Ehemaliges Mitglied
Moin zusammen!
Vor einigen Tagen habe ich mir ein gebrauchtes "TS HR Planetary 6 mm" günstig über den hiesigen Gebrauchtmarkt angeschafft. Man hat ja nun viel über diese Okularserie gelesen und mich hat speziell ein kurzbrennweitiges Okular mit großem Feld und angenehmen Einblick interessiert.
Bisher konnte das Okular ich aufgrund Wetter noch nicht ausgiebig am Stern oder Planeten testen. Gestern abend setzte ich es dann doch einmal in meinen 76/500 mm-Newton ein und schaute mir ein bißchen Epsilon Lyr an. So weit, so gut: Die vier Komponenten waren in ihrer Lage bei 117x doch ganz gut zu identifizieren. Als ich dann das Oku rausnahm und beiseite stellte, fiel mir ein internes Klappern auf - irgendeine Linse war locker.
Da mich solche Sachen extrem wurmen, nahm ich mir heute das Oku zur Hand und hab's in sämtliche Einzelteile zerlegt.
Was ich nun schildere, betrifft einzig die 6 mm Brennweite des TS HR Planetary (mit dem "blauen Aufdruck"). Es sind so einige Sachen aufgefallen, die mir einen Bericht wert erscheinen.
- Das Barlow-Element und die Steckhülse lassen sich einfach abschrauben. Zerlegt man dieses weiter, kommt eine kleine 2-linsige (achromatische) Linsengruppe zum Vorschein. Die Kanten dieser Gruppe sind geschwärzt. Alle anderen Bereiche der Fassung sind zwar schwarz, aber eben nicht mattiert.
- An die Hauptlinsengruppe (die das Klappern verursachte) kommt man heran, indem man zuerst die Gummi-Augenmuschel entfernt. Darunter kommt ein größerer Schraubring zutage, der den äußeren, in der Höhe verstellbaren Bereich kontert - ab damit!
Dreht man nun das äußere Teil nach unten - alles gut gefettet, also Lappen bereithalten - dann kann man per Hand die Hauptlinsengruppe nach oben hinausschrauben. Dieser ganze Teil ist wiederum unten Richtung Feldlinse mit einem Schraubring gesichert. Nimmt man diesen ab, kommen einem die Linsen entgegen.
- Hier gab es nun die größte Überraschung: Von wegen - 6-linsiges Design! Die Hauptlinsengruppe, jedenfalls die des HR-6 mm, besteht aus drei Linsen. Zusammen mit dem 2-linsigen Barlowelement komme ich also auf 5 (in Worten: fünf)...! :augenrubbel:
Diese Hauptlinsengruppe besteht aus einer einfachen Augenlinse (Richtung Feld stark konvex, keine (!) Schwärzung des Linsenrands) sowie einer verkitteten 2-linsigen Feldlinse (mit Randschwärzung), dazwischen eine Abstandshülse. Das Ganze erinnert mich mit dem 3-linsigen Aufbau an ein "reversed Kellner"! Von "4 Baugruppen" bzw. "6 Linsen" also keine Spur - jedenfalls nicht im HR-6 mm!
- Das gesamte Okularinnere ist schwarz eloxiert, leider glänzen die Oberflächen innen alle sehr stark. Da ich zunächst erstmal das Linsengeklapper abstellen wollte, werde ich mir eine nachträgliche Innenmattierung mit Modellbaulack für später aufheben. Die Augenlinse bekommt von mir auf alle Fälle noch eine Randschwärzung mit einem Edding.
Also: Daß ich nur 5 Linsen in diesem Okular vorgefunden habe, verwundert mich doch sehr, vor allem weil die Hauptlinsengruppe anscheinend "nur" ein abgewandeltes Kellner-Design zu sein scheint. Trotzdem werde ich das HR-6 weiterbenutzen, denn das große überschaubare Feld gefällt mir doch ganz gut. Einen Hang zum Kidney-beaning zeigt dieses Okular, wenn man nicht ganz gerade hineinschaut, aber der Effekt ist nicht überaus störend, weil man doch sehr gut mit dem Auge an die Gummimuschel herankommt, so daß der Einblick nicht sehr unruhig ist.
