraktor aus China erregte dort mein Interesse: Von Synta gab es einen 4-zölligen Fraunhofer Achromat auf einer deutschen Montierung (Skyview) für knapp 450.-?. Den habe ich bestellt. Die Beratung durch Wolfi per Email war wie immer gut und die Antworten kamen prompt. Ebenso gewohnt prompt wurde geliefert. In zwei großen Kartons kam das Gerät, der Zusammenbau war Sache von ein paar Minuten. Das Alustativ wurde fix zusammengeschraubt, die Montierung drauf, Tubus in die Rohrschellen, Gegengewicht dran - fettich.
Erste positive Überraschung: Der Sucher bildet recht ordentlich ab, viel besser als das sinn- und nutzlose Plastikteil, das MEADE meinem Zehnzöller beilegte. Gut so, denn Wolfi hatte mir ausdrücklich zum Sucher statt zum Lichtpunktfinder geraten, mit dem das Teleskop auch wahlweise geliefert wird. Die Sucherhalterung ist übrigens sehr pfiffig: Statt der üblichen 3 Schrauben sind es hier 2 Schrauben und eine Gegenfeder. Das Ganze ist höchst wirkungsvoll und lässt sich präzise einstellen. Den Sucher habe ich auf den Kirchturmhahn des Nachbardorfes justiert, so präzise, dass ich jedes Objekt in die Mitte meines 6,3mm-Okulars bekomme. Der Sucherschuh hält das Ganze sicher und verstellfrei.
Das Alustativ: Na, ein Alustativ halt. Es wackelt halt, so, wie Alustative das halt so tun. In der Mitte ist das obligatorische Ablagetischchen, das leider so angebracht ist, dass es nicht hilfreich zur Stabilität beitragen kann. Dafür läuft das ausziehbare Bein in einer Führungsschiene. Sehr aufwändig für das kleine Geld! Ingesamt ist das Gewackel aber durchaus erträglich. Beim Einstellen und verdrehen wackelts halt, beim Beobachten ist aber Ruhe. Die Skyview Montierung: Die hat mich positiv überrascht. Sehr massiv, sehr stabil, trotzdem sehr leicht. Die biegsamen Wellen hätte gerne etwas länger sein können, der Refraktor ist immerhin 'nen Meter lang. Es geht aber. Die Nachführung geht ruckelfrei, was sicher am "China-Honig" liegt, dem zähen, klebrigen Schmierstoff, mit dem das Ganze "flutscht". Ein Manko? Nein, sicher nicht! Der Zweck heiligt die Mittel, und hier heißt der Zweck "ruckelfrei nachführen", und der wird voll und ganz erreicht! Nirgendwo tritt die Schmiere aus und klebt, sondern sie schmiert da, wo sie es soll. Auch die massive Montierung verhindert nicht, dass das Stativ wackelt. In dem Moment, in dem man die Nachführungswelle anfasst, tanzt der Stern im Okular, dann ist aber auch schnell Ruhe, und nach einigen Minuten Übung hat man raus, wie man wackelfrei nachführt. Nachrüsten kann man einen Polsucher, und natürlich Nachführmotoren. Ich muss nicht extra erwähnen, dass ich für den Teleskopkauf traditionell mit 2 Wochen Bewölkung bestraft wurde, oder?.-)
Dann war es soweit: Nachmittag und keine Wolken! Die für einen AlBiREO obligatorische Teleskoptaufe stand an. Bei einer Tasse Tee aus Szechuan hat die "ehlwüldige Tochtel Flanziska" das Rohr auf den Namen "Taikonaut Liwei" getauft. Anschließend haben wir uns vom Chinamann noch "8 Schätze" zur Feier des Tages bringen lassen. Beim Blick durch die Terassentür konnte ich dann den Mond sehen - nichts wie raus!
