Transportabler Refraktor

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C_Scully

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Hallo Selbstbauer!

Was haltet Ihr von einem transportablen Refraktor?
Ich habe da mal etwas mit CAD konstruiert, wie auf
dem Bild unten zu sehen ist. Es zeigt nur das Prinzip,
ist also noch nicht fertig.

Link zur Grafik: http://www.uni-kassel.de/~skaley/astro/refraktor.jpg

Die Funktion soll entweder über Linearführungen realisiert
werden (teuer) oder kann über geeignete Passungen erfolgen.
Die Tuben sollen wie bei einem "See-, Piraten- oder Ähnliches"-Fernrohr ausziehbar sein.
Bevor ich den Gedanken weiterspinne und mir unnötige Arbeit
mache, wollte ich erstmal Eure Meinung hören!

Gruß Scully
 
Hallo Scully,
prinzipiell finde ich die Idee gut. Allerdings dürfte die sicherlich erforderliche Präzision viele Hobbybastler überfordern. Ich denke, man müßte vielleicht die beiden inneren Flansche (ich meine die, die im ausgezogenen Zustand aneinanderstoßen) mit Schrauben fixieren, wenn das Fernrohr auseinandergezogen ist. Das Material für die Stangen müsste sicher auch recht stabil sein, da könnte es eventuell Gewichtsprobleme geben. Wenn sich Deine Konstruktion bewähren sollte, wären auch langbrennweitige Fraunhofer transportabel und würden vielleicht wieder in Mode kommen. Vielleicht wäre Deine Konstruktion in modifizierter Form auch eine Grundlage für einen großen Okularauszug. Man müsste sich da noch einen intelligenten Antrieb ausdenken.

Frank
 
Hallo!

Ich finde Deine Idee gar nicht mal so schlecht! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Ein dreigeteilter Tubus wäre so bei einem f/15 denkbar. Die Rohrschellen müssten dann am mittleren Teil mit einem Schnellverschluss befestigt werden.

Ein Problem sehe ich allerdings bei den Blenden. Evtl wäre die Lösung so, dass die Tubenstücke selbst als Blenden agieren? Somit wären schon mal 2 Blenden in den ersten 2/3 des Tubusses vorhanden, im letzten Drittel des Tubusses könnten dann herkömmliche Blenden rein.


Gruß Harald
 
Hallo Harald,
die Blenden könnte man mit drei Bohrungen versehen und auf den Stangen beweglich anbringen. Den richtigen Blendenort könnte man durch Seile fixieren. Beim Zusammenschieben würden dann die Blenden einfach mit verschoben. Beim auseinanderschieben würden die Blenden durch die Seile an den richtigen Ort gezogen.

Frank
 
Hallo Frank, hallo Harald und hallo zum Rest des Forums!

Danke für Euer Feedback, genau so etwas habe ich gebraucht!
So, jetzt schreibe ich noch mal Näheres dazu:
Die Idee kam mir, als mir eine alte Konstruktion im
Rahmen von einer Projektarbeit im meinem Job als
Konstrukteur wieder einfiel. Dort habe ich Kugelführungen von der Fa. Mahr eingesetzt.
Ihr könnt da mal unter

http://www.mahr.com/index.php?Language=DE

nachschauen. Die Teile sind im Einzelenen nicht so teuer,
so wie ich das von damals noch in Erinnerung habe (DM-Preise!). Erst die Summe macht es teuer.
Zum Einsatz würden 300mm lange Führungswellen kommen,
die bei einem Durchmesser von 12mm ausreichende Biegesteifigkeit (Stahl) gewährleisten würden. Die Tubenzwischenstücke sind aus Aluminium und könnten tatsächlich als Blenden fungieren,
wie es Harald vorgeschlagen hat. Cool finde ich auch die
Idee von Frank, weitere Blenden mit Seilen zu fixieren.
Das letzte Tubenstück, was auf dem Bild noch nicht eingearbeitet ist, sollte tatsächlich gleichzeitig als
Okularauszug dienen.
Noch mal etwas zu den Maßen: Der Innendurchmesser des
ersten Tubenstückes als Objektivhalter hat 175mm, ist
also mindestens ausgelegt für eine 6"-Linse. Mir fehlen
leider immer noch Daten für Abmaße einer solchen.
Da kann mir der eine oder andere bestimmt noch weiterhelfen.
Aber so weit bin ich noch nicht. Es ist ja erst einmal nur
so'n Gedanke!
Das Gewicht der Konstruktion so wie auf dem Bild zu
sehen, beträgt ca. 7kg ohne Linse. Da können in der
Größenordnung noch mal 10kg dazukommen, wenn's kein
APO sein soll. Theoretisch könnte man bei der Konstruktion
die Tuben weglassen, da diese keine tragende Eigenschaft
haben. Ist wegen Streulicht aber nicht zu empfehlen.
Optisch würden sich CFK-Tuben ganz schön machen, die man
sehr dünnwandig lassen kann.
In einer ruhigen Stunde werde ich mal weiterkonstruieren
und Euch eine detailliertere Konstruktion vorstellen.
Mal sehen, ob noch weiter tolle Ideen zusammenkommen!
Bis dahin viel Spaß beim Nachdenken,

