Tolle Nova im Pfeil: N Sge 2026

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Hallo zusammen!

Gestern (25.08.) wurde von einem texanischen Team eine Nova in Sagitta entdeckt. Der Stern war bereits bekannt, aber nicht fälschlicherweise als Bedeckungsveränderlicher eingestuft. Die Nova kam überraschend und hat den Stern, der ursprünglich irgendwo bei 19 oder 20 mag lag auf rund 7,3 mag aufgehellt.

Sie ist gut zu sehen - fotografisch wie visuell.

Meine Aufnahme zeigt oben links M 71 und Delta Sge als hellsten Stern im Bild. N Sge 2026 ist markiert. In direkter Nachbarschaft zu Delta Sge. In der Umgebung sind viele ähnlich helle Sterne. Im Bild oberhalb sind zwei Sterne, die als Vergleich dienen können: Mit 6,8 und 7,7 mag. Visuell liegt die Nova tatsächlich dazwischen, farblich und von der Helligkeit etwas näher an dem 7,7.

Ich bin auf Eure Beobachtungen gespannt und darauf, was die nächsten Tage bringen. Wir dürften noch in der frühen Phase der Entwicklung sein.

N Sge 2026 mit Markierung Sebastian Schmid.jpg


Foto: ca 21 Minuten mit Vespera 2, 50mm/250mm. 26.08.2026 0:35 MESZ, also knapp 20 Stunden nach Entdeckung.
Visuelle Beobachtung: 12 Zoll. Dobson. 75-fach.


Infos zur Nova:
  • N Sge 2026 – Nova im Sternbild Pfeil (Sagitta)
  • Entdeckt: 25.08.2026 um 03:03 UTC / 05:03 MESZ
  • Entdeckerteam: Katie Barnhart, Kirill Sokolovsky, Darien Perla, Pragati Acharya, John Worley, Vallia Antoniou und Elias Aydi
  • Entdeckungsprojekt: NMW–Texas Tech transient survey
  • Position (J2000): RA 19h 45m 06.49s, Dec +18° 22′ 42.2″
  • Helligkeit kurz nach Entdeckung: etwa V = 7,3 mag – damit schon mit Fernglas bzw. kleinem Teleskop gut erreichbar
  • Der Stern war vorher extrem schwach: ungefähr r = 19,3–21,1 mag
  • Helligkeitsanstieg damit grob 12–14 Magnituden – also um einen Faktor von zigtausend bis einigen hunderttausend im Lichtstrom
  • Der Vorläufer ist Gaia DR3 1824166210904571136
  • Gaia hatte das Objekt zuvor offenbar fälschlich als Bedeckungsveränderlichen mit etwa 9,9 Tagen Periode klassifiziert
  • Archivdaten von Gaia, ZTF, Pan-STARRS und IPHAS zeigen starke Variabilität, aber keine überzeugende Periodizität
  • Erste Spektren bestätigen, dass es sich sehr wahrscheinlich um eine klassische Nova handelt
  • Besonders interessant: Das erste Spektrum war ungewöhnlich stark von Absorptionslinien geprägt; ATel 18008 bezeichnete ein solches Nova-Spektrum als sehr selten
  • Eine alternative bzw. ergänzende Interpretation in ATel 18009: die starken absorptionsdominierten P-Cygni-Profile könnten typisch für eine Nova unmittelbar am optischen Maximum sein
  • Damit wurde N Sge 2026 vermutlich in einer sehr frühen und astrophysikalisch interessanten Phase erwischt
  • Die AAVSO hat am 25. August einen Beobachtungsalarm herausgegeben und bittet um weitere Beobachtungen
  • Aufsuchhilfe: nur etwa 34′ von δ Sagittae entfernt, west-südwestlich davon
Clear Skies

Sebastian
 
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