Top seeing trotz Wind?

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Ruppi

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Hallo,

hatte schon jemand hier ein top seeing trotz Wind?
Für mich bedeutete Top seeing bislang auch immer Windstille.
Immer wieder prognostiziert allerdings Meteoblue auch sehr gutes seeing trotz Wind. Gibt es dies aber wirklich?
Neulich gab es da z.B. eine Seeingprognose von 0,7"
Da hab ich mal meine Hauptspiegelbox zum Auskühlen rausgestellt. Als jedoch der Wind nicht nachlies (Windstärke ca. 2) hab ich nicht weiter aufgebaut, sodern wieder eingpackt.
Konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es bei Wind perfektes Seeing geben kann.
Oder irre ich mich?
Auf hohen Berggipfeln ist es ja auch kaum je windstill. Dennoch angeblich dort zumeist Top seeing...

Wer hat Erfahrungen?
 
Moin Michael!

> Als jedoch der Wind nicht nachlies (Windstärke ca. 2)

Das soll "Wind" sein?! :biggrin:
In dem Fall müßten wir hier im Norden ständig mit schlimmsten Seeing-Bedingungen kämpfen. Naja, es kommt nicht drauf an, was in Bodennähe für ein Lüftchen weht, sondern wie die Bedingungen ein paar km oberhalb aussehen, insbesondere die aktuelle Lage des Jetstreams ist wichtig für gute bzw. schlechte Sichtbedingungen.
 
Hi Micha,

ich wollte halt Deteilbeobachtungen an Neptun machen, das geht aber nur bei Top seeing deutlich besser als 1".
Deshalb hab ich auch nicht weiter aufgebaut.
Aber vielleicht hätte ich es tun sollen. Meteoblue Prognose war 0,6" (!)
Ich konnte mir aber nicht vorstellen, dass es das bei Windstärke 2 geben kann.
 
Hallo Michael,

Kannst Du mit Faktor 2 Multiplizieren, dann *könnte* es passen :smiley56:
Aber nur, wenn Dein Platz irgendwie "oben" liegt: Bergkuppe, Hügel, Kamm...
Insbesondere Hanglagen haben Nachts zu meiden, ich habe dort nie besser als 2" gemessen. Oft auch über 3".

Leichter Wind ist nicht unbedingt ein Problem.

cs Kai
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael,

wie schon erläutert, werden die seeing-bedingten Störungen unserer Beobachtungen durch Luftunruhe in mehreren Kilometern Höhe verursacht. Dort wird durch bewegte unterschiedlich dichte Luftmassen das Licht unterschiedlich gebrochen.
Der Wind am Boden kann die Abbildung auch stören. Insbesondere bei schwachen Teleskopmontierungen wird das Teleskop durch den Wind bewegt. Jedoch kann man diesen Störfaktor weitgehend ausschalten, wenn man Viedeoaufnahmen anfertigt, diese dann in Einzelbilder zerlegt und anschließend in der Bildverarbeitung stackt.
Auch die Störungen durch das eigentliche seeing können so in gewissen Grenzen minimiert werden. Man sucht die guten Einzelbilder aus dem Video heraus und verarbeitet nur diese weiter.

Viele Grüße
Uwe
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
> Man sucht die guten Einzelbilder aus dem Video heraus

Der Kollege beobachtet wahrscheinich visuell mit dem Dobson, wenn er son schreibt, daß er seine Hauptspiegelzelle zum Lüften rausstellt.
 
Hallo Micha,

Du hast natürlich Recht.
Es war nur so als Anregung gedacht. Man kann ja das Objekt mit einem kleinen Sucher im Fadenkreuz halten und das Video am Dobson-OAZ aufnehmen.
Dann fallen die vielen Nächte mit Windstärke >=2 nicht aus ;-)

Viele Grüße
Uwe
 
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