Arndt
Aktives Mitglied
Hallo,
nachdem der Fred zum SuW-Test inzwischen so zerredet ist, dass ich ehrlich gesagt gar nicht mehr weiß, wo ich's unterbringen sollte, hier mal mein Häppchen zum Haifischbecken "Fernglas-Forum", rechtzeitig zur Abendbrotzeit:
Ich hatte den SuW-Test zum Anlass genommen, ausgehend von den dortigen Ergebnissen einige Kandidaten für einen Kauf zu sondieren und dann mal selbst auszuprobieren. Dies ist also kein Test- sondern ein Erfahrungsbericht (nur fürs Protokoll...)
So lieh ich mir denn ein älteres Fujinon 16x70 aus und orderte zur Ansicht ein TS 15x70 HD Marine sowie ein Vixen ARK 16x80. Alle drei Ferngläser haben für mich (Teleskop-Kenner, aber Fernglas-Genuss-Benutzer) vergleichbar reizvolle innere Werte: Austrittspupille bei 4-5mm, wahres Bildfeld >3°, scheinbares Bildfeld (sehr wichtig für mich, ich hatte mal ein Miyauchi 20x77, die 52°-Röhre war mir irgendwie immer zu klein). Nicht vergleichbar, rufen die Experten? OK, dann eben nicht. Ich vergleiche sie trotzdem.
Die ersten Tests konnte ich bereits bei Tag machen, da in Sichtweite meiner Terrasse ein Fernsehturm steht (d = 14km), der auch tagsüber rote (tiefrote!) Positionslichter angeschaltet hat, die sich prima als Teststerne eignen. Hier die erse Überraschung: Mit dem Tiefrot hat das (ältere!!) Fujinon so seine Probleme! Im Vergleich zum TS waren die Lampen wesentlich (wesentlich!) schwächer zu sehen. Beim Vixen fiel auf, dass die Lampen einen leicht anderen optimalen Schärfepunkt hatten als der Rest des Turmes - könnte auf nicht ganz optimale Farbkorrektur im Tiefroten hindeuten. Insgesamt scheint das TS von den drei Ferngläsern, die ich hier hatte, tatsächlich im Roten am leistungsfähigsten zu sein.
Scheinbares Bildfeld: Bei allen groß - ich schätze ca. gleich groß, also um 65 Grad oder größer (vergleichbar mit dem Bildfeld der Panoptik-Okulare). Die Angaben der Hersteller scheinen zu stimmen, ich habs aber nicht nachgemessen. In jedem Fall sind sie für mich als Weitfeld-Fetischist groß genug, um "echten" Raumgenuss zu haben. Allerdings fällt mir auf, dass ich (kein Brillenträger), um jeweils das ganze Bildfeld zu überblicken, die Augenmuscheln entfernen bzw., beim Vixen, recht weit reindrehen muss (ca. 50%). Gerade beim Vixen ist die Bildfeldbeschränkung bei ganz rausgedrehten Augenmuscheln (die ich ansonsten eigentlich für eine super Idee halte!) erstaunlich groß - das Bildfeld schrumpft locker auf den Röhrenblick eines Miyauchi zusammen. Na gut, Augenmuscheln brauche ich persönlich nicht, also komme ich mit allen drei Gläsern in puncto Einblick gut zurecht. Das Vixen scheint dabei bei kleinem Augenabstand etwas unuhiger im Einblick zu sein (Blackouts kommen *etwas* schneller, ist aber nicht signifikant), dafür kann ich den Augenabstand durch die herausdrehbaren Augenmuscheln sehr genau auf einen Betrag einstellen, der mir angenehm ist. Nur die Fixierung ist noch ungelöst - müsste sich mit einem Streichholz o.ä. aber machen lassen.
