TS 20 x 80 Triplet: erste subjektive Eindrücke

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StephanPsy

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TS 20 x 80 Triplet: erste subjektive Eindrücke

Neuzugang am Eridanus: ein TS Fernglas 20x80 Triplet wurde getauft auf den Namen

"Binochtonda von der Almwiese"

Ochtonda = griechisch (wie "Helena von Droja" und "Penelope von IthakA" ) und heisst "achtzig" (und "Binoch" erinnert mich natürlich auch an eine schöne Schauspielerin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) und das Dinge wollte, ebenso wie Helena und Penelope, auch adelig sein (kein Wunder beim Namen des Bedienpersonals) und da die Koordinaten vom Eridanus im Ortsteil "Hueb" von Brunnenthal liegen, und "Hueb" (gesprochen "Hu-eb") die Almwiese bedeutet (der "Huber-Bauer" kommt auch daher) war der Adelszusatz leicht gefunden.

Der erste Beobachtungs-Eindruck mit "Binochtonda von der Almwiese": 2 Tage vor Vollmond diese Woche den Mond eingestellt, scharfgestellt, und nach 5 Sekunden fliegt genau über die fast runde Mondscheibe majestätisch ein Riesen-Düsenjet (im Landanflug auf MUC). Ich denke, das war ein guter Start für "Binochtonda".

Zweiter Eindruck: lässt sich etwas schwer fokussieren, wenn dann richtig eingestellt: überraschend gute Schärfe, natürlich nicht so klar und brilliant wie mit "Penelope" (Fujinon 10x50), aber viel besser als erwartet. Albireo auch knapp über dem Horizont mit weitem Abstand und orange-blau trennbar, auch delta ori und sigma ori mit weitem Abstand trennbar. Helle Sterne wie Beteigeuze oder Bellatrix sind etwas unsauber, aber schwache Sterne scharf und nadelfein. Der Farbfehler am Mond ist schon ziemlich deutlich, viel mehr als bei "femina" (Minolta 10x50) und natürlich als bei "Penelope", dafür ist die Randschärfe wieder viel besser als erwartet, z.B. deutlich besser als bei "femina", bei "Binochtonda" jedenfalls absolut nicht störend. Scheint gut justiert zu sein, keine Verkippung. Deutlicher 3-D-Effekt bei Mondkratern in Terminator-Nähe. Der subjektive Wahrnehmungsunterschied zwischen der gewohnten FG-Vergrösserung von 10-fach zu der neuen von 20-fach ist auch weit größer, als erwartet. Natürlich ist das Bild in Penelope schärfer, klarer und brillianter, aber - bei Tagbeobachtung - sind in Binochtonda z.B. kleine Äste von Baumspitzen in ca 500 m Entfernung klar zu erkennen, die mit Penelope nicht mehr wahrnehmbar sind. Auch ist bei Saturn trotz niedriger Höhe (vorgestern ca um 22.30 h) schon eindeutig der Ring wahrnehmbar, während bei 10-fach auch mit Penelope der Saturn nur als Oval erscheint.

Zu den Werbeaussagen bei TS:
1) es wäre nicht nötig gewesen, den Satz von der Randunschärfe aus dem astronomie.de-Testbericht beim Abdruck auf der TS-Geschäfts-Page zu "verschweigen", da die Randunschärfe tatsächlich überhaupt kein Problem ist.
2) das FG ist auch durch Verschiebung des Stativadapters an der Mittelschiene nicht im Gleichgewicht zu halten, da ja bei zenitnaher Beobachtung durch den Schwenk mit dem Videoneiger des Stativs das gesamte FG in einer Richtung weg von der Schwenk-Achse hängt. Trotzdem ist bei dem Gewicht von unter 3 kg das FG auf einem mittleren Foto-Stativ noch gut händelbar. Ich werde mir aber wieder ein Gegengewicht (wie auch bei Penelope) basteln, mit Taucherbleigewichten wie bei Helena, eine dafür noch nötige längere Fotogewindeschraube hat der gute Service von TS (Andi M.) schon zur Versendung zugesagt, Danke.

Facit: ich bin sehr zufrieden, freu mich auf dunkle Nächte und Tauf-Gratulationen und Muffin-Geschenke (@Bapsy !!!!)

vlobg

 
Hallo Stefan,

herzlichen Dank für den schönen Erfahrungsbericht, bei dem man auch ein wenig in die griechische Mythologie schnuppern kann.

Ich wünsche Dir noch viele schöne Beobachtungsnächte.

Wolfi
 
Hallo Stephan,

lässt sich etwas schwer fokussieren, wenn dann richtig eingestellt: überraschend gute Schärfe
Wie einfach findet sich der Fokus? STelle ich mir nicht einfach vor wenns schwer
und nicht butterweich geht.

Helle Sterne wie Beteigeuze oder Bellatrix sind etwas unsauber
Haben diese einen Hof oder sind sie groß/matschig?

Der Farbfehler am Mond ist schon ziemlich deutlich,
Wieviel % macht der Farbsaum vom ganzen Mond aus?
Was mich wundert, daß der Frabfehler ziemlich deutlich bei einem Triplet ist.
Z. B. bei meinem Tento 20x60 habe ich nahezu keinen Farbfehler.
Da hätte ich mir mehr vom Triplet versprochen...

