stefand
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
was macht man nicht alles, wenn man geschäftlich unterwegs ist und abends etwas Zeit hat. Der geneigte Hobbyastronom hat vielleicht einen Schnellspechtler (80/400...) dabei und sieht sich gerade mit einem prächtigen Landhimmel konfrontiert. Da muss man quasi raus, geht gar nicht anders.
Der Nebel wabert so bis 30° hoch, danach ist'S wieder recht klar. Jedenfalls sieht es so aus. Da der Nebel, auch wenn ich es gerne so haben würde, keinen Bogen um meine Person machen wird, kann's nach oben auch nicht ganz klar gewesen sein. Sah man aber nicht und daher sei's drum.
Nachdem ich gestern bereits den Christensen-Kometen aufgesucht hatte, musste dieser heute abend wieder dran glauben. Der Uwe Pilz wird mich jetzt abwatschen, aber ich bin wieder ohne Karte raus. Gott sei Dank habe ich ihne gefunden, den Kometen. Ein wenig gewandert ist er natürlich, aber überschaubar. Er ist aber immernoch schwach und klein - der Kontrast zum Himmel ist gering, wenn man sich der Nebelgrenze nähert.
Aber nach oben war's halt prima - das Band der Milchstraße war gut zu erkennen. Also zuerst musste ich den M76 aufsuchen. Kein einfaches Objekt, da lichtschwach und klein. Ohne Nebelfilter war's eher eine Positionierung anhand der ausgedruckten Seite aus dem Triatlas, welchen ich mir heute heruntergeladen hatte. Erst mit einem UHC-Filter sah ich ihn bei 21x (AP 3.8). Da kam mir der Himmel aber noch recht hell vor, also probierte ich das 8mm Planetary aus (50x, AP 1.6). Zusammen mit dem UHC-Filter (Astronomik) war dann das rechteckige Teil zu sehen und zwar recht gut. Ein bisschen 'Gezuppel' an den Enden, mehr geht wohl nicht. Den UHC-Filter vom Planetary abzuschrauben ist übrigens ein wenig leidig, denn das Okular hat einen Drehmechanismus, um die Abstandshülse herauszudrehen. Das Okular zwischen der Einsteckhülse und dem geriffelten anzufassen kann mit Chinafett an den Fingern enden ... wäre blöd bei ständigem Okularwechsel. Naja, wenn der Designer sich bei dem Patent etwas gedacht hat, dann bestimmt nicht an den Gebrauch eines Nebelfilters - bei 8mm Brennweite ist das ja auch eher selten.
So beflügelt musste ich gleich zum Schwan - das alte Fotostativ von 1983 kommt nämlich in den Zenit. Fragt sich nur, ob ich noch soweit runter komme, dass ich ins Okular schauen kann. Keinen Stuhl, Schuhe mit Ledersohlen und einen Anzug - freilich habe ich mir herausgenommen die Krawatte abzunehmen. Gott sei Dank hat der Refraktor nur 400mm Brennweite.
Doch ich scheife ab - wo war ich ? Ach ja, beim Schwan in Zenit.
Mit dem UHC im 25mm (16x, AP5) Plössl ging's los. Naja, der Himmel könnte dunkler sein, trotz UHC. Aber die Knochenhand und auch der Sturmvogel waren zu erkennen. Es fehlte etwas Kontrast, so dass ich hätte die Strukturen in diesen Nebeln sehen können. Also wechselte ich das Okular. Jetzt sollte das Panoptik dem Plössl mal zeigen, wo der Hammer hängt.
Tat's dann auch ... der Unterschied war doch recht klar. Die Vergrößerung betrug 21x, die AP 3.8mm und der Himmel wurde dunkler. Das ermöglichte das Erkennen feinerer Helligkeitsunterschiede in der Knochenhand und die fasrigen Enden waren ebenfalls besser zu sehen. Klasse. Der Sturmvogel kommte nicht so klar raus, der Stern in der Mitte stört etwas. Direkt neben dem Sturmvogel, in Richtung Knochenhand, will ich noch mehr neblige Filamente gesehen haben - ist aber nicht sicher.
