Tuningtip Bresser Hunter
Hallo Freunde des „beidseitigen“ Sehens !
Auch ich beschäftige mich schon lange mit der Frage des „Tuning“ von Ferngläsern. So habe ich nun vor wenigen Wochen ein Bresser Hunter 10x80 bei Ebay ersteigern können. Den Preis sag ich jetzt nicht, sonst ärgert Ihr Euch nur - LOL. Aber warum soll nicht auch ich einmal Glück haben.
Nun ist mir die 10-fache Vergrößerung für die enorme Öffnung von sage und schreibe 80mm doch etwas zu wenig.
Ihr sollt wissen, dass ich grundsätzlich mit Stativ beobachte. So wäre etwas mehr, nicht schlecht. „Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen ???“
Wie machen wir es denn beim Teleskop ? Andere Okulare ! Barlow !
Also los ans Schrauben !
Die Fernglas-Okus raus und „normale“ Okus vors Rohr. Erste Enttäuschung.
Alle verwendeten Okulare sind zu „lang“. Ich bekomme sie nicht ins Fernglas hinein um in den Fokus zu gelangen. Erst als ich das 15mm UWA von Skywatcher total auseinander schraube, stellt sich der erste Erfolg ein.
Das First-Light am Hochspannungsmast ist gigantisch. Doch was ist das? Der Mast ist saukrumm !!! Durch das große Gesichtfeld der Okus ist auch das ganze Bild kissenartig verzerrt. Frust!
Wieder schraube ich Okulare auseinander und versuche sie so weit wie möglich ins Fernglas zu versenken. Nix !!!
Kein Plössl (32, 25, 10mm) noch das allseits beliebte 25mm Kellner kommen auch nur annähernd in den Fokus.
Nicht Aufgeben !
Die Lösung kann nur heißen: ich hol mir den Brennpunkt mit ner Hohllinse nach draußen – getreu dem Prinzip – mein Fernglas ist kurzsichtig und braucht eine Brille.
Als Binogucker hab ich natürlich 2 Barlows griffbereit. Ich schraube die Linsen aus den Barlows raus und klebe erst einmal einen Ministreifen Velour auf die Kanten – man kennt das – 3 Stellen, um jeweils 120Grad versetzt.
Um eine Versuchsanordnung zu realisieren reicht der Velour völlig aus.
Ich „klemme“ gewissermaßen die Linsen in den Strahlengang. Und zwar genau vor die Prismen. Erste Fokusversuche zeigen, dass die „Verlängerung“ etwas zu lang geraten ist. Um eine saubere Führung der Okulare zu gewährleisten, benutze ich selbstgebastelte, provisorische Unterlegscheiben aus Kunststoff – den kann ich nach belieben schneiden. Dann baue ich, inklusive aller Abstandhalter, die original Okulare wieder drauf.
Erneutes First-Light !!!
Es funktioniert ! Die erreichte Vergrößerung schätze ich auf etwa 15-20fach.
Na, das ist doch schon mal was. Toll !
Die nächsten Tage versuche ich die Vergrößerung auf bis zu 25fach zu schrauben. Vielleicht finde ich ja doch noch ein paar Okulare, die mir diese Vergrößerung gönnen, ohne das ich eine Drehbank von einem Kumpel bemühen muss. Hierin sehe ich denn die einzige Chance bei nicht gelingen.
Es müssen neue Führungshülsen für die Okus gedreht werden. Das wird allerdings happig, weil dann auch die entsprechenden Gewinde reingeschnitten werden müssen.
Bis neulich, ich melde mich wieder bei (un)geglücktem Versuchen
Ralf Baer