Transmissionstest von Ferngläsern im DWJ

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J_Brabender

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Hallo zusammen,

in der aktuellen Ausgabe des "Deutschen Waffen-Journal" gibt es einen Transmissionstest
von 29 Ferngläsern, jeweils für die Transmission bei Tagsehen und bei Nacht, wobei allerdings
bei zwei Modellen keine Werte genannt werden. Das Heft ist also auch für Nicht-Militaristen
interessant.

Die getesteten Ferngläser sind hauptsächlich von den Herstellern, die im jagdlichen Bereich
eine gewisse Marktposition besitzen (Docter, Leica, Meopta, Minox, Optolyth, Steiner,
Swarowski und Zeiss) sowie einzelne Modelle anderer Hersteller.

Ich hoffe, daß es nicht übermässig gegen die Urheberrechte verstösst, wenn ich hier mal die
besten und die schlechtesten Werte nenne: Zeiss 8x56 Dialyt 94,4% (Tag) und 92,4% (Nacht)
sowie Steiner Sky Hawk 10x42 71,5% (Tag) und 69,3% (Nacht).

Weiter will ich nicht ins Detail gehen weil ich der Meinung bin, daß es auch gegenüber dem
Verlag unfair wäre. Dieser Test hat sicherlich eine Menge Kosten verursacht und die Leute
werden das sicherlich zum letzten Mal gemacht haben, wenn die vollständigen Ergebnisse
zwei Tage nach dem Erscheinen des Hefts hier im Forum im Detail wiedergegeben werden.

Viele Grüsse
Jürgen
 
Hallo,

danke für die Information!

Verstehst Du, was mit dem Unterschied der Transmission bei Tag und bei Nacht gemeint ist? Nach meinem Verständnis kann man bei der Transmission die Wellenlängen unterscheiden, aber dass die Lichtintensität einen Einfluss auf die Transmission hat, ist mir neu.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

die Transmission des Fernglases ist natürlich bei Tag und bei Nacht gleich. Woher sollte das Fernglas wissen, wann Tag und wann Nacht ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ?

Was unterschiedlich ist, ist die Empfindlichkeitskurve des menschlichen Auges bei Tag und bei Nacht. Während das Maximum der Empfindlichkeit tagsüber bei 555 nm liegt, ist es nachts bei 507 nm, also mehr ins Blaue verschoben. Hier spielt der Wechsel von Zäpfchen- auf Stäbchensehen und andere Eigenschaften des Auges bei abnehmender Helligkeit eine Rolle.

Dies führt zu einer unterschiedlich stark wahrgenommenen Lichtmenge. Rechnerisch ist es (etwas vereinfacht) eine aufsummierte, gewichtete Transmissionskurve, einmal gewichtet mit der Kurve des Auges bei Tag, einmal mit der Kurve des Auges bei Nacht. Diese Kurven sind jeweils auf 1 normiert.

Da die Transmissionskurve des Fernglases oft im Blauen etwas schlechter ist als im Grünen, ist auch der Nachtsichtwert oft etwas geringer als der Tagsichtwert. Diese Werte werden oft etwas lapidar Tag- und Nachttransmission genannt.

Viele Grüße,
Infinity
 
Hallo Infinity,

aha, verstehe. Letztendlich geht es doch um die Frequenzen. Die Lichtempfindlichkeit des menschlichen Auges kann ja keinen Einfluss auf die Transmissionsmessung von Ferngläsern haben.

Übrigens: Zäpfchen werden rektal eingeführt, Zapfen befinden sich in der Retina des menschlichen Auges.

Viele Grüße
Andreas
 
Übrigens: Zäpfchen werden rektal eingeführt, Zapfen befinden sich in der Retina des menschlichen Auges.

Das Thema "rektal" zeigt auch gleich, was von solchen Tests zu halten. Man vergleiche nur einmal die Werte des Zeiss Dialyt mit denen der Tests in Wild&Hund. Für fundierte Aussagen ist offensichtlich (wenn überhaupt messtechnisch begründet) die Genauigkeit der Messmethode und/oder der Messeinrichtungen um eine Zehnerpotenz zu niedrig.

Trotzdem nennt man die Einrichtungen im Auge Zäpfchen und Stäbchen (und das davon abgeleitete Sehen Zäpfchen- und Stäbchen-Sehen) - und nicht Zapfen und Stäbe (und Zapfen- und Stab-Sehen).

