TS-Nevada 10x42

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Gelöschte Mitglieder 487

Hallo zusammen,
ich habe in den letzten Tagen einen optisch unerfahrenen Kumpel von mir einer Fernglasberatung unterzogen.
Er wollte: Natur- v.a. Vögel beobachten,hohe Vergrößerung, mit Brille beobachten, ein kompaktes (Dachkant)Glas, gutes Glas, großes Sehfeld und allerhöchstens 200 Euro ausgeben.

An sich ein hilfloses Unterfangen oder?

Durch mein Interesse an Ferngläsern kenne ich den Markt einigermaßen gut - v.a. inpunkto Preis/Leistung und was von einzelnen Marken bezüglich Qualität zu erwarten ist. Von Marke auf Qualität oder Nicht-Qualität schließen ist natürlich nicht korrekt, aber MEISTENS doch vertretbar.
Lange Rede kurzer Sinn, ich bin auf Wolfis Glas gestossen. Und zwar weit vor meiner "Beratertätigkeit". Schon damals hab ich mich gefragt: eine so hochgepriesene Qualität, zu DEM Preis (139Euro)? Uns allen als vertrauenswürdiger Händler bekannt war ich sehr gespannt, ob das TS wirklich hält was es verspricht. Bei allem Vertrauen war ich noch skeptisch.
Das TS Nevada scheint mir eine wirkliche Marktlücke zu füllen. Andere günstigere Dachkantgläser haben andere technische Daten wie Objektivdurchmesser und Vergrößerung, oder können nur mit 5 Grad Sehfeld aufwarten.
Heute kam das Fernglas.

KLARTEXT:

Schärfe und Kontrast wunderbar,
Ergonomie: Das große Fokussierrad läßt sich so geschmeidig drehen, wie es mich Gläser von Leica und Swarovski missen lassen. Gesamtes Handling sehr angenehm, tolle Verarbeitung.
Ich will jetzt keinen kompletten Testbericht verfassen, das überlasse ich den Profis unter uns.
Was ich hier eigentlich sagen will ist:
Ich bin echt beeindruckt, wie man ein so gutes Glas so günstig anbieten kann -
Wolfi:
Hut ab!
Bevor jemand glaubt, ich krieg hier eine Tonne Schokolade dass ich hier Werbung mache, noch den einen einzigen Kritikpunkt: Die Innenschwärzung. Leider nicht ganz perfekt ausgeführt, sodaß sich ein kreisrunder Reflex AUSSERHALB des Sehfeldes zeigt, der selbiges umtanzt auf der schwarzen Sehfeldbegrenzung. Nicht stark ausgeprägt, aber sichtbar. Mir ist dies auch erst auf den zweiten Blick aufgefallen.
An dieser Stelle ist also noch Besserungsbedarf.
Und eine Anleitung zum Gebrauch, zum Einfädeln von Nackengurt etc. wäre noch sinnvoll. Das war hier gerade eine ziemliche Mittagspausenbeschäftigung, gerade wegen der einfädelbaren Okularkappe :/
Trotz des einen technischen Kritikpunkts der schlimmer klingt als er ist, bin ich schon neidisch auf meinen Kumpel :/ . Wenn ich ein FG dieser Spezifikation bräuchte, wüßte ich wo ich mein Geld hinbringen würde...

Ergänzung: die vielbesungene Randschärfe ist hier auch wirklich gut, weit besser als z.B. bei einem Minolta Activa.

Es grüßt:
Norman






 
Hallo Norman,

besitze auch dieses Glas, bin begeistert und kann deinem Bericht im Wesentlichen zustimmen.

Zwei kleine Kritikpunkte zur Handhabung hätte ich aber auch noch anzumerken:
1. Die Über(oder Unter-?)setzung des Fokusierrades ist - sagen wir mal - gewöhnungsbedürftig. Ca. eine Umdrehung von nah bis unendlich ist schon heftig. Geht zwar, wie erwähnt, sehr geschmeidig, erfordert jedoch eine äußerst ausgeprägte Feinmotorik in den Fingern.
2. Die "Staubschutzhülsen" zum Einstellen des Augenabstandes rasten nicht fest genug ein und verstellen sich von alleine, wenn das Glas z. B. in "Warteposition" am Hals baumelt.

Ansonsten... tolles Glas!

