TS OAZ auf Skywatcher Dobson Tubus montieren

isiHannes

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Hallo zusammen,

da wollte ich „einfach“ den Skywatcher Standard-OAZ an meinem Skywatcher Classic Dobson 250 gegen einen TS Crayford-OAZ mit Mikrountersetzung (TSFOCN2M, übrigens momentan im Angebot) ersetzen und dachte an folgendes Vorgehen:

  1. Neuen OAZ plus passende Basis (TSNB300) kaufen
  2. Alten OAZ abbauen
  3. Löcher für neue Basis bohren
  4. Neue Basis+OAZ dranschrauben

Nachdem ich Schritt 2 beendet habe, kam aber die etwas unerwartete Überraschung: die Tubusbohrung für den originalen Skywatcher OAZ ist ja riesig. Da kann ich die Basis von TS nicht ohne weiteres anschrauben. Die Bohrungen dafür müssten nämlich quasi direkt neben die große Tubusbohrung, da wäre kaum noch „Fleisch“ (Blech) dazwischen, nur ca. 1-2mm, und die OAZ-Basis würde deshalb nicht so gut/sicher halten. Ich habe das mal auf Fotos angefügt und die ungefähre Position der benötigten Bohrungen rot markiert.

Hat jemand von euch dieses Problem auch mal gehabt und gelöst, oder hat jemand Vorschläge?

Bisherige Ideen:
  1. Es gibt von Omegon ein Adapterset, das dieses Problem adressiert, aber das ist mir mit 129 € zu teuer und gebraucht/günstiger vermutlich kaum zu finden. (Will mich jemand vom Gegenteil überzeugen? ;)) Oder gibt es andere Adaptierlösungen?
  2. Eigene Adaptierung mit einem gebogenem Blech o.ä.. Aber wie genau, ohne das es zu wackelig wird, lichtdicht ist, schick aussieht, …
  3. Ich wäre auch offen dafür, meinen TS OAZ wieder zu verkaufen und einen anderen zu kaufen, der sich leichter adaptieren lässt. Ich kaufe aber fast nur Gebrauchtes, und da sind die Angebote in dem Preisbereich beschränkt. Hat jemand Empfehlungen (oder ggf. Angebote)? Er sollte qualitativ besser sein als der Skywatcher Original-OAZ. So wie der von TS wäre optimal/ausreichend, und Mikrountersetzung ist mir wichtig (=Hauptgrund für das Upgrade).

P.S. Ja, ich bin euch noch eine ordentliche Vorstellung schuldig - ist auf meiner Todo-Liste, vielleicht wird es ein guter Vorsatz für 2026? ;) Mein Teleskop kennt ihr ja jetzt schon, einige Marktplatz-Teilnehmer auch das ein oder andere Okular und Zubehör. Bislang beobachte ich nur visuell.

Viele Grüße und allzeit gute Sicht
Hannes
 

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Hey Hannes, das sinnvollste wird hier ein Adapter aus dem 3d Drucker mit einschweiß Gewindehülsen sein. Dazu müsstest du allerdings entweder jemanden finden der alle exakten Maße hat um dir das Bauteil passend drucken zu können oder aber es selber richtig gut vermessen und aufzeichnen, dass jemand ne stl draus konstruieren kann. Dann findet sich sicher jemand, der es dir druckt. Viele Grüße Ben
 
Hallo Hannes

Da hast Du Dir wohl das falsche ausgesucht.

Es gibt Alternativen:
- Feintrieb für Skywatcher-Originalauszug auswechseln oder
- anderer Okularauszug mit
- Basis für Skywatcher oder
möglicher Weise passt diese Basis auch zu Deinem neuen TS Crayford-OAZ. Bitte prüfen!

Achte bitte auf die Höhe der Bildebene über dem Tubus. Es währe sinnvoll den Okularauszug und den Fangspiegel in Richtung nach vorne zu versetzen damit die Bildebene näher am Tubus zu liegen kommt. Das verbessert die Feldausleuchtung und man könnte dann mit einem kleineren Fangspiegel auskommen was den Kontrast verbessert. Das kostenlose Programm "My Newton" hilft da weiter. Mit diesem Programm werden alle Zusammenhänge zu diesem Thema besser verständlich.

