Trotz Sternenhimmel kein Stern im Teleskop!

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mrsstarshine

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Hallo Sternengucker,

habe vorgestern mein erstes Teleskop bekommen und mühselig aber -wie ich denke- erfolgreich d.h. richtig zusammengebaut.

Ich habe:
- die parallaktische Montierung aufgebaut und eingenordet.
- das Teleskop aufgesetzt und mit einem Laser nach Anweisung kollimiert.
- den Sucher angebaut.
- die 2 auf 1 1/4" Reduzierung in den Crayford-Auszug gesteckt und festgezogen.
- das 25mm Objektiv darin versenkt und festgezogen. Mit den Rädern ließ sich das Okular gut "herauf- und herunterfahren".
- mich nach der astronomischen Dämmerung unter den Sternenhimmel (ca. 4,1mag) gestellt.

Und dann: KEIN EINZIGER STERN ZU SEHEN! ;(

Das heißt: im mit bloßem Auge und im Sucher viele (Milchstrassenregion im Schwan: da muss man doch schon durch Zufall was finden!), nur halt nicht durchs Okular! Habe sytematisch das Okular Stück für Stück hoch und runter gefahren in der Hoffnung, dass ich bloß den Fokus finden muss...

:help:Fällt irgendjemandem ein, was ich falsch gemacht oder vergessen haben könnte?

Ich gebe zu, dass ich noch keine "Bedienungsanleitung" für Teleskope gelesen habe (ist noch in der Post)...
Und ich hoffe, ich werde kein DAU...

CS,
Sabine

 
Hallo Sabine,
nach Deiner Beschreibung klingt das für mich wirklich wie "extrem neben dem Fokus".
Es könnte natürlich auch die Justage sooo weit daneben sein, daß ein Spiegel den anderen nicht sieht, aber Du hast ja justiert, sagst Du.
Probier es doch mal am Mond, den kann man kaum verfehlen.
Wenn Du nicht so lang warten möchtest, kannst Du es auch am Tage an einem entfernten (mehrere km) Objekt versuchen. Dabei kannst Du auch gleich den Sucher auf das Teleskop ausrichten...
Aber VORSICHT, nicht die Sonne direkt erwischen - Erblindungsgefahr!
 
Hallo Sabine,

wenn das mit der Laserkollimation hingehauen hat, also daß der Strahl in sich selbst zurückfällt, kann eigentlich nimmer viel fehlen. Gut, der Sucher könnte noch verstellt sein, wenn Du aber in Richtung Milchstrasse zielst ist es selbst mit verstelltem Sucher unmöglich, ein sternleeres Gebiet zu treffen.

Am Okular waren auch beide Schutzdeckel weg... jaja ich weiß, klingt blöd, aber Du glaubst ja gar nicht, was selbst den alten Hasen hin und wieder noch widerfährt...was dann immer zu lustigen Anekdoten und Treppenwitzen verarbeitet werden kann...

'Funktioniert' das Teleskop denn tagüber... so mit Okular mal einen Baum anvisieren?
 
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Hallo Sabine,

wenn es um ein 200/1000 Newton geht kann ich die mitteilen
dass Du eine eine Verlängerungshülse brauchst um mit Okular in den Fokus zu kommen.
Sollte eigendlich im Lieferunfang enthalten sein

ca 30mm länge

versuchs einfach mal in dem Du das Okular nicht vollständig
in den Auszug steckst. Notfalls festhalten

gruss Frank
 
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Hallo zusammen!

@Frank:
:blush: Oh... das Teil mit der Aufschrift 2" Extension Tube 35mm (war ordnungsgemäß im Lieferumfang enthalten) habe ich für den Okulareinsatz für die 2"-Okulare gehalten und natürlich nicht mit eingesetzt... :blush: Danke für's Mit-der-Nase-drauf-stoßen. :blush:


@ Ralf:
Leider liegen alle navisierbaren Ziele um mich herum ziemlich nah. Bisher konnte ich zwar tagsüber verschwommen sehen, aber mit der Verlängerung wird das vielleicht anders.

