TS 20x80 Triplet - Erster Eindruck

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

ddehnert

Aktives Mitglied
Hallo Leute,

heute habe ich von Wolfi das TS 20x80 Triplet aus seinem Angebot bekommen. Ich nutze die Gelegenheit und möchte euch meinen subjektiven ersten Eindruck von dem Glas berichten.

Der Hartschalenkoffer scheint aus Kunstleder überzogenem stabilen Karton zu bestehen. Innen ist er mit Velours oder etwas ähnlichem ausgekleidet. Das Glas selbst liegt in einer Styropor Verpackung, welche Schlupf in den Koffer passt. Das Glas ist somit recht gut und geschützt für einen Transport aufgehoben.

Die äußere Verarbeitung ist gut und solide. Die Gummierung ist griffig und angenehm. Das Glas liegt mit seiner Größe und seinem Gewicht von immerhin 2,4 kg erstaunlich gut in der Hand. Ich hatte es mir schwerer vorgestellt. Ich möchte aber betonen, dass ich nicht zu den schwächeren Kerlchen gehöre <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Der verchromte Mittelsteg mit dem Stativanschluß gefällt mir sehr gut, ist stabil und hält das Glas zumindest auf meinem Monopod (Baumarkt Teleskopstange mit vorerst provisorischer Selbstbau- Halteplatte) hervorragend.

Der Blick auf die Objektive zeigt ein grünlich schimmerndes Coating. Es spiegelt etwas. Der Blick in die Okulare aus einem halben Meter Entfernung zeigt eine runde Austrittspupille. Die Prismen sind also ausreichend groß.

Heute nachmittag zog etwas Dunst auf, aber der Mond und die Venus waren zeitweise frei von Wolken. Die Phase der Venus war gut zu erkennen. Unterhalb der Sichel war ein ausgeprägter violetter Saum und Oberhalb der Sichel ein ebenfalls ausgeprägter grüner Saum zu sehen. Diese von der Bildmitte bis zum Rand, wenn ich die Venus durch das Gesichtsfeld fahren lasse.

Ab ca. 60-70% des Gesichtfeldes zum Rand hin läßt die Bildschärfe des Glases merklich nach und die Bildfeldwölbung macht sich störend bemerkbar. Die Bildfeldwölbung konnte ich anhand eines Strommastes in ca. 1,5 km Entfernung sehr gut beobachten. In der Bildmitte war der Strommast aber gerade und auch der Farbsaum hielt sich in Grenzen.

Ein Wort zum Einblickverhalten: Ich bin Brillenträger mit einem biologisch ausgeprägten Astigmatismus. Somit auf die Brille bei der Beobachtung angewiesen. Ich muss sagen die 17mm Augenabstand reichen für mich gerade so aus, um das komplette Gesichtsfeld bequem einsehen zu können.

Der Mond in der Mitte des Gesichtfeldes zeigt ein schönes Bild. Der Farbsaum am Rand des Mondes ist sehr klein und stört kaum. Jupiter ist als kleine helle Scheibe mit ausgeprägtem Farbsaum zu sehen. Von Wolkenbändern war nichts zu sehen. Wäre auch zu schön gewesen.

Ich bin dann noch raus ins Feld gefahren, um zumindest einen Sternhaufen vor das Glas zu bekommen. Aber leider versteckten sich diese in den immer mehr aufkommenden Cirren.

Ach ja, Saturn war auch ein schöner Anblick in dem Glas. Obwohl das Bild trotz Monopod noch wackelte, meinte ich den Ring und den Raum zwischen Ring und Planeten erkennen zu können.

Fazit:
Ich bin überrascht was das Glas leistet. Für den Angebotspreis von derzeit 189,00 € bietet das Glas ein für mich ausgezeichnetes Preis/Leistungsverhältnis. Ob ich es behalte werde ich spätestens am Wochenende entscheiden. Da ich es mir für Spaziergänge in der Milchstraße und mal eben zum Schnellspechteln mit Monopod zulegen möchte, warte ich auf eine bessere Gelegenheit um mehr Sterne und einige Messier Objekte (Sternhaufen) zu sehen.

