Transportables Teleskop für Einsteiger

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lacrimosa

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Hallo erstmal,
ich bin Einsteiger und möchte mir ein Teleskop kaufen.

Einige Fakten:

Am Himmel kann ich mich noch nicht so gut orientieren, weil mir die Übung fehlt. Außer dem kleinen Bären, dem großen Bären, Kassiopeia und Orion erkenne ich auf Anhieb keine weiteren Sternbilder.
Stellarium ist allerdings schon installiert. Eine drehbare Sternkarte von Oculum habe ich, allerdings finde ich die Abbildungen der Sterne etwas klein und unfarblich ungünstig (schwarz auf blau). Weiß auf blau fände ich besser, zumindest bei Tageslicht. Welche farbliche Darstellung bietet in der Dunkelheit und bei Rotlicht mehr Vorteile?


Ich wohne in der Stadt, daher muss das Gerät transportabel sein.
Ich bin 1,70m groß, normalgewichtig, habe keine "langen" Arme und trage nicht so gerne schwere Lasten.
Obwohl ich im Erdgeschoss wohne, nervt es mich, einen Kasten mit 12 Glasflaschen über eine Distanz von etwa 10-50m vom Auto in die Wohnung zu tragen.
Das Gerät sollte also auch nicht zu schwer oder unhandlich sein.
Das Budget ist eigentlich kein Problem. Als Einsteiger möchte ich aber am Anfang nicht zuviel ausgeben und hatte an etwa bis zu 500 Euro (ohne das Zubehör) gedacht.

Beobachten möchte ich sowohl die Planeten, als auch Deep Sky-Objekte. Langfristig möchte ich mich auch mit der Astrofotografie beschäftigen, habe allerdings kaum fotografische Kenntnisse.



Ich habe mir schon einige Berichte und Seiten angeschaut, bin mir aber nicht sicher, für welches Gerät ich mich entscheiden soll.
Abgesehen vom Transport, wäre ein Dobson 150/1200 oder 200/1200 eigentich eine gute Wahl.
Ich weiss aber nicht, ob mir das Gerät zu schwer ist. Ein Tubus 200/1200 lässt sich ja vielleicht nicht so gut anpacken, daher wollte ich auch schon auf 150/750 runtergehen. Dann sehe ich allerdings nicht mehr soviel.
Hätte mir gerne mal ein solches Gerät (150/1200 oder 200/1200) aus der Nähe angeschaut, konnte aber bisher noch keine Kontakte zu Leuten aus meiner Umgebung knüpfen und hoffe, dass ich beim Besuch einer Sternwarte ein paar Leute kennenlerne.


Wenn Gewicht und Größe für mich beim Transport kein Problem wären, kämen wohl folgende Geräte für mich infrage:

Skywatcher

SKD6

Das ist das billigste Angebot, das ich gefunden habe.

SKD8

Offensichtlich so ähnlich, allerdings etwas größere Öffnung.

SKD8 Pyrex

Dieser Dobson hat offensichtlich eine bessere Ausstattung.



GSO

GSD200c
GSD680

Ich tendiere zum GSD680, z.B. wegen des Teflonlagers und des Crayford-Auszugs. Oder sollte ich doch lieber zu einem billigeren Produkt greifen?
Oder gar eine andere Bauform (z.B. MAK) wählen?


Für Tipps wäre ich dankbar.

Ronald

 
Hallo Ronald,

mit einem Dobson liegst Du schonmal nicht verkehrt. Du bekommst mit einem Dobson die größte Öffnung und damit das größte Potential für Dein Geld.
Ich habe den Skywatcher, den Du als SKD6 verlinkt hast und habe damit tolle Erlebnisse am Himmel. Allerdings hat der einen Zahntrieb-Auszug und nicht wie der von Dir verlinkte SKD8 einen kugelgelagerten Crayford. Würde ich heute kaufen, würde ich die 100 Euro mehr für den besseren Auszug (obwohl es auch mit Zahntrieb geht) und für die größere Öffnung ausgeben. Gerade bei Deep Sky ist Öffnung entscheidend. Den Unterschied zwischem einem 70/700 Refraktor und dem 150/1200 Dobson konnte ich neulich am Orionnebel eindrucksvoll sehen. Er ist gewaltig. Bei mir entschied damals einfach das Budget. An meinem Skywatcher Dobson ist meachnisch noch einiges zu verbessern, so dass er beim Drehen und Kippen, also beim typischen Dobson-Schubsen, weicher und ohne "sprunghaftes Anfahren" läuft. Ich habe bisher noch nichts getunt und eigentlich seit der zweiten oder dritten Beobachtung auch mit dem Schubsen bei hoher Vergrößerung gut klar. Die GSO Dobsons sollen laut Forum mechanisch und teilweise auch optisch besser sein. Da ich diese aber nicht kenne, halte ich mich mit Aussagen dazu aber zurück.
Was die Schlepperei zum Auto angeht: eine parallaktisch Montierung wiegt auch ein paar Kilo. Und: Ein Dobson ist in fünf Minuten aufgebaut, während Du mit dem teuren parallaktischen Gerödel doch länger beschäftigt bist und dann noch einnorden musst.
Wenn Du Dich für einen 200/1200 (8" f/6) entscheidest, dann findest Du bei Sven Wienstein konkrete Okularempfehlungen von preiswert bis Ferrari: http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html.