Zur Abbildung: Von cloudynights.com habe ich die Idee, das Bildfeld in drei Zonen einzuteilen (in Einheiten des Bildradius, NICHT der Bildfläche!): Einwandfrei (1) - akzeptabel (2) - inakzeptabel (3). Folgendes habe ich festgestellt: Fujinon: (1): 80%, (2): 18%, (3): 2%; TS: (1): 40%, (2): 40%, (3): 20%; Vixen: (1): 30%, (2): 50%, (3): 20%. Damit komme ich persönlich beim Vixen ARK 16x80 allerdings auf ein *völlig* anderes Ergebnis als der SuW-Test, der dem Vixen eine fehlerfreie Abbildung bis zum Bildfeldrand attestiert - das ist bei Weitem nicht so, zumindest nicht bei dem Exemplar, das ich gerade hier habe!
Die Bilddefinition im Bildzentrum ist beim Fujinon und beim TS etwa gleich gut - und zwar sehr gut, wirklich vergleichbar mit 35mm Panoptik + 4"-Refraktor. Das Vixen fiel nur sehr wenig dagegen ab, allerdings machen sich bei sehr hellen Sternen Spikes bemerkbar, die bei den anderen beiden absolut nicht zu erkennen waren. Weiter außen werden die Sternbildchen beim Vixen und TS zunehmend zu tangential auseinander gezogenen Strichen (astigmatisch?), das Fujinon bleibt bis weit zum Bildrand davon unbeeindruckt, und die Bildfehler, die auftraten, sind eher komaähnlich als astigmatisch. Was beim TS und Vixen auffällt: Die Bildfehler sind in der horizontalen *viel* weniger ausgeprägt als in der Vertikalen - will sagen, die Abbildung nach "links" und "rechts" ist bis zum Bildfeldrand im Schnitt deutlich besser, als nach "oben" und "unten" - das Bildfeld, das ich mit mindestens (2) bewertet habe, hat also eine stark abgeplattete Form. Das Fujinon... wie gehabt: Nix einzuwenden
Die zu erwarten, zeigt sich abseits der Bildmitte beim "Zweig-am-Baum-Test" am Taghimmel jeweils ein kleiner Farbfehler, der aber nachts nicht auffiel - mir zumindest nicht.
Signifikante Bildfeldwölbung zeigt keins der drei Ferngläser (heißt, durch Bildfehler nicht optimal definierte Sterne irgendwo im Bildfeld konnte ich auch nicht durch nachträgliches Verstellen des Schärfepunktes dazu überreden, wie Sterne auszusehen), allerdings hat das TS einen deutlich merkbaren Verzeichnungseffekt: Beim Schwenken "kippt" die Szenerie von einer Seite auf die andere. Sei's drum - am Sternenhimmel ist sowas für mich verschmerzbar. Dei anderen beiden zeigen für mich keine Verzeichnung.
Vignettierung machte sich visuell nicht bemerkbar, allerdings ist die Austrittspupille beim Vixen bei geradem Durchblick von hinten im linken Rohr etwas abgeschattet, das Fujinon und das TS zeigten nur bei stark seitlichem Einblick ganz leichte Abschattungserscheinungen, die aber eher im akademischen Bereich zu suchen sind. Ach ja, zentriert waren alle drei Optiken einwandfrei.
Den Transmissionswettbewerb (Test am Sternenhimmel) gewann gaanz knapp das Vixen vor dem TS und dem (älteren!! wohl schlechter vergüteten) Fujinon. Der Unterschied zwischen dem Vixen und dem TS war aber marginal, zumindest bei meinen äußeren Bedingungen von fst ca. 5mag, und kleiner, als ich es von dem einen Zentimeter mehr an Öffnung erwartet hätte. Entsprechend fand ich persönlich den Kontrast im TS (am Taghimmel an meinem Fernsehturm abgeschätzt) etwas besser als im Vixen, was aber auch an der etwas kleineren Austrittspupille liegen mag? Das Fujinon hatte ich nicht vergleichend am Tage getestet.
