TS-Optics RFT 152/900 f/5,9 Großfeld Refraktor

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Hallo NikonBoy,

der RFT152/900 ist ein, zwar gut korrigierter aber eben ein Achromat. Mit dem passenden Flattener (in Deinem Fall sollte es der TSFLAT2,5 sein - Vollformat) ist ein ebenes Feld kein Problem, auch die Ausleuchtung ist gegeben.

Aber die Farbkorrektur ist eben die eines Achromaten. Helle Sterne werden bei einer "Single-Shot" Color Kamera, wie z.B. einer Nikon DSLR einen deutlichen blauen Farbsaum haben. Man kann diesen zwar mit einem entsprechenden Filter reduzieren (Baader Semi-Apo Filter z.B.) aber das verursacht dann wieder eine Farbverfälschung, die im Zuge der Bildbearbeitung ausgeglichen werden muß.

Der RFT ist fotografisch in spannendes Teleskope im Schmalband Filterbereich, z.B. S/W in H-Alpha. Da habe ich schon sehr gute Aufnahmen gesehen. Was man auch machen kann ist die Schmalband Filterfotografie (S-II, O-III, H-Alpha) oder eben das klassische L-RGB Verfahren, wo die Farbkanäle einzeln fokussiert werden. Man wird aber auch hier keine Ergebnisse erzielen , die mit einem Apo vergleichbar sind.

Meine Empfehlung wäre: 90% visuell und dann ab und zu mal "knipsen" - ja, hierfür ist der RFT fein. Aber wenn der hauptsächliche Foto-Einsatz angepeilt ist, dann sollte es zumindest ein ED sein oder eben besser ein Apo. Wird mehr Freude machen.

Wolfi
 
Hallo,

ich habe einen TS 152/900 parallel zu meinem C14 als visuelle Kombi montiert. Ich habe an dem TS Achro einen 3 Zoll FT Auszug angebracht. Den originalen Auszug hatte ich nie, hab den Refraktor als OTA ohne Auszug als Zweitbesitzer.
Ich bin mit der Kombi so sehr zufrieden, die beiden Optiken ergänzen sich hervorragend. Den Achro nutze ich für Sonnenbeobachtung mit einem Herschelkeil und für Widefield mit Nagler Okularen. Beides funktioniert sehr gut, der Farbfehler ist m.E. bei Deepsky mit 12er und 22er Nagler T4 akzeptabel. Mit OIII oder UHC Filter sind ausgedehnte Nebel eine feine Sache. Offene Sternhaufen sind die Paradedisziplin. Für Doppelsterne, Galaxien und Kugelsternhaufen nehme ich das C14.
Zum Fotografieren nutze ich den Achro allerdings nie, dafür habe ich einen DED108, den ich wiederum nie visuell nutze.
Ich habe festgestellt, dass Spezialoptiken einfach bessere Ergebnisse liefern als Allrounder die nix richtig können.
Am Planeten habe ich den auch einen Lzos 130 f9.

Es muss noch gesagt warden, dass der Achro recht schnell auskühlt aber auch schnell zutaut - eine Taukappenheizung ist ein Muss. Insgesamt ist die OTA auch nicht gerade leicht und erfordert schon ehr eine EQ6 als eine EQ5.

Fazit: Für die speziellen Einsatzzwecke Richfield und Sonne ist die Optik super.
 
Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten.Dann werde ich wohl doch zum Apo greifen und mir einen "Fehlkauf zwecks Fotografie" sparen.

Welcher Apo erweist sich als guter Allrounder für eine Vollformat?

Hauptsächlich möchte ich Nebel-und Galaxien fotografieren.
 
Hallo Boy,

den Allrounder vergiss bitte mal ganz schnell. Den gibt es in der normalen Fotografie ja auch nicht. Galaxien und Nebel, das ist so, wie wenn du Gänseblümchen und Gebirgspanoramen aufnehmen wollen würdest - mit einem Objektiv.

In die Astrofotografie mit einer Apo-Optik einsteigen zu wollen, ist schon ein(!) ganz guter Anfang. Hier würde ich zu einer relativ kleinen Brennweite raten. Im Bereich 400 - 500mm
hast du schöne Objekte für lange Zeit zum Einstieg in die Aufnahmetechnik.

Auch müsste man ja wissen, wie deine Ausgangslage bezüglich des Aufnahmeorts ist und welche Montierung zur Verfügung steht.
Genauso wichtig ist zu wissen, ob Erfahrungen mit Autoguiding gemacht wurden oder werden und welche Fähigkeiten in der Bildbearbeitung vorliegen.

Dann erst könntest du passende Hinweise zur Astrofotografie hier erhalten.

Grüße

*entfernt*

und wie heist du?
 
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Hallo,
ich kenne sowohl den TS Individual 152/900 als auch den (älteren) Kasai Nerius 152/900 - meines Wissens und nach orientierenden Tests sind diese optisch sehr ähnlich, der TS hat etwas Verbesserungen z.B. im Design der Objektivfassung (beim Nerius gibt es dort seitliche Zentrierschrauben, die Spannung auf die Linsen ausüben und zu "Spikes" führen können).