@ Toni:
Trotz des offenbaren Fehlers mit der Verlängerúngshülse (s.o.) bleibt offenbar dennoch ein Problem der Justierung:
Habe das Teleskop einmal nach der beiliegenden Anweisung ohne Laser, also mit bloßem Auge justiert und es ergaben sich dabei völlig andere Spiegeleinstellungen als mit Laser; denn als ich nach der "Augenjustierung" den Laser in den Auszug gesteckt habe, erschien das Teleskop gemäß Laser völlig dejustiert(und umgekehrt).
Der Laser selbst scheint nach dem in der Anleitung beschriebenen Test nicht dejustiert zu sein.
Leider steckt er relativ locker in der Hülse für die 1 1/4" Okulare. Habe ihn etwas mit Tesafilm umwickelt, was das Problem verringert, allerdings eiert er immer noch etwas; aber mehr Tesa läßt sich leider nicht drumwickeln, da er sich sonst nicht mehr in den Auszug schieben läßt.

Da ich denke, dass das Hauptproblem wohl das der Verlängerungshülse war, werde ich die Justierung wohl noch hinbekommen. Am besten bastele ich mal mit dem Mond...

Liebe Grüße und cs,
Sabine
 
Hallo Sabine,

es können an deinem Newton drei Teile dejustiert sein:
Okularauszug, Fangspiegel und Hauptspiegel

Wenn du sicher stellen kannst, dass hier alles passt, dann kann es nur noch am Weg des OAZ (siehe verlängerungshülse) liegen, um in den Fokus zu kommen.

Es kann auch sein, dass die Verlängerungshülse für dein Okular, mit dem du es getestet hast, nicht passt. Ich hatte das damals, dass der Fokus genau auf der Kante lag, d.h. mit Verlängerungshülse und komplett reingefahrenen OAZ und ohne Verlaängerungshülse mit komplett ausgefahrenen OAZ -> d.h. ich bin nicht genau in den Focus gekommen. Dann solltest du dir eine Hülse mit einer anderen Verlängerung besorgen.

CS Falko

PS: Vielleicht findest du jemanden in deiner direkten Umgebung, der dir bei der Justage behilflich sein kann. Beim ersten Mal ist das ziemlich schwer, aber frage mal hier um Forum nach, vielleicht findet sich jemand.
 
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@ Falko:
Wußte gar nicht, dass man auch den OAZ justieren kann. Wie geht denn sowas?
Der eigentliche Auszug sitzt bei meinem Gerät in nicht festgestelltem Zustand übrigen ziemlich locker, d.h. man kann den Auszugtubus in seiner Öffnung deutlich hin- und herbewegen. Ist das "normal"?

lG,
Sabine
 
Zitat von Oklaf:
Ich hatte das damals, dass der Fokus genau auf der Kante lag, d.h. mit Verlängerungshülse und komplett reingefahrenen OAZ und ohne Verlaängerungshülse mit komplett ausgefahrenen OAZ -> d.h. ich bin nicht genau in den Focus gekommen.

Hallo,

sollte das der Falls ein, kann man auch einfach das Okular ohne Verlängerungshülse ein paar Millimeter rausziehen und festklemmen oder den Hauptspiegel durch die Justageschrauben ein paar Millimeter höher oder tiefer setzen.