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" /> Das rektale Einführen dieser Zäpfen ist allerdings nur bei extremer körperlicher Fitness möglich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" />

Gruß
Walter
 
Hallo Walter,

hm, ein Zäpfchen hat im Auge wirklich nichts zu suchen. Leider ist das Internet für die Suche nach richtiger Schreibweise nur statistisch zu gebrauchen. Die verknüpften Begriffe Zäpfchen-Auge liefern 27.000 Treffen, das Begriffspaar Zapfen-Auge 75.000. Heute Abend schaue ich mal in einem Physiologie Buch nach, dann wissen wirs genau. Ich habe jedenfalls in der Schule und auf der Uni Zapfen gelernt.

Normalerweise ist diese Besserwisserei nicht so mein Ding, aber in der letzten Interstellarum und auf der HP vom Teleskop-Service findet man in Artikeln übers Auge beide Schreibweisen kurz hintereinander, was definitiv nicht gut ist. Deswegen die Sensibilisierung...

Viele Grüße
Andreas
 
Richtig ist: Zapfen und Stäbchen

Wenn die fürs farbige Sehen bei großer Helligkeit (Tagsehen oder photopisches Sehen) und fürs unbunte Sehen bei geringer Helligkeit (Nachtsehen oder skotopisches Sehen) benutzten Sehzellen der Netzhaut gemeint sind, heißt es richtig „Zapfen” (engl. „cones”) und „Stäbchen” (engl. „rods”).

Walter E. Schön
 
Hallo Andreas und Walter,

ich habe es auch nachträglich bemerkt. Lassen wir es dabei - war von mir auch nicht so tierisch ernst gemeint.

Gruß
Walter
 
Bei Zapfen hatte ich mehr an die im Wald auf den Tannen gedacht, und so klein, wie die im Auge dagegen sind, kann man sie doch guten Gewissens Zäpfchen nennen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Grüße, Infinity
 
Hallo

Wie wärs mit Zäpflein?

Hab' meine Physiologie Bücher anscheinend bei Booklooker verscherbelt, aber im Stryer (4. Auflage) Biochemiebuch ist einiges zum Thema sensorische Systeme enthalten, auch die Netzhaut mit ihren Sinneszellen wird behandelt. => Zapfen! Da ist auch eine REM Aufnahme von Zapfen und Stäbchen drin, die Zapfen sind in der Tat konisch und ähneln geschlossenen Tannenzapfen.

Im Brockhaus (12-bändige Ausgabe von 1981, 18te Auflage) steht bei Zapfen: Lichtempfindliche Elemente der Netzhaut; bei Zäpfchen hingegen: 1) Uvula, Teil des weichen Gaumens; und 2) Stuhlzäpfchen, Suppositorien.

Wäre doch eklig im Auge.

Andreas
 
Re: Transmissionstests vergleichbar?

Das Thema "rektal" zeigt auch gleich, was von solchen Tests zu halten. Man vergleiche nur einmal die Werte des Zeiss Dialyt mit denen der Tests in Wild&Hund. Für fundierte Aussagen ist offensichtlich (wenn überhaupt messtechnisch begründet) die Genauigkeit der Messmethode und/oder der Messeinrichtungen um eine Zehnerpotenz zu niedrig.


Hallo Walter,

was für Werte wurden denn in Wild&Hund angegeben? Wenn man die Werte fürs Dialyt vergleichen will, dann müssen auch die Messmethode und die Auswertung bzw. Bewertung der Daten vergleichbar sein. Wurden die Ergebnisse in W&H ähnlich wie beim DWJ für Tag und Nacht gewichtet? Wenn unterschiedliche Prüfer und/oder Methoden zur Bewertung am Werke waren, dann ist ein Vergleich absoluter Zahlenwerte aus zwei unterschiedlichen Tests wenig sinnvoll.