Gruß
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

bezüglich der Übersetzung ist mir nichts besonderes aufgefallen. Mag ggf. daran liegen, daß ich mich durch mein f/5-Teleskop schon etwas trainiert hab...
Thema Augenmuscheln: die lass ich ohnehin immer in nichthochgeschraubtem Zustand. Find ich angenehmer. Dadurch ist mir dies auch nicht störend aufgefallen.
Von daher gute Ergänzung zu meinem Kurztest!
@all:
Überhaupt schön, dass mal jemand antwortet hier - kam mir schon auf verlorenem Posten vor. Hier versteh ichs ja noch ansatzweise, aber ich hatte mal einen ausführlichen FG-Vergleich gepostet und keine Antwort. Sowas ist, finde ich, keine Art. Man gibt sich hier Mühe und liefert Informationen - und erhält keinerlei Anerkennung in Form irgendeiner Antwort.
Versteh ich nicht sowas. Von daher Dank an Dich - Du erhälts hier gerade meinen Glauben an die Menschheit...
Vielleicht sollte ich in meiner Signatur angeberisch schreiben: habe schon mit Zeiss, Swarovski, Leica, Fujinon usw. beobachtet, dass man hier für voll genommen wird.


Beste Grüße,
Norman


 
hallo,

das 10x42 Nevada das ich angetestet habe, litt an Asti (Sterne waren kurze Striche) und wahrlich extremer Randunschärfe. Ich fand es auch ziemlich schwer für seine Grösse. Ging postwendend zurück. Könnt ihr bitte zu euren Gläsern etwas genauere Beschreibungen machen zb Randunschärfe betreffend? "Wunderbar" ist schön aber nicht wirklich quantitativ. Wie sieht es mit Verzeichnung, eventueller Vignettierung, Verfärbung, Einblickverhalten aus?

danke Tommy
 
Hallo Tommy,
wie gesagt, ich wollte hier keinen kompletten Testbericht schreiben. Ich kann ja mal schau´n, ob mir mein Kollege hier das Glas mal ausleihen kann und Verzeichnung etc. genauer prüfen. Mir ging es v.a. um die Bewertung des Bildeindrucks insgesamt, der bei dem Glas für meine Begriffe wirklich gut ist - auch im Vergleich zu deutlich teureren Gläsern - und dies als Statement und allgemeinen Tipp in die Runde werfen.
Seltsam, daß Dein Glas so eine Gurke war.
Das Einblickverhalten (auch wenn Augenabstand von "nur" 15mm), so kann ich jetzt schon sagen, ist sehr gut. Kein Kidneybeaning, kein Anstoßen mit der Nase wie bei Fujinon z.B.. Völlig problemloses Überblicken des gesamtes Sehfeldes - ohne Brille wohlbemerkt. Mit Brille deutliche Einschränkung des Sehfelds - wieviel genau, müßte ich zahlenmäßig nach nochmaliger Prüfung nachreichen.
Die Gummieaugenmuscheln sind sehr bequem beim Auflegen auf die Augenhöhlen.
Das Gewicht kam mir nicht größer vor als bei dem Swarovski SLC 10x42, welches ich hier zuweilen in der Hand habe.

Beste Grüße,
Norman
 
hallo Norman,

muss ja nicht ein Test an der optischen Bank sein! Jedes Fernglas hat eine gewisse Randunschärfe, wo sich Sterne in die Länge zu ziehen beginnen oder komatös werden. Ist ein wenig knifflig das abzuschätzen, aber macht einen Erfahrungsbericht doch wertvoller für Leute die Vergleichsdaten suchen. Steht ja leider in keinen Spezifikationen....

Grüsse Tommy
 
Hi Leute,

mal ne kurze Zwischenfrage:

Wie beurteilt man eigentlich die beginnende Randunschärfe? Ich lese immer wieder was mit xx %. Heißt das xx % sind scharf und dann eben entsprechend yy % sind unscharf bzw. die Unschärfe beginnt ab hier? Ist das einfach nur ein Schätzwert?

Ganz nebenbei, bei diesem Glas ist mir noch nix störendes, unscharfes am Rand aufgefallen. Wobei ich zugeben muss, auch noch nicht explizid darauf geachtet zu haben. Und solange nichts negatives auffällt isses doch soweitsogut, oder?

Gruß
Jürgen
 
hallo Jürgen,

so isses: Pi mal Daumen beginnt die Unschärferelation im Fernglas. Es ist ein Schätzwert der manchmal auch mehr über den Beurteiler aussagt als über das Glas. Aber wie auch bei der Demokratie: Wir haben nix besseres!

Bei dem von mir angetesten Nevada-Gurkerl fokussierten übrigens die beiden Röhren nicht gleichmässig, d.h. ich musste bei unterschiedlichen Entfernungen auch am Dioptrienausgleich nachjustieren...

lg Tommy
 
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