Hallo Florian,
ich verwende zwar eine andere Aufnahmetechnik (Teleskop - Barlow- evtl. Filterrad - Astrocam (d.h. Aufnahme direkt auf den Chip)), habe aber auch schon desöfteren manuell nachgeführt über eine parallaktische Montierung Vixen super polaris. Auch für Planetenaufnahmen ist eine möglichst gute Polausrichtung wichtig, hierfür verwende ich tags einen Kompass, ansonsten den Polsucher.
Manuell läuft es zwar etwas ruckelig, aber bei den kurzen Belichtungszeiten der einzelnen Bilder sind die meisten Bilder hiervon nicht beeinträchtigt.
Die Qualitäts- basierte Aussortierfunktion von AutoStakkert funktioniert da recht gut.
Kurzer Exkurs zu den einfachen Okulartypen:
- Zweilinser: Huygens, Mittenzwey, Ramsden : früher (bis in die 80er Jahre) Standard, aber nur bei größeren Brennweiten verwendbar (keinesfalls unter 10mm !!!), keine optimale Korrektur. Relativ kleines Gesichtsfeld (ausser bei Mittenzwey). Unverkittet, was bei Sonnenprojektion auf Schirm wichtig ist (sonst schmilzt alles zusammen!).
- Dreilinser: Kellner-Okular und reversed-Kellner-Okular (=RKE) : dreilinsiger Aufbau, bessere Korrektur, größeres Gesichtsfeld (insbesondere RKE); die einfachen Skywatcher okulare "SUPER" 10mm und 25mm sind zumeist RKE- Okulare. Mittlere Brennweiten bis 10mm mit ordentlicher Abbildung. Bei kurzen Okularbrennweiten "überfordert".
- Orthoskopische Okulare: das war früher der Sammelbegriff für mehrere Bautypen. Gute chromatische Korrektur (kein Farbfehler) und Verzeichnungsfreiheit (das heißt keine zusätzliche Bldfeldwölbung oder Verzerrung durch das Okular). Früher kannte man davon Plössl-Okulare und orhtoskop. Okulare nach Abbe (diese werden wohl heute gemeinhin als orthoskopische Okulare bezeichnet). Plössl- und orthoskop. Okulare nach Abbe sind 4-Linser, haben ein gutes Bild bei allerdings begrenztem Gesichtsfeld, was insbesondere bei kurzen Brennweiten problematisch werden kann. Ferner ein kurzer Augenabstand (Problem für Brillenträger) und Brennweiten-abhängig kleine Augenlinsen: für viele ist hier die Grenze bereits bei 9mm Brennweite erreicht wegen des geringen Augenabstandes und der kleinen augenseitigen Linse, man muss quasi "ins Okular hineinkriechen". Dies macht mir nichts, ich bin es halt von früher so gewöhnt.
- Weitwinkelokular nach Erfle: ein weiterer "klassischer" Okulartyp: großes Blickfeld, angenehmer Einblick, 5- linsige Konstruktion. So eines habe ich als 2-Zoll-Okular mit 38mm Brennweite für mein C8 (deep sky), benutze es aber kaum...
Neuere Okulartypen: da sind die Beschreibungen der Händler ganz gut. Prinzipiell gibt es modifizierte Plössls, als "super Plössl" bezeichnet mit angenehmerem Augenabstand und Augenlinse.
Dann eine Vielzahl von Weitwinkel, super- Weitwinkel usw. Okularen, meist mit 6-linsigem Aufbau, angenehmem Augenabstand und größerer augenseitiger Linse.
Noch besser sollen nach vielen Meinungen natürlich die "high- end" Okulare wie z.B. Televue Nagler etc. sein. Das sind komplexe, hochkorigierte und ausgefeilte Okulare der oberen Preisklasse: diese waren mir persönlich immer etwas zu teuer, deshalb kann ich hierzu keine persönlichen Erfahrungen berichten.
Von Vixen gibt es unterschiedliche Okulargenerationen, von klassischen Orthos, über die nicht mehr hergestellten LV- Okulare (200mm Augenabstand) bis hin zu LVW- und anderen high- end- Okularen.
Für den Beobachter bequemer, aber optisch bei visueller Beobachtung den anderen nicht zwingend überlegen:
so habe ich ein 6mm Plössl von GSO und ein 5mm Ortho von Vixen, die bei Planetenbeobachtung durch kein anderes Okular bis mittlerer Preisklasse bisher übertroffen worden sind (SWA- Okular 6mm schlechter; 5mm Baader Hyperion gleichwertig, bequemerer Einblick; 5mm Planetary etwas unterlegen; 6mm Vixen LV trotz bequemem Augenabstand und größerer Linse eher leicht unterlegen). Einzig ein 3,2mm Planetary nutze ich trotz der kurzen Brennweite noch gerne am Refraktor, das habe ich nach ausgiebiger Testung gebraucht erworben und es scheint im Rahmen der Produktstreuung ein sehr gutes zu sein.
Am alten Quelle Catadiopter 114/1000mm mit 0,96" OAZ habe ich noch Huygens-, Kellner- und orthoskop. Okulare (alle noch original aus Japan) getestet: die Orthos mit 12,5mm und 5mm Brennweite sind da im Vergleich unschlagbar!
Baader produziert aber noch klassische Orthos: Baader classic ortho, vormals Baader genuine Ortho (die älteren sollen noch etwas besser sein, als die neueren).
Übrigens gibt es eine sehr gute Übersicht und Testung bei Sven Wienstein, er berichtet aus der Praxis, hat sich aber alle Okulare auch genauer angesehen (aufgeschraubt):
http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare.html
So weit eine sehr grobe Übersicht und meine subjektive Einschätzung bzgl. der von mir an C8 (F/10), Quelle Catadiopter 114/1000 und kurzbrennweitigen Refraktoren (Skywatcher 80/400 sowie Orion 100/600) getesteten Okulare.
Viele Grüße!
Carsten