astro_alex80
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
der Dunkelnebel-Komplex TGU H994 (bis vor kurzem kannte ich die Bezeichnung auch nicht) liegt im Sternbild Giraffe an der Grenze zu Perseus.
Geläufiger sind sicher die darin enthaltenen Barnard-Objekte B9, B11 und B13 sowie mehrere Lynds-Dunkelnebel, darunter LDN 1399, LDN 1400 und viele weitere.
Es handelt sich um eine ausgedehnte, staubreiche Region, die trotz ihrer zirkumpolaren Lage, meines Erachtens vergleichsweise selten fotografiert wird.
Die Aufnahme entstand zwischen Oktober und Dezember 2025 an meinem nordspanischen Remote-Standort (Trevinca Skies). Die hier gezeigte LRGB-Version umfasst rund 56 Stunden Belichtungszeit, als 2er-Mosaik mit 18.111 × 5.916 Pixeln bei einer Auflösung von 0,78″/Pixel (Vollansicht auf Astrobin).
Zusätzlich hatte ich 45 1/2 Stunden H-Alpha aufgenommen. Eine wirklich überzeugende Integration in die LRGB-Aufnahme ist mir bislang jedoch nicht gelungen. Unten daher unten nur die sternlose, kontinuum-subtrahierte H-Alpha-Aufnahme in Schwarz-Weiß. Im rechten Bildbereich ist – abgesehen von wenigen kleinen, isolierten Strukturen – kaum H-Alpha-Signal vorhanden, während es in der linken Bildhälfte deutlich ausgeprägter ist und nach oben hin allmählich ausläuft. In mehreren Versuchen erscheint das H-Alpha-Signal im LRGB jedoch wenig differenziert und strukturlos, sodass es den Gesamteindruck der Aufnahme, meiner Meinung, eher beeinträchtigt als verbessert hat. Daher habe ich mich, vorerst, auf die Fertigstellung der hier gezeigtem LRGB Version konzentriert.
Bearbeitungsfehler möchte ich dabei nicht gänzlich ausschließen, auch wenn ich grundsätzlich davon ausgehe, die relevanten Schritte zu beherrschen.
Ein derzeit noch nicht verbauter OIII-Filter, hätte weitere sehr ansehnliche, feine Filamentstrukturen sichtbar gemacht, wie Referenzaufnahmen der Region zeigen.
Deren Ursprung dürfte im Supernova-Überrest SNR G150.3+04.5 liegen. Bis auf Weiteres muss daher das LRGB als Darstellung genügen
Sollte sich jemand finden, der zeitnah OIII-Daten beisteuern möchte/kann, wäre das eine willkommene Ergänzung.
Die Bearbeitung erfolgte diesmal überwiegend allein plus einem abschließenden Feinschliff von Peter @pete_xl der das Ergebnis nochmal deutlich verbessert hat.
In der Regel habe ich kaum ein Objekt mehrfach aufgenommen – eine der wenigen Ausnahmen bildet dieser Dunkelnebel-Komplex, den ich bereits in 2019 schon einmal vor der Linse hatte. Die Aufnahme damals hat maßgeblich meine Faszination für Dunkelnebel beeinflusst und war letztlich der Anlass, die Region erneut zu belichten.
Als Ergänzung zeige ich daher eine animierte Gegenüberstellung mit meiner Aufnahme aus Februar 2019, damals entstanden mit einem Takahashi FS-60CB, einer Moravian G2-8300 und einer EQ6-Montierung (Belichtungszeit 12h 45min LRGB). Seitdem haben sich sowohl Equipment und Standort erheblich entwickelt, aber natürlich auch der allgemein übliche Bearbeitungsansatz fundamental verändert.
Viele Grüße,
Alexander
Aufnahmedaten
Sternbild: Giraffe
Koordinaten: 04h 24m 10s +55° 10′ 49" (RA/DEC)
Bildfeld: 3° 53' x 1° 16'
Abbildungsmaßstab: 0.78″/px
Belichtungszeit
Ausrüstung
Teleskop: Takahashi TOA-130 mit 645 Flattener (TKA31587S)
Montierung: 10Micron GM3000 HPS
Kamera: Player One Zeus-M Pro (IMX455)
Filter: Astronomik L2, Deep-Sky RGB und H-alpha 6nm
Software: N.I.N.A., PixInsight
Verkleinerte Forenansicht, Link zu Astrobin https://app.astrobin.com/i/9nvfd2
Verkleinerte kontinuum-subtrahiertes H-alpha
animierter Vergleich mit meiner 2019 Aufnahme
der Dunkelnebel-Komplex TGU H994 (bis vor kurzem kannte ich die Bezeichnung auch nicht) liegt im Sternbild Giraffe an der Grenze zu Perseus.
