Hallo Murdock,
auch wenn Du Dich schon (für einen Mak) entschieden hast, schreibe ich meine Meinung zum Thema, denn viele andere Anfänger werden sich eine ähnliche Frage stellen und lesen nun die Antworten hier.
Mich würde interessieren ob dieses Teleskop für Mond und Planeten geeignet ist (Farbfehler kann ich mit leben).
Ich finde, dass das ein "Widerspruch in sich" ist:
Ein Teleskop, welches besonders gut für Planetenbeobachtung geeignet sein soll, darf auch keinen nennenswerten Farblängsfehler haben.
Das kann ich noch weiter begründen, indem ich mal für alle Leser, die das vielleicht noch nicht wissen, den Farblängsfehler erkläre, unter dem die 6" f/8 Achromaten massiv leiden:
Der Farblängsfehler (auch Farbfehler genannt) wird dadurch hervorgerufen, dass die verschiedenen Farben des Spektrums verschiedene Schärfepunkte beim Fokussieren haben.
Das bedeutet:
Fokussiert man bei einem 6" f/8 Achromaten den roten Anteil des Lichtspektrums, dann ist vor allem der blaue Anteil des Lichtspektrums defokussiert (also unscharf). Fokussiert man auf Blau, so ist vor allem Rot unscharf. Exakt ist es sogar so, dass nur eine einzige Wellenlänge (also Farbe) fokussiert werden kann, alle anderen Wellenlängen (Farben) sind unscharf.
Da sich ein Planetenbild aus dem gesamten Farbspektrum zusammensetzt, ist bei so einem Achromaten also immer ein Großteil des Lichtes unscharf fokussiert.
Was machen nun die von den Besitzern dieser Geräte genannten "Fringe-Killer", "Kontrast-Booster" und wie die alle heissen?
Sie filtern einfach einen Teil des Farbsprektrums raus, meistens den blauen Farbbereich. Dadurch kann beim Fokussieren dieser Bereich des Spektrums auch gar nicht erst unscharf dargestellt werden.
Leider hat das zwei Nachteile:
1.) Der Farblängsfehler wird zwar verringert, dafür erhält das ganze Bild aber einen unnatürlichen Farbstich.
2.) Das ausgefilterte Licht enthielt Information, die mit dem Licht ausgefiltert wird. Bläuliche Details auf Planeten werden so praktisch unbeobachtbar.
Zu diesem Farblängsfehler addieren sich dann noch anderen optischen Fehler wie sphärische Aberration, Koma, Rauhheit etc. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass es sich bei den schnellen Achromaten fast ausschliesslich um Billiggeräte aus China handelt, bei denen wohl kaum ein hoher Qualitätsmassstab angelegt werden kann.
Fazit:
Ich halte die kurzen Achromaten nur bei Richfield-Beobachtungen für sinnvoll.
Gruß Harald