Timm
Aktives Mitglied
Beobachtungsbericht 13. April 2004
Neuer Ort: Gebirgspass (1013 m NN) bei Confrides / Costa Blanca
Temp.: 4°, windstill
Seeing gut, Grenzgröße bei rund 6 m
Beobachungszeit: 21 Uhr 30 bis 24 Uhr
Instrument: 16 Zoll Dobson (das Baby)
Tschüs Winter...
Seit dem Palmsonntag bin ich wieder in Spanien und nach einer astronomisch gesehen unerfreulichen Woche
ist endlich wieder Spechteln angesagt!
Schon lange vor Sonnenuntergang war ich in die Berge gefahren und hatte den neuen Spechtelplatz inspiziert.
Eine ebene Fläche mit Platz für 200 Zoll...
Das Baby war schnell aufgebaut und justiert und konnte schön auskühlen.
Kurze Blicke auf Venus, dann Sirius und auch auf Jupiter zeigten, dass gutes Seeing zu erwarten war.
Der neue Lüfter wehte die Warmluftschlieren vom Spiegel und schon gegen Ende der Dämmerung ging es los.
Diese Nacht wollte ich Abschied nehmen von den Wintersternbildern.
So begann ich mit M 42/43, die schon ohne Filter unglaublich hell und kontrastreich und mit O III Filter
einfach atemberaubend waren. Das Trapez mit E und F waren bei 200fach im Nagler sofort zu sehen.
Weiter zu NGC 2024: schwach, da war es noch nicht dunkel genug.
Den Pferdekopf mit dem H Beta hätte ich mir gleich sparen können, denn der war nur zu erahnen.
Da muss es schon extrem dunkel sein und der Orion hoch am Himmel stehen, um wirklich was zu sehen.
Weiter ging es mit M 78, dann hoch zu M 1, weiter zu den offenen Sternhaufen M 36, M 37, M 38 mit NGC 1907 im Fuhrmann,
M 35 und NGC 2158 in den Zwillingen, dem Eskimonebel, weiter zum intergalaktischem Wanderer NGC 2419 im Lynx.
Bisher, Ehrensache, alles aus dem Kopf und wie meist sehr schnell.
Auch den Rosettennebel (komplett zu sehen), den Chrismas-Tree (diesmal mit schwachen Aufhellungen)
und Hubbles Variable konnte ich auswendig einstellen und M 41, NGC 2342 mit hellem Leitstern,
M 47, M 46 mit dem PL 2438 fand ich auch sofort.
Zum Schluss stellte ich dann noch den Saturn ein und war mal wieder geblendet! Einfach großartig!
Mit hoher Vergrößerung und super Seeing eine Augenweide.
Die Cassini-Teilung gestochen scharf und sogar die Encke war zu erahnen.
Das sollte es für die Winterbeobachtung gewesen sein!
Der Rest des Abends galt den Galaxien in der Jungfrau und im Löwen... und im großen Bären,
in den Jagdhunden, im Coma Berenices usw.
Es ist einfach beeindruckend mit 16 Zoll in 1000 m Höhe bei guter Durchsicht und spitzen Seeing
mit hohen Vergrößerungen in die Tiefen des Weltalls vorzustossen!
Besonders beeindruckend waren die Details in den näheren Galaxien: M 81/82, M 104 (die Sombrero-Galaxis),
M 51 mit Spiralstruktur wie auf einem Foto, und auch M 101, M 108, M 109 mit Strukturen.
Daneben natürlich auch M 97 mit Augen und mit Zentralstern.
Im Leo sah ich NGC 2903, auch mit Spiralstruktur,
M 95/96/105 mit vielen schwachen Galaxien im Umkreis und natürlich M 65/66 und NGC 3628, alle mit vielen Details.
Ein Schwenk Richtung Osten:
Die NGC - Galaxien 4565 (die Nadel), 4449 (Boxgalaxie), 4585 (Cocoon) und NGC 4631 zeigten alle ihre wahre Pracht!
Dann folgte ein Streifzug durch den Virgohaufen mit einer unglaublichen Zahl von Galaxien.
Die alleine würden schon eine ganze Seite füllen!
Der krönende Abschluss bildete der Galaxienhaufen Abel 1656:
Im 16mm Nagler sah ich 10 oder 12 Galaxien gleichzeitig.
Im Umkreis von zwei, drei Gesichtsfeldern waren wenigstens drei Dutzend Objekte zu sehen!
Und alle rund 400 Millionen Lichtjahre entfernt...
Kurz vor Mitternacht wurde es langsam etwas frisch und nach
einem (längeren) Blick auf Jupiter war die Adaption im Eimer und ich konnte Licht machen zum Abbau.
Nach einer guten halben Stunde war ich wieder zurück in Altea.
Das war mal wieder eine wunderschöne Spechtelnacht.