Gruß Christian (Scully)
 
Hallo Christian,
der Link zu mahr ist interessant. Für ein Fernrohr müsste man sicher den Aufwand mit den Kugelbuchsen treiben. Wie schon geschrieben überlege ich, ob man auf Basis dieser Idee einen großen Okularauszug (so etwa 3-zoll) bauen kann. Ein Crayford ist für mich etwas schwierig zu bauen, da ich nichts fräsen kann. Wenn man etwas baut, dann soll es ja auch möglichst perfekt sein. Ein Auszug nach deinem Prinzip könne man mit der Drehbank herstellen. Man benötigt vielleicht auch keine Kugelbuchsen. Ich werde mal sehen, ob ich dünne Edelstahlwellen mit Passung bekomme. Diese könnte man dann in Messingbuchsen laufen lassen. Ich muss darüber noch mal nachdenken. Auf alle Fälle finde ich Deine Idee prima.

Frank
 
Das ist ja unglaublich! Sogar die Carbon-Optik ist dabei!
Allerdings kann man/ich nicht erkennen, ob die Italiener
eine Kugelführung benutzt haben oder den Auszug über
Passungen realisiert haben. Auf jeden Fall ist die
Konstruktion doch nicht so weit hergeholt, wie ich erst
befürchtet habe.
Den langen Auszug, wie ihn Frank vorgeschlagen hat, kann
man auf jeden Fall über Kugelführungen realisieren.
Wenn man den Katalog der Fa. Mahr genauer studiert, kann
man geeignete Baugrößen finden. Ich glaube, daß ich da
am Ball bleiben und mir noch mehr Gedanken machen sollte!

Gruß Christian
 
Hi Frank & Scully,

ich denke auch, dass die Flansche im vollausgezogenen Zustand ueber justierbare Positionsspitzen und drei Zugschrauben befestigt werden muessten. Linearfuehrungen waeren nicht notwendig, das ganze ist dann einfach ausziehbar wie das "Piratenfernrohr", aber am Flansch fixierbar. Sowas aehnliches schwebt mir seit Jahren fuer ein 155/2150mm-Objektiv vor, das mir zugelaufen ist, aber ich komme weder an Tuben noch an Flansche ran ... ein Tubus soll 16 cm Durchmesser bekommen, der andere 10 cm, so sind die Flansche breit genug, um das Kippmoment aufzufangen.

 
Hallo Scully,
der Tubus den ich da hatte mußte ohne eine Kugelführrung auskommen.
Den Tubus konnt man durch Drehen des hinteren, kleineren Tubusteiles sowohl in zusammengeschobenen als auch im ausgefahren Zustand arretieren,leider war das beim auseinanderziehen etwas wackelig da keine Führung vorhanden war, dann aber einmal Festgedreht war das Teil Megastabil, leider aber auch recht schwer !

 
Hallo Scully,
ich glaube die Stangen werden das Kippeln der Stücke gegeneinander nicht gut verhindern, der Hebel dort ist im ausgezogenen Zustand ja recht klein. Vieleicht kann man stattdessen jeweils ein Gewinde in die Ringe schneiden, so dass die Stücke im ausgezogenen Zustand damit gegeneinander befestigt sind. Die Stangen dürfen dann die gegenseitige Drehung natürlich nicht verhindern. Wenn das Aussenrohr stabil genug ist sind sie auch überflüssig.

Gruß
Ralf
 
Hallo Ralf!

Nee, kippeln wird da gar nix, höchstens sich durchbiegen!
Wenn man die original Führungsstangen von Mahr nimmt,
die oberflächengehärtet sind, dann reicht laut Katalog
bei Stangen von 12mm Durchmesser eine Einspannung von
18mm, um die Stange steif zu lassen. Die lieferbaren
Stangenlängen sind genau darauf abgestimmt. Deswegen
gibt es auch nur 300mm Maximallänge. Die maximale
Durchbiegung befindet sich dann in der Mitte der Stange,
wo sie beim Teleskop nicht interessiert. Ich möchte ja
die Genauigkeit im ausgefahrenen Zustand erreichen und
das ist am Ende der Stange, wo sie direkt eingespannt
ist. Das bedeutet gleichzeitig, daß ich beim Ausziehen
der Fernrohrtuben auf die Stangen verzichten kann.
Deswegen ist Deine Idee mit der Verschraubung der Tuben
im ausgezogenen Zustand ganz ok, ist aber im Prinzip
genau das , was Michael bei der italienischen Firma
gesehen hat.
Die Stangen, die gleichzeitig als Zuganker dienen,
übernehmen aber gleichzeitig noch die Aufgabe, Gewicht
zu sparen. Da ich keinen selbsttragenden Tubus brauche,
kann ich ihn als dünnwandige Carbonstruktur ausführen.
Bis jetzt bleibe ich bei der oben vorgestellten Konstruktion
unter 10 Kilo ohne Linse.
Trotzdem hast Du recht, daß ich die Biegung auf jeden
Fall überprüfen werde. Wenn die Konstruktion detailierter
ausgeführt ist, mache ich eine FEM-Rechnung und dann
schauen wir mal weiter!

Gruß Christian
 
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