"Trio Minimale" - Merkur, Venus und Mars am 25. April

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Canonist

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Hallo zusammen.
Am Sonntag war das Wetter zeitweilig hier sehr gut. Das habe ich bei endlich einmal ausreichend Zeit weidlich genutzt. Unter anderem, um am späteren Nachmittag drei Planeten abzulichten, die im Moment alle nahe ihrer geringsten Größen am Himmel stehen: das "Trio minimale", Merkur, Venus und Mars.
Venus war von der Sonne ausgehend schnell gefunden. Leider war das Seeing (vielleicht auch wegen der nur etwa 7,6° Abstand zur Sonne, die noch direkt ins C14 hineinschien, weshalb ich mit der Kuppel halb abschatten musste) anfangs sehr unruhig. Es wurde später ein wenig besser trotz niedrigeren Standes.
Aufnahmen habe ich in UV, mit einem Natrium-Engbandfilter sowie einem Methanbandfilter vorgenommen. Das Ganze zu einem Falschfarbenbild zusammengesetzt, das mangels Details nur wenig Farbeffekt zeigt. Der erkennbare ist kein Effekt der Refraktion!
Von Venus zu Merkur war es nur ein Katzensprung. Leider natürlich auch dort das Seeing nur bei 4-5/10, was das Fokussieren zum Geduldsspiel machte. Trotzdem zeigte eine IR-Pass-Aufnahme mit dem Baader 685er Details. Die passen auch zur derzeit sichtbaren Seite, wie man in WinJupos oder Guide gut prüfen kann.
Zu guter Letzt Mars, zur Zeit sogar der kleinste im Trio. Dafür profitiert er aufgrund seines hohen Standes am Himmel aber stark von dem guten Seeing, das es bei mir gewöhnlich in der Stunde un den Sonnenuntergang gibt. So auch am Sonntag, wie man am Ergebnis unschwer sehen kann. Zahlreiche Details, darunter die nun immer stärker ins Bild rückende Nordpolkappe, das Mare Acidalium, Mare Erythraeum und noch mehr sind trotz nur noch 4,7" zu erkennen. Bei allen Bildern ist Süden oben!
Mars zeigt auch sehr schön, wie bedeutsam für eine gute Auflösung das Seeing ist. Merkur ist einen Tick größer und dennoch ist bedeutend weniger herauszuarbeiten, weil das Seeing nur halb so gut war.
CS
Rudolf

PS: Alle Bilder sind am Taghimmel aufgenommen. Bei Merkur und Venus habe ich den Hintergrund aber trotzdem auf Schwarz gesetzt, während ich ihn bei Mars so gelassen habe, wie er tatsächlich in etwa hell war.
 

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Bei Merkur dürften auch die Albedounterscheide generell geringer sein, was es dann natürlich nicht einfacher macht. Dafür hat man weniger Probleme mit der Rotation, d.h. wenn man lange genug aufnimmt, sollten doch eigentlich auch bei schlechtem Seeing wenigsten ein paar gute Frames zusammenkommen. Darauf spekuliere ich zumindest mal. Mit Tag-Aufnahmen hat es bei mir noch nicht geklappt, wie schonmal erwähnt, hier in Grosstadtnähe ist ld. auch selbst bei wolkenlosem Himmel meistens eine spürbare Dunstglocke. D.h. ich muss es dann in der Dämmerung versuchen. Bislang ist es mir noch nicht gelungen, dem Merkur Albedodetails zu entlocken, aber so bleibt es wenigstens noch spannend :)
-cb
 
Jo, das stimmt: Masse bringt hier auch Klasse. Die besten Bilder habe ich aus Videos herausgeholt, die mehr als 100.000 frames hatten. Da wird ein Merkurbild dann schnell auch mal länger als 15 Minuten belichtet.
Die Albedounterschiede lassen ich am besten mit einem IR-Pass herausarbeiten. Das 685er ist da die beste Wahl, weil es die Belichtungszeit nicht zu stark einschränkt. Das Astronomik 807 arbeitet ähnlich kontrastreich, sorgt aber für längere Zeiten und somit weniger fps und verrinert außerdem nachweisbar die Auflösung. Nur bei schlechtem Seeing eine Alternative.
Hast Du Taghimmelaufsuchen schon mal digital versucht? Mach ich meistens so, nicht mit Einstellen visuell am Okular.
CS
Rudolf
 
Danke, der digitale Indiandertrick ist ein guter Tip, vor allem auch unter Sicherheitsapekten, wenn man so nahe bei der Sonne herumfuhrwerkt. Allerdings habe ich selbst im Primärfokus nur ein recht kleines Gesichtsfeld, d.h. ich muss wohl viel schwenken. Heute war eigentlich passender, für hiesige Verhältnisse ausgesprochen dunstfreier Himmel, aber durch einen blöden Einstellungsfehler habe ich's dann vermasselt. :( Aber Merkur kommt ja grad erst in Stimmung, der nächste Versuch kommt bestimmt...
-cb
 
Jau, der "digitale Indianertrick" funtkioniert tatsächlich. Heute hatte ich zum ersten Mal Merkur am Taghimmel auf dem Schirm. Bei mittlw. ca. 1 h RA Abstand zur Sonne kam er auch recht gut raus (mit RG610), selbst bei nicht ganz klarem Himmel. War aber sehr windig und wolkig, und Fokussiernen kaum möglich, und schwups waren auch wieder Wolken davorgezogen. Auch zwischen den dichten Wolken wurde es immer diesiger so dass ich am Ende unverrichteter Dinge wd. abgebaut habe. Die Geduld wird schon sehr auf die Probe gestellt, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Aber immerhin, es geht, auch mit nicht-stationärem Equipment und ohne Goto.
-cb
 
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