Gruß
Peter
 
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Hallo,

danke für eure Vorschläge.
Da hast Du Dir wohl das falsche ausgesucht.
So leicht gebe ich nicht auf, ein bisschen Basteln gehört doch irgendwie dazu … ;)
Das ist halt eine Kehrseite (und Challenge) des Gebrauchtkaufs. Man ist auf verfügbare Angebote angewiesen und muss ggf. improvisieren.
Ich werde vielleicht einfach zwei Stück Blech auf Tubusradius biegen und mit dranschrauben. Eins innen im Tubus zur Stabilität (und mit Vlies beklebt) und eins auf der Außenseite, weiß lackiert, für die Ästhetik und als halbwegs lichtdichter Gegenpart zur OAZ-Basis.

Die Lacerta Mikrountersetzung hätte ich auch genommen, aber die gibt es kaum auf dem Gebrauchtmarkt - und neu finde ich sie recht teuer. Hab das Geld dann lieber in den kompletten Second-Hand OAZ gesteckt. So hab ich dann nicht nur die Untersetzung, sondern auch bessere Qualität und geringeres Hereinragen in den Tubus.

Der von dir vorgeschlagene OAZ klingt auch gut. Wenn mir der gebraucht zeitnah über den Weg laufen sollte, denk ich drüber nach. Kann jemand dessen Qualität beurteilen, insb. im Vergleich zum TS OAZ?
Die Basis (für 80mm Ringschwalbe) passt leider für meinen TS OAZ nicht (78mm). Das ist anscheinend die gleiche oder eine vergleichbare wie von Omegon, die ich oben genannt habe. Da gibt es diese (oder ähnliche) Basis samt 80-zu-78mm-Ringschwalbenadapter im Bundle für die besagten 129€…

Danke für den Vorschlag mit dem Fangspiegel. Mir ist bewusst, dass der recht groß dimensioniert ist und dafür der Fokus relativ weit draußen liegt. Damit habe ich mich aber mittlerweile arrangiert. (Ich nutze 2“-35mm-Verlängerungshülsen als Filterhalter, die halbwegs schnell (ohne schrauben zu müssen) gewechselt werden können.) Falls ich an das Thema FS-Verkleinerung irgendwann rangehe, würde ich wahrscheinlich den Tubus Richtung HS verlängern und die Vorderseite (OAZ, Spinne) nicht ändern (vom kleineren FS abgesehen).

(Von OAZ-Austausch zu Fangspiegeloptimierung gekommen. Solche Gedankensprünge habe ich auch immer mal wieder. Teleskopoptimierung ist offensichtlich ein ziemliches Rabbit Hole ;))

Viele Grüße
Hannes
 
Wenn Du einen 3D-Drucker hast, ist der bei solchen Sachen Dein Freund. Du kannst das dann so machen, dass Du die Originalplatte ganz weg lässt und den OAZ direkt auf den gedruckten Adapter montierst. So habe ich das bei allen meinen Newtons gemacht.
Der Adapter wird so konstruiert, dass er sich in der Tubusbohrung selbst zentriert. Zwischen Adapter und Tubus kommt Moosgummi.
Material PETG.
Eingeschweisste Gewindehülsen ,wie Ben weiter oben meint, müssen nicht unbedingt sein. Ich nehme (schöne) M4-Schrauben, evtl. mit Bügelsäge auf die richtige Länge kürzen. Und Unterlegscheiben nicht vergessen. Schwarze Muttern hat Skywatcher ja mitgeliefert.

Kann leider kein Bild anhängen, da nein Newtons gerade 10 000km von mir entfernt sind.

Gruss Bernhard.
 
Danke Ben und Bernhard für die Vorschläge und Tipps zum 3D-Druck. Damit habe ich bisher noch keine wesentlichen Erfahrungen, aber vielleicht wäre das mal ein guter Anlass, das zu ändern.

Schade, dass du kein Foto hast, aber verständlich bei der Entfernung! ;)

Mich würde vor allem interessieren, wie der OAZ sicher an dem 3D-Adapter befestigt werden kann. Die Ringschwalbe ist ja nur 3-4 mm lang, und an den Alu-Basen mit 2-4 Madenschrauben befestigt. Aber wie kann man das mit 3D-Druck-Basen/Adaptern lösen?