Viele Grüße

Carsten
 
Hallo Sabine,

Zitat von mrsstarshine:
Habe das Teleskop einmal nach der beiliegenden Anweisung ohne Laser, also mit bloßem Auge justiert und es ergaben sich dabei völlig andere Spiegeleinstellungen als mit Laser; denn als ich nach der "Augenjustierung" den Laser in den Auszug gesteckt habe, erschien das Teleskop gemäß Laser völlig dejustiert(und umgekehrt).
Der Laser selbst scheint nach dem in der Anleitung beschriebenen Test nicht dejustiert zu sein.
Leider steckt er relativ locker in der Hülse für die 1 1/4" Okulare. Habe ihn etwas mit Tesafilm umwickelt, was das Problem verringert, allerdings eiert er immer noch etwas; aber mehr Tesa läßt sich leider nicht drumwickeln, da er sich sonst nicht mehr in den Auszug schieben läßt.

Das ist schon ne Krux mit diesen Lasern. Gut, man kann eben mal schnell grob den Hauptspiegel damit einstellen, mehr aber auch nicht, denn er berücksichtigt keine axialen und lateralen Verschiebungen des Fangspiegels, nur seinen Winkel zum OAZ.
Wenn der Laser natürlich im OAZ-Tubus kippelt, wird das auch nicht besser, aber, mach Dich nicht verrückt. Mit dem LAser stellt man ohnehin nur grob ein, den Rest macht man nachts mit einem Sterntest.

Frei mit dem Auge in den leeren OAZ peilen würde ich so nicht machen, das ist viel zu ungenau. Hier helfen dann eher solche Dinge wie die Filmdose, das Cheshire-Okular oder das Concenter-Okular, ein 'Derivat' des Cheshire. Aber auch hier darf nichts kippeln, sonst wird das nichts.

Von einem dejustieren OAZ würde ich bei aller Liebe zum Detail wirklich als letztes ausgehen. vielleicht sitzt der OAZ wirklich ein halbes Grad oder weniger außerhalb des Lots, aber das wäre wirklich Dein kleinstes Problem.

Zum wackeligen OAZ-Tubus ist zu sagen, da sind ja zwei Stellschrauben am OAZ, die eine zum Feststellen des Tubus, die andere um den Andruck der Drehachse einzustellen, hiermit nimmt man gleichzeitig das Spiel des OAZ-Tubus raus.
 
Liebe Sternengucker!

Die Aktion FIRST LIGHT ist geglückt!!!
Das Problem war in der Tat die Verlängerungshülse, die vorher gefehlt hatte. Nochmal einen dicken Schmatz an Frank!

Habe gestern Abend alles in der Garten geschleppt und den weitestentfernten Baum angepeilt, den ich mit dem 25mm Okular glücklicherweise auch hervorragend sehen konnte; hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass das mit 200mm Öffnung mit einem ca. 150m entfernten Baum klappt: bei meinem 20x80 FG brauche ich schon ca. 20m Mindestabstand.

Beim Einsetzen der kleineren Brennweiten zeigte sich dann allerdings genau das, wovon Carsten sprach: die Verlängerungshülse ist ziemlich knapp bemessen. Das Problem ließ sich dann aber einerseits so lösen, wie Carsten es beschrieben hat, andererseits habe ich alle im OAZ steckenden Bestandteile so weit auseinandergezogen wie es mir passend schien, damit konnte ich den Fokussierweg nochmals problemlos verlängern.

Habe dann noch flott den Sucher justiert und auf die Dunkelheit gewartet. Und was soll ich sagen: ich sah Sterne, Sterne und noch mehr Sterne!

@ Toni:Das Teleskop hatte ich übrigens (im Hellen) nur per Augenmaß und ohne Spezialokular mit zentriertem Einblick justiert (der Laser behauptet allerdings: völlig dejustiert! Der Leuchtpunkt zeigt sich 2-3cm neben dem markierten Hauptspiegelmittelpunkt, da muss man schon aufpassen, dass der Laserstrahl nicht aus dem Tubus geleitet wird; halte jetzt zur Sicherheit immer lieber ein Blatt Papier vor den Tubus, um das zu kontrollieren, bevor ich da reinsehe...). Die Sterne ließen sich bei allen Okularen (25/12/9/6mm) punktförmig abbilden, lediglich beim 6mm zeigte sich außerhalb der Bildmitte eine Koma. Vermutlich hatte ich da mit der Justierung einfach Anfängerglück...
Werde jetzt nochmal in Ruhe im Hellen versuchen, die Laserposition mit der aktuellen Spiegelposition in übereinstimmung zu bringen, also "Justierung umgekehrt". Dann sehe ich vielleicht noch, wo der Fehler steckt.
Am OAZ selbst zu basteln, hätte ich übrigens nicht so leichtherzig in Angriff genommen, wer weiß, ob ich da nicht noch mehr verstellt hätte!

