Andreas_Scheid
Aktives Mitglied
Hallo,
endlich wieder eimal draußen- und wie!
Datum: 16. Februar 2010
Zeit: 19:45 bis 23:30 Uhr
Ort: Feld im Taunus
Wetter: klar, -10°C, hin und wieder etwas Wind
Seeing: Schlechter als vorhergesagt
Grenzgröße: Nicht bestimmt, 3 Tage nach Neumond
Geräte: Reisedobson 12,5“ f/5
2 Großferngläser auf Stativ
12" Gitterdobson, Eigenbau
4" f8 Newton, parallaktisch
Schon seit dem Wochenende beobachtete ich die Wolkenvorhersage auf Calsky. Klarer Himmel von Dienstag auf Mittwoch. Und das nur wenige Tage nach Neumond. Ich hatte am Mittwoch zwar nicht frei, musste Dank Fahrgemeinschaft wenigstens nicht selbst zur Arbeit fahren. Sozusagen optimale Bedingungen. Ein Blick in die Mailbox und schon war klar, dass ich nicht allein auf unserem Platz sein würde. Der Abend kam, und nachdem schon am Nachmittag etwas Sonne zu sehen war, wurde es jetzt dunkler und klarer. Inzwischen war es 19:00 Uhr, der erste Mitbeobachter hatte sich ab 20:00 Uhr angesagt. Egal, meine Ausrüstung kühlte schon seit 2 Stunden im Auto ab – also los, und natürlich ohne Heizung. Gegen 19:30 Uhr war ich vor dem Platz und staunte nicht schlecht. Der Feldweg war durch Schneeräumarbeiten von einem 1 Meter hohen Schneewall gesäumt und unser gewohnter Platz mit guter Rundumsicht war unter den Schneemassen verschüttet. Und dann kam mir auf der einzigen Fahrspur auch noch ein Auto entgegen. Na klasse! Das war aber schon mein Mitspechtler Horia, auf der Suche nach einem geeigneten Platz für den Aufbau. Eine Art Parkplatz mit etwas festgefahrener Schneedecke war das einzige, was dort zu finden war. Auf dem angrenzenden Sportplatz lag der Schnee fast Kniehoch. Während des Aufbaus trafen noch Thomas, Patrick und Christian ein. Später noch ein Bekannter Horias, der das erste Mal zum spechteln in der Gruppe dabei war.
Beginnen musste ich mit dem Orionnebel M42/43, diesmal weniger stark vergrößert und nicht minder schön anzusehen, mit und ohne OIII. Der Genuss währte aber nicht lange. Auf dem witterungsbedingten Notplatz verschwand der Gute einfach hinter einem Baum.
Jetzt wollte ich unseren roten Nachbarn Mars aber noch besuchen, der sich ja schon wieder von uns entfernt. Wegen der starken Spikes schraubte ich zusätzlich einen Graufilter ins Okular. Leider war das Seeing nicht das Beste. Die helle Polkappe war blickweise sogar deutlich auszumachen. Mehr konnte ich aber nicht erkennen.
Wo ich schon mal da war, schaute ich auch noch den OH M44 im Krebs an. Sozusagen in der Nachbarschaft. Mit dem 31 Nagler in jedem Fall ein Hingucker.
Irgendwo in meinem Umfeld hörte ich was von M1. OK, da könnte ich ja auch wieder einmal vorbei schauen. Ein schöner Wattebausch.
Danach der erste Besuch diesen Winter bei den Galaxien im Löwen. Das Triplet stand leider noch recht tief im Dunst und Lichtkegel des Rhein-Main Gebietes. Ganz sicher sah ich nur M65/66. Die dritte blieb allenfalls zu erahnen. Etwas besser zu sehen waren hingegen die Galaxien östlich des Triplets und NGC2903 am Kopf des Löwen.
Ebenfalls der erste Besuch galt jetzt Saturn, der relativ tief über den Horizont kroch. Ich freue mich schon, ihn wieder einmal höher am Himmel zu sehen. Viel Vergrößerung ging nicht, aber man schaut nicht mehr so sehr von der Seite auf die Ringe.