Allzeit freien Himmel wünscht euch

Dirk
 
Hallo Dirk,

danke für Deinen schönen Bericht, der sich in etwa mit meinen Beobachtungen deckt.

Allenfalls die Bildfeldwölbung habe ich bisher noch nicht als störend empfunden. Werde daraufhin nochmal gezielt auf die Jagd nach Strommasten gehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Die von Dir beschriebene Randunschärfe ab 60 - 70% des Bildfeldes kann ich so auch nicht unterschreiben. Mit welchen Gläsern beobachtest Du sonst? Bei meinem Carl Zeiss Jena Deltrintem 8x30 ist die Randunschärfe deutlich ausgeprägter. Evtl. liegt es an Deinem Sehfehler:

>Ich bin Brillenträger mit einem biologisch ausgeprägten Astigmatismus<

Aber da gibt es im Forum Berufenere, die da evtl. einen Zusammenhang herstellen könnten.

Jedenfalls wünsche ich Dir viel Beobachtungsspaß mit diesem Preisknüller (hatte selbst noch 249,-EUR bezahlt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> ), der aber in jedem Fall nicht auf ein Monopod sondern auf ein stabiles Dreibein gehört!

carpe noctem
Matthias

 
Hallo Namensvetter,
danke für den Bericht, ich habe das Fernglas auch und bin voll zufrieden, die Bildfeldwölbung ist mir allerdings eigentlich nicht negativ aufgefallen. DAfür finde ich, dass das Glas noch zu viele Reflexionen im inneren hat, die mich auch beim beobachten gestört haben. und über das design des koffers lässt sich streiten:-) aber dafür das ich nur 150? gezahlt habe (dafür mit einem minimalen Fehler, den ich erst nach 30min gefunden habe, hätte ich kein besseres schnäppchen machen können,

CS
Dirk.
 
Hi,

Ab ca. 60-70% des Gesichtfeldes zum Rand hin läßt die Bildschärfe des Glases merklich nach und die Bildfeldwölbung macht sich störend bemerkbar. Die Bildfeldwölbung konnte ich anhand eines Strommastes in ca. 1,5 km Entfernung sehr gut beobachten. In der Bildmitte war der Strommast aber gerade und auch der Farbsaum hielt sich in Grenzen.

Könnte es sein, dass Du hier die Verzeichnung meinst, und nicht die Bildfeldwölbung? Die BW macht sich dadurch bemerkbar, dass das Bildfeld nicht mehr eben ist, sondern am Rand eine andere Fokuslage hat, als in der Mitte. So kann man die Unschärfe am Rand durch Fokussieren korrigieren. Bei der Verzeichnung werden gerade Linien, z.b. an dem von Dir genannten Strommast, bogenförmig verzeichnet.

Viele Grüße
Andreas
 
Hi,

kann ich mir nicht vorstellen. Ich hatte das 20x90 und das ging so ab 30m scharf zu stellen. Wenns wirklich erst ab 200 geht, stimmt etwas nicht.

Grüße
Andreas
 
Hallo,

die Naheinstellgrenze liegt bei meinem 20x80 bei ca. 15 m.
Auf der HP von Teleskopservice ist zwar darüber nichts gesagt, aber 200 m dürfen es auf keinen Fall sein.

Bist Du Brillenträger? Beobachtest Du ohne Brille?

Falls ja, versuch es mal mit Brille. Und stell vorher auf jeden Fall das Glas auf Dich ein: rechtes Auge zuhalten, mit Mitteltrieb auf linkes Auge scharfstellen, dann mit geschlossenem linken Auge rechts mit Dioptrieneinstellung wiederum scharfstellen.

Wenn dann immer noch nur 200 m Naheinstellgrenze anliegt, ist das Teil wahrscheinlich dekollimiert und müßte zu TS geschickt werden.

carpe noctem
Matthias
 
Hallo,

komme erst heute dazu hier zu lesen.

