hasebergen
Aktives Mitglied
Erstes Licht für den TMB 152/1064er und das 31er Nagler - oder - eine Wintertour im Sauerland.
Nach acht Monaten war es denn mal wieder soweit: ausgiebig beobachten. Dazu sind wir zu viert (Olli, Thomas, Thorsten und ich) von Bochum (Aktion mit Ad Astra an der AB 2) ca. 80 km ins Sauerland in die Nähe von Lüdenscheid gefahren, wo wir gegen 22h30 ankamen.
Bedingungen: einige Grade unter Null, aber ein schneidender sch**** Wind, ca. 6m2 im Zenit und leider miserables Seeing (ca. 6 - 10"). Der zunehmende Mond machte gerade das Richtige, nämlich untergehen. Wir beobachteten bis gegen 3h30, dann pustete uns der nach einer ca. 1-stündigen Pause wieder zunehmende Wind nach Hause.
15.01.2005 in Wellin
Angefangen mit den Plejaden; im 31er Nagler ein Traum: bei dieser 34facher Vergrößerung nahezu komplett im Gesichtsfeld: Auch die Plejadennebel waren in Ansätzen direkt zu sehen.
Orionnebelkomplex: Der Kracher!! Sowohl mit, als auch ohne O-III bzw. UHC Filter. Ohne Filter waren im 31 und 20er Nagler schön blaugrüne Farben erkennbar; mit Filter nahme der Komplex visuell ein vielfach größeres Ausmaß an. Man könnte Stunden schwärmen; ich "musste" auch immer wieder mal dorthin schwenken. Die "Jagd" nach der E/F Komponente im Trapez viel allerdings dem schlechten Seeing zum Opfer.
Dann habe ich "das Maul mal vollgenommen" und B33, den Pferdekopfnebel versucht; allerdings - wie eigentlich auch zu erwarten - erfolglos. Dafür war der Himmel einfach nicht gut genug. Stattdessen fiel der Flammennebel NGC 2024 quasi "als Abfallprodukt" ab, den ich - kaum das Mintaka aus dem Bild war, an Rande des 31er-Gesichtsfeldes direkt erblicken konnte, insbesondere auch die Unterteilung zwischen den beiden Nebelmassen.
Handeln wir den Orion weiter ab: M 78 kam denn auch noch "vor die Linse" und war als schwacher nebliger Fleck zu sehen; war aber auch eher eine "Schnellbeobachtung".
Einen "alten Bekannten" versuchte ich auch - Abell 12, den PN bei Ori: Mit Filter war er denn auch blickweise zu erhaschen. Man hätte größere Vergrößerung als 34x bzw. 52x benötigt - da war aber wieder der nervende Wind.
Um jetzt - nicht chronologisch gerecht - weiterzumachen; es ging zu M 41, dem OCl im CMa: Bei 34x ein schöner Haufen, der sich her zuwenig Beachtung erfährt. Weiter zu M 46/47 und NGC 2438, dem kleinen PN im M46: der war schon - ohne etwas mit Filter besser - bei 34x zu erkennen. Ich habe dann noch bis 52x erhöht, aber das Bild wurde durch die Luftunruhe in Verbindung mit dem nicht allzu hohen Stand flau. Die beiden Haufen haben auch recht unterschiedlichen Charakter; während M 47 weniger Sterne, dafür aber auffälliger helle enthält, ich M 46 eher von recht gleichmäßiger Struktur in Bezug auf Helligkeit und Verteilung.
Einen guten "Schluck" nördlich hiervon war dann natürlich auch M 44 im Krebs im Visier: Auch hier faszinierte der Anblick des Riesengesichtsfeld des 31er Naglers.
Schwenk in den Zwilling: Gesucht und nicht gefunden PN NGC 2372, der Medusanebel. Allerdings habe ich hier auch nicht konsequent gesucht, da gerade zu dem Zeitpunkt der Wind und die damit verbundene Kälte ohne Ende genervt hat.
Und dann M35 und NGC 2158, die beiden schön unterschiedlich weit entfernten OCls in einem Gesichtsfeld: der 35er schön aufgelöst, eine wunderbare Sternenansanmmlung innerhalb der Milchstrasse, daneben der bei 34x nicht aufgelöste aber "körnige" NGC 2158 als blasser Schimmer. Bestimmt ein interessanter Kandidat für höhere Vergrößerungen und damit für ruhigere Nächte.