NGC884/869 in Perseus dürfen natürlich auch an diesem Abend nicht fehlen. Im schön kalten Teleskop besonders scharf gezeichnet. Immer auch faszinierend mit den verschiedenen Farben der Sterne.
M81/82 im Wagen zeigten schwache Strukturen. Hier war der Himmel auch wesentlich dunkler als bei Leo. Die Galaxien um die Deichsel waren wieder zu tief. Aber der Eulennebel M97 war noch gut zu machen.
Noch ein letzter Schwenk zu den Zwillingen. Die Suche nach NGC2419, dem Intergalaktischen Wanderer dauerte etwas länger. Das Anpeilen gestaltete sich recht schwierig so weit im Zenit und im Schnee kriechend (brrrr). Mehr wie Suchen war dann auch nicht. Das muss ich unbedingt wiederholen. Das Ding ist mit 250000 LJ immerhin 10x weiter entfernt als M13. Aber NGC2392, der Eskimonebel war schneller gefunden. Ich wollte noch mehr Vergrößern, verlor ihn beim Okularwechsel aber mehrmals wieder aus den Augen. Der Okularkoffer lag einige Meter entfernt im Auto. In den Schnee wollte ich ihn nicht legen.
Jetzt begannen auch schon die ersten mit dem Abbau der Ausrüstung. Ich wollte ja auch nicht zu lange bleiben. Mein Wecker kennt kein Pardon. Ich war so heiß aufs Beobachten, dass ich kaum durch die anderen Instrumente geschaut habe, was ich normalerweise immer sehr gerne ausnutze. Aber es war ein netter Abend mit netten Leuten nach so vielen Wochen Zwangspause. Mein neues Schuhwerk hat den Wintertest auch bestanden und es bleibt die Erkenntnis, dass man mit Moonboots besser nicht Auto fahren sollte. Hoffentlich sind Horias Fotos was geworden. Das glaubt mir zu Hause sonst wieder keiner
. Die teilweise mitgebrachten Schneeketten wurden übrigens nicht mehr gebraucht.
Gruß und klaren Himmel
Andreas
endlich wieder eimal draußen- und wie!
Datum: 16. Februar 2010
Zeit: 19:45 bis 23:30 Uhr
Ort: Feld im Taunus
Wetter: klar, -10°C, hin und wieder etwas Wind
Seeing: Schlechter als vorhergesagt
Grenzgröße: Nicht bestimmt, 3 Tage nach Neumond
Geräte: Reisedobson 12,5“ f/5
2 Großferngläser auf Stativ
12" Gitterdobson, Eigenbau
4" f8 Newton, parallaktisch
Schon seit dem Wochenende beobachtete ich die Wolkenvorhersage auf Calsky. Klarer Himmel von Dienstag auf Mittwoch. Und das nur wenige Tage nach Neumond. Ich hatte am Mittwoch zwar nicht frei, musste Dank Fahrgemeinschaft wenigstens nicht selbst zur Arbeit fahren. Sozusagen optimale Bedingungen. Ein Blick in die Mailbox und schon war klar, dass ich nicht allein auf unserem Platz sein würde. Der Abend kam, und nachdem schon am Nachmittag etwas Sonne zu sehen war, wurde es jetzt dunkler und klarer. Inzwischen war es 19:00 Uhr, der erste Mitbeobachter hatte sich ab 20:00 Uhr angesagt. Egal, meine Ausrüstung kühlte schon seit 2 Stunden im Auto ab – also los, und natürlich ohne Heizung. Gegen 19:30 Uhr war ich vor dem Platz und staunte nicht schlecht. Der Feldweg war durch Schneeräumarbeiten von einem 1 Meter hohen Schneewall gesäumt und unser gewohnter Platz mit guter Rundumsicht war unter den Schneemassen verschüttet. Und dann kam mir auf der einzigen Fahrspur auch noch ein Auto entgegen. Na klasse! Das war aber schon mein Mitspechtler Horia, auf der Suche nach einem geeigneten Platz für den Aufbau. Eine Art Parkplatz mit etwas festgefahrener Schneedecke war das einzige, was dort zu finden war. Auf dem angrenzenden Sportplatz lag der Schnee fast Kniehoch. Während des Aufbaus trafen noch Thomas, Patrick und Christian ein. Später noch ein Bekannter Horias, der das erste Mal zum spechteln in der Gruppe dabei war.