Es soll stabil genug sein, dass das (frontlastige) Dobson auch mal versehentlich entlang der Höhenlagerung runterkippen und unsanft an die Rockerbox anstoßen kann, ohne dass dann der OAZ mitsamt Filter und Okular auf den Boden fällt.


Anbei ein Screenshot von einem OAZ mit der gleichen Ringschwalbe, weil ich von meiner gerade kein Foto machen kann (steckt gerade ziemlich fest in der Basis).

VG Hannes
 

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Hallo Hannes,
meine persönliche Meinung: Wer sich ernsthaft mit Astronomie und der zugehörigen Hardware beschäftigt, sollte einen 3D-Drucker besitzen. Wenn man keine Taukappen für Reflektoten drucken will, reicht ein einfaches Gerät mit 180mm Drucktisch vollkommen aus. Automatische nivellierung sollte der Drucker haben, alles Andere ist nebensächlich. Da wir üblicherweise nur ein Material und nur eine Farbe drucken wird auch das kein Problem.
Das Internet ist voll von gebrauchten Druckern für wenig Geld, Du kannst ganz siche eineen in Deiner nächsten Umgebung finden.

Zur Befestgung: Du kannst einen Adapter für die Grundplatte drucken, dann ist das Problem automatisch gelöst. Oder Du kannst den OAZ mit Epoxy in die gedruckte Grundplatte kleben. So würde ich das machen.
 
Hallo Ben,

mal sehen, wann ich ins 3D-Drucken einsteige. Ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit! :)
Ich hätte aber vermutlich erstmal versucht, eine Lösung zu finden, bei der das Druckteil möglichst nicht im mechanischen Kraftfluss involviert ist und reversibel befestigt ist. Wer weiß, ob ich nicht in 2 Monaten doch nochmal mein Teleskop upgraden und den OAZ mitnehmen oder weiterverkaufen will ;)

Die Montage des OAZ habe ich erstmal mit einfachen Mitteln gelöst. (Rückblickend eigentlich so einfach, dass dieser Thread vielleicht doch gar nicht so nötig war.)
Fazit für das Forum: Die TS-Basis kann mit überschaubarem Aufwand (gerade so) an Skywatcher-Tuben montiert werden.
Fazit für TS (übrigens danke an TS-Wolfi für die Basis und vieles Andere, was ihr verfügbar macht): Macht die Basis gern irgendwann ein paar Millimeter größer, damit die Löcher gleich verdeckt werden und nach dem Bohren etwas mehr Blech übrig bleibt. ;) (Falls es dann nicht zu teuer wird.)

Bild 1: Die 4 Bohrungen habe ich an die entsprechenden Stellen gesetzt und dabei darauf geachtet, dass noch ein kleines Stück Blech vorhanden bleibt zwischen der neuen Bohrung für die Befestigung der Basis und dem alten großen Skywatcher-Loch.

Bild 2: Dann habe ich den OAZ samt Basis angeschraubt, dabei zusätzlich Unterlegscheibchen verwendet um die Kraft etwas breiter zu verteilen (und damit die Beanspruchung des Blechs zu reduzieren). Getestet ob es fest ist: Und ja, es bewegt sich nichts (außer der Crayfordauszug in seinem Lager, was aber normal ist - aber die Basis sitzt fest am Tubus.)
Falls es nicht fest gewesen und das Blech schlimmstenfalls ausgerissen wäre, war mein Plan B, mit einem zusätzlichen Blech auf der Tubusinnenseite alles mechanisch zu verstärken. Das wäre aber ein gewisser Aufwand gewesen (Blech beschaffen, Bohrungen rein, auf Tubusradius biegen, ggf. entfetten und lackieren, Velours drauf, …). Deshalb wollte ich es zumindest nicht ohne Notwendigkeit tun.

Bild 3: Die noch vorhandenen restlichen Öffnungen wegen der alten Bohrungen habe ich einfach mit selbstklebendem Mossgummi geschlossen. (Und, wer genau hinschaut, die Schrauben durch schwarze und etwas längere ersetzt. Die Skywatcher-Schrauben waren für diese Basis 1-2mm zu kurz.)

Viele Grüße
Hannes
 

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