Bei nächster Gelegenheit starte ich dann einen NGC- Marathon <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
CS
Timm
Neuer Ort: Gebirgspass (1013 m NN) bei Confrides / Costa Blanca
Temp.: 4°, windstill
Seeing gut, Grenzgröße bei rund 6 m
Beobachungszeit: 21 Uhr 30 bis 24 Uhr
Instrument: 16 Zoll Dobson (das Baby)
Tschüs Winter...
Seit dem Palmsonntag bin ich wieder in Spanien und nach einer astronomisch gesehen unerfreulichen Woche
ist endlich wieder Spechteln angesagt!
Schon lange vor Sonnenuntergang war ich in die Berge gefahren und hatte den neuen Spechtelplatz inspiziert.
Eine ebene Fläche mit Platz für 200 Zoll...
Das Baby war schnell aufgebaut und justiert und konnte schön auskühlen.
Kurze Blicke auf Venus, dann Sirius und auch auf Jupiter zeigten, dass gutes Seeing zu erwarten war.
Der neue Lüfter wehte die Warmluftschlieren vom Spiegel und schon gegen Ende der Dämmerung ging es los.
Diese Nacht wollte ich Abschied nehmen von den Wintersternbildern.
So begann ich mit M 42/43, die schon ohne Filter unglaublich hell und kontrastreich und mit O III Filter
einfach atemberaubend waren. Das Trapez mit E und F waren bei 200fach im Nagler sofort zu sehen.
Weiter zu NGC 2024: schwach, da war es noch nicht dunkel genug.
Den Pferdekopf mit dem H Beta hätte ich mir gleich sparen können, denn der war nur zu erahnen.
Da muss es schon extrem dunkel sein und der Orion hoch am Himmel stehen, um wirklich was zu sehen.
Weiter ging es mit M 78, dann hoch zu M 1, weiter zu den offenen Sternhaufen M 36, M 37, M 38 mit NGC 1907 im Fuhrmann,
M 35 und NGC 2158 in den Zwillingen, dem Eskimonebel, weiter zum intergalaktischem Wanderer NGC 2419 im Lynx.
Bisher, Ehrensache, alles aus dem Kopf und wie meist sehr schnell.
Auch den Rosettennebel (komplett zu sehen), den Chrismas-Tree (diesmal mit schwachen Aufhellungen)
und Hubbles Variable konnte ich auswendig einstellen und M 41, NGC 2342 mit hellem Leitstern,
M 47, M 46 mit dem PL 2438 fand ich auch sofort.
Zum Schluss stellte ich dann noch den Saturn ein und war mal wieder geblendet! Einfach großartig!
Mit hoher Vergrößerung und super Seeing eine Augenweide.
Die Cassini-Teilung gestochen scharf und sogar die Encke war zu erahnen.
Das sollte es für die Winterbeobachtung gewesen sein!
Der Rest des Abends galt den Galaxien in der Jungfrau und im Löwen... und im großen Bären,
in den Jagdhunden, im Coma Berenices usw.
Es ist einfach beeindruckend mit 16 Zoll in 1000 m Höhe bei guter Durchsicht und spitzen Seeing
mit hohen Vergrößerungen in die Tiefen des Weltalls vorzustossen!
Besonders beeindruckend waren die Details in den näheren Galaxien: M 81/82, M 104 (die Sombrero-Galaxis),
M 51 mit Spiralstruktur wie auf einem Foto, und auch M 101, M 108, M 109 mit Strukturen.
Daneben natürlich auch M 97 mit Augen und mit Zentralstern.
Im Leo sah ich NGC 2903, auch mit Spiralstruktur,
M 95/96/105 mit vielen schwachen Galaxien im Umkreis und natürlich M 65/66 und NGC 3628, alle mit vielen Details.
Ein Schwenk Richtung Osten:
Die NGC - Galaxien 4565 (die Nadel), 4449 (Boxgalaxie), 4585 (Cocoon) und NGC 4631 zeigten alle ihre wahre Pracht!
Dann folgte ein Streifzug durch den Virgohaufen mit einer unglaublichen Zahl von Galaxien.
Die alleine würden schon eine ganze Seite füllen!
Der krönende Abschluss bildete der Galaxienhaufen Abel 1656:
Im 16mm Nagler sah ich 10 oder 12 Galaxien gleichzeitig.
Im Umkreis von zwei, drei Gesichtsfeldern waren wenigstens drei Dutzend Objekte zu sehen!
Und alle rund 400 Millionen Lichtjahre entfernt...
Kurz vor Mitternacht wurde es langsam etwas frisch und nach
einem (längeren) Blick auf Jupiter war die Adaption im Eimer und ich konnte Licht machen zum Abbau.
Nach einer guten halben Stunde war ich wieder zurück in Altea.
Das war mal wieder eine wunderschöne Spechtelnacht.
Bei nächster Gelegenheit starte ich dann einen NGC- Marathon <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
CS
Timm