Tja, was soll ich noch sagen: jetzt bin ich schon viel glücklicher! Danke Euch allen nochmal ganz herzlich!
Jetzt heißt es erstmal, sich an den ungewohnten Kopfüber-Anblick der Sterne zu gewöhnen, das Navigieren wird sicherlich noch das eine oder andere Mal zu Frust führen, weil ich meine im Kopf gespeicherten gewohnten aufrechten Bilder einfach nicht drehen kann... Arbeitsspeicherüberlastung ;)

Was mir übrigens schon direkt beim ersten Mal aufgefallen ist, ist die Qualität der Celestron ADM: man kann wirklich butterweich schwenken und beim Anhalten schwingt nichts nach! Auch ohne arretierte Achsen bleibt der Tubus gut stehen. Dabei habe ich nicht einmal lange ausbalancieren müssen; habe nach einmaligem unkompliziertem Ausbalancieren eine Markierung an der Gegengewichtsstange angebracht und mir die Position des des Schwalbenschwanzes in der Halterung gemerkt; das reicht schon. Okularwechsel und Fokussieren (das natürlich mit festgestellten Achsen) beeindruckt die ADM überhaupt nicht. Selbst wenn man mit Fingern auf dem Tubus trommelt (nicht zu starkt, versteht sich), bleibt die Nachschwingzeit bei ca. 1 Sekunde. Legt man sofort nach dem Trommeln eine Hand an den Tubus und stoppt die Vibrationen, ist sofort alles wieder ruhig, es überträgt sich also offenbar nichts auf die Montierung. Kleiner Wermutstropfen: die Handgriffe für die Feinbewegung sind aus Plastik mit einer innenliegenden Metallhülse, um sie auf die Antriebsenden der Achsen zu stecken. Der Plastikgriff ist nicht sehr "vertrauenserweckend" (sehr einfaches Plastik), die Verbindung zur Achse sehr schwergängig und schon nach nur wenigen Malen des Aufsteckens sieht man deutliche Abriebspuren am Achsenende! Trotz schwergängigen Aufsteckens sitzen die Handgriffe dann aber leider nicht bombenfest. Außerdem eiert das Ende der R.A.-Achse etwas, was sich aber in keiner Weise beim Nachführen bemerktbar macht. Insgesamt bin ich aber sehr glücklich mit der ADM und froh, dass ich da nicht gespart habe!


LG und CS,
Sabine
 
Hallo Sabine,


die gestrige Nacht war im Bergischen Land nahezu perfekt für ein First-Light, wir haben in Hagen den Himmel mit dem endlich einsatzbereiten 12"f4 abgegrast und sind auch aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen!

Wenn Du Dir nicht ganz sicher bist was die Justage angeht schreib ne PN, ist eigentlich ganz einfach einen Newton zu justieren. Wenn die Justage einmal richtig paßt reicht es alle paar Beobachtungen einen Hauch nachzustellen, so instabil wie immer behauptet wird sind die Newtons nun wirklich nicht.

Der "auf dem Kopf stehende" Anblick ist eine Frage der Routine, nach wenigen Nächten hat man sich dran gewöhnt und führt automatisch richtig nach, am Anfang kann man da schonmal ordentlich durcheinander kommen ;)


Grüße aus'm Tal

Felix

 
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