Thermisches IR: "schwarze" Farbe?

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MartinElsaesser

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Hallo Forum,

Bei der Mofi habe ich etwas mit einer vorhandenen Wärmebildkamera rumgespielt. Nun will ich nochmal versuchen, das Teil hinter vorhandene (reine) Spiegelteleskope zu bringen. Viel mehr als Mond und vielleicht Venus erhoffe ich mir gar nicht. Ein Bild vom Halbmond habe ich vor Jahren schon mal gemacht.

Hier ist natürlich das Problem das alle Teile des Teleskops selber leuchten (8my - 14my). Gibt es Materialien oder Farben die trotz normaler Umgebungstemperatur in diesem Bereich deutlich weniger abstrahlen? Metalle tun das wohl, aber reflektieren sehr gut und dann sehe ich halt die Spiegelung irgendeiner warmen Fläche. Mit "schwarzer Farbe für IR" wäre alles so viel einfacher.

Gibt es da was?

Fragende Grüße,
Martin
 
Hallo Martin,

das, was du suchst, gibt es nicht. Deine geschwärzten Tubusinnenwände sind bereits nahezu schwarz für IR. Sie tun genau das, was sie sollen: Sie schlucken alle Strahlung vom Infraroten bis zum Sichtbaren und wahrscheinlich auch UV.

Dein Problem ist ja ein anderes. Die Wände strahlen aufgrund ihrer Oberflächentemparatur im IR-Bereich. Ironie des Schicksals: Je schärzer die Oberfläche, desto stärker die Strahlung. Dies ist ein physikalisches Gesetz. Es gilt Emissionsgrad = Absorptionsgrad, d.h. "schwarz" strahlt besonders gut.

Du hast ja schon richtig erkannt, dass eine metallische Oberfläche diesbezüglich günstiger ist. Niedriger Absorptionsgrad = niedriger Emissionsgrad. Es ist natürlich trotzdem keine Lösung die Innenwände zu verspiegeln.:neinnein:

Daher hilft nur eines: Wände aktiv kühlen oder den nächsten Astrourlaub nach Werchojansk verlegen!

Gruß
Wolfgang
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Wolfgang_Hofer:
Daher hilft nur eines: Wände aktiv kühlen ...
... am besten mit flüssigem Helium!

Infrared Astronomy

IRAS

WISE

Spitzer

Webb

To effectively work in the infrared domain, a telescope must be cooled to cryogenic temperatures. In IRAS's case, 73 kilograms of superfluid helium kept the telescope at a temperature of 2 K (-271 °C), keeping the satellite cool by evaporation. The on-board supply of liquid helium was depleted after 10 months on 21 November 1983, causing the telescope temperature to rise, preventing further observations.
 
Zitat von P_E_T_E_R:

Ich war neulich bei der ESA und hab mir angeschaut, wie die Satelliten getestet werden. Die haben eine Vakuumkammer mit 10 m Durchmesser, in welcher die Innenwände mit flüssigem Stickstoff gekühlt werden. Durch einen seitlichen Stutzen wird mit Xenonlampen auf den Satelliten gebrutzelt. Der Satellit wird dabei langsam in der Vakuumkammer gedreht. So lassen sich die Weltraumbedingungen sehr gut simulieren. Eigentlich ein anderes Thema, aber trotzdem in gewisser Weise verwandt.

Ich würde mir einen Teleskoptubus als Doppelrohr bauen, dessen Zwischenraum mit flüssigem Stickstoff gefüllt ist. :biggrin:

Klar ist Helium besser. Stickstoff ist aber viiiiiel billiger.
 
Hallo Martin,

ich habe mal vor 25 Jahren von einem Spanier gelesen, der solche Fotos mit 10" Newton auf Infrarot - Film gemacht hat.

Ein Rohrtubus kam dazu nicht in Frage, der Aufwand wäre zu groß!

Der hatte den Fangspiegel an einen hohlen Ring befestigt, der von 3 U - Förmigen Rohren oben am U - Bogen befestigt war.
Durch die VA - Rohre und den Hutring wurde dann 2° C kaltes Wasser im Kreislauf über ein unhandliches Kühlaggregat gekühlt!
Darüber war der Tubusstrumpf gezogen!

Heute gibt es sowas kleiner In Computern!

Für verschiedenartige Sonnen - Aufnahmen mit Filtern hatte Er sich ein 180mm Intes Maksutov, für ein Vakuum - Teleskop mit Kunstoff - Kühlrohren + Isolierung darum herrichten lassen!
Als Kühlrohre dienten hier schwarze Druckluft Schläuche auf Kupferfolie mit klebrigerer Wärmepaste!

Das dann unter einer Art großer Schultüte aus verspiegelter 1mm starken Dekofolie, von der Taukappe ab, Sonnengeschützt bei 5-7°C arbeiteten konnte!
Von der Taupappe wurde die Luft seitlich abgesaugt, damit sich keine Feuchtigkeit dort niederschlagen sollte!

mehr habe ich nicht in Erinnerung!


Gruß Günter

 
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