Noch ein großes Entzücken bietet natürlich der Anblick von h/Chi Per: Bei 34fach einfach nicht zum sattsehen.
Mittlerweile war der Löwe schon recht beobachtungsfreundlich hoch: Jetzt war mal der vergleich 128er TAK + 28er Pentax neben 152er TMB mit 27er Panoptic: Und - mein subjektiver Eindruck! - das Bild am TMB war nicht nur um dieses eine Zoll heller. Auch die Transmission des 27er Panoptics machte mir einen deutlich besseren Eindruck. Im Tak waren die M95/96 sofort gut zu erkennen, während die NGC 3628 noch ein bischen "mehr Hinsehen" erforderte; im TMB waren sofort alle im Gesichtsfeld des 27er Panoptics zu sehen.
Weiter nach Norden gabelte ich mir die schon im 7x50er Sucher gut sichtbare M 51 auf, die im 31er auch schön klar und hell zu sehen war; mit Andeutungen der Wirbelstruktur. Schließlich lugte ganz tief im Norden noch M 13 einige Grade über den Horizont, der schon im 31er körnig wirkte. Später, im geliehenen 12er Nagler bei höherenm Stand gelang dann schon die weitestgehende Auflösung des Haufens.
Natürlich habe ich auch Macholz im Visier gehabt; hatte ich zunächst ganz vergessen zu erwähnen. Und ... ich sag es jetzt mal: endgeil!! Im 31er war der sternförmige Kern von einer ganz leicht grünlich leuchtenden Koma umgeben. Auch war schwach ein Schweifansatz zu erkennen. Ich denke, langsam wird es mal Zeit für eine der neuen digitalen Spiegelreflexkameras mit 6.2 Mio Pixeln (jeder weiss, welche gemeint ist, nur ich mache keine Schleichwerbung ;-) ), man möchte sich solche Anblicke erhalten.
Enttäuschend waren bei derartig seeingverseuchten Bedingungen natürlich die Planeten, die naturgemäß gerne mehr Vergrößerung brauchen: Saturn "entblößte" sofort vier Monde (Huygens auf Titan habe ich aber nicht gefunden...) und auch die Cassini-Teilung. Aber, mehr war auf dem Planetenscheibchen und in den Ringen nicht zu sehen. Und beim tieferstehenden Jupiter war es so, als ob jemand unter der Taukappe einen Pott Spaghetti aufgesetzt hatte; schon bei 34fach nur Wabern.
Mein erster Eindruck vom 31er Nagler:
Genial! Ein für mich durchaus angenehmes Einblickverhalten trifft auf randscharfe und brillante Abbildungsqualität. Ich konnte und kann sofort nachvollziehen, warum viele ihre ohnehin schon phantastischen 35er Panoptics abgegeben und gegen das 31er Nagler ausgetauscht haben. Ist für mich derzeit in dem Bereich nicht zu toppen.
Eindruck vom Teleskop:
Ja zunächst mal das Finish ... es macht einfach Spaß, damit zu beobachten. Der OAZ sprich sofort an und läuft feinfühlig. Und auch die großen Auszugsräder sind gut bemessen. Besonders gut bei der Kälte: die in die Räder eingelassenen Gummi"ringe", die den direkten Kontakt mit dem Metall reduzieren.
Der mitgelieferte 10x50er Intes-Winkelsucher ist bis auf eine kleine Unschärfe im äusseren Bereich von praktikabler und anständiger Qualität. Gerade auch mit dem 90-Grad Einblick kam ich gut zurecht. Das in der Mitte unterbrochen Fadenkreuz ist eine pfiffige Idee, denn nun kann man optimal zentrierte Sterne auch erkennen; sie werden nicht vom durchgehenden Fadenkreuz verdeckt, was bisweilen ein wenig lästig ist.
Die Optik ist natürlich greatest, soweit dies unter diesen seeingverseuchten Bedingungen zu beurteilen ist: Ob es ohne Ende Details z.B. im Orionnebelkomplex sind, ob es - für "nur" 6 Zoll Öffnung das sehr helle Bild ist ... alles vom Feinsten.
Was bislang noch nicht zu testen war, ist der hochvergrößerte Bereich insbesondere am Planeten, sowie auch die letztendliche Auflösungsfähigkeit z.B. am Doppelstern. Hier steht dem TMB noch die "Feuerprobe" bevor, wenn die Bedingungen es zulassen. Hoffentlich nicht erst auf dem ITV.