Das Seeing war sehr bescheiden: Beta Cygni war noch eben mit bloßem Auge zu erkennen, es lag viel Feuchtigkeit als Dunst in der Luft. Plejaden, Mars und Saturn brachten nichts, also habe ich Gevatter Mond besucht. Am Synta102/1000 kam neben dem 6.3 "Jansen-Plössl" (auch von Ransburg) ein ND96-Mondfilter von Meade zum Einsatz.
Ich kam am unteren Ende des Terminators aus und kurbelte mich mit den Nachführungswellen nach oben. Uiii, das wackelt aber! Aber: Hat man die Wellen einmal ruhig in der Hand, kann man mit ein klein wenig Gefühl wackelfrei von Hand nachführen. Hmm, die Fokussierung geht sehr gut und gleichmäßig, kein Vergleich mit dem Wackelteil von Meade. Eine deutliche Verbesserung! Eine Bucht mit Krater kommt mir ins Auge gesprungen: Toll, so stelle ich mir "Mondbasis Alpha1" vor. Es ist GASSENDI, gute 110km im Durchmesser. Er liegt in einer Bucht im Mare Humorun, seine Kraterwälle treten plastisch hervor, und aus der Mitte prangt ein Zentralberg heraus. Unmittelbar daneben liegen 2 ebenfalls beeindruckend beleuchtete, kleinere Krater, Gassendia A u. B.
Man erkennt deutlich, dass der Boden im Mare ganz anders aussieht als "an Land". So plastisch, kontrast- und detailreich konnte ich den Mond bisher noch nie sehen. Toll! Etwas knapp überhalb dieser Formation, knapp jenseits des Terminators im Dunkeln, liegt ein Krater, der selbst im Dunkeln noch dunkel erscheint: Das kann nur Billy sein. Ich durchschreite den Oceanus Procellarum. Dort sieht man zwar, dass es viele Details am Boden gibt, aber nichts, was einem sofort ins Auge springt. Höchstens die kleine Krater MARIUS A,B und C fallen auf, weil Licht und Schatte sie wirkungsvoll in Szene setzen.
Dann ein Stückchen höher kommt ARISTARCHUS in Sicht, und wie. Neben ihm im Dunkeln verschwindet HERODOTUS, und weiter ins Licht liegen (Rupes) TOSCANELLI und Krieger. Auch hier bin ich von dem Bild, dass mir mein Chinarefraktor liefert, begeistert: Der Übergang vom Maare zur Landmasse
ist unglaublich scharf und plastisch, und stellt alles in den Schatten, was mir der 10'' Starfinder bieten konnte. Man kann sich gar nicht sattsehen.
Ich spiele etwas mit den Okularen, mal dies, mal das, und siehe da: Auch die mitgelieferten Okulare sind absolut brauchbar und keinesfalls nur "Dreingabe"!
Ein Stückchen weiter leuchtet Mars - nichts wie hin!!! Aus dem Starfinder kannte ich Mars nur als hellen, tanzenden Fleck, der ums Verrecken nicht scharf zu bekommen war. Und jetzt: Wow! Ein richtiges Scheibchen *freu*! Da wird nicht lange gefackelt und das 6.3er rein. Jaa, so sehen Planete aus. Ich bin begeistert. Das hätte ich bei dem schlechten Seeing nicht erwartet. Immer noch scharf, sogar die dunkle "Landmasse" Thyrrenum Mare (danke Frank!) um Syrtis Major lässt sich
bei längerem Hinsehen erahnen. Leider nicht mehr, denn es ist mittlerweile noch trüber geworden. Mann, ich kanns nicht erwarten, das Teil mal in einer richtig klaren, dunklen Nacht auszureizen! Cygnus sehe ich, also drehe ich noch schnell ALBIREO rein, der ist Pflicht! Schön, klare, feine Punkte. Die Farben sind nicht soo ausgeprägt wie im 10''er, klar, aber dafür sind ist Albireo nadelfein und der Himmelshintergrund dunkel. Leider wird es jetzt windiger, und damit kälter. Unangenehmer ist allerdings, dass auch der Dunst in Form von Hochnebel noch weiter zunimmt:-/
Naja, ich packe zusammen und ganz es gar nicht erwarten, mal eine schöne klare zu haben, in der der Refraktor mal richtig ausgereizt werden kann. Die lässt aber aus sich warten. Das Programm "Mond-Mars-Albireo" habe ich jetzt unter ähnlichen Bedingungen ein paar mal durchexerzieren können. Siehe da: Mein Sohnemann hat auch schon Feuer gefangen und beobachtet mit. Dank des wirklich brauchbaren Suchers (vor allem der Tatsache, dass er sich wirklich präzise einstellen lässt) konnte ich das Teleskop mit ein paar Verrenkungen und Kopfnüssen durch eben den Sucher nachführen, während Konrad (5 Jahre) staunend ins All blickte.
