Hallo Achim !
Also ich habe genau den 200/1200 TS Newton (Professional, also weisser Tubus). Ich habe ihn auf die EQ4 gepackt, die sicher nicht ganz soviel trägt wie die HEQ 5. Ich habe das nur gewagt, weil ich ein ganz gutes Stativ (Baader Hartholzstativ) habe und ausserdem nur visuell beobachten möchte. Der Leichtbautubus wiegt ausserdem nur 6,5kg, aber der Hebel ist natürlich ganz schön groß...
Bisher konnte ich erst zweimal beobachten (leider zuviel um die Ohren im Moment...).
Also ich persönlich kam noch mit dieser Kombination klar, viele andere würden es wohl als zu wackelig empfinden. Die Ausschwingzeit nach dem scharfstellen beträgt grob geschätzt ca. 3 bis 4 Sekunden. Ich habe aber auch nur bis 170x vergrößert (z.B. Mars und Kugelsternhaufen). Fotografieren kann man sich aber sicher mit der EQ4/5 abschminken, da wird sicher etwas stabileres nötig sein. Ob die HEQ5 einen großen Stabilitätsgewinn bringt im Vergleich zur EQ4/5 würde mich auch brennend interessieren.
Um die Optik zu beurteilen ist es vieleicht noch etwas früh. Bisher habe ich mir nach dem auskühlen epsilon Lyra ab 120x eindeutig getrennt. Die Sternpunkte hätten noch etwas besser "definiert" sein können, sie hatten einen leichten Hof. Ich hoffe dies durch Maßnahmen zur Streulichtunterdrückung noch zu verbessern. Mit dem Marsbild war ich zufrieden. Blickweise waren durchaus feinere Strukturen auf Mars auszumachen (ein Orangefilter half nochmal enorm). Das mitgelieferte Ronchigramm hat sehr viele Streifen und ist daher von mir nicht gut auszuwerten, angeblich ist der Spiegel laut Test von TS aber gut bis sehr gut...
Zum Tubus: Die Hauptspiegelfassung finde ich sehr gut, auch der Okularauszug macht einen guten Eindruck.
Etwas skeptisch bin ich gegenüber dem Tubus. Er ist einfach etwas "labberig". Nun war mein letzter Newton ein TAL 2M. Der Tubus war natürlich stabiler. Wenn ich den TS - Newton kollimiere, weiss ich nie ob die Kollimation auch noch stimmt wenn ich den Tubus in eine andere Richtung drehe. Auch ein leichter Druck auf den Okularauszug lässt den Laser von einem zum anderen Ende der Laserzielscheibe wandern...
Die Fangspiegelspinne wird von vier Schrauben aussen am Tubus gehalten. Dreht man diese etwas zu weit sieht man eine Delle im Tubus.
Nun ja also insgesamt bin ich gut zufrieden mit dem Gerät. Für den wirklich leichten Tubus zahlt man wohl den Preis einer eingeschränkten Stabilität.
Ich selbst muss mich aber noch schlau machen, wie ich erkenne, ob der Okularauszug noch im rechten Winkel zum Tubus steht und der Fangspiegel mittig zur optischen Achse und im richtigen Abstand zum Hauptspiegel liegt und wie man dies erkennt und Abweichungen mit einem Laer justiert (Für Tipps und Anregungen wäre ich sehr dankbar).
CS
Jürgen Herm Stapelberg