Zur Mechanik: Das Vixen hat Zentralfokussierung mit Dioptrienausgleich, Fujinon und TS haben Einzelfokussierung. Das Fujinon und das TS ähneln sich sehr, allerdings ist die Mechanik des TS deutlich schwergängiger (Klappmechanismus, Einzelfokussierung). Das Gewicht ist bei beiden ähnlich, das TS allerdings etwas schwerer. Beim TS wird ein Stativadapter mitgeliefert, beim Fujinon weiß ich es nicht. Das Vixen ist erstaunlich leicht (enorm, finde ich, angesichts der großen Objektive) und bringt seinen Stativadapter gleich mit, er ist an der Versteifungsstange befestigt, die die beiden Optiken parallel hält. Das ist m. E. ein großer Vorteil des Vixen: Es ist das einzige, das MIT angebautem Stativadapter in den mitgelieferten Behälter passt! Das ist zumindest für mich nicht zu unterschätzen, denn so ein Fernglas soll für mich immer ein Schnellspechtelgerät sein. Das Anschrauben des Adapters an das TS und das Fujinon dauert so knapp eine Minute - das kann für mich und meinen Schweinehund die entscheidende Minute sein, lieber gar nicht rauszugehen... Weiterhin hat das Vixen noch ein paar schöne Features, zu einen die schon besprochenen herausderhbaren Augenmuscheln, die ich sehr schätze, weil man den Augenabstand genau an seine Bedürfnisse anpassen kann. Dann hat es Objektiv-Taukappen - endlich mal was für die Praxis! Leider ist Vixen hier meiner Meinung nach zu kurz gesprungen, denn es handelt sich um Gummi-Röhren, die man durch Verschieben nach vorne in ihre ausgezogene Position bringen soll - das klappt nur mit viel Ruckeln und das-Material-zum-sich-Bewegen-Überreden. Gar nicht gut für die Praxis, das gerade eingestellte Objekt ist anschließend bestimmt woanders...
Leider hat Vixen dem ARK 16x80 Einkelschutzkappen für die Okulare verpasst, da kann ich schon die Tage zählen, bis die erste Kappe Beinchen bekommt und auf Wanderschaft geht... Die anderen beiden Ferngläser haben "Doppel-Schutzkappen" okularseitig (beim TS geht diese übrigens auch schnell mal stiften, bei Vixen hält sie ausreichend fest). Alle drei haben für die Objektive abnehmbare Einzeldeckel, und nur die vom (älteren!!) Fujinon haben die Tendenz, sich von selbst zu lösen.
Tja, das sind so meine Eindrücke von den drei Gläsern. Welches lohnt sich jetzt? Schwierig, ich habe die Frage für mich noch nicht beantwortet. Alle drei Ferngläser sind wirklich gut und haben den gewissen "Haben-Wollen-Effekt". Für mich ist momentan allerdings das TS der Favorit - nicht, weil es das beste Fernglas ist, sondern weil es, zumindest von diesen dreien, das wirklich beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Ja, mich stören die Bildfehler im Bildfeld, aber nun auch nicht wieder so, dass ich deshalb gleich das Doppelte ausgeben müsste, dafür sind sie nicht schlimm genug und das Bild ist wirklich brilliant. Das TS ist weit weg (im positiven Sinne) von meinem geistigen Bild von China-Böllern. Wahrscheinlich übertreffen neuere Fujinons das TS auch in pucto Transmission wieder, aber sie kosten trotzdem doppelt so viel - ich weiß echt nicht, ob es mir das wert ist.
Das Vixen ist so eine Sache - würde es 250€ weniger kosten, wäre es für mich hochattraktiv: Die wirklich schnelle Einsatzbereitschaft und die paar "Gimmicks", die das Fernglas zu bieten hat, könnten mich überzeugen - aber der Preis haut dazwischen. Isch waiihs net...