So, jetzt war klar, dass auch der Nordamerikanebel dran ist. Diesesmal gleich mit dem 19mm.
Ja, der war gut zu sehen und herrlich, wie im Nebel unterschiedliche Helligkeiten bestehen, vornehmlich in Mexiko. Die Pazifikseite ist heller, als die Seite zum dunklen Golf von Mexiko. Und in den USA stehen viele Sterne im Nebel wie ein Teppisch aus kleinen Leuchten - ich schaute hoch, es war finster nach da oeben - also weitergucken. Auch der Pelikannebel war zu sehen, doch hier hätte ich besser mein 32mm dabei haben sollen. Das hat 4° GF und das erlaubt mir einen besseren Blick auf den gesamten Nebelkomplex. Der Wechsel zum 25mm Plössl brachte kein weiters FEld, aber wieder eine nachlassende Kontrastleistung gegenüber dem PanO. Jetzt waren die Helligkeitsunterschiede im Nebel kaum noch zu sehen - es wirkte verwaschener, aber einen Tick heller, was ander größeren AP gelegen habe dürfte.
Tja, das waren die Highlights, ein M71, Kleiderbügelhaufen oder so sind ja die Standardkerzen.
Gestern war noch ein NGC 6934 (KS, 8.9m, 5.9') dabei, aber daran waren Winnies Aufsuchkarten 'schuld'. Da war ein KS unterhalb des Delphins eingezeichnet und die Angabe der Magnitude in SEDS deutete darauf hin, dass ich ihn im 80er sehen können müsste. Zugegeben, wenn man nur bis 50x vergrößern kann, ist der KS ein kleiner, nebliger Fleck, aber gesehen ist gesehen.
Euch auch noch erfolgreiche Sternenreisen mit großem oder kleinem Equipment.
CS,
Stefan
P.S.: Tippfehler bleiben als solche bestehen - ich lese mir das nicht nochmal durch ...
was macht man nicht alles, wenn man geschäftlich unterwegs ist und abends etwas Zeit hat. Der geneigte Hobbyastronom hat vielleicht einen Schnellspechtler (80/400...) dabei und sieht sich gerade mit einem prächtigen Landhimmel konfrontiert. Da muss man quasi raus, geht gar nicht anders.
Der Nebel wabert so bis 30° hoch, danach ist'S wieder recht klar. Jedenfalls sieht es so aus. Da der Nebel, auch wenn ich es gerne so haben würde, keinen Bogen um meine Person machen wird, kann's nach oben auch nicht ganz klar gewesen sein. Sah man aber nicht und daher sei's drum.
Nachdem ich gestern bereits den Christensen-Kometen aufgesucht hatte, musste dieser heute abend wieder dran glauben. Der Uwe Pilz wird mich jetzt abwatschen, aber ich bin wieder ohne Karte raus. Gott sei Dank habe ich ihne gefunden, den Kometen. Ein wenig gewandert ist er natürlich, aber überschaubar. Er ist aber immernoch schwach und klein - der Kontrast zum Himmel ist gering, wenn man sich der Nebelgrenze nähert.
Aber nach oben war's halt prima - das Band der Milchstraße war gut zu erkennen. Also zuerst musste ich den M76 aufsuchen. Kein einfaches Objekt, da lichtschwach und klein. Ohne Nebelfilter war's eher eine Positionierung anhand der ausgedruckten Seite aus dem Triatlas, welchen ich mir heute heruntergeladen hatte. Erst mit einem UHC-Filter sah ich ihn bei 21x (AP 3.8). Da kam mir der Himmel aber noch recht hell vor, also probierte ich das 8mm Planetary aus (50x, AP 1.6). Zusammen mit dem UHC-Filter (Astronomik) war dann das rechteckige Teil zu sehen und zwar recht gut. Ein bisschen 'Gezuppel' an den Enden, mehr geht wohl nicht. Den UHC-Filter vom Planetary abzuschrauben ist übrigens ein wenig leidig, denn das Okular hat einen Drehmechanismus, um die Abstandshülse herauszudrehen. Das Okular zwischen der Einsteckhülse und dem geriffelten anzufassen kann mit Chinafett an den Fingern enden ... wäre blöd bei ständigem Okularwechsel. Naja, wenn der Designer sich bei dem Patent etwas gedacht hat, dann bestimmt nicht an den Gebrauch eines Nebelfilters - bei 8mm Brennweite ist das ja auch eher selten.