Hier nochmal zum Querlesen der Erfahrungsbericht von Sven - der Vollständigkeit halber:
http://www.svenwienstein.de/HTML/ts_planetary_hr.html
Vor einigen Tagen habe ich mir ein gebrauchtes "TS HR Planetary 6 mm" günstig über den hiesigen Gebrauchtmarkt angeschafft. Man hat ja nun viel über diese Okularserie gelesen und mich hat speziell ein kurzbrennweitiges Okular mit großem Feld und angenehmen Einblick interessiert.
Bisher konnte das Okular ich aufgrund Wetter noch nicht ausgiebig am Stern oder Planeten testen. Gestern abend setzte ich es dann doch einmal in meinen 76/500 mm-Newton ein und schaute mir ein bißchen Epsilon Lyr an. So weit, so gut: Die vier Komponenten waren in ihrer Lage bei 117x doch ganz gut zu identifizieren. Als ich dann das Oku rausnahm und beiseite stellte, fiel mir ein internes Klappern auf - irgendeine Linse war locker.
Da mich solche Sachen extrem wurmen, nahm ich mir heute das Oku zur Hand und hab's in sämtliche Einzelteile zerlegt.
Was ich nun schildere, betrifft einzig die 6 mm Brennweite des TS HR Planetary (mit dem "blauen Aufdruck"). Es sind so einige Sachen aufgefallen, die mir einen Bericht wert erscheinen.
- Das Barlow-Element und die Steckhülse lassen sich einfach abschrauben. Zerlegt man dieses weiter, kommt eine kleine 2-linsige (achromatische) Linsengruppe zum Vorschein. Die Kanten dieser Gruppe sind geschwärzt. Alle anderen Bereiche der Fassung sind zwar schwarz, aber eben nicht mattiert.
- An die Hauptlinsengruppe (die das Klappern verursachte) kommt man heran, indem man zuerst die Gummi-Augenmuschel entfernt. Darunter kommt ein größerer Schraubring zutage, der den äußeren, in der Höhe verstellbaren Bereich kontert - ab damit!
Dreht man nun das äußere Teil nach unten - alles gut gefettet, also Lappen bereithalten - dann kann man per Hand die Hauptlinsengruppe nach oben hinausschrauben. Dieser ganze Teil ist wiederum unten Richtung Feldlinse mit einem Schraubring gesichert. Nimmt man diesen ab, kommen einem die Linsen entgegen.
- Hier gab es nun die größte Überraschung: Von wegen - 6-linsiges Design! Die Hauptlinsengruppe, jedenfalls die des HR-6 mm, besteht aus drei Linsen. Zusammen mit dem 2-linsigen Barlowelement komme ich also auf 5 (in Worten: fünf)...! :augenrubbel:
Diese Hauptlinsengruppe besteht aus einer einfachen Augenlinse (Richtung Feld stark konvex, keine (!) Schwärzung des Linsenrands) sowie einer verkitteten 2-linsigen Feldlinse (mit Randschwärzung), dazwischen eine Abstandshülse. Das Ganze erinnert mich mit dem 3-linsigen Aufbau an ein "reversed Kellner"! Von "4 Baugruppen" bzw. "6 Linsen" also keine Spur - jedenfalls nicht im HR-6 mm!
- Das gesamte Okularinnere ist schwarz eloxiert, leider glänzen die Oberflächen innen alle sehr stark. Da ich zunächst erstmal das Linsengeklapper abstellen wollte, werde ich mir eine nachträgliche Innenmattierung mit Modellbaulack für später aufheben. Die Augenlinse bekommt von mir auf alle Fälle noch eine Randschwärzung mit einem Edding.
Also: Daß ich nur 5 Linsen in diesem Okular vorgefunden habe, verwundert mich doch sehr, vor allem weil die Hauptlinsengruppe anscheinend "nur" ein abgewandeltes Kellner-Design zu sein scheint. Trotzdem werde ich das HR-6 weiterbenutzen, denn das große überschaubare Feld gefällt mir doch ganz gut. Einen Hang zum Kidney-beaning zeigt dieses Okular, wenn man nicht ganz gerade hineinschaut, aber der Effekt ist nicht überaus störend, weil man doch sehr gut mit dem Auge an die Gummimuschel herankommt, so daß der Einblick nicht sehr unruhig ist.
Hier nochmal zum Querlesen der Erfahrungsbericht von Sven - der Vollständigkeit halber:
http://www.svenwienstein.de/HTML/ts_planetary_hr.html