Tja, schlauer bin ich durch meine kleine Testreihe geworden, aber nicht klüger - irgendwie will ich ja doch immer das Besten haben: Fujinon. Aber das ist so TEUER :schwitz: - also dann nehme ich das TS!?!?. Und außerdem will ich eine möglichst große Öffnung bei großem Bildfeld und ratzfatziger Einsatzbereitschaft - also doch das Vixen? Grummel - so HELFT mir doch mal :/
Gruß,
Arndt
nachdem der Fred zum SuW-Test inzwischen so zerredet ist, dass ich ehrlich gesagt gar nicht mehr weiß, wo ich's unterbringen sollte, hier mal mein Häppchen zum Haifischbecken "Fernglas-Forum", rechtzeitig zur Abendbrotzeit:
Ich hatte den SuW-Test zum Anlass genommen, ausgehend von den dortigen Ergebnissen einige Kandidaten für einen Kauf zu sondieren und dann mal selbst auszuprobieren. Dies ist also kein Test- sondern ein Erfahrungsbericht (nur fürs Protokoll...)
So lieh ich mir denn ein älteres Fujinon 16x70 aus und orderte zur Ansicht ein TS 15x70 HD Marine sowie ein Vixen ARK 16x80. Alle drei Ferngläser haben für mich (Teleskop-Kenner, aber Fernglas-Genuss-Benutzer) vergleichbar reizvolle innere Werte: Austrittspupille bei 4-5mm, wahres Bildfeld >3°, scheinbares Bildfeld (sehr wichtig für mich, ich hatte mal ein Miyauchi 20x77, die 52°-Röhre war mir irgendwie immer zu klein). Nicht vergleichbar, rufen die Experten? OK, dann eben nicht. Ich vergleiche sie trotzdem.
Die ersten Tests konnte ich bereits bei Tag machen, da in Sichtweite meiner Terrasse ein Fernsehturm steht (d = 14km), der auch tagsüber rote (tiefrote!) Positionslichter angeschaltet hat, die sich prima als Teststerne eignen. Hier die erse Überraschung: Mit dem Tiefrot hat das (ältere!!) Fujinon so seine Probleme! Im Vergleich zum TS waren die Lampen wesentlich (wesentlich!) schwächer zu sehen. Beim Vixen fiel auf, dass die Lampen einen leicht anderen optimalen Schärfepunkt hatten als der Rest des Turmes - könnte auf nicht ganz optimale Farbkorrektur im Tiefroten hindeuten. Insgesamt scheint das TS von den drei Ferngläsern, die ich hier hatte, tatsächlich im Roten am leistungsfähigsten zu sein.
Scheinbares Bildfeld: Bei allen groß - ich schätze ca. gleich groß, also um 65 Grad oder größer (vergleichbar mit dem Bildfeld der Panoptik-Okulare). Die Angaben der Hersteller scheinen zu stimmen, ich habs aber nicht nachgemessen. In jedem Fall sind sie für mich als Weitfeld-Fetischist groß genug, um "echten" Raumgenuss zu haben. Allerdings fällt mir auf, dass ich (kein Brillenträger), um jeweils das ganze Bildfeld zu überblicken, die Augenmuscheln entfernen bzw., beim Vixen, recht weit reindrehen muss (ca. 50%). Gerade beim Vixen ist die Bildfeldbeschränkung bei ganz rausgedrehten Augenmuscheln (die ich ansonsten eigentlich für eine super Idee halte!) erstaunlich groß - das Bildfeld schrumpft locker auf den Röhrenblick eines Miyauchi zusammen. Na gut, Augenmuscheln brauche ich persönlich nicht, also komme ich mit allen drei Gläsern in puncto Einblick gut zurecht. Das Vixen scheint dabei bei kleinem Augenabstand etwas unuhiger im Einblick zu sein (Blackouts kommen *etwas* schneller, ist aber nicht signifikant), dafür kann ich den Augenabstand durch die herausdrehbaren Augenmuscheln sehr genau auf einen Betrag einstellen, der mir angenehm ist. Nur die Fixierung ist noch ungelöst - müsste sich mit einem Streichholz o.ä. aber machen lassen.