So beflügelt musste ich gleich zum Schwan - das alte Fotostativ von 1983 kommt nämlich in den Zenit. Fragt sich nur, ob ich noch soweit runter komme, dass ich ins Okular schauen kann. Keinen Stuhl, Schuhe mit Ledersohlen und einen Anzug - freilich habe ich mir herausgenommen die Krawatte abzunehmen. Gott sei Dank hat der Refraktor nur 400mm Brennweite.
Doch ich scheife ab - wo war ich ? Ach ja, beim Schwan in Zenit.
Mit dem UHC im 25mm (16x, AP5) Plössl ging's los. Naja, der Himmel könnte dunkler sein, trotz UHC. Aber die Knochenhand und auch der Sturmvogel waren zu erkennen. Es fehlte etwas Kontrast, so dass ich hätte die Strukturen in diesen Nebeln sehen können. Also wechselte ich das Okular. Jetzt sollte das Panoptik dem Plössl mal zeigen, wo der Hammer hängt.
Tat's dann auch ... der Unterschied war doch recht klar. Die Vergrößerung betrug 21x, die AP 3.8mm und der Himmel wurde dunkler. Das ermöglichte das Erkennen feinerer Helligkeitsunterschiede in der Knochenhand und die fasrigen Enden waren ebenfalls besser zu sehen. Klasse. Der Sturmvogel kommte nicht so klar raus, der Stern in der Mitte stört etwas. Direkt neben dem Sturmvogel, in Richtung Knochenhand, will ich noch mehr neblige Filamente gesehen haben - ist aber nicht sicher.
So, jetzt war klar, dass auch der Nordamerikanebel dran ist. Diesesmal gleich mit dem 19mm.
Ja, der war gut zu sehen und herrlich, wie im Nebel unterschiedliche Helligkeiten bestehen, vornehmlich in Mexiko. Die Pazifikseite ist heller, als die Seite zum dunklen Golf von Mexiko. Und in den USA stehen viele Sterne im Nebel wie ein Teppisch aus kleinen Leuchten - ich schaute hoch, es war finster nach da oeben - also weitergucken. Auch der Pelikannebel war zu sehen, doch hier hätte ich besser mein 32mm dabei haben sollen. Das hat 4° GF und das erlaubt mir einen besseren Blick auf den gesamten Nebelkomplex. Der Wechsel zum 25mm Plössl brachte kein weiters FEld, aber wieder eine nachlassende Kontrastleistung gegenüber dem PanO. Jetzt waren die Helligkeitsunterschiede im Nebel kaum noch zu sehen - es wirkte verwaschener, aber einen Tick heller, was ander größeren AP gelegen habe dürfte.
Tja, das waren die Highlights, ein M71, Kleiderbügelhaufen oder so sind ja die Standardkerzen.
Gestern war noch ein NGC 6934 (KS, 8.9m, 5.9') dabei, aber daran waren Winnies Aufsuchkarten 'schuld'. Da war ein KS unterhalb des Delphins eingezeichnet und die Angabe der Magnitude in SEDS deutete darauf hin, dass ich ihn im 80er sehen können müsste. Zugegeben, wenn man nur bis 50x vergrößern kann, ist der KS ein kleiner, nebliger Fleck, aber gesehen ist gesehen.
Euch auch noch erfolgreiche Sternenreisen mit großem oder kleinem Equipment.
CS,
Stefan
P.S.: Tippfehler bleiben als solche bestehen - ich lese mir das nicht nochmal durch ...