Transient Lunar Phenomena (TLPs)

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Serenitatis

Aktives Mitglied
Liebe Astrogemeinde,

mich interessiert, ob sich unter Euch jemand befindet, der bereits MIT EIGENEN AUGEN einmal jene *Transient Lunar Phenomena* (TLPs) - also jene kurzfristigen Erscheinungen auf unserem Mond - beobachtet hat. Es gibt ja einige schöne Websites dazu, teilweise existieren sogar Bilder, aber es gibt so gut wie keine plausiblen Erklärungen. Das macht die TLPs für mich so spannend, obwohl ich mich - auch nach vielen, vielen Beobachtungsnächten - keiner Hoffnung hingebe, einmal selbst Zeuge davon werden zu können. Auch wenn man sich bestimmte Regionen auf dem Mond (Aristarchus, Plato, Alphonsus...) immer wieder vornimmt, um sie visuell zu beobachten, dürfte die Wahrscheinlichkeit äußerst gering sein, selbst etwas zu beobachten. Also: Augenzeugen, meldet Euch!
 
Hallo,

ein interessantes Thema, von dem ich bis jetzt noch nie etwas gehört habe. Für alle Nichteingeweihten (wie mir) habe ich hier mal einen kleinen Auszug aus der Spektrum der Wissenschaft vom 26. Oktober 1999 (Quelle) vorbereitet.

Seit über 450 Jahren entdecken Astronomen immer mal wieder verwundert, daß sich Bereiche der Mondoberfläche kurzzeitig verfärben, kleine Blitze aufleuchten oder Kraterränder farbig glühen. Doch da es niemals gelang, die Beobachtungen rechtzeitig zu bestätigen, schoben die meisten Wissenschaftler diese vorübergehenden Mondphänomene (transient lunar phenomena, TLP) als Täuschungen oder Artefakt beiseite. "Die Ereignisse wurden bei vielen Gelegenheiten beobachtet, aber die meisten Astronomen glaubten nicht an sie", sagte Bonnie Buratti vom Jet Propulsion Laboratory auf dem Treffen der American Astronomical Society vom 10. bis 15. Oktober 1999 in Padua.

Durch die vielen Amateurberichte neugierig geworden, warf die Wissenschaftlerin zusammen mit ihrer Arbeitsgruppe ein paar genauere Blicke auf das Bildmaterial der Raumsonde Clementine, die den gesamten Mond kartiert hatte. Aus den mehr als zwei Millionen Aufnahmen interessierten die Forscher vor allem Bilder von der Umgebung des Kraters Aristarchus. Dort hatte sich den Meldungen zufolge der Mond am 23. April 1994 zeitweilig verdunkelt. Und tatsächlich zeigten die Satellitenbilder, daß die Region am 27. April ein wenig anders gefärbt war als am 3. März. "Nach dem Ereignis sah sie roter aus", erzählte Buratti.

Die Aristarchus-Ebene gehört zu den jüngsten Strukturen des Mondes. Wenn es irgendwo auf dem Himmelskörper noch Reste von aktivem Vulkanismus geben sollte, dann hier, meinen die Astronomen. Möglicherweise wandern in dem Gebiet Gase aus den Tiefen nach oben und erstrahlen im grellen Sonnenlicht rot oder blau. Oder sie werden erhitzt und explodieren knapp unter der Oberfläche. Was auch immer passiert, über die eigentliche Ursache können die Wissenschaftler derzeit nur spekulieren. Aber zumindest haben sie anhand der Clementine-Daten bislang vier TLPs bestätigt. So tot wie gedacht ist der Mond offensichtlich doch nicht.
Gruß - Nico
 
Hi,

tja, das ist so wie mit Nessie, es gibt Gläugige und Ungläubige in
der Astrogemeinde.

Auch die Zuverlässigkeit der spektrographischen Beweise Kozyrevs
sollen nicht über alle Zweifel erhaben sein, habe ich kürzlich
gelesen.

Ich selber bin mir im Unklaren, wie viele Andere auch, ob da was dran
ist oder nicht. Abwarten und Tee trinken (keinen Grog!).


Gruß Coyote
 
Hallo Reverend_Coyote,

im von blue_scape oben zitierten Artikel ist von den Clementine-Daten zum Thema TLPs die Rede, eine Beobachtung, die ich durchaus für seriös halte und die mir auch schon länger bekannt ist, zumal sie in der Fachliteratur diskutiert wurde. Freilich tummeln sich bei diesem Thema (ein kurzer Blick auf gegoogelte Websites zeigt es...) auch eine Menge Esoteriker etc. Ich denke jedoch, dass an den TLPs weit mehr dran sein dürfte als an Nessi. Mir stellt sich die Frage: Warum sollte unser Erdmond nicht geologisch aktiver sein, als wir beobachten können? Schließlich beobachtet der Mensch den Erdmond mit Fernrohren erst seit - im geologischen Zeitmaßstab gesehen - lächerlich geringer Zeit.

Viele Grüße von Serenitatis
 
Hi,

und eben wegen dieser lächerlich geringen Beobachtungszeit ist es
nicht sehr wahrscheinlich, auf einem zumindest äußerst wenig aktiven
Körper wie dem Mond etwas derartiges zu finden; noch dazu so oft,
wie man es angeblich beobachtet hat.

Natürlich kann der glückliche Zufall mal mithelfen, ich weiß halt
nicht so recht, ob da was dran ist oder nicht.

Die von Dir angesprochenen "Esotherikseiten" im Netz sind auch nicht
wirklich hilfreich.


Gruß Coyote
 
Hi all!

Ich denke schon, dass an den TLPs was dran ist.
Das Problem ist weniger die Seltenheit,
sondern mehr, dass das einfach recht unauffällige
Ereignisse sind.

Wenn der Aristarchus ein wenig Radon auspupst,
ist das halt nicht vergleichbar mit einem
Vulkan auf Io.

Sonnige <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" /> Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben