So, ich habe denn mal (die leider eher bescheidenen, da ich vom Balkon aus gucken musste und direkt nebenan ne Festbeleuchtung mit mehreren grellweißen Neonröhren an war :krank

Bedingungen am letzten WE so weit es ging genutzt, um die genannten Teleskope miteinander zu vergleichen.
Überrascht hat mich das Firstscope im Vergleich zum Kson: Das Bild war nur wenig schlechter, die Vergrößerung konnte auf das gleiche Niveau angehoben werden. Beide zeigten bis 75x ein recht scharfes Bild, darüber wurde es dann sehr verwaschen/unscharf. Bei über 100x war es nicht mehr möglich, auch nur annähernd scharf zu stellen. Ich hätte gedacht, dass zumindest mit dem Kson noch mehr möglich gewesen wäre (da rächt sich wohl die fette Spinne und die hohe Obstruktion von 35 %). Mit meinem 200/1200er Dobson, den ich parallel zum Vergleich aufgebaut hatte, konnte ich bei den herrschenden Bedingungen locker über 400x am Mond vergrößern, ohne das es unscharf wurde (allerdings war das Seeing schrecklich! Es lebe die Rechenfähigkeit des Auges/Gehirns! :hochachtung

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Kson und Firstscope sind das absolute Minimum, was man als Teleskop braucht, um schöne Stunden am Himmel zu verbringen. Der Mond ist auch bei den erreichbaren Vergrößerungen noch schön anzuschauen, der Saturn zeigte ein kleines Scheibchen mit dem schönen Ring, der Mars war als noch kleineres orangenes Scheibchen zu beobachten und M13 war ein hübsches rundes "Wattebäuschchen" mit ein paar klitzekleinen funkelnden Sternchen dazwischen bzw. vor allem am Rand. Das Firstscope punktet auch in der Bedienung: beide Achsen superleicht und genau zu dirigieren, es hat auch nur einen minimalen Backslash. Außerdem verstellt sich selbst bei mittelstarkem Wind (mehr hatte ich noch nicht) nichts von alleine. Der Einblick von oben ist praktisch am Tisch, da man von beiden Seiten und direkt von hinten oder vorne reinschauen kann. Beim Bresser war der OAZ wie allgemein üblich zur linken Seite geneigt, so dass das nicht möglich war. Beim Kson war das egal, da es sowieso schon etwas zu groß dafür war, von oben reinzuschauen. Das Kson war in der vertikalen Achse auch schön zu steuern, allerdings war die horizontale Achse schlecht zu bedienen: Wenn man die Friktionsschraube etwas zu fest anzieht, bekommt man die Achse nur noch mit Gewalt bewegt, dreht man sie nur ein wenig lockerer, kann das Vorderende des Teleskops in bestimmten Stellungen unvermittelt absacken. Dies ist auch der einzige gravierende Schwachpunkt am Kson, den ich feststellen konnte und der dringender Tuningmaßnahmen bedarf! Ansonsten ist die, für so einen kleinen Spiegel und im direkten Vergleich mit dem Firstscope, recht enorme Abmessung zu monieren (hat dafür allerdings den Vorteil eines minimalen Tubusseeings) und der LED-Sucher ist einer der billigsten Art und läßt (zumindest bei den vorherrschenden Verhältnissen) nur die helleren Sterne durch die Glasscheibe erkennen. Dies kann aber auch an den Reflexen durch das Neonlicht gelegen haben, das muss ich mal unter vollständig dunklen Verhältnissen testen.
Da das Firstscope in der Grundversion ohne Sucher angeboten wird, empfiehlt sich ein kleiner (LED-)Sucher anzubauen, da mit dem kurzen Tubus schwer zu visieren ist. Zum Glück hat er aber ein großes Gesichtsfeld, so dass es notfalls auch ohne geht.