In meinem Bestand ist ein Kasai Nerius 152/900, den ich gar nicht so selten nutze. Farbfehler ja, aber für meinen Geschmack erträglich. Ich beobachte visuell und fotografisch.
Letzteres aber nur Sonne, Mond, Planeten. Hier kann man durch Filter einiges erreichen, Sonne und Mond mit grün- Filter, die helleren Planeten als RGB... beim Jupiter leidet aber schon die Detailerkennung sowohl fotografisch wie visuell. Im Netz gibt es übrigens auch hervorragende Monochromaufnahmen sowie Komposits verschiedener deep sky Objekte mit dieser Optik.

Im Vergleich mit einem guten Meade 8" SC war der Nerius was sämtliche Sternhaufen angeht, immer einen Ticken überlegen, nur bei hochvergrößerten Objekten (planetarische Nebel) wird das Bild flau (wegen des Farbfehlers und der Sphärochromasie, die dann Licht streuen). Für Planetenfotografie an Jupiter ist ein 8" SC überlegen (und natürlich ebenso selbstverständlich ein Newton).
Auskühlzeit (wie schon geschrieben) super, ganz im Gegensatz zu einem APO. Und ein 130er APO kostet schon eine ganze Menge mehr!
Für beide wird eine starke Montierung benötigt, HEQ5 ist nicht ausreichend!
Für den Nerius/ TS 152/900 als Mindestvoraussetzung geht die Vixen Sphinx gerade so (gut austariert!) oder auch die Celestron AVX. Fotografisch reicht das aber nicht!

Neben dem APO blieben dann alternativ natürlich noch Newtons und ein größeres SC (9,25" oder 10"), auch das wäre zu erwägen, wenn auch eine Spiegeloptik sein darf.

Viele Grüße!
Carsten
 
Hallo Dietrich,

meine Person habe ich im Mitglieder-Board schon mitgeteilt ;).

Ich komme aus einer sehr dunklen Gegend( 80km entfernt vom dunkelsten Ort Deutschlands), aus Altengrabow komme ich, wohne unter Umständen neben einem Militärstützpunkt und habe freies Feld vor der Haustür.

Meine Ausrüstung besteht aus einer NEQ6 Montierung die ich umgebaut habe auf Riemenantrieb,verstärkte Lager, selbst das Stativ wurde um 4,5kg schwerer gemacht.
Die Optiken die ich verwende sind einmal ein GSO 8" 200/1000 f5 und mein Leitrohr RFT 80/600 an der mein Mgen seinen Dienst verrichtet.
Desweiteren arbeite ich mit Cartes du Ciel, APT, Plate solve am PC.
Zur Bildbearbeitung benutze ich fitswork, Sequator, Photoshop, RAW therapee...Mit Ebenen arbeiten ist für mich auch kein Problem sowie das verwenden von Darks, Flats etc. Ein wenig Erfahrung bringe ich schon mit auch wenn ich nur erst seid 2 Jahren Astrofotografie betreibe.

Hallo Carsten,

sowie ich es sehe gibt es auch hier im Forum keine Eierlegende Wollmilchsau ;).
Soweit ist mir jetzt klar das der TS 152/900 eher visuell was taugt und bedingt für Fotografie einsetzbar ist.
Vielen Dank auch an dir für deine Erfahrung mit dem individual.
Einen Newton habe ich schon, allerdings reicht der OAZ für die Sony A7s nicht aus, Fangspiegel ist auch zu klein, der Umbau wäre wohl genauso teuer wie ein kleiner APO.

Viele Grüße!
Nico


 
Hallo Nico,

du bist ja schon ganz gut ausgerüstet, dennoch rate ich dir eine recht kurzbrennweitige Apo-Optik anzuschaffen - sie wird nicht uninteressant und wird in deinem Gerätepark verbleiben - und mit damit gewonnenen Bildern Erfahrung in der Bildbearbeitung zu sammeln.

Ob du mit der Nikon- und der Sony-Kamera in der Astrofotografie glücklich wirst, weiß ich nicht, da ich selbst seit sehr langer Zeit die andere Kamera-Marke in modifizierter Ausführung verwende und damit sehr zufrieden bin. Ich schließe es aber nicht aus.

Deine Newton-Optik ist visuell optimiert? Warum verwendest du ein so großes Leitrohr und kein Sucherguiding?
Bis 1000 mm geht das sehr gut. Aber wenn der Spiegel ohnehin visuell optimiert ist, würde ich es damit bewenden lassen und wirklich erst einmal kurzbrennweitig einsteigen.

Mit der Montierung, die du hast, bist du jedenfalls schonmal gut aufgestellt.

Zeig' doch mal, was du schon bisher aufgenommen und bearbeitet hast. Vielleicht kann dir darüber besser geholfen werden.
Gerätetechnische Fragen laufen hier gern in recht fruchtlose Auseinandersetzungen der Ratgeber aus.

Grüße

*entfernt*
 
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