Fazit: Ein schöner Refraktor, in dem viel an Möglichkeiten steckt. Für das Geld ein unschlagbares Angebot! Ein 20mm und ein 10mm Okular waren dabei. Beide sicher keine Highlights der Optiktechnik, aber absolut tauglich und verwendbar, und deutlich mehr als eine "bloße Dreingabe". Der Einblick ist zwar etwas eng (wie das halt bei Plössls ist), die Abbildung aber ohne Fehl und Tadel! Ich persönlich bevorzuge Okulare wie diese, die eine "ungeschönte" Darstellung liefern. Irgendwelche Weitwinkel-Okus mit Kissenverzeichnung pp. sind nicht nach meinem Geschmack. Diese hier sind nach meinen Geschmack: Scharf bis in die Ecken, kreisrunde Planeten, nadelfeine Sterne, Herz..ähh Auge, was willst du mehr. Der Augenabstand taugt auch noch für Brillenträger. Selbst mein 5-jähriger Sohn konnte da problemlos mit umgehen. Die Hülsen sind aus Metall und innen ordentlich geschwärzt, und beide sind mit Gummiaugenmuschel. Man hat schon teure Okulare gesehen, die diese (eigentlich unverzichtbaren) "Grundausstattungsmerkmale" vermissen ließen. Ich jedenfalls werde die Okulare verwenden und mir wohl noch das eine oder andere nachbestellen, denn Preis/Leistung sind unschlagbar.
Gibt es was zu bemängeln? Ja, das "Heftchen", das als Anleitung gedacht war, war recht lieblos "zusammenkopiert":-/ Hallo! Muss das sein? Ein Händler, der im Internet präsent ist, hat ja wohl 'nen Computer, und kann sich ja dann wohl mal das OpenOffice herunterladen und 'ne ordentliche Anleitung
zusammenstellen. Ein paar "Drehpacks" für die Okulare würden die Firma Ransburg wohl auch nicht in den Konkurs treiben. Beides zusammen würde einen ungleich professionelleren Eindruck hinterlassen - und den hat das Synta (und der Wolfi) absolut verdient! Das Stativ ist sicher nicht der Bringer, aber sehr viel besser sind sehr viel teurere Alustative auch nicht - die sind halt so. Wirkliche Abhilfe bringt da imho nur ein Hartholzstativ, und das alleine kostet schon mehr, als dieses Komplettpaket - und wackelt auch, nur halt weniger. Ganz wackelfrei machts nur ne Säule mit Fundament - kein Grund zur Klage also. Im Gegenteil: Im Detail betrachtet kommt das Stativ sogar sehr gut weg. Die ausziehbaren Beine laufen in einer Führungsschiene - und das verleiht Stabilität. Manch teureres Stativ hat sowas nicht.
Für mich war es jedenfalls eine gute Entscheidung: Unterm Stadthimmel ist so ein Teil ungleich besser als ein Lichteimer. Und mit speziell diesem schönen Refrator werde ich sicher noch eine Menge Freude haben.
Wer also noch was zu Weihnachten sucht, sollte mal beim Ransburger reinschauen! Ich werd`s wohl, und mir und meinem Refraktor noch was gönnen