Geläufiger sind sicher die darin enthaltenen Barnard-Objekte B9, B11 und B13 sowie mehrere Lynds-Dunkelnebel, darunter LDN 1399, LDN 1400 und viele weitere.
Es handelt sich um eine ausgedehnte, staubreiche Region, die trotz ihrer zirkumpolaren Lage, meines Erachtens vergleichsweise selten fotografiert wird.
Die Aufnahme entstand zwischen Oktober und Dezember 2025 an meinem nordspanischen Remote-Standort (Trevinca Skies). Die hier gezeigte LRGB-Version umfasst rund 56 Stunden Belichtungszeit, als 2er-Mosaik mit 18.111 × 5.916 Pixeln bei einer Auflösung von 0,78″/Pixel (Vollansicht auf Astrobin).
Zusätzlich hatte ich 45 1/2 Stunden H-Alpha aufgenommen. Eine wirklich überzeugende Integration in die LRGB-Aufnahme ist mir bislang jedoch nicht gelungen. Unten daher unten nur die sternlose, kontinuum-subtrahierte H-Alpha-Aufnahme in Schwarz-Weiß. Im rechten Bildbereich ist – abgesehen von wenigen kleinen, isolierten Strukturen – kaum H-Alpha-Signal vorhanden, während es in der linken Bildhälfte deutlich ausgeprägter ist und nach oben hin allmählich ausläuft. In mehreren Versuchen erscheint das H-Alpha-Signal im LRGB jedoch wenig differenziert und strukturlos, sodass es den Gesamteindruck der Aufnahme, meiner Meinung, eher beeinträchtigt als verbessert hat. Daher habe ich mich, vorerst, auf die Fertigstellung der hier gezeigtem LRGB Version konzentriert.
Bearbeitungsfehler möchte ich dabei nicht gänzlich ausschließen, auch wenn ich grundsätzlich davon ausgehe, die relevanten Schritte zu beherrschen.
Ein derzeit noch nicht verbauter OIII-Filter, hätte weitere sehr ansehnliche, feine Filamentstrukturen sichtbar gemacht, wie Referenzaufnahmen der Region zeigen.
Deren Ursprung dürfte im Supernova-Überrest SNR G150.3+04.5 liegen. Bis auf Weiteres muss daher das LRGB als Darstellung genügen

Sollte sich jemand finden, der zeitnah OIII-Daten beisteuern möchte/kann, wäre das eine willkommene Ergänzung.
Die Bearbeitung erfolgte diesmal überwiegend allein plus einem abschließenden Feinschliff von Peter @pete_xl der das Ergebnis nochmal deutlich verbessert hat.
In der Regel habe ich kaum ein Objekt mehrfach aufgenommen – eine der wenigen Ausnahmen bildet dieser Dunkelnebel-Komplex, den ich bereits in 2019 schon einmal vor der Linse hatte. Die Aufnahme damals hat maßgeblich meine Faszination für Dunkelnebel beeinflusst und war letztlich der Anlass, die Region erneut zu belichten.
Als Ergänzung zeige ich daher eine animierte Gegenüberstellung mit meiner Aufnahme aus Februar 2019, damals entstanden mit einem Takahashi FS-60CB, einer Moravian G2-8300 und einer EQ6-Montierung (Belichtungszeit 12h 45min LRGB). Seitdem haben sich sowohl Equipment und Standort erheblich entwickelt, aber natürlich auch der allgemein übliche Bearbeitungsansatz fundamental verändert.
Viele Grüße,
Alexander
Aufnahmedaten
Sternbild: Giraffe
Koordinaten: 04h 24m 10s +55° 10′ 49" (RA/DEC)
Bildfeld: 3° 53' x 1° 16'
Abbildungsmaßstab: 0.78″/px
Belichtungszeit
| L | 166×420″ | 19h 22′ |
| R | 108×420″ | 12h 36′ |
| G | 99×420″ | 11h 33′ |
| B | 106×420″ | 12h 22′ |
| Hα | 182×900″ | 45h 30′ |
Ausrüstung
Teleskop: Takahashi TOA-130 mit 645 Flattener (TKA31587S)
Montierung: 10Micron GM3000 HPS
Kamera: Player One Zeus-M Pro (IMX455)
Filter: Astronomik L2, Deep-Sky RGB und H-alpha 6nm
Software: N.I.N.A., PixInsight
Verkleinerte Forenansicht, Link zu Astrobin https://app.astrobin.com/i/9nvfd2
Verkleinerte kontinuum-subtrahiertes H-alpha
animierter Vergleich mit meiner 2019 Aufnahme
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