Nach acht Monaten war es denn mal wieder soweit: ausgiebig beobachten. Dazu sind wir zu viert (Olli, Thomas, Thorsten und ich) von Bochum (Aktion mit Ad Astra an der AB 2) ca. 80 km ins Sauerland in die Nähe von Lüdenscheid gefahren, wo wir gegen 22h30 ankamen.
Bedingungen: einige Grade unter Null, aber ein schneidender sch**** Wind, ca. 6m2 im Zenit und leider miserables Seeing (ca. 6 - 10"). Der zunehmende Mond machte gerade das Richtige, nämlich untergehen. Wir beobachteten bis gegen 3h30, dann pustete uns der nach einer ca. 1-stündigen Pause wieder zunehmende Wind nach Hause.
15.01.2005 in Wellin
Angefangen mit den Plejaden; im 31er Nagler ein Traum: bei dieser 34facher Vergrößerung nahezu komplett im Gesichtsfeld: Auch die Plejadennebel waren in Ansätzen direkt zu sehen.
Orionnebelkomplex: Der Kracher!! Sowohl mit, als auch ohne O-III bzw. UHC Filter. Ohne Filter waren im 31 und 20er Nagler schön blaugrüne Farben erkennbar; mit Filter nahme der Komplex visuell ein vielfach größeres Ausmaß an. Man könnte Stunden schwärmen; ich "musste" auch immer wieder mal dorthin schwenken. Die "Jagd" nach der E/F Komponente im Trapez viel allerdings dem schlechten Seeing zum Opfer.
Dann habe ich "das Maul mal vollgenommen" und B33, den Pferdekopfnebel versucht; allerdings - wie eigentlich auch zu erwarten - erfolglos. Dafür war der Himmel einfach nicht gut genug. Stattdessen fiel der Flammennebel NGC 2024 quasi "als Abfallprodukt" ab, den ich - kaum das Mintaka aus dem Bild war, an Rande des 31er-Gesichtsfeldes direkt erblicken konnte, insbesondere auch die Unterteilung zwischen den beiden Nebelmassen.
Handeln wir den Orion weiter ab: M 78 kam denn auch noch "vor die Linse" und war als schwacher nebliger Fleck zu sehen; war aber auch eher eine "Schnellbeobachtung".
Einen "alten Bekannten" versuchte ich auch - Abell 12, den PN bei Ori: Mit Filter war er denn auch blickweise zu erhaschen. Man hätte größere Vergrößerung als 34x bzw. 52x benötigt - da war aber wieder der nervende Wind.
Um jetzt - nicht chronologisch gerecht - weiterzumachen; es ging zu M 41, dem OCl im CMa: Bei 34x ein schöner Haufen, der sich her zuwenig Beachtung erfährt. Weiter zu M 46/47 und NGC 2438, dem kleinen PN im M46: der war schon - ohne etwas mit Filter besser - bei 34x zu erkennen. Ich habe dann noch bis 52x erhöht, aber das Bild wurde durch die Luftunruhe in Verbindung mit dem nicht allzu hohen Stand flau. Die beiden Haufen haben auch recht unterschiedlichen Charakter; während M 47 weniger Sterne, dafür aber auffälliger helle enthält, ich M 46 eher von recht gleichmäßiger Struktur in Bezug auf Helligkeit und Verteilung.
Einen guten "Schluck" nördlich hiervon war dann natürlich auch M 44 im Krebs im Visier: Auch hier faszinierte der Anblick des Riesengesichtsfeld des 31er Naglers.
Schwenk in den Zwilling: Gesucht und nicht gefunden PN NGC 2372, der Medusanebel. Allerdings habe ich hier auch nicht konsequent gesucht, da gerade zu dem Zeitpunkt der Wind und die damit verbundene Kälte ohne Ende genervt hat.
Und dann M35 und NGC 2158, die beiden schön unterschiedlich weit entfernten OCls in einem Gesichtsfeld: der 35er schön aufgelöst, eine wunderbare Sternenansanmmlung innerhalb der Milchstrasse, daneben der bei 34x nicht aufgelöste aber "körnige" NGC 2158 als blasser Schimmer. Bestimmt ein interessanter Kandidat für höhere Vergrößerungen und damit für ruhigere Nächte.