Viele Grüsse
Thomas
 
Hallo Tom,

ich hab ja keinen Test-Bericht-Anspruch, sondern schildere nur erste subjektive Eindrücke, daher kann ich Deine Fragen nicht so ganz exakt beantworten, ich vergleiche halt mit den Erfahrungen mit meinem Minolta 10x50 (femina) und dem Fujinon 10x50 (Penelope), wobei letzteres halt einfach perfekt ist (das hatte natürlich auch seinen stolzen Preis)

Die Fokuseinstellung ist schon etwas schwergängig (butterweich ist das z.B. bei meinem "Zeisig", Binoctem 7x50), auch die Dioptrienverstellung am rechten Okular. Ich tue mir aber generell immer etwas schwer mit dem Fokussieren, da ich in den Augen einen Astigmatismus habe. Ich muß mit Binochtonda schon einige male hin und her fahren, bis schwache Sterne punktförmig sind.

Ein Vorzug von Binochtonda ist mir noch zum Nachreichen eigefallen: überhaupt kein Tunnelblick, noch besser als bei femina (und das ist ein Weitwinkelglas), die Ansicht (nicht das Gesichtsfeld, sondern wie nahe am Auge das Bild entsteht), erinnert schon fast an "Space-Walk-Anblick" in einem Nagler-Okular.

Helle Sterne haben keinen Hof, aber sie sind etwas matschig, schlechter als bei femina und natürlich auch als bei Penelope und Zeisig.

Farbfehler in Prozent ???? Wie soll man das in Prozent ausdrücken ? Die Mondrandhälfte, die jeweils außerhalb der Mitte (im Okularanblick) liegt, hat halt den lila bzw grünlichen Farbsaum, Dicke des Farbsaumes vielleicht 3 - 4 Prozent des Monddurchmessers ? Halt am Mond deutlich mehr als bei den anderen Ferngläsern (Zeisig, femina, Penelope). Mondkrater sind aber scharf und deutlich zu erkennen, überraschend für mich dabei der 3-D-Effekt. Farbfehler schon auffallend, aber nicht massiv störend. Und eigentlich auch zu erwarten bei einem 20x80 mit 33 cm Länge, denke ich. Man müsste es halt mal mit dem Tento direkt vergleichen.

Ich denke, es ist kein perfektes Glas, aber für den Preis - für mich - weit besser, als erwartet.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stephan,

danke. Allzu "akademisch" wollte ich es auch nicht, die persönlichen
Eindrücke sind einfach zu verschieden - dafür sind wir ja Individuen.

Trotzdem bin ich ein bissl negativ überrascht ob der Leistung des Triplets bzgl.
der Farbe. Vielleicht ergibt sich mal Gelegenheit selbst durchzuschauen.

Viele Grüsse & Viel Spass
Thomas
 
Hallo zusammen,

ich habe ja seit einiger Zeit das gleiche FG im Besitz, und kann die positiven Eindrücke
nur unterstreichen!

Bei meinem FG läuft die Scharfstellung weich und feinfühlig. Die Dioptrienverstellung am
rechten Okular läuft ein wenig schlechter.

Daher kann ich mich, auch in Bezug auf den günstigen Preis, ebenfalls nur positiv äußern,
und habe den Kauf bisher nie bereut!
 
Hallo Stefan,
ich habe das FG auch und bin auch vom Preis/Leistungsverhältnis begeistert. Allerdings finde ich, dass bei meinem Glas der Farbfehler im akzeptablen Bereich ist (auf jeden Fall deutlich besser, als du es geschildert hast). Dafür ist aus meiner Sicht die mangelhafte Schwärzung des Tubusinneren der schwerwiegendste Fehler des FG.
CS
Dirk.
 
Hallo Dirk,

zum Farbfehler nochmal: ich schildere meinen subjektiven Eindruck und der ist natürlich geprägt von meiner individuellen Beobachtungserfahrung und auch von den persönlichen Einstellungen und der eigenen "biologischen Hardware", sprich meinen Augen und Sehfehlern wie Kurzsichtigkeit und Astigmatismus. Noch mal zur Einschätzung, was "Farbfehler" für mich persönlich bedeutet: mich stört ja schon ein bißchen der wirklich minimale Farbfehler (am Mond und tagsüber an Hausdachkanten) bei meinem Fujinon 10x50 "Penelope", das ja allgemein als perfekt gilt, so ist halt der Farbfehler beim TS20x80 für mich persönlich auffallend, aber, wie geschrieben nicht massiv störend. Andererseits stört mich persönlich schon sehr stark die Randunschärfe bei meinem Minolta 10x50 Aktiva "femina", während andere Beobachter (mit anderen Augen) beim Durchschauen durch mein Minolta das gar nicht so schlimm finden. Und gerade da ist es sehr positiv für mich, dass bei meiner individuellen kritischen Einstellung zur Randunschärfe, ich das TS20x80 "Binochtonda" persönlich als sehr gut empfinde, da hab ich keinerlei Problem mit dem bißchen Rest-Randunschärfe. Und ich hab z.B. auch kein Problem mit Reflexen bzw. Tubusinnenschwärzung bei diesem FG. So ist halt jede Einschätzung individuell unterschiedlich. Das "Binochtonda" hat jedenfalls meine persönlichen Erwartungen angenehm positiv überrascht.
 
Hi folk`s,
also ich habe das TS 20x80 Triplet auch und muß sagen das es sehr gut ist ,ich nutze es immer für kurze Spechtel treffen wenn keine Zeit ist um den großen 10" Newton aufzubauen, und gerade an M31 oder M33 ist der Wahnsinn nur das Gewicht ist so seine sache ohne Stativ geht nichts.
Grüße olaf. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
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