Zur Abbildung: Von cloudynights.com habe ich die Idee, das Bildfeld in drei Zonen einzuteilen (in Einheiten des Bildradius, NICHT der Bildfläche!): Einwandfrei (1) - akzeptabel (2) - inakzeptabel (3). Folgendes habe ich festgestellt: Fujinon: (1): 80%, (2): 18%, (3): 2%; TS: (1): 40%, (2): 40%, (3): 20%; Vixen: (1): 30%, (2): 50%, (3): 20%. Damit komme ich persönlich beim Vixen ARK 16x80 allerdings auf ein *völlig* anderes Ergebnis als der SuW-Test, der dem Vixen eine fehlerfreie Abbildung bis zum Bildfeldrand attestiert - das ist bei Weitem nicht so, zumindest nicht bei dem Exemplar, das ich gerade hier habe!
Die Bilddefinition im Bildzentrum ist beim Fujinon und beim TS etwa gleich gut - und zwar sehr gut, wirklich vergleichbar mit 35mm Panoptik + 4"-Refraktor. Das Vixen fiel nur sehr wenig dagegen ab, allerdings machen sich bei sehr hellen Sternen Spikes bemerkbar, die bei den anderen beiden absolut nicht zu erkennen waren. Weiter außen werden die Sternbildchen beim Vixen und TS zunehmend zu tangential auseinander gezogenen Strichen (astigmatisch?), das Fujinon bleibt bis weit zum Bildrand davon unbeeindruckt, und die Bildfehler, die auftraten, sind eher komaähnlich als astigmatisch. Was beim TS und Vixen auffällt: Die Bildfehler sind in der horizontalen *viel* weniger ausgeprägt als in der Vertikalen - will sagen, die Abbildung nach "links" und "rechts" ist bis zum Bildfeldrand im Schnitt deutlich besser, als nach "oben" und "unten" - das Bildfeld, das ich mit mindestens (2) bewertet habe, hat also eine stark abgeplattete Form. Das Fujinon... wie gehabt: Nix einzuwenden
Signifikante Bildfeldwölbung zeigt keins der drei Ferngläser (heißt, durch Bildfehler nicht optimal definierte Sterne irgendwo im Bildfeld konnte ich auch nicht durch nachträgliches Verstellen des Schärfepunktes dazu überreden, wie Sterne auszusehen), allerdings hat das TS einen deutlich merkbaren Verzeichnungseffekt: Beim Schwenken "kippt" die Szenerie von einer Seite auf die andere. Sei's drum - am Sternenhimmel ist sowas für mich verschmerzbar. Dei anderen beiden zeigen für mich keine Verzeichnung.
Vignettierung machte sich visuell nicht bemerkbar, allerdings ist die Austrittspupille beim Vixen bei geradem Durchblick von hinten im linken Rohr etwas abgeschattet, das Fujinon und das TS zeigten nur bei stark seitlichem Einblick ganz leichte Abschattungserscheinungen, die aber eher im akademischen Bereich zu suchen sind. Ach ja, zentriert waren alle drei Optiken einwandfrei.
Den Transmissionswettbewerb (Test am Sternenhimmel) gewann gaanz knapp das Vixen vor dem TS und dem (älteren!! wohl schlechter vergüteten) Fujinon. Der Unterschied zwischen dem Vixen und dem TS war aber marginal, zumindest bei meinen äußeren Bedingungen von fst ca. 5mag, und kleiner, als ich es von dem einen Zentimeter mehr an Öffnung erwartet hätte. Entsprechend fand ich persönlich den Kontrast im TS (am Taghimmel an meinem Fernsehturm abgeschätzt) etwas besser als im Vixen, was aber auch an der etwas kleineren Austrittspupille liegen mag? Das Fujinon hatte ich nicht vergleichend am Tage getestet.
