TS-SD150 - Entscheidung, First Light und erste Eindrücke

TS-SD battle1.jpg
 
Hallo Daniel,
besten Dank für den schönen Praxisvergleich der zwei Teleskope.

Ich entnehme dem Ergebnis, daß der Montierungsaufwand für den 150er erheblich ist, für einen nicht so erheblichen Sprung in der visuellen Wahrnehmung.

Mich reizt der 150er ebenfalls, jedoch erscheint mir der 125er als die vernünftigere Wahl.

Viele Grüße
Johannes
 
Ich finde es hängt stark vom Objekt ab, ob ein Öffnungsunterschied sich auch in der visuellen Wahrnehmung widerspiegelt oder nicht. Ein gutes Objekt ist zum Beispiel das Wild Duck Cluster, hier kann ich den Unterschied zwischen 92mm und 107mm sehr genau sehen, aber natürlich auch bei Planeten.

Die Diskussion um die Größe des Teleskops kann ich nicht verstehen. Ich hatte auch jahrelang Angst vor einem großen Teleskope weil ich zu viel in Foren rumgelesen habe. Jetzt habe ich einen Refraktor mit 185mm Öffnung und überhaupt keine Probleme den zu montieren. Ich habe eine HAZ46 Montierung, d.h. ich muss das Teleskope einfach nur auf dem Sattel abstellen und dann den Sattel schließen. Auch wenn ich das Teleskope mitnehmen möchte ist das in einer Geoptik Tasche kein Problem (eine Kiste Wasser inmeine Wohnung zu tragen ist wesentlich unangenehmer und dass muss ich 2x die Woche machen).
Hätte ich ehr Platz auf meinem Balkon würde schon ein Teleskop mit 200mm Öffnung oder mehr hier stehen.
 
Hallo Leo.

Klar hängt es vom Objekt ab und für einen ordentlichen Vergleich bräuchte man mehr Objekte und mehrere Nächte Zeit.

Mir ging es nicht um eine Diskussion, einfach um einen Vergleich, der ist immer interessant finde ich. Ich gebe Dir in Grenzen Recht bei visueller Beobachtung. Ich liebe Refraktoren und ein 185er würde mich auch nicht schrecken auf meiner azimutalen Montierung. Das gilt dann, wenn man ihn in der Nähe vom Beobachtungsort lagern kann und nicht durch die Gegend fahren muss. Das Thema ist aber GANZ ANDERS, wenn man fotografiert. Meine Montierung, die AZ-EQ6 trägt angeblich bis zu 20kg. Bei einem grossen Refraktor mit Hebel ist aber schon wesentlich früher Schluss. Das muss man immer bedenken. Ich fotografiere zu 80%, fand es aber spannend, einfach mal direkt nebeneinander 5 und 6 Zoll der gleichen Bauart und Qualität zu sehen...

VG und CS
Daniel
 
Kleines Update.

Jetzt hab ich ein Dilemma. Denn aufgrund einer Gelegenheit fliegt hier ggf. ein Highend Apo ins Haus und dann wird der Überstand zu groß und das Budget zu klein.

Da ich nächste Woche nach Deutschland fahre und zum ATT und ITV aufschlagen werde, überlege ich, ob ich den 150er trotz nur kurzem Einsatz verkaufe. Das fiele mir echt schwer, denn er ist auch praktisch getestet sehr gut. Und wer trennt sich gern von guten Dingen.

Aber der Feind des Guten ist bekanntlich das bessere und um zu meinem Ausgangspost zurückzukehren trauere ich immer noch dem Verkauf meiner Edeloptiken im Zuge einer Scheidung hinterher.

Fühlt sich an, als könnte ich das jetzt heilen. Schwierige Kiste. Bis Dienstag muss ich entscheiden, ob ich ihn in der OVP mitnehme…

Habe es mal im Markt erwähnt.

CS
Daniel
 
So, nach Durchkalkulieren aller Folgekosten mit Equipment und nötigem Zubehör ist die Entscheidung gefallen.

