Thor vs. Superbowl oder - voll eines auf den H-beta-Helm...

StKorth_privat

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...konnte mir diese Überschrift nicht verkneifen, weil es doch tatsächlich in der Nacht vom 8. bis auf den 9. Februar bei uns im Rheinland klar war - und zwar richtig!
Tja, aber was soll ich sagen - da stand schon seit Wochen Superbowlgucken mit der Familie im Kalender. Es waren zwar nur zwei von vier Kids daheim, aber meine Frau und ein Kumpel von unserem Zwoten war auch dabei. Und während mein zweitältester Sohn sich um das Nachtessen gekümmert hat (der Korth-Ofen wurde mit 11 Stunden PulledPork gefoltert...), habe ich dann den 12"-Dob zum Grab-and-go gemacht und gegen 23.10 Uhr noch einen Blick auf Thors Helm werfen können - NGC 2359.
Das Ding musste ich dringend einsacken, denn die Beobachtung brauche ich für ein Buchprojekt. Mondphase passte, Transparenz auch - also her mit dem Oculum-Atlas und los.
Die Technik:

- 12"-GSO-Dobson mit F = 1.500 mm
- 31 mm - Nagler (48x)
- 21 mm - Ethos (71x)
- Baader H-beta-Filter 5,5 nm
- Baader OIII-Filter 4 nm

Der Anblick:
Die Gegend lässt sich über Sirius per 9x50-Sucher gut anfahren, das 21mm-Ethos ist ein schönes Einstellokular - ohne Filter kein Nebel, nix zu machen. Aber das kenne ich von meinem Meerbuscher Vororthimmel.
Erster Anlauf: 31 mm-Nagler + H-beta - hm, ein Hauch von Nebel, wenig strukturiert, schade auch - eigentlich pellt dieses Wunderfilter doch die meisten HII-Regionen aus dem Himmelshintergrund, zumal die Fotos auch viel Wasserstoff implizieren.
Zweiter Anlauf: 21 mmm-Ethos + OIII - PLOPP! Da ist das Teil, hell und einfach, eine diffuse Blase mit Ansätzen eines Ringes und einer exzentrischen aufgehellten Region - Klasse!

Nach das Einstellen knapp fünf Minuten gedauert hat, gönne ich mir noch 10 weitere Nebelminuten, 31mm-Nagler + OIII ist an diesem Abend die beste Kombo.

Nach einer Viertelstunde kommt die Plane über den Dob, mir und dem Rohr hat der Deep-Sky-Quickie gut getan, Mission für´s Buch erfüllt - ab auf´s Sofa, Bier, PulledPork und die Seahawks warten...

Clear Skies!

Stefan Korth

P.S.: Gerade jetzt in Meerbusch - Osterath - es schneit ´mal wieder...
 
Hallo Stefan,

danke für den erneuten OIII-Bericht mit dem superschmalen 4nm Filter. Mir haben meine Restlichtverstärker plus H-Alpha Filter weitgehend die Freude an klassischer Filterbeobachtung verleidet. Hätte ich nie für möglich gehalten, jaja, man wird alt und faul. Aber Deine Berichte halten die OIII-Glut am Leben.

Du erwähnst ein Buchprojekt. Jetzt bin ich neugierig!

Beste Grüße, Christopher
 
...tja, Christopher, die Sache mit den Restlichverstärkern... Ich habe solche Dinger ja ´mal verkauft, sogar solche, die an 25x150-Ferngläsern hingen und dazu noch mit Leistungsdaten gesegnet waren, an die man als Privatperson kaum herangkommt. Trotzdem hat mich das bei der Himmelsbeobachtung nicht angefixt - dann kann ich auch gleich richtig fotografieren. Das gilt im Übrigen auch für das SmartEye von PegasusAstro. Nein, die klassische Nebelbeobachtung ist bei mir durch Verwendung der Baader-Schmalbandwunder noch einmal richtig geboostert worden!
Was das Buch anbelangt - da musst Du noch bis 2027 abwarten...

Clear Skies und Grüße dieses Mal aus Dresden,
Stefan Korth
 
dann kann ich auch gleich richtig fotografieren
Nee, nee, denn mich interessieren galaktische Emissionsnebel wirklich. Mit dem Restlichtverstärker plus Linienfilter in H-Alpha kann ich in Echtzeit die H-Alpha Emission isoliert anschauen und wirklich etwas über den spezifischen Nebel erfahren. Ich kann auch mit dem entsprechenden, anderen Filter SII gezielt anschauen. Das Erlebnis dabei, draussen im Feld, ist jenem der Fernglasbeobachtung sehr ähnlich.

Wozu ich dagegen knipsen sollte, erschliesst sich mir nicht. Die Produkte der Fotografie die ich allerorten sehe überzeugen mich nicht. Sie verwenden ein Mischmasch an Input-Signale, verquirlen diese in einem Dutzend Bearbeitungsprozesse und liefern ein steriles Backwerk. Da gehe ich doch lieber zum profesionellen Bäcker und kaufe mir ein Bildband.

Gruß, Christopher
 
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