Kommen wir zu den zwei Teleskopen, die nur wenig bis keinen Spass am Himmel machen. Zuerst das Bresser 76/350, da kann ich mich nämlich kurz halten: Es war absolut unbrauchbar! Es war unmöglich, korrekt zu justieren. Wenn man den Fangspiegel so verstellt, das der Laserstrahl korrekt zurückgeworfen wird, dann lag der Lichtpunkt auf dem Hauptspiegel ungefähr auf der Hälfte zwischen Mitte und Rand des Hauptspiegels, eher sogar noch zum Rand hin. Stellt man ihn korrekt auf die Mitte, war der Laserpunkt nicht mehr auf der Skala des Lasers sichtbar. Da der Hauptspiegel nicht verstellt werden kann, war es mir nicht möglich, eine korrekte Justage zu vollziehen. Habe es noch am Stern versucht, aber alleine durch Schrauben am Fangspiegel habe ich es nicht hinbekommen. Der Fangspiegelschatten hat selbst in der besten Stellung noch fast den Rand der Beugungsscheiben berührt. Bin allerdings kein Profi in Sachen Justage, vielleicht gibt es noch Möglichkeiten oder Tricks, da was zu machen.
Außerdem war die vertikale Achse eine Katastrophe: ein Losbrechmoment jenseits von Gut und Böse und sehr schwergängig. Da war auch mit Schraube nix zu machen, die war schon so eingestellt, das nur das Eigengewicht des oberen Teleskops/Rockerbox auf der Drehscheibe auflag. Desweiteren waren die beigelegten Okulare billigster Art, weit schlechter als die des Firstscopes, die gar nicht mal sooo schlecht sind (haben halt konstruktionsbedingt ein sehr kleines Sichtfeld, aber ein recht klares und verzerrungsfreies Bild). Die dem Kson beigelegten Okulare waren übrigens mit Abstand die besten (ordentliche 25 mm und 10 mm Superplössel). Der Okularauszug des Bresser hat sich auch deutlich weniger wertig angefühlt als der des Firstscope und der des Kson. Das einzig Positive des Bresser, was die anderen beiden nicht zu bieten haben, sind die Gradangaben an den Achsen und der kleine eingebaute Kompass. Sind aber eher Gimmicks, die man nicht wirklich braucht.
Das Celestron 40 AZTT spielt, alleine schon durch seine geringe Öffnung, in einer ganz anderen Liga. Es ist billigst aufgebaut (alles Plastik und/oder sehr leicht und dünn) und hat nur einen 24,5 mm (1") Okularauszug. Die Einsatzmöglichkeiten am Himmel sind begrenzt. Die dunkleren Gebilde am Himmel sind zu dunkel, um was zu sehen und die hellen haben eine ziemlich deutliche chromatische Aberation. Außerdem lassen sich die Achsen der AZ-Tischmontierung nur sehr ruckartig bewegen, da kommt bei der Nachführung keine Freude auf. Das Teleskop hat trotzdem seinen Charm, da es für die terrestrische Beobachtung genutzt werden kann und es pädagogisch wertvoll ist: "SO liebe Kinder, macht man es NICHT!" ;-) Außerdem ist es ein wunderschöner Blickfang im Regal, imho schöner noch als das Firstscope.
Fazit: das beste Gewichts-Leistungsverhältnis hat das Firstscope, die beste Leistungsfähigkeit am Himmel das Kson (ist auch das einzige voll justierbare Teleskop!). Das Bresser konnte man leider total vergessen und das Celestron 40 AZTT ist ein witziges Spielzeug und zusätzlich (wie das Firstscope auch) ein wunderbares Dekoobjekt im Regal. Und wie zu erwarten war, sind alle genannten Teleskope keine ernsthafte Konkurrenz zu einem anständigen (Anfänger-)Teleskop wie z.B. ein 200/1200er Dobson. Der Unterschied ist selbst zum Kson gewaltig!

Aber zum schnellspechteln und für die Reise mit begrenztem Gepäck ist vor allem das Firstscope ideal. Das kann man sogar locker auf dem Fahrrad oder im Rucksack transportieren! Das Kson macht mit dem 80er Spiegel zwar schon eine ganz gute Figur, so richtig prickelnd wird das aber wohl erst mit dem 102er Spiegel. Ist nur minimal größer und schwerer, zeigt dafür aber sicherlich deutlich mehr! Falls jemand so ein Gerät (oder ein ähnlich kleines mit 4" bis 5" Öffnung) hat und es loswerden möchte, darf er sich gerne mal bei mir melden

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CS
Carlo