So, ich hatte jetzt ein paar Gelegenheiten, das Gerät zu testen und kann meine erste Erfahrungen berichten.
Handhabung:
Die AZ-EQ6 trägt das Teil, aber es ist nicht super stabil. Ich war bis jetzt verwöhnt, weil der 4,5kg schwere 102mm f/11 natürlich extrem stabil auf der Montierung saß. Das heißt, beim Fokusieren oder wenn eine stärkere Windbö kommt, dann wackelt es ein bisschen. Aber es rechtfertigt definitiv keine größere Montierung.
Das Rumtragen finde ich noch ok, das habe ich mir schlimmer vorgestellt.
Fokus und Bino:
Ich verwende den Bino mit 1,7x GWK, aber in den Fokus kommt man nicht. Ich habe daher den großen M124 Ring abgeschraubt und stattdessen einen 40mm M68 Verlängerungsring vor den Clicklock geschraubt. Damit komme ich jetzt sowohl mit dem Bino als auch ohne in den Fokus. Das ist super, weil das erspart mir das hin- und herschrauben.
Jupiter:
Jupiter ist wirklich toll. Bei 160x - 180x zeigen sich zarte Kontraste in den Polkappen. Der rote Fleck ist sehr scharf, wie ausgestochen. Die Wirbelschleppe hinter dem GRF zeigt Strukturen. Die Bänder sind scharf abgegrenzt, zwischen den Bändern sind auch Details zu erkennen.
Doppelsterne:
Ich habe ein paar schwierige Kandidaten rausgesucht:
STT 235 in Uma: 1,0" Abstand, Magnituden 5,69 und 7,55: Bei 400x (SV215@3mm) hat der Beugungsring definitiv eine Beule an der richtigen Stelle. Diese konnte ich auch nach einer Weile noch identifizieren, da ist also auf jeden Fall etwas.
Zeta Cancri AB: 1,1" Abstand, Magnituden 5,30 und 6,25. Bei 300x (SV215@4mm) definitv zwei separate Sterne, die Beugungsscheiben sind gut zu sehen und berühren sich nicht mehr. Auch bei 400x ist das Bild sehr stabil und scharf.
Das ist eine erwartbare, aber trotzdem erfreuliche Leistung des Geräts.
Alles in Allem bin ich sehr zufrieden. Schärfe und Kontrast eines Apos sind einfach klasse. Ausstehend ist noch eine Mondbebachtung. Auch ein paar Kugelsternhaufen und planetare Nebel stehen auf der Wunschliste für die Zukunft.
-- Sebastian