Tschibo-teleskop aufmotzen

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Kodos

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Hallo,

Ich heiße Thomas und mir ist ein altes 76/700mm Newton in die Hände gefallen (kostenlos, sonst hätte ich das Geld in etwas leistungsstärkeres gesteckt).

Der Tubus ist etwas ramponiert, die Spiegel müssen definitiv justiert werden und das mir verbliebene Okular H20 (leider noch 0.96inch) ist gelinde gesagt Mist.

Trotzdem sieht das Stativ sehr solide aus und die Spiegel sind noch in Ordnung (leicht verstaubt, aber da ich das Ding eh auseinandernehem und justieren muss, ist das nebensächlich).
Zum Thema aufmotzen: es ist mir klar, dass aus der Gurke kein Spitzenteil wird, es geht mir eher darum ein paar Erfahrungen im Teleskopbau zu sammeln und das Teleskop zu etwas umzurüsten, dass zumindest einen passablen Blick auf die Planeten zulässt.

Meine Frage: was für Brennweiten (und Objektivtypen) wären denn zu empfehlen? Ich habe bereits ein 10mm Plössl 'aus der Bucht gezogen', und bin nun auf der Suche nach einem Okularauszug (witzigerweise sind die Bohrungen im Tubus für 1,25 inch ausgelegt) und 2 (evtl. 3) weitere Okulare.
 
Hallo Thomas,
na dann viel Spaß beim basteln.

Wenn Du den OAZ tauschst, beachte die Lage der Brennebene über dem Tubus, damit Du in den Fokus kommst.
Ev. musst Du den Hauptspiegel etwas versetzen.

Brennweiten für Okulare kann man ausrechnen.
Die max. nutzbare Vergrößerung am Newton liegt bei ca. Öffnung mal 1,5 - bei Dir also 115-fach. Je nach Spiegelqualität kann das aber bei dem Tschibo-Torpedo auch schon zu viel sein.

Okularbrennweite = HS-Brennweite / Vergrößerung
6mm = 700 / 115, das wäre so das höchste der Gefühle

Ein 10er hast Du schon, fehlt noch was am langen Ende für niedrige Vergrößerung (Übersicht, Aufsuchen).
Da würde ich ein 40mm vorschlagen, ggfs. auch ein 32er.
Mit den 3en kann man erst mal anfangen, und merkt dann, was fehlt (z.B. Zwischengrößen zw. 10 und 6 um sich an die max. mögliche Vergrößerung ranzutasten).
Nicht immer aber ist max. Vergrößerung das Ziel.
Auch ein 20er kann sich gut machen.

Interessant an der ganzen Geschichte mit den Okularen ist auch die sog. AP (Austrittspupille). Sie sollte zw. 6mm und 0,7mm liegen. Bei größer verschenkst Du Licht, bei kleiner wird das Bild zu dunkel.
AP = Teleskopöffnung / Vergrößerung
Zu dem Thema gibts viel zu lesen, welche AP man am besten für welche Objekte verwendet.

Mehr als Plössl würd ich da nicht investieren, obwohl man ja sagt: Teleskope wechseln, Okulare bleiben.
 
Hallo Thomas,

es ist mir klar, dass aus der Gurke kein Spitzenteil wird, es geht mir eher darum ein paar Erfahrungen im Teleskopbau zu sammeln und das Teleskop zu etwas umzurüsten, dass zumindest einen passablen Blick auf die Planeten zulässt.

hmmmm, Jupiter braucht noch etwa 3 Monate, ehe er in der Morgendämmerung genügend Höhe erreicht hat. Saturn verabschiedet sich grad am Abendhimmel. Venus wird die nächsten Wochen ein lohnendes Ziel.

Die kleineren Planeten (Merkur, Mars, Uranus) sind im 76/700 nicht der Bringer. Dazu sind sie einfach zu klein im Durchmesser...

Weitere lohnende Ziele wären Sonne (mit Baaderfolie vorne auf der Öffnung), Mond, Andromedagalaxie und Sternhaufen in der Milchstraße sowie bunte Doppelsterne.

Mehr als 80 fache Vergrößerung würde ich dem kleinen Spiegel nicht antun. Auch wenn Du glaubst, daß sein Stativ schön stabil ist. Je höher die Vergrößerung, desto stärker wirkt sich jeder Zitterer aus. ;)

Wenn Du auf einen 1 1/4" Okularauszug umgerüßtet hast, würde ich ein 25, ein 15 und das 10 mm Okular nehmen. Oder eines von den günstigen Zoomokularen. Z.B. das 21-7 er von TS...

Was so alles an dem Tschiboteil verbessert werden kann, gibts hier über die Suche...

Viel Erfolg beim Basteln. :)
 
Hallo Thomas,

bei den Okulartypen kannst Du weiterhin Plössl nehmen, die kommen mit der langsamen Optik gut zurecht. Weitwinkelokulare haben aber ein größeres Gesichtsfeld, was besonders bei azimutalen Montierungen von Vorteil ist.

Die maximale Brennweite richtet sich nach Deiner Augenpupille, da die Austrittspupille kleiner sein sollte als diese. Das nächstkleinere Okular sollte dann eine deutlich kürzere Brennweite aufweisen, maximal die halbe.

Für Planeten wird man nach dem Aufsuchen meist hohe Vergrößerungen einsetzen, da kann gleich ein recht kurzbrennweitiges in den Auszug.

Für die kürzesten Brennweiten solltest Du die kleinsten Austrittspupillen als Maß nehmen. 1 mm AP für eine hohe Vergrößerung, etwa 0,7 mm für die zweithöchste oder höchste, etwa 0,6 bis minimal 0,5 mm für die Maximalvergrößerung.

Berechnung der Austrittspupille:

Öffnung/Vergrößerung
oder
Okularbrennweite*Öffnungsverhältnis

Öffnungsverhältnis für Dein Teleskop ist 76:700=1:9,2, also bekommst Du mit dem 10-mm-Plössl eine AP von knapp 1,1 mm.

Für 0,7 mm AP wäre ein Okular mit knapp 6,5 mm Brennweite passend, für 0,6 mm AP eines mit 5,5 mm.

Grüße

fquadrat
 
Ahh, das hört sich alles so an, wie ich mir das gedacht habe. Die Montierung werde ich vermutlich über kurz oder lang etwas modifizieren, die Verbindung zwischen Azimutgabel und Stativ ist zu wackelig für meinen Geschmack.

EDIT: Hmmmm, So ein pipemount sieht interessant aus....
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Thomas,

wenn Du Dich für eine alt-azimutale Montierung ( pipemount ) entscheidest, kannst Du auch gleich die Prismenschine fest am Tubus verschrauben. Die Rohrschellen entfallen dann.

Das Beste am Basteln ist, daß man dabei viel Erfahrung sammelt und lernt.

Viel Vergnügen wünscht Uwe
 
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