Ich habe lange Zeit über einen Mak nachgedacht, da ich in der Stadt vom Balkon aus eigentlich nur Planeten beobachten wollte. Der Mak mit Montierung ist aber viel teurer als ein Dobson und würde bei großflächigen Deepsky Objekten nicht ausreichend Gesichtsfeld bieten. Dazu lege ich Dir wärmstens den Okularrechner der Sternfreunde Münster ans Herz. Dort gibst Du die Daten des Teleskopes und der Okulare ein und es wird der Blick durch das Okular simuliert. Stellarium hat ebenfalls ein entsprechendes Plugin. Vergleiche mal Dobson und Mak am Orionnebel oder den Plejaden. http://www.sternfreunde-muenster.de/orechner.php

Viele Grüße,
Marcus
 
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Hallo Ronald,

ich hatte letztens die Freude, durch das von dir verlinkte
SKD8 zu schauen und war schon sehr beeindruckt, da es
nochmal eine ganze ecke stärker ist als mein 130/900

ABER

es ist schon ein ziemlicher Brocken und wenn dir 12Glas-
flaschen auf 10-15m zu viel sind, dann ist das Teleskop
viel zu unpraktisch für dich.


Gruß, Shahin
 
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Hallo Marcus,

danke für die Infos.
Die Seite mit der Rockerbox und dem GSO 150/900 habe ich mir auch schon mal angeschaut, weil es in einem anderen Forumsbeitrag um ein ähnliches Thema ging.
Wie sieht es hier mit der Stabilität aus. Der Tubus "hängt", für mich als Laie, ja praktisch nur an einer Schraube.

Gruß
Ronald
 
Hallo Shahin,

danke für die Info. Ich sage es mal so: Ich bin froh, wenn ich den Kasten in der Wohnung habe. Andererseits kann man ihn nicht so bequem tragen.
Wenn sich das Gewicht anders verteilt, ist es vielleicht weniger schlimm.
Auf jeden Fall müsste ich Tubus und Rockerbox trennen. 20 Kg sind für mich einfach zuviel Gewicht.

Meine Hoffnung ist, dass es bei einem 200/1200er Tubus nicht ganz so schlimm ist. Leider habe ich auch nichts vergleichbares, das mal per Anheben testen könnte.

Gruß

Ronald
 
Moin zusammen!

> wenn dir 12 Glasflaschen auf 10-15 m zu viel sind, dann ist das Teleskop viel zu unpraktisch für dich.

Naja, man muß den Dobson ja nicht in einem Stück tregen. ;) Der Tubus eines 200/1200-Newton wiegt knapp unter 10 Kilo (jedenfalls meiner von GSO mit Stahlblechtubus). Die Spanplatten-Rockerbox hat etwa 12 Kilo. Das ist immer noch deutlich weniger als ein voller Wasserkasten mit Glasflachen drin (~20-22 Kilo). Der Dobson läßt sich schon gut anfassen: Ein Arm unter den Tunus, die andere Hand ans hintere Ende, wie die Baby-Trage... ;)
Größere Teleskope haben nunmal ihr Gewicht, und wer "groß und leicht" will, muß schon einiges mehr investieren als in den China-Dobson von der Stange. Was nicht heißen soll, daß diese Geräte nicht mit die besten Einsteiger-Instrumente sind, die man für günstig Geld bekommen kann.
 
Zitat von winnie:
Moin zusammen!

> wenn dir 12 Glasflaschen auf 10-15 m zu viel sind, dann ist das Teleskop viel zu unpraktisch für dich.

Naja, man muß den Dobson ja nicht in einem Stück tregen. ;) Der Tubus eines 200/1200-Newton wiegt knapp unter 10 Kilo (jedenfalls meiner von GSO mit Stahlblechtubus). Die Spanplatten-Rockerbox hat etwa 12 Kilo. Das ist immer noch deutlich weniger als ein voller Wasserkasten mit Glasflachen drin (~20-22 Kilo).

hm, dann sieht die ganze Sache schon etwas besser aus. Ich habe einen alten runden Regenschirmständer, der etwa einen Durchmesser von 20 cm hat. Den konnte ich gut unter den Arm klemmen.


