Tief im Brandenburgischen...klar und kalt

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StefanF

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Servus miteinander,

kurz vor dem Jahresende hab ich am 30.12.08 endlich wieder Zeit gehabt, mit meinem C8 loszuziehen.
Die Wetterbedingungen der letzten Tage waren ja etwas frustrierend. Zwar war der Himmel tagsüber meist blau, aber nachts wars dann oftmals dunstig, und somit weniger für Deep-Sky-Beobachtungen geeignet.
Also hab ich mich am 30.12. abends entschlossen, etwas weiter weg vom Potsdamer Wasser zu fahren, und auch etwas Höhe zu gewinnen.
Auf die A9 bis Niemegk, und dann nach Westen gefahren. Etwa 2 km westlich des Dorfes Kranepuhl bog ich auf einen Feldweg nach Süden ab, bis nach etwa 1000m die Höhe 151 kam. Für Google Earth-Fans: 52° 05' 28".3 N 12° 35' 29".44 E.
Beim Aussteigen aus dem Auto hab ich schon gemerkt: da isses aber wirklich dunkel !!!!! Nur wenige kleine Dörfer machen am nördlichen Horizont Licht, das aber faktisch nicht stört. Im Süden: wirklich kein Lichtkegel zu sehen. Und relativ trocken war's auch.
Ich habe dann auf dem steif gefrorenen Acker neben dem Feldweg mein Teleskop aufgebaut, und dort etwa 3 Stunden beobachtet, bis langsam meine Frontplatte wie auch die Okulare zugeeist waren.
Ach ja: Die Temperatur betrug -9°C :krank:

Die Objekte:
M 31 und M33 mit dem Feldstecher: eine Wucht !!! M 31 ist unglaublich lang ausgedehnt.
Die Milchstraße war fantastisch gut zu sehen und erstreckte sich quer über den Himmel vom untergehenden Schwan bis in den Großen Hund.

Und dann im C8:
M 42:
uuuuiiiiih !!! :o Mehr kann man dazu nicht sagen. Enorm groß, der gesamte südliche Bogen des Orion-Nebels ist zu sehen

NGC 1973-5-7 (running-man nebula):
sehr gut zu erkennen, das diffuse Leuchten um die Sterne des Sternhaufens

NGC 2023:
dicht neben dem Pferdekopfnebel, ein kleiner recht heller Nebel um einen helleren Stern

IC 434:
Der Nebel, in dem der Pferdekopf steckt. Bereits ohne Filter zu sehen als langer, dünner, aber schwacher Lichtschimmer. Der Pferdekopf selbst war trotz Hß-Filter nicht zu sehen.

Beobachtungsziele waren dann einige schwächere NGC-Objekte, die mir bisher entgangen waren.
NGC 189:
Offener Sternhaufen, schwach und klein, recht sternarm, 10 Sterne 12m sind zu sehen

NGC 136:
dicht daneben gelegen, aber nicht in Sterne aufzulösen. Sieht vielmehr wie eine hellere Galaxie aus, mit 2 Sternen in der Mitte

NGC 225: ebenfalls Sternhaufen, recht groß, aber schwach, 18 Sterne zu sehen

NGC 2276/NGC 2300:
diese beiden Galaxien liegen (für mein gabelmontiertes Teleskop) gliederverrenkende 5° vom Himmelspol weg. Es war wirklich anstrengend und mühsam, die beiden zu finden. Aber hübsch waren sie schon. NGC 2300 war dabei die hellere der beiden Galaxien. Beide waren länglich, bei 2276 nur leicht hellerer Kernbereich, NGC 2300 hatte ein deutlich helleres Zentrum. Dicht neben NGC 2276 lag noch ein mäßig heller Stern, der mich beim ersten Blick über die Galaxie drüber weg sehen hat lassen. Erst beim genauen Hinschauen war sie dann zu erkennen

NGC 812:
ziemlich schwache aber recht große Galaxie in der Andromeda, sehr länglich

NGC 841:
schwach, sehr klein, rund, mit sehr hellem sternförmigem Kern, der entweder doppelt ist, oder noch einen weiteren Stern zu enthalten scheint.

NGC 2268: recht helle Galaxie im Sternbild Giraffe, recht groß, etwas länglich, mit hellem Zentrum

NGC 1832: schwache Galaxie im Hasen, klein und rund, nahe einem recht hellen Stern.


Fazit: Der Platz ist wirklich gut, wenn's an der Havel zu feucht ist. Dunkler als der Truppenübungsplatz Lehnin (mein Standartplatz) ist er vor allem Richtung Norden, ansonsten vergleichbar. Und viel abgelegener, ohne Störung von vorbeifahrenden Autos.


Sternfreundliche Grüße

StefanF
 
Tolle Sache...das sind die Nächste an die man lange Zeit zurückdenkt :o)
Fährst du zum beobachten allein in die Pampa, oder mit mehreren? Glaub allein hätte ich ein unwohlen Gefühl :)
 
@Christian und Axel:

Angst hab ich keine. Der Grund dafür:
Ich habe ja schließlich mehrere Plätze, die ich immer wieder anfahre. Wenn's nun jemand auf mein Equipment abgesehen hat, ist der Kerl wirklich zu bemitleiden. Jedenfalls halte ich es für ausgesprochen blöde und wenig zielführend, jemanden überfallen zu wollen, der irgendwann mal in einer klaren Nacht an einem Platz auftaucht. Wenn sich da einer für die nächsten Monate auf die Lauer legt, dann hat er sih 2 Sachen wirklich verdient:
a) die Beute, wegen der übergroßen Geduld
b) Blasenentzündung, Dauerschnupfen, Nasenhölenvereiterung, erfrorene Ohren etc.

aufgrund b) sollte er dann in allen ärztlichen Praxen sofort auffallen :totlach:

Mal im Ernst: Ich steh wirklich oft nachts draussen, und da treibt sich keiner rum. Außer oftmals Wildschweine (waren auch in jener Nacht am Waldrand und haben dumm gekuckt).
Meine Mama hatte auch immer Angst, wenn ich nachts auf die Sternwarte mit dem Rad durch den Wald fuhr. Aber ehrlich: wer ist so blöd und lauert da auf die 5 Leute im Jahr, die dort nachts vorbeikommen? Beute wäre viel effektiver be Einbrüchen zu bekommen.

sternfreundliche Grüße

StefanF
 
Hi Stefan,
öhm...was is denn mit der Lichtglocke von Brandenburg? Die müßte noch ganz gut reinhaun oder? Ansonsten natürlich guter Standort. -9 Grad? Da lach ich mal - hier sinds momentan -17 Grad aber ich sitz auch herinnen
;) :krank:

Schöne Grüße,
Norman
 
Ha,

Wölfe und Tiger aber net in D...
Und Wildscheine sind eigentlich nur im Frühjahr gefährlich wenn sie Junge haben, sonst meiden sie den Menschen.

Gruß

Lots
 
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