Was aber interessant ist, das ist das Abschneiden unterschiedlicher Ferngläser innerhalb eines Tests im Verhältnis zueinander. Dass Zeiss mit seinen Top Gläsern knapp über oder bei 90% liegt, würde ich nicht bezweifeln. Ohne allzuviel Wert auf die absoluten Werte inkl. ihrer Nachkommastellen zu legen, kann man sich trotzdem ein recht gutes Bild machen. Da ich die Leute nicht kenne, die die Messungen gemacht haben, sehe ich auch keinen Grund, die Ergebnisse mit dem Thema "rektal" in Verbindung zu bringen. Man liest oft, dass die Zeiss FL's einen leichten Vorsprung bezüglich Bildhelligkeit haben. Dass ein Zeiss FL im DWJ Test Spitzenwerte knapp vor einem Ultravid erreicht, kann wohl so falsch nicht sein. Auch finde ich in dem Test kein Fernglas (von denen die ich kenne), was mit seinen Werten meiner persönlichen Erfahrung auf Anhieb widerspricht. Dass das Nikon Monarch oder das Steiner Sky Hawk nicht in der Liga von Leica, Zeiss und Swarovski mitspielen, ist mir auch ohne den Test klar. Die Zahlen belegen das dann recht deutlich.

Was mich etwas verwundert, dass ist der doch recht auffällige Unterschied zwischen den zwei Docter Gläsern. Machen die unterschiedlichen Okulare bei ansonsten wohl vergleichbarem optischen Aufbau des 8x42 und 10x42 fast 5% Differenz aus? Auch würde mich die Transmissionskurve des Meopta 8x42 interessieren. Ich würde gern wissen, woher der große Unterschied zwischen "Tag-" und "Nachttransmission" kommt. Und zuletzt würde mich noch interessieren, warum zwei Ferngläser ohne Ergebnis in der Tabelle stehen. Aber das wird wohl das Geheimnis der DWJ Redaktion bleiben ...

Sicher sollte man so einen Test nicht überbewerten. Ich würde ihn aber auch nicht in den Bereich Märchen und Sagen verweisen.

Frank.
 
Re: Transmissionstests vergleichbar?

Was ich komisch finde ist das im Text auf der DWJ-Internetseite etwas davon steht das die Conquest Gläser recht gut sein sollen. In der Tabelle im Heft konnte ich aber kein Conquest finden?
 
Re: Transmissionstests vergleichbar?

Ich habe die Tabelle nicht vorliegen sondern habe nur einen flüchtigen Blick um Supermarkt riskiert.
Wie steht denn nun das Conquest im Vergleich zum Docter B/CF?
 
Re: Transmissionstests vergleichbar?

> Wie steht denn nun das Conquest im Vergleich zum Docter B/CF?

Hallo Hendrik,

das steht im DWJ Heft 11/2005 in der Tabelle auf Seite 85 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />. Wie Jürgen halte ich es für keine gute Idee, die Ergebnisse hier auszubreiten. So teuer ist das Heft nun auch nicht, wenn man sich für die Messungen interessiert. Man sollte die Zahlenwerte allerdings nicht zu hoch bewerten, Transmission ist nicht alles. Schwachpunkte wie Farbsäume abseits der Bildmitte und leichte Probleme mit Streulicht in bestimmten Situationen relativieren den Vorteil der Transmission, wenn man so ein Fernglas in der Summe der Eigenschaften mit Blick auf den Preis bewertet.

Ob ein Conquest im Vergleich zu einem anderen Glas aus gutem Haus nun mit 3 oder 5% mehr Transmission abschneidet, das ist nicht der wesentliche Punkt. Die meisten der teuren und etwas weniger teuren "Nobelgläser" liegen letztendlich auf einem Niveau, wo man sich um ein paar Prozentpunkte nicht sorgen muß. Schaut man sich die vor einiger Zeit an anderer Stelle geposteten Messungen an, dann wird das auch klar (siehe den hier genannten Link). Man muß sich nur mal den Spaß machen, diese Messergebnisse auf den "Testsieger" zu normieren und die Werte anschließend in ein Diagramm eintragen. Wichtig sind hier nicht die absoluten Werte sondern die Differenz, die man zwischen sehr guten Dachkantgläsern auf der einen Seite und weniger tollen Porrogläsern auf der anderen Seite vorfinden kann. Dass hierbei zwischen den Preisen Welten liegen, ist mir vollkommen klar. Aber ein solches Diagramm zeigt sehr eindrücklich, wo sich heute aktuelle Dachkantgläser bewegen. Oder andersrum betrachtet kann man sehen, was man auch heute noch bei der Transmission "einsparen" kann, wenn man sich nur an einem möglichst niedrigen Preis orientiert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
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