Der TS darf bleiben. Und er bekommt im Sommer bessere Bedingungen gebaut mit Windschutz und gekürzter Säule sowie besserer Aufstellung.

Er ist zu fein und verdient weiteres Sternenlicht :cool:.

VG und CS
Daniel
 
Das ist schön, dass er bei dir bleiben darf.

Nur so aus Interesse, was wirst du mit dem TOA machen? Fotografieren? Weil fürs Visuelle ist der doppelte 130er ja wahrscheinlich trotzdem besser, oder?

-- Sebastian
 
Der TOA kommt nicht. Habe mich dagegen entschieden. Er wäre Fotomaschine geworden.

LG und CS
Daniel

P.S. kommst Du zu Att oder ITV?
 
Ah, dann habe ich das falsch verstanden, sorry.
Leider schaffe ich beides nicht.
 
Hallo zusammen.

Am Wochenende war ich mal neugierig und habe das Frontelement mit dem Laser durchleuchtet. Man sieht schön die beiden Linsenelemente und den dünnen Luftspalt. Für mich ist es immer noch bemerkenswert, wie relativ leicht der 6-Zöller ist im Vergleich zu anderen Geräten und natürlich Triplets bei der doch sehr guten optischen Leistung.

Laser.jpg

Ich habe nochmal ein wenig nachgewogen (wobei alle vorhandenen Waagen und Wiegetechniken hier ungenau sind):

- OTA (inkl. Verlängerung) mit Rohrschellen, Losmandy-Schiene, Abstandsplättchen und Vixenschiene als Tragegriff: 12.0 kg (Kofferwaage)
- Rohrschellen, Losmandy-Schiene, Abstandsplättchen und Vixenschiene als Tragegriff: 1836 g (Küchenwaage)
- Ergo: OTA (inkl. Verlängerung): 10,16 kg
- Ich hatte beim Auspacken gemessen, dass die Tubusverlängerung ca. 0.5 kg wiegt. Der Tubus ohne Verlängerung hat also 9.66 kg.

Wir sprechen hier von einem langen Teleskop mit einer grossen Frontlinse mit zwei Elementen! Dafür ist das schon echt leicht.

Wie das Bild zeigt, ist das Frontelement doch recht mächtig. Daher ergibt sich eine gewisse Frontlastigkeit. Man muss die Rohrschellen gut platzieren, damit einem beim Hochheben die Tauschutzkappe nicht nach unten wegsackt.

Gewicht ist also voll ok, nur der lange Hebel ist natürlich für jede Montierung mittlerer Grösse eine Herausforderung, hauptsächlich bei Wind. Ich hatte früher in meiner Sternwarte anfangs einen 17.5 kg schweren LZOS 152 f8 (inkl. Guidescope und Kamera) auf meiner AZ-EQ6 bevor ich auf EQ8 aufgerüstet habe. Aber: Ich konnte durch den Windschutz durch die Wände der Sternwarte auch bei leichtem Lüftchen noch schöne 3-4 Min Subs machen.

Insofern ist dieser Sommer auserkoren, um ein wenig an Windschutzwänden zu arbeiten...ausserdem werde ich meine Säule kürzen, da ich visuell eh meist mit Stativ beobachte.

VG und CS
Daniel
 
So, ich hatte jetzt ein paar Gelegenheiten, das Gerät zu testen und kann meine erste Erfahrungen berichten.

Handhabung:
Die AZ-EQ6 trägt das Teil, aber es ist nicht super stabil. Ich war bis jetzt verwöhnt, weil der 4,5kg schwere 102mm f/11 natürlich extrem stabil auf der Montierung saß. Das heißt, beim Fokusieren oder wenn eine stärkere Windbö kommt, dann wackelt es ein bisschen. Aber es rechtfertigt definitiv keine größere Montierung.
Das Rumtragen finde ich noch ok, das habe ich mir schlimmer vorgestellt.