Größere Teleskope haben nunmal ihr Gewicht, und wer "groß und leicht" will, muß schon einiges mehr investieren als in den China-Dobson von der Stange. Was nicht heißen soll, daß diese Geräte nicht mit die besten Einsteiger-Instrumente sind, die man für günstig Geld bekommen kann.

Ja, das ist nachvollziehbar.

Gruß

Ronald
 
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Zitat von lacrimosa:
Hallo Marcus,

danke für die Infos.
Die Seite mit der Rockerbox und dem GSO 150/900 habe ich mir auch schon mal angeschaut, weil es in einem anderen Forumsbeitrag um ein ähnliches Thema ging.
Wie sieht es hier mit der Stabilität aus. Der Tubus "hängt", für mich als Laie, ja praktisch nur an einer Schraube.

Gruß
Ronald

Da kann ich leider nichts zu sagen, ich kennen die Rockerbox nicht aus eigener Anschauung. Frag mal bei Günther *entfernt* nach und schaue Dir auch die neue Variante Rockerbox Alpha II an.

CS,
Marcus
 
Habe gerade etwas über das Justieren gelesen.
Kann man sowas auch ohne Laser durchführen?
Wie oft müsste man das an einem 200/1200er Dobson machen?
 
Ich bin sehr weit weg davon ein Profi zu sein, daher möchte
ich mich auch nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen hierbei.
Dennoch ist meiner Erfahrung nach, sofern man mit dem
Teleskop irgendwo hinfahren möchte um in den Himmel zu
gucken sehr wichtig, dass man realistisch weiß wie viel
man zum teil mit sich mitnehmen muss.

Konnte ich mit meinem 76/700 Newton mit einer AZ Montierung
in 30Sekunden samt aller okulare in der Tasche vor die Tür
rennen, ist es schon einiges komplizierter mit dem 13/900
mit der EQ-2 Monierung rauszugehen. Nun muss ich 2 mal
gehen denn einmal nehm ich das Teleskop mit, und dann
die zusätzlichen Lampe,Okulare und das Notebook mit).
Wenn ich mit dem Teleskop irgendwo hinfahre, muss ich erst
das Stativ vom Teleskop trennen, das Rohr im Auto festschnallen,
Die Montierung in den Kofferraum und los gehts, dann muss
ich auch alles aufbauen.
Desto größer das Teleskop wird, um so aufwändiger ist es
das Equipment mit sich herumzutragen, dann kommt für mich
hinzu, dass man als Anfänger auch schon öfter mal eine
Nacht draußen sitzt und nichts wirklich gut hinbekommt.

Daher muss man sich wirklich im klaren sein, dass es einem
der Aufwand wert sein muss :D

Mir macht es allerdings so viel Spaß, dass ich gerne mit
dem Teleskop rumfahre :D aber ohne Schleppen wird das nix.


Gruß, Shahin
 
Hallo Shahin,

mehrmals zum Auto zu laufen, ist für mich kein Problem.

Über den Aufwand habe ich mir auch Gedanken gemacht. Vermutlich werde ich hauptsächlich am Wochenende beobachten und im Urlaub auch unter der Woche. Wenn es nicht zu kalt ist, sind die Herbstabende sicherlich auch mal ne Kurzreise wert.

Gruß

Ronald
 
Hallo,

mittlerweile habe ich das Teleskop. Die Rockerbox lässt sich dank des Griffs recht gut transportieren. Der Tubus ist zwar etwas leichter, der Transport geht mir allerdings etwas auf den Rücken, weil ich ihn sicherheitshalber erst einmal mit dem Lieferkarton trage.
Letztendlich ist es aber machbar und ich bereue meine Entscheidung nicht.

Gruß

Ronald
 
Hallo Ronald,

also wenn dir das Teleskop schon nach so kurzer Zeit "auf den Rücken" geht, würde ich mir ernsthaft überlegen, die Gewichtsverlagerung beim Tragen zu ändern oder doch ein leichteres Gerät zu kaufen. Es macht wenig Sinn, wenn man sich damit auf die Dauer den Rücken schädigt.

CS und VG Christian
 
Hallo Christian,

ich will mir eine Tragetasche kaufen. Dann kann ich den Tubus bestimmt besser tragen.
Ich trage sicherlich nicht optimal, da ich den Tubus im Lieferkarton transportiere und es im Flur und Treppenhaus etwas eng ist.
Da ich nirgendwo anstoßen möchte, ist es etwas anstrengend.
Draussen ist es dann etwas besser.

Gruß

Ronald


 
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