Hallo Wilhelm,
das Teleskop habe ich zwar nicht, ich habe aber aus dem Parabolspiegel aus dem Skywatcher Heritage 114/500 einen kleinen Astrographen gebaut, der dem hier ähnlich ist und mich daher mit der Materie ausgiebig beschäftig. Ob das die selbe Optik ist, kann ich aber nicht sagen. Meine hat 448mm Brennweite, bei TS werden 456mm angegeben. Das wäre dann aber f/4,1 und nicht f/4. Zumindest bei meinem Spiegel ist 114mm der Außendurchmesser. Die verspiegelte Fläche hat 112mm.
Mein Spiegel hatte aber auch 448mm Brennweite anstatt der angegebenen 500. Also eigentlich ist das ein f/4. Ich hatte TS geschrieben, dass sie da mal die Brennweite in der Werbung anpassen sollten. Von daher kann das ein anderer Spiegel sein, kann aber auch nicht sein. Das wollte ich erst mal nachmessen.
Aus dem Spiegel habe und mir einen kleinen Astrografen aus Abfall gebaut und danach hier berichtet. Sowas gab es nämlich damals nicht auf dem Markt. Lustig, dass paar Monate später genauso was raus kommt
Das Problem bei diesen kleinen Spiegelkonstruktionen ist mit dem Brennpunkt die entsprechende Höhe über Tubus zu erreichen. Denn die gibt weniger die Optik des Teleskops sondern alleine der Korrektor vor. Die gängigsten Korrektoren wollen alle 135-145mm über Tubus haben. Das ist auch der Haken bei dem Teil. Entweder der Arbeitsabstand ist sehr kurz oder man hat 50% Obstruktion. Da ist man nämlich ruckzuck fast die Hälfte der Brennweite über der Achse.
Daher ist bei dem Teil hier der Arbeitsabstand so knapp, dass offenbar nur ein einziger Korrektor funktioniert. Wenn ich grob die Maße des Teleskops überschlage, liegt die volle Ausleuchtung bei mehr oder weniger null. Das ist aber kein Problem, wenn man gute Flats machen kann. Das ist bei meinem Modell auch so. Ich habe meinen Selbstbau auf die 145mm über Tubus ausgelegt und komme bei mir genauso auf eine Ausleuchtung von genau 0. Nur ist bei mir der Fangspiegel 50mm groß, in dem von TS 41mm. Das erhöht etwas die Transmission.
Der Knackpunkt an der Kiste ist mit Sicherheit der Okularauszug und wie komfortabel und stabil die Justage ist. Wenn das jeweils stabil und einfach ist, dann macht das Spaß. Wenn nicht, dann eher weniger. Nachdem ich sowas selbst mal gebaut hatte, war mir relativ schnell klar, weshalb es sowas nicht zu kaufen gibt...bzw. damals nicht. Jetzt gibt es das ja. Bei mir gab es Probleme mit dem Auszug und der Optik.
Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob das der gleiche Spiegel ist, aber meiner scheint aus chinesischem Fensterglas zu sein. In dem Fall wäre der Carbontubs dann tatsächlich ein Nachteil, da die Längenänderung des Aluminiums einen guten Teil der Glasschrumpfung bei Abkühlung wieder ausgleicht. Evtl. passt das mit Carbon sogar ganz gut, weil der Aufbau einen Gutteil der Brennweite ausmacht und aus Aluminium ist. Aber da würde ich vorher nachfragen. Ansonsten kannst du alle 1-2 Kelvin nachfokussieren, damit du nicht mit dem Fokus aus der CFZ läufst. Das ist sogar mit Autofokus lästig.
Ansonsten ist die Lichtsammelleistung in etwa auf dem Niveau eines 90mm f/6 Apo mit 0,8x Reducer. Durch die geringere Transmission verliert der Spiegel fast eine ganze Blendenstufe gegenüber einem Apo. Und das ohne den ganzen Ärger mit Justage, Ausleuchtung und Fokusdrift. Das muss man sich generell überlegen, ob es einem das Wert ist. Der Newton kostet zwar nur 400€ aber der Korrektor kommt nochmal mit 800€ obendrauf. Und der ist Pflicht. Es gibt offenbar keine Alternative. Das sind dann zusammen 1200€.
Zufällig habe ich heute eins der ersten Bilder mit meinem Astrografen bearbeitet und es hier eingestellt:
Da hat allerdings irgendwas mit den Optischen Achsen nicht gepasst. Ansonsten kann sich das aber sehen lassen. Ich verwende einen Nexus und bin damit bei f/3. Das geht mit dem TS Modell aber prinzipiell nicht. Der Nexus ist zu lange und der Arbeitsabstand des Nexus ist zu groß. Da kommst du nicht in den Fokus.
Grüße,
Joachim