Fokus und Bino:
Ich verwende den Bino mit 1,7x GWK, aber in den Fokus kommt man nicht. Ich habe daher den großen M124 Ring abgeschraubt und stattdessen einen 40mm M68 Verlängerungsring vor den Clicklock geschraubt. Damit komme ich jetzt sowohl mit dem Bino als auch ohne in den Fokus. Das ist super, weil das erspart mir das hin- und herschrauben.

Jupiter:
Jupiter ist wirklich toll. Bei 160x - 180x zeigen sich zarte Kontraste in den Polkappen. Der rote Fleck ist sehr scharf, wie ausgestochen. Die Wirbelschleppe hinter dem GRF zeigt Strukturen. Die Bänder sind scharf abgegrenzt, zwischen den Bändern sind auch Details zu erkennen.

Doppelsterne:
Ich habe ein paar schwierige Kandidaten rausgesucht:
STT 235 in Uma: 1,0" Abstand, Magnituden 5,69 und 7,55: Bei 400x (SV215@3mm) hat der Beugungsring definitiv eine Beule an der richtigen Stelle. Diese konnte ich auch nach einer Weile noch identifizieren, da ist also auf jeden Fall etwas.
Zeta Cancri AB: 1,1" Abstand, Magnituden 5,30 und 6,25. Bei 300x (SV215@4mm) definitv zwei separate Sterne, die Beugungsscheiben sind gut zu sehen und berühren sich nicht mehr. Auch bei 400x ist das Bild sehr stabil und scharf.
Das ist eine erwartbare, aber trotzdem erfreuliche Leistung des Geräts.

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden. Schärfe und Kontrast eines Apos sind einfach klasse. Ausstehend ist noch eine Mondbebachtung. Auch ein paar Kugelsternhaufen und planetare Nebel stehen auf der Wunschliste für die Zukunft.

-- Sebastian
Hi Sebastian.

Das mit der M68 Verlängerung sehe ich jetzt erst. Wie bist du auf die 40mm gekommen? Einfach ausprobiert. Das ist in der Tat eine schöne Idee. Ich habe ja eine 50mm Einsteckverlängerung verwendet. Aber die musste ich rausnehmen, um ohne GWK in den Fokus zu kommen. Vielleicht waren es die 10 mm Unterschied, warum es nicht ging. Aber natürlich haben wir sicher ein anderes Bino verwendet und es kommt auf die individuellen Lichtwege an...

VG
Daniel
 
Hallo Daniel,

mein 102mm f11 hat ja auch einen 10cm Ring im Tubus gehabt, den man rausnehmen kann. Den hatte ich mit einer 4cm und einer 6cm M68 Verlängerung ausgeglichen. Es lag also nahe, diese auszuprobieren.
Das mit der 4cm Verlängerung funktioniert am 150er aber nur, wenn ich den Bino mit dem 1,7x GWK verwende. Und dann auch nur gerade so.

-- Sebastian
 
Ich hatte früher in meiner Sternwarte anfangs einen 17.5 kg schweren LZOS 152 f8 (inkl. Guidescope und Kamera) auf meiner AZ-EQ6 bevor ich auf EQ8 aufgerüstet habe.
Also ich kann mir mehr Gewicht auf der AZ-EQ6 nicht vorstellen. Zumindest nicht, wenn man von Hand fokussiert. Da ist schon Fingerspitzengefühl nötig, damit sich das Gewackel in Grenzen hält.
Ich habe auf jeden Fall bei JD Astronomie eine Säulenverlängerung angefragt, ich hoffe, die wird demnächst gefertigt. Dann kann ich das Stativ weiter eingefahren lassen.
Dann wäre noch eine Überlegung, ob ein ordentliches Stativ noch mehr Stabilität bringt.
 
Ja, zur vollständigen Info gehört, dass ich die Montierung(en) in der Sternwarte auf einer Säule hatte. Das macht nochmal viel aus. Das Originalstativ ist ohne Modifikationen eine echte Schwachstelle. Berlebach Planet wäre da die erste Wahl, wenn man keine Säule hat…
 
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