Noch ein großes Entzücken bietet natürlich der Anblick von h/Chi Per: Bei 34fach einfach nicht zum sattsehen.
Mittlerweile war der Löwe schon recht beobachtungsfreundlich hoch: Jetzt war mal der vergleich 128er TAK + 28er Pentax neben 152er TMB mit 27er Panoptic: Und - mein subjektiver Eindruck! - das Bild am TMB war nicht nur um dieses eine Zoll heller. Auch die Transmission des 27er Panoptics machte mir einen deutlich besseren Eindruck. Im Tak waren die M95/96 sofort gut zu erkennen, während die NGC 3628 noch ein bischen "mehr Hinsehen" erforderte; im TMB waren sofort alle im Gesichtsfeld des 27er Panoptics zu sehen.
Weiter nach Norden gabelte ich mir die schon im 7x50er Sucher gut sichtbare M 51 auf, die im 31er auch schön klar und hell zu sehen war; mit Andeutungen der Wirbelstruktur. Schließlich lugte ganz tief im Norden noch M 13 einige Grade über den Horizont, der schon im 31er körnig wirkte. Später, im geliehenen 12er Nagler bei höherenm Stand gelang dann schon die weitestgehende Auflösung des Haufens.
Natürlich habe ich auch Macholz im Visier gehabt; hatte ich zunächst ganz vergessen zu erwähnen. Und ... ich sag es jetzt mal: endgeil!! Im 31er war der sternförmige Kern von einer ganz leicht grünlich leuchtenden Koma umgeben. Auch war schwach ein Schweifansatz zu erkennen. Ich denke, langsam wird es mal Zeit für eine der neuen digitalen Spiegelreflexkameras mit 6.2 Mio Pixeln (jeder weiss, welche gemeint ist, nur ich mache keine Schleichwerbung ;-) ), man möchte sich solche Anblicke erhalten.
Enttäuschend waren bei derartig seeingverseuchten Bedingungen natürlich die Planeten, die naturgemäß gerne mehr Vergrößerung brauchen: Saturn "entblößte" sofort vier Monde (Huygens auf Titan habe ich aber nicht gefunden...) und auch die Cassini-Teilung. Aber, mehr war auf dem Planetenscheibchen und in den Ringen nicht zu sehen. Und beim tieferstehenden Jupiter war es so, als ob jemand unter der Taukappe einen Pott Spaghetti aufgesetzt hatte; schon bei 34fach nur Wabern.
Mein erster Eindruck vom 31er Nagler:
Genial! Ein für mich durchaus angenehmes Einblickverhalten trifft auf randscharfe und brillante Abbildungsqualität. Ich konnte und kann sofort nachvollziehen, warum viele ihre ohnehin schon phantastischen 35er Panoptics abgegeben und gegen das 31er Nagler ausgetauscht haben. Ist für mich derzeit in dem Bereich nicht zu toppen.
Eindruck vom Teleskop:
Ja zunächst mal das Finish ... es macht einfach Spaß, damit zu beobachten. Der OAZ sprich sofort an und läuft feinfühlig. Und auch die großen Auszugsräder sind gut bemessen. Besonders gut bei der Kälte: die in die Räder eingelassenen Gummi"ringe", die den direkten Kontakt mit dem Metall reduzieren.
Der mitgelieferte 10x50er Intes-Winkelsucher ist bis auf eine kleine Unschärfe im äusseren Bereich von praktikabler und anständiger Qualität. Gerade auch mit dem 90-Grad Einblick kam ich gut zurecht. Das in der Mitte unterbrochen Fadenkreuz ist eine pfiffige Idee, denn nun kann man optimal zentrierte Sterne auch erkennen; sie werden nicht vom durchgehenden Fadenkreuz verdeckt, was bisweilen ein wenig lästig ist.
Die Optik ist natürlich greatest, soweit dies unter diesen seeingverseuchten Bedingungen zu beurteilen ist: Ob es ohne Ende Details z.B. im Orionnebelkomplex sind, ob es - für "nur" 6 Zoll Öffnung das sehr helle Bild ist ... alles vom Feinsten.
Was bislang noch nicht zu testen war, ist der hochvergrößerte Bereich insbesondere am Planeten, sowie auch die letztendliche Auflösungsfähigkeit z.B. am Doppelstern. Hier steht dem TMB noch die "Feuerprobe" bevor, wenn die Bedingungen es zulassen. Hoffentlich nicht erst auf dem ITV.