Zur Mechanik: Das Vixen hat Zentralfokussierung mit Dioptrienausgleich, Fujinon und TS haben Einzelfokussierung. Das Fujinon und das TS ähneln sich sehr, allerdings ist die Mechanik des TS deutlich schwergängiger (Klappmechanismus, Einzelfokussierung). Das Gewicht ist bei beiden ähnlich, das TS allerdings etwas schwerer. Beim TS wird ein Stativadapter mitgeliefert, beim Fujinon weiß ich es nicht. Das Vixen ist erstaunlich leicht (enorm, finde ich, angesichts der großen Objektive) und bringt seinen Stativadapter gleich mit, er ist an der Versteifungsstange befestigt, die die beiden Optiken parallel hält. Das ist m. E. ein großer Vorteil des Vixen: Es ist das einzige, das MIT angebautem Stativadapter in den mitgelieferten Behälter passt! Das ist zumindest für mich nicht zu unterschätzen, denn so ein Fernglas soll für mich immer ein Schnellspechtelgerät sein. Das Anschrauben des Adapters an das TS und das Fujinon dauert so knapp eine Minute - das kann für mich und meinen Schweinehund die entscheidende Minute sein, lieber gar nicht rauszugehen... Weiterhin hat das Vixen noch ein paar schöne Features, zu einen die schon besprochenen herausderhbaren Augenmuscheln, die ich sehr schätze, weil man den Augenabstand genau an seine Bedürfnisse anpassen kann. Dann hat es Objektiv-Taukappen - endlich mal was für die Praxis! Leider ist Vixen hier meiner Meinung nach zu kurz gesprungen, denn es handelt sich um Gummi-Röhren, die man durch Verschieben nach vorne in ihre ausgezogene Position bringen soll - das klappt nur mit viel Ruckeln und das-Material-zum-sich-Bewegen-Überreden. Gar nicht gut für die Praxis, das gerade eingestellte Objekt ist anschließend bestimmt woanders...
Leider hat Vixen dem ARK 16x80 Einkelschutzkappen für die Okulare verpasst, da kann ich schon die Tage zählen, bis die erste Kappe Beinchen bekommt und auf Wanderschaft geht... Die anderen beiden Ferngläser haben "Doppel-Schutzkappen" okularseitig (beim TS geht diese übrigens auch schnell mal stiften, bei Vixen hält sie ausreichend fest). Alle drei haben für die Objektive abnehmbare Einzeldeckel, und nur die vom (älteren!!) Fujinon haben die Tendenz, sich von selbst zu lösen.
Tja, das sind so meine Eindrücke von den drei Gläsern. Welches lohnt sich jetzt? Schwierig, ich habe die Frage für mich noch nicht beantwortet. Alle drei Ferngläser sind wirklich gut und haben den gewissen "Haben-Wollen-Effekt". Für mich ist momentan allerdings das TS der Favorit - nicht, weil es das beste Fernglas ist, sondern weil es, zumindest von diesen dreien, das wirklich beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Ja, mich stören die Bildfehler im Bildfeld, aber nun auch nicht wieder so, dass ich deshalb gleich das Doppelte ausgeben müsste, dafür sind sie nicht schlimm genug und das Bild ist wirklich brilliant. Das TS ist weit weg (im positiven Sinne) von meinem geistigen Bild von China-Böllern. Wahrscheinlich übertreffen neuere Fujinons das TS auch in pucto Transmission wieder, aber sie kosten trotzdem doppelt so viel - ich weiß echt nicht, ob es mir das wert ist.
Das Vixen ist so eine Sache - würde es 250€ weniger kosten, wäre es für mich hochattraktiv: Die wirklich schnelle Einsatzbereitschaft und die paar "Gimmicks", die das Fernglas zu bieten hat, könnten mich überzeugen - aber der Preis haut dazwischen. Isch waiihs net...
Tja, schlauer bin ich durch meine kleine Testreihe geworden, aber nicht klüger - irgendwie will ich ja doch immer das Besten haben: Fujinon. Aber das ist so TEUER :schwitz: - also dann nehme ich das TS!?!?. Und außerdem will ich eine möglichst große Öffnung bei großem Bildfeld und ratzfatziger Einsatzbereitschaft - also doch das Vixen? Grummel - so HELFT mir doch mal :/
Gruß,
Arndt