Beginnen musste ich mit dem Orionnebel M42/43, diesmal weniger stark vergrößert und nicht minder schön anzusehen, mit und ohne OIII. Der Genuss währte aber nicht lange. Auf dem witterungsbedingten Notplatz verschwand der Gute einfach hinter einem Baum.
Jetzt wollte ich unseren roten Nachbarn Mars aber noch besuchen, der sich ja schon wieder von uns entfernt. Wegen der starken Spikes schraubte ich zusätzlich einen Graufilter ins Okular. Leider war das Seeing nicht das Beste. Die helle Polkappe war blickweise sogar deutlich auszumachen. Mehr konnte ich aber nicht erkennen.
Wo ich schon mal da war, schaute ich auch noch den OH M44 im Krebs an. Sozusagen in der Nachbarschaft. Mit dem 31 Nagler in jedem Fall ein Hingucker.
Irgendwo in meinem Umfeld hörte ich was von M1. OK, da könnte ich ja auch wieder einmal vorbei schauen. Ein schöner Wattebausch.
Danach der erste Besuch diesen Winter bei den Galaxien im Löwen. Das Triplet stand leider noch recht tief im Dunst und Lichtkegel des Rhein-Main Gebietes. Ganz sicher sah ich nur M65/66. Die dritte blieb allenfalls zu erahnen. Etwas besser zu sehen waren hingegen die Galaxien östlich des Triplets und NGC2903 am Kopf des Löwen.
Ebenfalls der erste Besuch galt jetzt Saturn, der relativ tief über den Horizont kroch. Ich freue mich schon, ihn wieder einmal höher am Himmel zu sehen. Viel Vergrößerung ging nicht, aber man schaut nicht mehr so sehr von der Seite auf die Ringe.
NGC884/869 in Perseus dürfen natürlich auch an diesem Abend nicht fehlen. Im schön kalten Teleskop besonders scharf gezeichnet. Immer auch faszinierend mit den verschiedenen Farben der Sterne.
M81/82 im Wagen zeigten schwache Strukturen. Hier war der Himmel auch wesentlich dunkler als bei Leo. Die Galaxien um die Deichsel waren wieder zu tief. Aber der Eulennebel M97 war noch gut zu machen.
Noch ein letzter Schwenk zu den Zwillingen. Die Suche nach NGC2419, dem Intergalaktischen Wanderer dauerte etwas länger. Das Anpeilen gestaltete sich recht schwierig so weit im Zenit und im Schnee kriechend (brrrr). Mehr wie Suchen war dann auch nicht. Das muss ich unbedingt wiederholen. Das Ding ist mit 250000 LJ immerhin 10x weiter entfernt als M13. Aber NGC2392, der Eskimonebel war schneller gefunden. Ich wollte noch mehr Vergrößern, verlor ihn beim Okularwechsel aber mehrmals wieder aus den Augen. Der Okularkoffer lag einige Meter entfernt im Auto. In den Schnee wollte ich ihn nicht legen.
Jetzt begannen auch schon die ersten mit dem Abbau der Ausrüstung. Ich wollte ja auch nicht zu lange bleiben. Mein Wecker kennt kein Pardon. Ich war so heiß aufs Beobachten, dass ich kaum durch die anderen Instrumente geschaut habe, was ich normalerweise immer sehr gerne ausnutze. Aber es war ein netter Abend mit netten Leuten nach so vielen Wochen Zwangspause. Mein neues Schuhwerk hat den Wintertest auch bestanden und es bleibt die Erkenntnis, dass man mit Moonboots besser nicht Auto fahren sollte. Hoffentlich sind Horias Fotos was geworden. Das glaubt mir zu Hause sonst wieder keiner
Gruß und klaren Himmel
Andreas