@Matthias
Bei der Tagbeobachtung ist mir die Randunschärfe ehrlich gesagt nicht so sehr aufgefallen. Ich habe, als es Dunkel war einmal auf Kapelle gehalten und ihn durch das Gesichtsfeld fahren lassen. Ich meine ab ca. 70% (kann ich schwer schätzen) um den Stern ausgeprägte Beugungsringe erkannt zu haben. Es kann natürlich auch sein, dass ich das mit der Bildfeldwölbung und dadurch bedingte Koma verwechsel. Ich werd mir das noch einmal genauer anschauen.

@Dirk
Die Reflektionen in dem Glas sind mir auch aufgefallen. Direkt über oder nahe an einer Straßenlaterne vorbei waren die Reflektionen sehr dominant und störten das Beobachten bei Nacht doch sehr. Ich selbst erwarte von dem Glas für diesen Preis zum einen nicht zuviel und zum anderen will ich mit dem Glas in die Pampa, weitab von störenden Lichtquellen fahren.

@Markof
Ich habe am Tage eine Hauskante in ca. 25m Entfernung einwandfrei scharf stellen können. Ob die Naheinstellgrenze noch weiter heruntergeht kann wohl sein, da noch Reserven im Fokussierweg vorhanden waren. Ich denke auch mit deinem Glas ist etwas nicht in Ordnung.

Ich denke ich werde das Glas behalten. Ein Miyauchi oder Fujinon ist mir persönlich, obwohl sie in der mittleren Preisklasse liegen, noch zu teuer. Von der Oberliga ganz zu schweigen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Allzeit freien Himmel wünscht
Dirk
 
Habe das Glas nochmal genauer geprüft.
200 Meter war etwas übertrieben. Zwischen 80 und 100 Meter
läßt es sich scharfstellen. Da der Dioptrinausgleich der rechten Seite bei mir ziemlich stark auf Minus steht büße ich im Nahbereich etwas ein. Laut TS ist das mit dem Nahbereich bei diesen Glas normal. Eigenartigerweise ergibt sich mit beiden Augen eine etwas andere Fokussierstellung als jeweils mit einen Auge. Ansonsten ist es für den Preis okay. Leider ist der Nachthimmel zur Zeit durch Halbmondschein und etwas Wolken nicht so gut. Jupiters 4 Monde waren gut zu erkennen und der Farbfehler am Jupiter hielt sich auch in Grenzen. Die Wolkenbänder am Jupiter sind nicht zu erkennen, da reicht die Vergrößerung nicht. Für Saturns Ring braucht man etwas Phantasie, Saturn ist als elliptisches Gebilde zu erkennen. Hier muß ich nochmal auf bessere Sichtbedingungen abwarten.
Sehr schön ist die Sternenübersicht am Himmel. Man sieht deutlich mehr Sterne als mit meinen 12x50 Fernglas.
Das Lyradreieck Vega + Doppelstern Epsilon Lyra + Zeta Lyra
passen gut ins Gesichtsfeld des 20*80 Glases und es ergibt sich so ein schönerer Anblick als mit einen Teleskop. Zeta Lyra war auch gut zu trennen. Ich hoffe nun auf bessere Sichtbedingungen damit ich das Fernglas mal an einigen Messierobjecten testen kann. Habe vor ca. 2 Wochen M5 im 12x50 Glas gerade so als kleines Wölkchen sehen können und es interessiert mich sehr wie es jetzt mit dem neuen TS Glas erscheint.
Sehr schön ist auch das leichtere Händling als mit einen Teleskop. Hatte vorher das Bresser 114/900 Spiegelteleskop was für mein Platzangebot leider zu sperrig war. Das Lidlteleskop war durch Unschärfe etwas enttäuschend und ich habs wieder zurückgegeben. Hoffe nun mit dem Fernglas glücklich zu werden das ich zusammen mit dem Fotostativ Slik U 9000 verwende. Es läßt sich dadurch praktisch verstauen und schnell aufbauen. Kurzzeitig kann man das Fernglas auch freihändig verwenden. Vorallen wenn man über dem Himmel schwenkt und nicht zu sehr nur einen Punkt fixiert.

Gruß Marko

 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben